Von Elefanten, Krokodilen und Vögeln – von Hamm nach Dortmund

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Zeit für einen Blogbeitrag. Wer die letzten von mir gelesen hat weiß ja, ich bin immer noch dabei, vergangene Touren aufzuarbeiten ;). Heute nehme ich Euch von Hamm bis nach Dortmund mit, wenn ihr mögt. Unbezhalt, unbeauftragt, einfach so, wie immer 😉

Vor einiger Zeit hatte ich ja schon mal geschrieben, dass Touren irgendwie schöner sind, wenn sie ein konkretes Ziel haben. Dieses Mal ging es um ein Krokodil, dazu aber später mehr. Los ging es, recht früh, mit der Bahn in Krefeld. Im fast leeren Zug bin ich nach Hamm gereist und habe dort meine Radtour gestartet.

Aus der Stadt hinaus führte mich mein Weg nach Hamm-Pelkum, dort gibt es einen Hochzeitswald und das Kunstobjekt „Die Vogelhochzeit“. Im Hochzeitswald können die Paare ihre Liebe mit der Pflanzung eines Baumes besiegeln, eine schöne Tradition die wir hier in Krefeld auch haben. Die Vogelskulpturen sehen nicht nur eindrucksvoll aus, sie sind gleichzeitig auch Sitzgelegenheiten. Finde ich ziemlich cool.

Noch häufiger als Vögel findet man im Hammer Stadtbild allerdings Elefanten. Der große Glaselefant im Maximilianpark ist sicher der eindrucksvollste, das Motiv des Maskottchentieres der Stadt findet man aber an vielen Stellen, oft auch als Skulptur. Hier auf einem Sportplatz.

Ganz leichter Nieselregen und viel Dunst lagen in der Luft als ich meinen Weg fortgesetzt habe. Trotzdem kam ich gut voran.

Kurze Zeit später habe ich dann die Autobahn A2 überquert und bin in das Gewerbegebiet Westerbönen gefahren.

Ich bin eigentlich so gar kein Freund von „Kreisverkehrskunst“, meistens ist sie nicht gut und wenn, dann ist sie verkehrsgefährdend ;). Diese Weltkugel hat mir aller gefallen, sie ist sogar beleuchtet.

Wenige Kilometer weiter war ich an meinem ersten Etappenziel angelangt, dem Bahnhof Nordbögge. Klingt erstmal nicht soooo spektakulär, es ging mir aber um einen Sonderzug welcher dort durchkommen sollte. Vorher fuhr noch ein regulärer Güterzug durch, kurz drauf kam dann das „Krokodil“.

Die „E94“ fuhr für die Hammer Eisenbahnfreunde ins Mittelrheintal. Was soll ich sagen, die Mitreisenden hatten im Verlauf des Tages deutlich besseres Wetter als ich am frühen Morgen, HIER gibt es einen Bericht der Eisenbahnfreunde. Den Spitznamen „Krokodil“ hat die Lokomotive wegen ihrer Form und der dunkelgrünen Farbe. Schon beeindruckend, dass diese Lokomotive am 2. Januar 1945 ausgeliefert wurde und heute immer noch fährt.

Ich hab dann am Bahnsteig noch meine mitgebrachten Brötchen gefuttert und mich dann wieder auf den Sattel geschwungen. Vorbei an großen Rübenerntemaschinen und hübschen Blumen am Wegesrand ging es in Richtung des Flusses Seseke weiter.

Schöne Wege fürs radeln findet man hier, gerade der Seseke Radweg ist wirklich schön. Dort bin ich bei vergangenen Touren ja schon mal öfter entlang gefahren.

Auch am Flugplatz der Luftsportfreunde 2000 Kamen/Dortmund e.V. bin ich schon ein, zweimal vorbei gekommen. Am frühen Morgen war dort allerdings noch wenig los.

Also weiter auf den Seseke Radweg in Richtung Kamen.

In Kamen führt die 5-Bogen-Brücke über die Seseke, sie ist eine der ältesten Eisenbahnbrücken Deutschlands die noch in Betrieb ist. Der Radweg führt drunter hindurch.

