Ihr Lieben,
die Radtour war kurz, aber sie hat gut getan. Wenn ihr hier schon eine Weile mitlest, wisst ihr ja, dass ich, neben den Flugzeugen, auch Eisenbahnen ziemlich cool finde. Klingt jetzt irgendwie arg nerdig, ist vielleicht auch was dran 😉 . Auf jeden Fall gab es gestern mal wieder etwas Besonderes zu sehen. Die Dampflokomotive 01 1104 ist ein Relikt aus vergangenen Tagen, Baujahr 1940 und dank vieler Helferinnen und Helfer des „Faszination Dampf e.V.“ heute ein bewegliches Denkmal und absolut beeindruckend. Von Neuss über Krefeld, Mönchengladbach und Aachen ging es gestern nach Köln und wieder zurück. Grund genug, mal einen Abstecher an die Strecke zu machen.


Wenn ihr mal die Chance habt, eine solche Lokomotive in Aktion zu sehen, nutzt sie. Es sind beeindruckende Zeugnisse von Ingenieurskunst. Ich kann Euch da das Unternehmen Nostalgiezugreisen empfehlen, unbezahlt und unbeauftragt, aber aus eigener Erfahrung. Eine Mitfahrt mit einem Dampfzug ist etwas Besonderes. Schaut mal auf die WEBSEITE.
Mein nächstes Ziel war ein kurzer Abstecher zum Kirschblütenfest am Alexanderplatz in Krefeld.

Die Kirschblüte, oder Sakura, ist ein wichtiges Symbol der japanischen Kultur, dort steht sie für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit. Mittlerweile erfreut sie sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit und während irgendwie alle nach Bonn düsen, haben wir in Krefeld nicht nur gleich zwei wunderbare „Kirschblüten-Straßen“, dazu später mehr, sondern mit dem Alexanderplatz auch noch einen wunderschönen Platz im Süden der Stadt, der von Kirschbäumen umstanden ist.

Die Nachbarschaft Samtweberei richtet seit einiger Zeit das „Kirschblütenfest“ aus, ein wirklich schönes Frühlingsnachbarschaftsfest. Ein Besuch lohnt sich immer, man kommt ins Gespräch und kann sich zudem einmal durch die halbe Welt futtern. Wie Menschen aus Deutschland, Afghanistan, Syrien, der Türkei und der Ukraine oder Italien friedlich zusammenleben können und warum das eine Bereicherung und keine Bedrohung ist, kann man hier vor Ort erleben.


Nach meinem, ehrlicherweise recht fleischlastigen, Abstecher zum Alexanderplatz ging es mit dem Rad weiter in Richtung Radpromenade. Vorbei an klaren Statements an Häuserwänden, die Krefelderin oder der Krefelder sind oft deutlich, ging es also in Richtung Osten weiter.

Die Radpromenade ist ein tolles Projekt und ermöglicht das Radfahren parallel zu Bahngleisen und einer Hauptstraße, ohne sich dem Autoverkehr aussetzen zu müssen. Die bislang fertiggestellten Abschnitte machen richtig Laune. Klasse wäre es, es würden endlich noch weitere dazu kommen.

Krefeld ist bunt. Das sieht man auch auf der Promenade.

Dass da auch die Natur mithalten kann, kann man sich aktuell im botanischen Garten anschauen. Ich habe so gar keine Ahnung von Blumen, Tulpen erkenne ich noch, aber was ich weiß ist, dass bunte Blumen bei mir immer direkt für gute Laune sorgen.

Wer also gute Laune braucht, dem sei ein Besuch im botanischen Garten in Krefeld empfohlen. Schaut mal hier, der Kommunalbetrieb Krefeld kümmert sich um den Garten und hat Infos auf seiner Webseite.


Einfach herrlich. Direkt an den botanischen Garten schließt der Schönwasserpark an. Hier ist der Name ein stückweit Programm, neben viel Grün und schönen Rasenflächen überzeugt der Park mit einem kleinen See und einer Fontäne. Hat was, keine Frage.

