Beeindruckend Natur – Fahrt zur Sequoiafarm in Nettetal

Hallo ihr Lieben,

ich komme gerade von einer tollen Radtour am Rhein bei Remagen zurück, da sind wieder einige Bilder entstanden und in naher Zukunft folgt auch ein Blogbeitrag. Heute soll es aber in unsere Region hier gehen und wenn ihr mögt, nehme ich euch, unbezahlt und unbeauftragt, mit zu riesigen Bäumen und viel Natur.

Vor ein paar Jahren, damals habe ich noch in der Mediothek Krefeld gearbeitet, haben wir einen Betriebsausflug zur Sequoiafarm nach Kaldenkirchen unternommen. Das hat mich so fasziniert, dass ich immer mal wieder dort hinfahre. Regulär ist das Gelände immer nur an Sonntagen geöffnet, deshalb ging es also an einem frühen Sonntagmorgen in Krefeld los.

Ihr wisst ja, ich liebe Streetart. Vor einiger Zeit hat das Künstlerduo Tubuku auf der Sankt Töniser Straße die Pfeiler einer Brücke bemalt. Das sieht schon ziemlich cool aus.

Richtig genial sieht der Effekt aber von der anderen Seite aus aus. Cool, oder?

2021 entstand auf diesem Abschnitt ein sogenanntes „Rasengleis“. Die Straßenbahn hat hier einen eigenen Gleiskörper, welcher komplett begrünt ist. Früher war das eine geschlossene Asphaltfläche. Ein deutlicher, auch optischer, Gewinn, finde ich.

Wann genau weiß ich gar nicht, aber offenbar hat sich auch etwas am Radweg in Richtung Sankt Tönis getan, so macht das Radfahren auf jeden Fall eine Menge Spaß. Glatter Asphalt und eine bauliche Trennung zur Fahrbahn. Sehr schön.

Von St. Tönis aus habe ich mich auf die ehemalige Schluff Trasse gesetzt und bin in Richtung Viersen gefahren. Wie bei den meisten Bahntrassen-Radwegen ist das Niveau nahezu eben und man kommt gut voran.

Nachdem ich aus Krefeld raus war, wurde es ländlich und „typisch niederrheinisch“, mag ich ja schon sehr.

Heiligenhäuschen, Feld- und Waldwege, viel Natur, die Passage nach Viersen wartet sogar mit einem Höhenzug auf, also, schon schaffbar, aber man merkt den Anstieg schon. Die Abfahrt auf der anderen Seite aber auch.

Ein Blick in den Himmel zeigt, wie gut die Marketing-Idee von Condor war, die Streifen erkennt man auch beim Überflug 😉 .

In Viersen markiert ein Steinlabyrinth den geografischen Mittelpunkt, hab ich mir angesehen, dann gings weiter in Richtung Westen.

Wisst ihr, manchmal ist Zeit auf dem Rad einfach irgendwie perfekt. An diesem Sonntag stimmte alles. Es war warm, aber nicht heiß, es ging ein leichter Wind, es wehte aber kein fieser Gegenwind und ich kam gut voran und konnte einfach genießen. Solche Momente sind in unserer hektischen und, seien wir ehrlich, an vielen Stellen gerade ziemlich verrückten, Welt wirklich Gold wert. Einfach auch mal auf die kleinen Dinge des Lebens achten. Hach ja, is schon schön.

1898 hat der Wasserturm in Nettetal seinen Betrieb aufgenommen, heute ist er nur noch ein Wahrzeichen, toll aussehen tut er trotzdem.

Sollte man unterwegs mal ein wenig die Orientierung verloren haben und nicht mehr so ganz genau wissen, wo man ist, ab und an steht es am Wegesrand geschrieben 😉 . Sehr schön.

Ganz überrascht war ich dann kurz vor meinem Ziel, als tatsächlich der RE13 der Eurobahn heranrauschte, gefühlt glänzt diese Relation in der jüngeren Vergangenheit ja eher durch „Ich-fahre-heute-leider-nicht“ – Meldungen. Nun ja, Sonntags Morgens fährt er offenbar.

Die Sequoiafarm liegt im Grenzwald direkt an der Grenze zu den Niederlanden und ist gute dreieinhalb Hektar groß. Das Areal wurde als Versuchsgarten angelegt und die Farm ist seit 2013 ein gemeinnütziger Verein.

Ich kann euch nur empfehlen, dort mal vorbeizuschauen, es ist wirklich beeindruckend. Zum einen sind da natürlich die namensgebenden Mammutbäume, zum anderen aber auch unzählige Pflanzen und Sträucher, die eine Erkundung lohnen.

