Lange Pfingsttour mit dem Rad – Flachsmarkt, Japantag und viel Natur

Hallo ihr Lieben,

ein neuer Blogbeitrag steht an. Es folgen noch drei Teile meiner Hamburg-Reise, ich bin auch kräftig dabei, Bilder zu sichten, aber heute nehme ich euch nochmal mit aufs Fahrrad. Also, wenn ihr mögt, geht es durch unsere Region mit einem langen Tag auf dem Sattel. Die Tour war unbezahlt und unbeauftragt und wurde deutlich länger als geplant. Also, los geht es.

Es stand eine, etwa 30 Kilometer lange, Tour mit Freunden auf dem Programm. Startpunkt war Meerbusch, dann sollte es am Rhein bis Krefeld und wieder zurück gehen. Ich bin in Krefeld ganz früh am Morgen gestartet, da ich noch ein wenig selbst auf Tour gehen wollte. Noch vor dem Sonnenaufgang saß ich auf dem Fahrrad und bin ins Hülser Bruch gefahren.

Ich mag die Stimmung in diesem ausgedehnten Naturschutzgebiet in Krefeld zu früher Stunde sehr. Man ist, meistens, allein unterwegs, die ersten Vögel zwitschern und der Nebel wabert über die Felder. Schaut man etwas genauer hin, tauchen auch immer wieder Rehe im Dickicht oder auf den Feldern auf. Pfingstsamstag gut getarnt im Nebel.

Und wenn dann die Sonne aufgeht, dann wird es fast ein bisschen magisch. Auf jeden Fall aber einfach schön.

Wenn man dann an der Straße ein bisschen wartet, kann man ganz coole Bilder machen, das Zeitfenster ist aber kurz der Nebel wandert über den Asphalt.

Hach ja, das kann schon was. Das Hülser Bruch ist wirklich eine richtige grüne Lunge, besonders fällt das auf, wenn man mal von oben drauf schaut. Der Johannesturm mit seinen 163 Stufen bietet eine tolle Plattform.

Naturschutzgebietemäßig sind wir in Krefeld wirklich gesegnet, vom Hülser Bruch bin ich direkt rüber in die Niepkuhlen geradelt. Die Niepkuhlen, oder auch Nieper Kuhlen, sind ein Altrheinarm, welcher heute aus einer ganzen Perlenschnur von Seen und Tümpeln besteht, die durch Bäche verbunden sind. Im Hochsommer gibt es dort immer mal wieder Probleme, da sie trocken fallen, im Winter und Herbst ist immer viel, manchmal zu viel, Wasser drin. Dieses Naturschutzgebiet bleibt sicher eine Herausforderung, ist aber ein wichtiges Biotop.

Wenn ihr weitere Infos dazu haben möchtet, schaut mal auf der Webseite der Stadt, da gibt eine ganze Rubrik zu diesem Gebiet. Ist durchaus spannend. NIEPKUHLEN auf Krefeld.de.

Es ist schon echt schön da. Sowohl zum radeln, als auch zum spazieren gehen oder einfach mal ein bisschen gucken.

Ich bin ja kein Biologe, bin mir aber sehr sicher, dass ich hier ein Tier der gleichen Spezies wie Nessi fotografiert habe. Keine Ahnung, aber ich glaube, ich bin da, im wahrsten Wortsinne, etwas Großem auf der Spur 😉 .

Auch entlang der Niepkuhlen gibt es tolle Radwege und so früh am Morgen zog auch hier noch Nebel über die Wasserflächen und Wege. Sagte ich schon, wie schön das hier alles ist?

Von Hüls aus führte mich mein Weg zum Flughafen in Mönchengladbach, dazu bin ich einmal quer durch Krefeld geradelt. Es gibt Menschen, auch in der Krefelder Kommunalpolitik, die nach wie vor behaupten, man könne in Krefeld nicht radeln, dass dort alles marode und viel zu gefährlich ist. Das ist, natürlich, populistischer Quatsch. Sicherlich hat Krefeld, wie so viele deutsche Städte, beim Thema Radverkehr Luft nach oben, dass man dort aber mit dem Rad nicht zurecht kommt, stimmt einfach nicht. Und, so hässlich wie viele meine Heimatstadt schreiben ist sie auch nicht, im Gegenteil. Wer hat schon echte Luther-Kunstwerke mitten in der City?

