Schöne Tour von Krefeld in die Niederlande

Hallo zusammen,

der nächste Blogbeitrag steht in den Startlöchern, so langsam hole ich auf. Dieses Mal bin ich mal wieder durch die Region hier vor Ort geradelt. Etwas über 100 Kilometer in Richtung Niederlande und zurück. Unbeauftragt und unbezahlt, wie immer, aber mit viel Spaß und guter Laune ging es an einem Sonntag Mitte September bei mir vor der Haustüre los.

Gegenüber des Stadtgarten in Krefeld steht die „Villa K“. Dieses schöne Haus dient als Jugendzentrum und ist rege frequentiert.

Aus Krefeld raus ging es dann weiter nach Kempen. Das Wetter war einfach ein Traum, blauer Himmel, angenehme Luft und irgendwie radelte es sich wie von selbst. Nächster Stopp, kurz vor Kempen, war das Gut Heimendahl. Dort anzuhalten ist immer wieder schön, finde ich. Das alte Gemäuer strahlt irgendetwas erhabenes aus, drumherum ist viel Natur und es gibt immer was zu entdecken. Ein wirklich lohnendes Ziel. Besonders wenn dort die Läden aufhaben und man regionale Produkte kaufen kann.

Wer noch nie in Kempen war, der hat was verpasst. Ich finde, dass ist eine der schönsten Ortschaften die wir hier so haben, eine wundervolle Altstadt, eine Burg, eine Mühle im Ort, schöne Geschäfte, viel Natur drumherum, ein wirklich lebenswertes Fleckchen Erde.

Hinter Kempen ging es dann zwischen Feldern hindurch weiter nach Grefrath. Zwischen den beiden Gemeinden habe ich mich dann auf den Bahnradweg gesetzt.

Die Bahnstrecke führte von Kempen bis Kaldenkirchen und ist heute ein wirklich schöner Radweg geworden. Oftmals unter Bäumen und vorallem nur mit leichten Steigungen oder Gefällen lässt sich so prima radeln.

Kurze Zeit später bin ich an der Niers angekommen, der Fluss fließt irgendwann mal in die Maas, hier in Grefrath ist er begradigt und schieb sich träge am Flugplatz der Gemeinde vorbei.

Am Flugplatz in Grefrath gibt eigentlich immer etwas zu entdecken, zumindest wenn man sich für fliegendes Gerät interessiert. Während ich die Niers entlang geradelt bin segelten bereits einige Fallschirmspringer vom Himmel. Ich hab das, glaube ich, schon mal geschrieben, als Rettungssystem aus einem defekten Flugzeug finde ich das super, aber als Hobby….na ja, nix für mich 😉

Unterdessen wurden mit einer Cessna bereits die nächsten Wagemutigen auf Absprunghöhe gebracht. Die kleine Maschine war fleißig im Einsatz.

Auf dem Vorfeld stand ein roter Hubschrauber, ich bin dann natürlich näher rangefahren, man ist ja durchaus neugierig. Der Heli ist die „Frikadelli Force One“ ;). „Frikadelli Racing“ ist ein Rennstall welcher, unter anderem, Rennen am Nürburgring austrägt. Die legendäre, leider unlängst verstorbene, Sabine Schmitz fuhr ebenfalls für Frikadelli. Der Rennteamgründer war Klaus Abbelen, jener Klaus Abbelen der das gleichnamige Unternehmen in St. Tönis gegründet hat. Wenn ich das richtig recherchiert habe, gehört die schöne Agusta A109E Power Elite dem Rennstall. Auf jeden Fall machte der Heli in Grefrath mächtig was her.

Von Grefrath aus ging es dann weiter in Richtung Venlo. Dabei habe ich wieder den Bahnradweg genutzt und bin an den Krickenbecker Seen vorbeigeradelt. Dieses Seengebiet ist immer einen Abstecher wert, egal zu welcher Jahreszeit.

Von dort aus ist es via Kaldenkirchen nicht mehr weit bis zur deutsch-niederländischen Grenze. In Venlo habe ich eine kurze Pause an der Maas gemacht, das Wetter war super und ein Brötchen essen, dabei aufs Wasser schauen und Schiffe gucken…das ist einfach herrlich. Das 1956 in Deutschland gebaute Schiff Toros passierte Venlo.