Von der Brücke bin ich dann direkt zur nächsten Brücke gefahren. Dieses Mal über den Datteln-Hamm Kanal. Dorthin bin ich über den Klöcknerbahn-Radweg gefahren. Im Ruhrgebiet gibt es so viele dieser tollen Radwege, die früher mal Zechenbahnen gewesen sind. Ich glaube, den Ruf als dreckig und verqualmt und hektisch hat das Ruhrgebiet schon länger nicht mehr, ich kann aber nur jedem empfehlen, das Revier mal auf dem Rad zu erkunden, man wird überrascht sein, denke ich.

Über dem Kanal, zu dem mich der Radweg führte, lag noch etwas Dunst, aber das Wetter war definitiv besser geworden.

In einem kleinen Schlenk bin ich dann runter an den Kanal gefahren. Dabei kam ich noch an diesem interessanten Oldie vorbei.

Am Kanal bin ich dann in Richtung Westen weitergefahren. Direkt am Wasser entlang verläuft ein toller Radweg, wie an den meisten Kanälen im Ruhrgebiet ist das eine schöne Möglichkeit voran zu kommen.

Kurz bevor ich die letzten Meter nach Dortmund unter die Reifen genommen habe bin ich nochmal kurz vom Kanal weg und habe einen Abstecher zum Schloss Schwansbell in Lünen gemacht. Es liegt nur ein paar Kilometer vom Kanal weg wunderschön in einem Schlosspark mit viel grün. Ein Besuch dort lohnt auf jeden Fall.

So, dann aber wieder zurück zum Kanal und mittels Brücke über eben diesen. Auch hier finden sich mittlerweile Liebesschlösser, wenn auch deutlich weniger als an den Brücken in Köln.

Ganz in der Nähe der Eisenbahnbrücke liegt der Preußenhafen, er war früher Umschlagplatz für Kohle und dient heute der Freizeitschifffahrt. Der Kran, welcher 1962 aufgestellt wurde, dient heute als Wahrzeichen des Hafens.

Vorbei an Seilscheiben und Kohleloren ging es dann weiter in Richtung Dortmund. Was soll ich sagen, wir sind halt im Pott….und ich liebe es.

Vom Preußenhafen zur Zeche Gneisenau führte natürlich auch eine Bahnlinie, ihr erratet es wahrscheinlich schon, heute ein ganz wunderbarer Radweg.

Am Wegesrand finden sich immer mal wieder Bergbau-Relikte, es ist schon schön zu sehen, finde ich, wie die Traditionen hier bewahrt werden und man die Erinnerungen hoch hält, eingebunden in Mobilitätswende und Strukturwandel.

Ganz kurz vor meinem Ziel, dem Dortmunder Hauptbahnhof, gab es nochmal schöne Street-Art zu sehen.

Besonders dieses hier hat mir gefallen. Das Gehirn als Boxhandschuh, als starke Waffe im Kampf gegen Dummheit, Ignoranz und Fakenews…so zumindest mal meine Interpretation.

Und das soll es dann auch schon wieder gewesen sein. Meine kleine Eisenbahntour. Wie immer hoffe ich, es hat Euch gefallen, einen ReliveClip habe ich noch und es gilt, auch wie immer, wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, passt auf Euch auf und bleibt mir gewogen 😉 Bis zum nächsten Bericht,

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 comments

  1. Mitten durch mein Hammer Revier. Wo ich jeden Baum und jedes Tier beim Vornamen kenne. Da wäre ich gerne dabei gewesen. Schade. Vielleicht ein anderes Mal. Dann aber in Begleitung eines Ortskundigen, der sich auskennt. Lach …

  2. Hallo Martin,
    wiedermal ein schöner Beitrag.
    Ich bin ein bisschen stolz auf mich, da ich als Eisenbahnnichtkenner, trotzdem wusste, was du mit dem Krokodil am Anfang deines Beitrages meintest :)).
    Liebe Grüße und schönes langes Wochenende
    Dagmar

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