Hallo zusammen, eine klassische Einleitung: Man kommt ja zu nix. Hier liegen noch Bilder für Beiträge der Hamburg-Riese, was mit Kampfjets ist dabei und zwei Radtouren am Rhein entlang auch. Trotzdem nehme ich euch heute, wenn ihr mögt, mit in den Norden des Landes, nach Rotenburg an der Wümme. Warum?
Nun, längere Geschichte. Meine Mama hatte letzte Woche Geburtstag. Über das Alter redet man nicht und bei Damen schon gleich gar nicht. Aber sagen wir es so, im Geburtsjahr meiner Mama gab es die erste Sitzung der UN-Vollversammlung 😉 . Sie hat sich Zeit mit mir gewünscht und einen Besuch ihres Bruders, meines Onkels, im niedersächsischen Scheeßel. Soweit so normal – allerdings mit dem Fahrrad. Also habe ich mir Urlaub genommen und wir sind letzten Sonntag aufgebrochen und losgeradelt. Was soll ich sagen, es war wunderschön und hat super viel Spaß gemacht.

In naher Zukunft folgt zu dieser Mehrtagestour auch ein langer Blogbeitrag, heute soll es aber erstmal nur um die Tour in Rotenburg gehen. Das ist auf der Karte da oben der vorletzte „Kringel“.

Die gut 30 Kilometer lange Tour habe ich ganz früh am Morgen allein unternommen, einfach ein bisschen für mich im Sattel sein und den Gedanken nachhängen. Über die „Geranienbrücke“ ging es auf die ersten Kilometer der Runde.

Beäugt von „Knolli“, dem Maskottchen des dortigen, ehemaligen, Kartoffelmarktes bin ich in Richtung Sandhasenweg gefahren.

Der Sandhasenweg ist eine ehemalige Bahntrasse, die jetzt als Radweg genutzt wird. Ähnlich wie hier im Ruhrgebiet bieten sich solche Strecken fürs Radfahren an, da sie meist sehr gerade und sehr flach sind, wobei da oben im Norden irgendwie eh alles flach ist 😉 .

Was soll ich sagen, es war still, ich war allein und dann ging links neben mir die Sonne auf. Was für ein Moment. Seien wir ehrlich, es sind solche Eindrücke, die uns spüren lassen, dass wir leben und wie wunderbar doch eigentlich alles ist, oder?


Der Radweg wird natürlich auch von ganz Schnellen benutzt, ab und an schoss mal jemand auf seinem Renn- oder Gravelrad an mir vorbei…

Es waren allerdings auch einige deutlich langsamer unterwegs. Solange man sich nicht ins Gehege kommt, klappt das auch alles problemlos.

Man weiß es ja eigentlich, ich habe es bei dieser Tour aber auch selbst gemerkt, im Norden ist es oft ganz schön windig. Das führt dazu, dass man dort eine Menge Windkraft betreibt. Der Strom aus diesen Farmen soll nun irgendwie in den Süden. Dafür baut man seit einiger Zeit die „SuedLink“ Trasse, zwei dicke Kabel laufen in der Region unterirdisch in Richtung Süden. Seit einigen Tagen sind die ersten 37 Kilometer fertig, es werden am Ende gute 700. An einigen Stellen kann man sich die Bauarbeiten anschauen. Schon faszinierend und ein Kernstück der Energiewende.

Die Landschaft rund um Rotenburg, und ehrlicherweise weeeeeit rund um Rotenburg ist schön, allerdings auch ziemlich reizarm. Zumal, wenn man aus dem Ruhrgebiet kommt, wo es an jeder Ecke irgendwas zu entdecken gibt. Der Norden hat da vor allem viel „Gegend“.

Ab und an gibt es aber doch etwas Interessantes am Wegesrand. Die Brockeler Mühle zum Beispiel. Baujahr 1960 ist die 23 Meter hohe Mühle schon eine imposante Erscheinung. Und seit einigen Jahren habe ich ja einen gewissen „Mühlen-Faible“ entwickelt.

So langsam wurde es wärmer und es war ein echter Genuss, dass meine Runde mich dann in einen Wald führte. Unter dem dichten Blätterdach war es kühl und roch so intensiv nach Holz. Einfach schön.


Ziel meiner kleinen Tour war der, wie könnte es bei mir anders sein, Flugplatz in Rotenburg. Dort steht eine Transall als „Gateguard“. Die 50+66 flog zuletzt beim LTG 63, wie alle „Tralls“ am Ende, und war an vielen Hilfsflügen und Einsätzen beteiligt, bevor sie nach über 14.000 Flugstunden in Rotenburg final landete. Schön eine Transall, mit der ich noch in Einsätze geflogen bin, ausgestellt zu sehen.


Und das ihr Lieben war es auch schon wieder. Ihr merkt, viel Natur, eine knackige Runde und am Ende, natürlich, ein bisschen Flugzeug. Ich hoffe, der Vorgeschmack auf einen langen Bericht der über 350 Kilometer langen Tour in den Norden hat euch gefallen. Mal sehen, womit ihr hier als nächstes weiter machen. Bleibt auf Empfang, wenn ihr mögt, und lest gern wieder rein.
Euer Martin
Das ist aber eine schön abwechslungsreiche Gegend. Tolle Details hast Du eingefangen.
Hat mich gefreut virtuell mitzufahren, ich kann auf Grund einer gebrochenen und mittlerweile operierten Schulter für sehr lange Zeit nicht fahren.
Mit welchem Tool planst und navigierst Du?
Ich nutze meist komoot. Dort schaue ich mir interessante Orte an, recherchiere dann ein wenig und plane die Tour.
LG Martin
Aber die Abbildungen im Post sind doch nicht auf Komoot, oder?
Da hast Du Recht. Die stammen aus der Software VeloViewer. Wenn man einen gewissen Statistik-Fetisch hat, ist das ne coole Sache. Es ist mit Strava verknüpft und bietet etliche Möglichkeiten die gesammelten Daten anzuzeigen und zu visualisieren.
Ich kenne den Veloviewer auch aus der Zeit, als ich noch Strava genutzt habe. Momentan nutze ich nur Komoot, weil mir zu viel ist, mehrere Tools zu bedienen.