Nach der Pause ging es über die Eisenbahnbrücke auf die andere Maasseite. Direkt neben den Gleisen führt dort ein Radweg über den Fluss. Auf der anderen Seite bin ich dann an der Covid-19 Station vorbeigeradelt und konnte noch einen Blick auf die Skyline von Venlo werfen.

Über, wie so oft in den Niederlanden, fantastisch ausgebaute Radwege, führte mich der Weg von Venlo aus in Richtung Norden weiter.

Parallel zur Maas radelt man über kleine Straßen weiter, kommt dabei an viel Natur vorbei und kann es einfach genießen. Das Radeln ist so entspannt in den Niederlanden.

In Grubbenvorst ging es an der Kirche vorbei und durch bunte Felder weiter nach Houthuizen, dem Ziel meiner Tour.

Die Houthuizer Molen ist eine wirklich wunderschöne Turmwindmühle. Sie steht auf dem original Mühlenberg der Lottum Mühle, die dort bis 1944 stand. Die aktuelle Mühle ist von 2007, seit 2009 mahlt sie auch wieder und kann besichtigt werden.

Nach einer kleinen Pause an der Mühle ging es wieder auf den Sattel und weiter in Richtung Lottum. Dort ging es wieder zurück auf die andere Maas-Seite, dieses Mal allerdings mit der Fähre. Kostet fast nichts, ist aber immer wieder schön.

Auf der anderen Seiten bieten sich große Naturschutzgebiete fürs Radeln an, viel Wald und Wasser. Wirklich eine tolle Region. Zwart Water zum Beispiel ist ein netter kleiner See der auch mal zu einer Pause einlädt. Ich wollte allerdings weiter kommen und bin nur vorbei geradelt.

Kurz drauf habe ich den Rijksweg 67 überquert, die A67, die kurz vorher an der deutsch-niederländischen Grenze beginnt und auf deutscher Seite die A40 ist.

Durch die Venloer Heide in Richtung Deutschland ging meine Tour weiter, dabei kommt man auch am ehemaligen Fliegerhorst Venlo vorbei. Dort gibt es einen kleinen Gedenkort an die Zeit im Zweiten Weltkrieg. Die linke Mauer steht in den Niederlanden, die rechte in Deutschland.

Zurück in Deutschland war Hinsbeck dann die nächste Station auf der Reise, hier findet sich Kunst im öffentlichen Raum, bevor es auf den Hinsbecker Berg hinauf geht.

An Grefrath vorbei wurde es wieder Grün und ich bin in das Naturschutzgebiet Grasheide und Muelhausener Benden eingefahren. Hier habe ich dann auch wieder die Niers überquert und bin weiter in Richtung Osten und Krefeld gefahren.

Manchmal kommt Erlösung unverhofft. Zwischen Kempen und Krefeld musst ich recht dringend pinkeln, obwohl ich immer schneller radelte, war absehbar, dass der Weg bis zur eigenen Toilette noch ne Weile in Anspruch nehmen würde….und dann stand es da, einfach so! Danke dafür, Karma 😉

Während hinter mir die Sonne unterging habe ich die letzten Meter unter die Reifen genommen. Mit dem Untergang der Sonne hinter mir, ging so langsam der Mond vor mir auf. Immer wieder toll anzusehen.

Und das soll es dann auch schon wieder gewesen sein. Eine wirklich schöne Tour, bei bestem Wetter und angenehmer Luft ging nach knapp 106 Kilometer zu Ende. Herrlich.

Wie so oft habe ich noch einen Relive Clip für Euch und wie immer gilt, wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, passt auf Euch auf. Beim nächsten Eintrag geht es wieder in Richtung Norddeutschland, ich hoffe, ihr seid dann auch wieder mit dabei 😉

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6 comments

  1. Hallo Martin,
    Rettung durch ein Dixie-Klo ist ja sehr lobenswert, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Gebüsch. War wieder ein schöner Bericht aus Regionen, in denen ich auch oft unterwegs bin.
    Grüße vom Hans

    1. Hi, richtig, Touren die bei mir zu Hause starten oder Enden landen nirgends öffentlich und das aus gutem Grund. Wenn du aber eh mit Komoot planst, sind ja genug Infos drin um diese Tour nach zu fahren. Die Planung ist ja schließlich auch schon ein Teil des Erlebnisses.

      LG Martin

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