Am besten ruft ihr dort mal an und schaut, dass ihr eine Führung macht. Da gibt es so unfassbar viele Informationen zur Historie und vor allem zur Botanik und den Exemplaren vor Ort. Das lohnt sich wirklich sehr.

Aber auch wenn ihr einfach nur über das Gelände streift und die Natur auf euch wirken lasst, ist es einfach toll da. Es klingt jetzt vielleicht ein bisschen komisch, aber wenn ihr euch drauf einlasst, ist es wie ein kleiner Urlaub in einer anderen Welt. Es duftet, summt, brummt, krabbelt und rauscht.

Ach ja, und geht bitte nicht einfach so am Spendenschwein vorbei, wir wollen ja alle, dass dieser wunderbare Ort noch lange erhalten bleibt. Die drei Euro sind gut angelegtes Geld. Mehr geht natürlich auch und auf der Webseite kann man auch Baumpatenschaften abschließen, also, schaut da gern mal nach. SEQUOIAFARM

Nach einer Weile „Waldbaden“ habe ich so langsam den Rückweg angetreten. In Kaldenkirchen wurde gerade ein Stadtfest aufgebaut, inklusive eines Oldtimer-Treffens. Ich mag das ja, wenn diese Klassiker nicht nur in Museen stehen, sondern ausgefahren werden.

Als großer Fan der Feuerwehr habe ich mich besonders über die beiden Oldtimer der Feuerwehr Duisburg gefreut. Sowas sieht man ja auch nicht alle Tage. Kurz vor meiner Weiterfahrt wurden die Fahrzeuge noch rangiert. Schon beeindruckende Zeitzeugen der Technik.

Von Kaldenkirchen aus war Grefrath mein nächstes Ziel. Irgendwie ein Heimspiel, ich hab ja einige Jahre dort gewohnt. Die Region ist schon schön, vor allem, kann man viel mit dem Fahrrad erkunden. Auf der alten Eisenbahnstrecke von Kaldenkichen nach Grefrath befindet sich heute ein Radweg. Durch die, im Vergleich zur Landstraße daneben, sanfte Steigung ist auf diesem Weg das „Gebirgsmassiv“ „Hinsbecker Höhen“ ganz gut zu überwinden.

Keine Tour nach Grefrath, ohne kurz am EDLF zu stoppen. Die vier Buchstaben sind der Code der ICAO ( International Civil Aviation Organization) für den Flugplatz Grefrath Niershorst.

Irgendwas interessantes gibt es dort immer zu sehen, dieses Mal unter anderem einen Heli der Flugschule aus Mönchengladbach.

Am Platz sind auch Fallschirmspringerinnen und -springer zu Hause und so fielen immer wieder Menschen aus Flugzeugen.

Die Cessna brachte sie dann, verlässlich, immer wieder nach oben. Sicher ein tolles Hobby, ist aber, glaube ich, nix für mich. Ohne Not aus einem intakten Flugzeug springen – och nö 😉 .

Mit dem Start des Helis habe ich mich auch vom Platz verabschiedet und die letzten Kilometer unter die Reifen genommen.

Ich war ganz überrascht, hinter mir hatte sich der Himmel ziemlich zugezogen und ich hab mich gefragt, ob ich wohl trocken nach Hause komme. Kleiner Spoiler – nein 😉 .

Es war aber feinstes April-Wetter. Zwischen Grefrath und Kempen hat mich der Regen erwischt, in Kempen war ich dann durch Bäume ein wenig geschützt.

An der kleinen Kirche Sankt Peter vorbei ging es, bei ganz leichtem Nieselregen weiter, bevor es dann wieder blauen Himmel, freilich zwischen dicken Wolken, zu sehen gab.

Am Gut Heimendahl schien dann schon wieder die Sonne. Das war ganz praktisch, so kam ich am Ende wieder trocken in Krefeld an.

Am Wegesrand stehen Poitou-Esel. Diese zotteligen Wesen gehören einer bedrohten Großeselrasse an und ich freue mich immer, wenn sie draußen sind. Irgendwie sind die total niedlich.

Und so geht eine wirklich schöne Sonntagsradtour in der Region zu Ende. Zum Schluss standen guten 70 Kilometer auf dem Tacho. Ich hoffe, die Einblicke haben euch gefallen, wie gesagt, die Sequoiafarm kann ich euch echt empfehlen. Wenn ihr Fragen zur Tour habt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, seid nett zu euren Mitmenschen und habt eine gute Zeit. Bis zum nächsten Mal,

Euer Martin

 

 

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