Interschutz 2026 – beeindruckende Menschen und faszinierende Technik

Hallo ihr Lieben,

wenn ihr hier schon eine Weile mitlest, wisst ihr ja, dass ich beim Presseamt der Stadt Krefeld arbeite und dort, unter anderem, der Fachbereich 37 in meinen Zuständigkeitsbereich fällt. Wem das jetzt nichts sagt, der Fachbereich 37 ist „Feuerwehr & Zivilschutz“. Deshalb arbeite ich immer wieder mit den Kolleginnen und Kollegen unserer Feuerwehr zusammen und genieße das wirklich sehr. Zum einen haben wir in Krefeld wirklich Glück, weil dort nicht nur sehr kompetente, sondern auch sehr zugewandte und nette Kolleginnen und Kollegen arbeiten, zum anderen steckt auch in mir, jetzt hart auf die 50 zu gehenden Mann, immer noch ein kleiner Junge, der sich von den ganzen Autos mit blauen Lichtern auf dem Dach faszinieren lässt 😉 .

Und seinen wir doch mal ehrlich, es hat doch Gründe, warum TV-Formate wie „Feuer & Flamme“ oder „112“ so beliebt sind, das ganze Thema begeistert einfach. Wer sich für das Thema Rettungsdienst, Feuerwehr und Hilfsorganisationen interessiert, kommt in den letzten Tagen kaum an der „Interschutz“ in Hannover vorbei. Das ist die „Weltleitmesse“ rund um die Themen „Rettungsdienst, Brand- bzw. Katastrophenschutz und Sicherheit“. Sie findet alle 5 Jahre statt und dieses Jahr war ich vor Ort.

Es gab so viel zu entdecken, natürlich unzählige Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge. Soviel Blaulicht und rote Autos auf einen Haufen habe ich auch noch nie gesehen.

Besonders spannend, die Messe ist, natürlich, international. Es gibt also vieles zu sehen, was man nicht mal eben in der nächsten Feuerwache zu Gesicht bekommt.

Die Werksfeuerwehr aus dem Chempark kennen wir als Krefelder natürlich 😉 .

Der Bronto Skylift hier zum Beispiel kann seinen Korb in charmante 104 Meter Höhe ausfahren. Schon echt eindrucksvoll.

Es geht aber nicht nur um Fahrzeuge, auch alles rund um die „Heldinnen und  Helden des Alltags“ ist zu finden. Von der Unterwäsche über moderne Helme bis zur Wärmebildkamera ist alles dabei, was einem zum Thema einfallen könnte.

Jede Menge Rettungs- und Hilfseinheiten stellen sich vor, egal ob Bergwacht, THW oder Kräfte aus dem Ausland, es gibt unheimlich viel zu entdecken und, wenn man möchte, kann man mit unfassbar vielen Menschen ins Gespräch kommen.

Heiß wurde es dann bei den vielen Vorführungen und Übungen die auf dem Freigelände stattgefunden haben. Da war von der Befreiung aus einem Auto über Löschangriffe und erste Hilfemaßnahmen bis zum Vorfeld-Löscheinsatz alles dabei. Faszinierende Eindrücke.

Den vielen Zuschauerinnen und Zuschauern wurde einiges geboten und wer weiß, vielleicht hat da auch schon das Personal von Morgen zugeschaut.

Generell waren unglaublich viele Mitglieder von Feuerwehren vor Ort, ich habe selten so viele T-Shirts mit Städtenamen um mich herum gesehen. Klar, der kollegiale Austausch ist sicher ein elementarer Teil dieser Messe. Obwohl ich eigentlich ganz privat dort war, kam man natürlich doch immer wieder über dienstliche Themen ins Gespräch. Das Thema „Social Media bei der Feuerwehr“ war Teil von vielen Gesprächen. Es ist schon spannend, was die verschiedenen Feuerwehren im Land da wie abliefern und welchen Hindernissen sie sich oftmals stellen müssen. Vieles daran erinnert mich an die Social Media Arbeit in Bibliotheken zu Beginn. Viele Feuerwehrleitungen und Mitglieder wissen oft nicht so recht, was geht und was nicht. Ein spannendes Thema. Wenn ihr übrigens mal schauen wollt, wie das bei uns in Krefeld aussieht, schaut mal hier (aufs Bild klicken bringt Euch zu Instagram):