Zurück auf der Promenade habe ich mir die neuen Ampelschaltungen mal bei Tageslicht angesehen. Als ich neulich mal tief in der Nacht dort entlang geradelt bin, ist mir schon aufgefallen, dass die Ampeln immer dann, wenn ich dort ankam, auf Grün sprangen. Nachdem ich jetzt eine Pressemitteilung des KBK dazu gesehen habe, war mir klar, dass das kein Zufall oder Glück war, sondern Technik dahinter steckt. Feine Sache. Infos gibt es HIER.


Am Ende der Radpromenade landet man unweigerlich an einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, der Burg Linn. Ich mag die Burg Linn sehr und kann jeder und jedem, der noch nicht dort war nur empfehlen, die Burg und auch das archäologische Museum dort mal zu besuchen, steckt viel spannendes Wissen drin.

…und drumherum zu radeln ist dann auch noch wirklich schön, zumal im Frühling. Viel Grün, angenehmes Wetter und schöne Wege. Krefeld Linn hat schon seinen Reiz.

An der historischen Drehbrücke im Hafen vorbei, bin ich dann weiter nach Krefeld Uerdingen gefahren. Die Drehbrücke ist übrigens auch einen Besuch wert. Versieht auch schon seit über 100 Jahren ihren Dienst.

Meine Kollegin Ramona hat da vor einiger Zeit mal ein Interview mit einer Expertin der Denkmalbehörde geführt, schaut gern mal rein, sind sogar Aufnahmen der Drehung drin.
Dort ein bisschen verweilen und Industriekultur und Hafenbetrieb gucken lohnt sich auch, wenn man sich dafür interessiert. Wenn man ein bisschen Glück hat, wird die Brücke auch heute noch regelmäßig gedreht, allerdings meist bei hohem Wasserstand.


Die Rheinpromenade in Krefeld Uerdingen bietet Ausblicke auf den Fluss und vorbeifahrenden Schiffe und den Fortschritt des „Rheinblick“-Bauvorhabens.


Ein interessantes Gespann tuckerte vorbei. Ein Kasko ohne Brücke hing an einem anderen Schiff und wurde „zu Tal“ geschleppt.

Dass der Kasko einen „Jolly Roger“ gehisst hat, kann sicher der Reeder erklären 😉 .

Die Rheinbrücke von Duisburg nach Krefeld ist sicher ein weiteres bekanntes Wahrzeichen Krefelds, aktuell wird kräftig dran gearbeitet. Dieses Wochenenden war sie für den Straßenverkehr komplett gesperrt.


Aus Uerdingen mit seiner schönen Promenade führte mich mein Weg dann so langsam wieder zurück in Richtung Zentrum.

Dabei ging es durch den Schönhausenpark und an unseren „Kirschblüten-Straßen“ vorbei.


Die Waldhofstraße und die Gneisenaustraße kreuzen beide die gut funktionierende Fahrradstraße Germaniastraße und sind mittlerweile echte Kirschblüten-Hotspots geworden. Es sieht aber auch einfach richtig schön aus.







Vorbei am Haus Leyental ging es dann nach Hause.

Knappe 25 Kilometer war die Tour lang, tat aber richtig gut und hat mir, obwohl ich es ja weiß, wieder einmal gezeigt, wie wunderschön Krefeld eigentlich ist und wie viele wunderbare und engagierte Menschen hier leben. Solche Touren helfen mir, vor allem dann, wenn sich durch den Job mal wieder das Gefühl einstellt, alle würden die eigene Stadt jeden Tag schlecht schreiben wollen. Diese Bubble gibt es, sie ist auch laut in sozialen Medien, es sind am Ende des Tages aber immer dieselben Accounts, die auch außer hetzen, ätzen und nörgeln nicht all zu viel im Leben zu haben scheinen. Da genieße ich doch umso mehr den Austausch in der echten Welt, mit Menschen wie denen rund um den Alexanderplatz.

Ich hoffe, die Einblicke haben euch gefallen, wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Ansonsten wünsche ich Euch eine gute Zeit, seid nett zu Euren Mitmenschen, bleibt gesund und munter und fahrt vorsichtig.
Euer Martin