Seit einiger Zeit haben wir auch ganz besondere Ampelmännchen. Im Ruhrgebiet gibt es immer wieder Bergleute, wir haben den „Ponzelar“. Das ist ein stilisierter Seidenweber, den wir auch als Denkmal in der City stehen haben. Die Idee für die Amplemännchen stammt von der CDU und ist schon etliche Jahre alt. Vor einiger Zeit hat sie eine Initiative wieder aufgegriffen und jetzt haben wir an einigen Ampeln dieses coolen Figuren. Mag ich.

Aus der Stadt raus und in Richtung Flugplatz Mönchengladbach bin ich über eine ehemalige Bahntrasse geradelt. An vielen Stellen im Land wurden aus Strecken für die Eisenbahn tolle Radwege. Oftmals bietet sich das an, da die Steigungen moderat sind. Zwischen Krefeld und dem Flughafen Mönchengladbach gibt es schlicht gar keine.

Wichtige Botschaften gibt es am Wegesrand zu entdecken und die ersten Fluggeräte habe ich auf dem Weg auch schon entdeckt.

Ich hatte das auf Instagram schon geschrieben, aktuell gibt es einen neuen Internet-Trend, das sogenannte „Birding“. Feiere ich sehr. Menschen, vor allem auch Jugendliche, gehen raus in die Natur und beobachten und fotografieren Vögel. Offenbar gilt das als super Ausgleich zum hektischen Leben und wirkt bei einer immer unübersichtlicher werdenden Weltlage als super Chance um „runter zu kommen“. Finde ich großartig, ich mache das ja schon eine ganze Weile, allerdings immer „nur so nebenbei“ bei meinen Radtouren. Vielleicht sollte ich dem auch mal größere Bedeutung zumessen. Bei mir gabs auf jeden Fall einen Fasan…glaube ich. Frage an die ornithologisch besser aufgestellten Leserinnen und Leser – Fasan oder kein Fasan?

Am Flugplatz Mönchengladbach habe ich dann eine erste kleine Pause gemacht. Es gab auch bisschen was zu sehen, diesen Business-Jet zum Beispiel. Zur Info für diejenigen, die den letzten Kommunalwahlkampf in Krefeld verfolgt haben – die können NICHT am Flugplatz Egelsberg in Krefeld landen, auch wenn das behauptet wurde. 😉

Irgendwie war offenbar „Pilatus-Tag“ in Gladbach. Gleich drei PC-12 Maschinen kamen mir vor die Linse. Besonders die D-FIRE und die D-FHOT machen was her.

Hoch über dem Platz zog ein Airbus A380 vorbei, beim Aufbruch am Boden konnte ich Mohnblumen im Feld entdecken. Ich mag diese Farbkleckse in den Feldern.

Beim Blick zurück habe ich dann die dritte PC-12 starten sehen. Für mich ging es in Richtung Willich weiter. So langsam wurde es auch immer wärmer.

Werbung für landwirtschaftliche Betriebe kann durchaus auffallen 😉 . Ich mag dieses Ensemble sehr, irgendwie ist das echt witzig.

Mein nächstes Ziel war die Burg Linn. Ihr erinnert Euch, es war das Flachsmarkt Wochenende und ich wollte mal schauen, was es auf dem größten Handwerksmarkt Deutschland so alles zu entdecken gibt. Unterwegs gab es aber noch eine interessante Gartendeko zu entdecken. Gartenzwerge sind für Anfänger, coole Menschen haben einen ATR-Rumpf im Garten. Gefällt mir.

Genial am Flachsmarkt, der im Kern übrigens eine gut 700-jährige Tradition hat, finde ich die Radwache. Der Verein, der den Markt ausrichtet, hat dafür gesorgt, dass man sicher und bewacht sein Bike parken kann. Da dürfte sich die ein oder andere Veranstaltung gern eine Scheibe von abschneiden.

Das Angebot wurde auch rege genutzt.

Der Flachsmarkt bietet jede Menge Handwerkskunst, Ritterturniere und „Drumherum“ und das alles im Schatten der Burg Linn. Wobei das mit dem Schatten so eine Sache war. Mittlerweile war es richtig knackig heiß und ich hatte schon die dritte Runde Sonnencreme aufgelegt.

Ein paar Leute treffen, quatschen, gucken und dann ging es wieder aufs Rad. So langsam wollte ich in Richtung Treffpunkt für die gemeinsame Radtour. Also, Rad ausgelöst und weiter geht es, kritisch beäugt vom Reiher – schon wieder „birding“ 😉 .