Als sehr intensiv habe ich die Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vom BBK empfunden. Dabei ging es um den Zivilschutz und um die Resilienz der Bevölkerung bei Katastrophenlagen, aber auch bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Da das auch beruflich mein Thema ist, war das sehr spannend, aber eben auch durchaus bedrückend. Tut euch bitte einen Gefallen und schaut euch mal die Seite des BBK an. Wir müssen sicher nicht alle Prepper werden und uns Bunker in den Keller bauen, aber ein bisschen Vorsorge schadet nicht. Schaut gern mal hier: BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)

Sehr intensiv fand ich auch ein Auto, welches von verschiedenen Kalibern beschossen wurde um die Wirkung zu testen und zu demonstrieren.

Diesen, für mich sehr bewegenden, Teil meines Messebesuches rundeten dann Gespräche mit Ukrainerinnen und Ukrainern ab, welche dort ihre Produkte vorgestellt haben.

Als jemand, der sich für Kunst interessiert und lange Jahre in einem Kulturinstitut gearbeitet hat, war der „Abrollcontainer Kulturgutschutz“ wirklich spannend. Dort können Kunstwerke oder Archivalien aufbereitet, fotografiert und so gerettet werden. Fand ich richtig interessant, hatte ich bislang irgendwie keinen wirklich Fokus drauf.

Auch Robotik und Drohnentechnologie waren Thema. Beides wird Feuerwehr- und Rettungsdienstfrauen und -männer nicht ersetzen können, aber in heiklen oder unübersichtlichen Lagen vielleicht den entscheidenden Vorteil bieten.

An vielen Stellen gab es für die Besucherinnen und Besucher auch aktiv die Möglichkeit mitzumachen, ob Challenge oder dynamische Übung, es war einiges dabei.

Eine Tür mal gegen Wasserdruck zu öffnen zum Beispiel. Von Außen ein enormer Kraftakt, von innen nahezu unmöglich.

Am Ende des Tages, und auch am Ende meines kleinen Messeeinblicks, geht es ja um den Menschen unter dem Helm oder in der Uniform. So waren auch Hilfswerke und Verbände vor Ort, Sorgen und Bedarfe konnten artikuliert werden. Auch an diesen Ständen war viel los.

Kennt ihr noch Grisu, den kleinen Drachen? Der Hauptcharakter einer Kinderserie, ein kleiner feuerspeiender Drache, wollte in jeder Episode Feuerwehrmann werden. Deshalb ist er mittlerweile an vielen Stellen ein inoffizielles Maskottchen für die Feuerwehr. Mit „Grisu hilft“ gibt es eine Organisation, die sich um die Versorgung von verunfallten Feuerwehrleuten kümmert. Auch sie hatten einen Stand auf der Messe. Wenn ihr mögt, schaut mal hier nach: Grisu hilf

Und dann war da noch, dass soll bei all dem vielen Positiven dieser Messe nicht verschwiegen werden, der dramatische Todesfall eines Feuerwehrmanns, welcher an den Wettkämpfen zur „Firefit-Meisterschaft“ teilgenommen hat. Ich habe den RTW und den Notarzt gesehen, auch die Hektik an den Einrichtungen dieses Feuerwehrsport-Events bemerkt, die Nachricht, dass dort jemand verstorben ist, tickerte aber erst am Abend über mein Handy. Aus Respekt den Angehörigen gegenüber hat der Veranstalter keine weiteren Infos zum Vorfall veröffentlich. Der NDR berichtet. In diesem Bericht erhebt ein Notarzt, der als Besucher auf der Messe war, schwere Vorwürfe. Nun ja, ich bin ein großer Freund davon, Untersuchungen abzuwarten, bevor man Schuldzuweisungen macht. Schauen wir mal, was dabei rauskommt, unfassbar traurig und tragisch ist es auf jeden Fall.

Auf dem Heimweg von der Messe kam mir am Flughafen Hannover noch Christoph Niedersachsen von der DRF vor die Linse. Ein wirklich interessanter, lehrreicher und intensiver Messetag liegt hinter mir, für den ich mich gern bei den vielen, vielen Menschen, die mit mir gesprochen haben, und allen, die die Messe so auf die Beine gestellt haben, bedanken möchte. 2030 gern wieder.

Bleibt gesund und munter und gebt Acht auf Euch und Eure Mitmenschen. Solltet ihr Fragen haben, immer her damit.

Euer Martin

 

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