In Meerbusch angekommen habe ich dann gemerkt, dass ich viel zu früh dran bin, klar, ich wollte ja schon vor Sonnenaufgang durchs Hülser Bruch radeln. Abfahrtszeit in Meerbusch war allerdings erst gegen 14 Uhr. Also kam ich auf die spontane Idee, doch nochmal über den Rhein zu fahren und mir den Japantag in Düsseldorf anzuschauen. Vorbei an einigen Oldtimern an einer alten Tankstelle in Strümp ging es dann in Richtung Düsseldorf weiter.

Und während ich einen freien Pfingstsamstag genießen konnte, rauschten die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Meerbusch mit einem HLF an mir vorbei, unterwegs zu einem Wohnungsbrand. Der Auslöser klingt erstmal ungewöhnlich, es war nämlich ein Wasserhahn. Allerdings so ein Teil, welches Wasser direkt zum kochen bringen kann – und im aktuellen Fall offenbar nicht nur das Wasser.

Düsseldorf tauchte am Horizont auf, es wurde auf den Wegen und Straßen auch zunehmend voller.

Mir war ja schon warm, einige der vielen Cosplays am Japantag müssen sich unfassbar warm angefühlt haben von Innen. Also, maximalen Respekt an die vielen Menschen, die zum einen ihr Hobby ausgelebt haben, zum anderen aber auch zum Gelingen und zur Faszination der Veranstaltung beigetragen haben.

Was mir bei den vielen, vielen Menschen aufgefallen ist, ist der sehr freundliche Umgang miteinander. Sehr wertschätzend, immer höflich und wenn untereinander Fotos gemacht wurden, wurde immer um Erlaubnis gebeten. Eine, offenbar, sehr empathische und offene Community. Fand ich klasse.

Nach vielen bunten Eindrücken gings via Lohnhausen zurück nach Strümp zum Treffpunkt. Unterwegs kam mir noch dieser wunderschöne Käfer vor die Linse. Einfach toll, oder?

Ich kam pünktlich an, und zwar auf die Minute pünktlich 😉 . Wurde dann hintenraus doch etwas knapp. Na ja, um kurz nach 14 Uhr sind wir dann zu viert gestartet und ich bin wieder über die Brücke der A44 gefahren. War dann das zweite mal, dieses Mal aber nach Düsseldorf.

Die Tour führte dann am Rhein entlang, mit ein, zwei schönen Pausen, bis nach Duisburg Mündelheim, dort dann über die Rheinbrücke bei Krefeld Uerdingen. Vorbei an Kaiserswerth…

…und auf den Chempark in Uerdingen zu.

Am Anleger hatte gerade ein Fahrgastschiff festgemacht und die Rhineside dahinter war gut besucht. Das Areal mit Sandstrand, einer kleinen Gastro und Livemusik direkt am Rhein ist mittlerweile eine feste Instanz in den Sommermonaten.

Ein Stück weiter durch entsteht gerade der „Rheinblick“, ein Wohnquartier direkt am Fluss. Ich bin mal gespannt, wie es aussieht, wenn da alles fertig ist. Der Bau geht ziemlich fix, finde ich.

Nach etwa 30 Kilometern waren wir dann wieder in Strümp. Entspannt über Feld- und Radwege durch die verschiedenen Teile von Meerbusch bis zurück zum Startpunkt.

Nach der Verabschiedung und dem einen oder anderen Liter Flüssigkeit, habe ich dann den Heimweg angetreten. Ein wenig schloss sich der Kreis, weil die Feuerwehr Meerbusch schon wieder ausrückte und an mir vorbei gerauscht ist. Schon gut zu wissen, dass da immer Menschen sind, die für andere eintreten und da sind, wenn es hart auf hart kommt.

Als ich nach knappen 140 Kilometern wieder zu Hause angekommen bin, war ich zwar ziemlich ko, aber auch echt zufrieden. Es gibt in unserer Region so viel zu entdecken, man muss nur rausgehen und gucken.

Ich hoffe, euch habe die Einblicke gefallen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Ansonsten wünsche ich Euch eine gute Zeit, bleibt gesund und munter und seid nett zu Euren Mitmenschen. Hier folgen dann demnächst die weiteren Teile der Hamburg-Reise, dann allerdings ohne Fahrrad.

Euer Martin

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