Radeln im Norden – Von Laboe nach Friedrichsort

Ahoi ihr Landratten,

es geht wieder aufs Fahrrad, es geht wieder in den Norden. Im September hatte ich ein paar Tage Urlaub und war viel mit dem Rad unterwegs. Einige der Touren habt ihr hier schon gelesen, dieses Mal geht es an die Ostsee. Von Laboe aus führte mich meine Runde einmal an der Kieler Förde entlang, ein Stück den Nord-Ostsee Kanal hinauf und zurück. Also, wenn ihr mögt, nehme ich euch gerne mit, unbezahlt und unbeauftragt natürlich.

Früher Morgen, die Sonne ist da, die Luft herrlich klar, mein Radtour konnte starten. Am Strand von Laboe habe ich mich in den Sattel geschwungen.

Der kleine Punkt ganz rechts auf dem Foto ist die „Color Magic“ auf ihrem Weg von Oslo nach Kiel. Zusammen mit ihrem Schwesterschiff „Color Fantasy“ pendelt sie zwischen Norwegen und Deutschland hin und her. Sie ist zwar eine Fähre, fühlt sich an Bord aber eher wie ein Kreuzfahrtschiff an.

Kritisch beäugt vom regionalen Flugvieh begann meine Tour.

Von Laboe aus ging es auf den Fördewanderweg. Ein spannendes Detail gibt es direkt zu Anfang, eine Tafel, die angibt, ob der Weg frei ist. Zwischen Laboe und Möltenort liegt ein Munitionsdepot der Marine und wenn von dort Schiffe aufmunitioniert werden, ist der Weg gesperrt. Ich hatte Glück und konnte losradeln. Wenn der Weg gesperrt ist, gibt es eine Umleitung, die bin ich vor Jahren mal gewandert, sind etwa 5 Kilometer Umweg.

Es lief zwar ein Minensuchboot aus, die „Pregnitz“, sie brauchte aber keine Munition aus dem Depot, insofern konnte ich entspannt radeln.

Der Weg ist einfach herrlich. Auf der einen Seite das Wasser der Förde, auf der anderen Seite viel Wald und über allem ein blauer Himmel und viel frische Luft.

Zwischen Heikendorf und Mönkeberg blickt man quer über die Förde auf die Schleusen des Nord-Ostsee Kanals. Im englischen Sprachraum spricht man auch vom “ Kiel Canal“, der knapp 100 Kilometer lange Kanal verbindet die Ostsee, hier bei Kiel, mit der Nordsee bei Brunsbüttel. Im Hintergrund ist die Brücke der B 503 zu erkennen.

Apropos Brücke, ich habe wenig später den Fluss Schwentine überquert, mit knapp 70 Kilometern der längste Fluss in Schleswig-Holstein.

Am Horizont mündet der Fluss in die Förde. Als ich dort vorbeikam legte gerade die Alkor ab, ein Forschungsschiff des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Ganz aktuell ist sie vor Norwegen unterwegs und entwickelt 3D Darstellungsverfahren für Tauchroboter. Beeindruckendes Schiff.

Am Fischmarkt vorbei führte mich mein Weg in Richtung Hörnbrücke. Die Brücke verbindet den Anleger für die Color Line Schiffe mit dem Stadtzentrum.

Während man von dort aus einen tollen Blick auf den Anleger der Fähre nach Göteborg hat, wurden an der Color Line Fähre die Rettungsbote getestet.

Man hofft ja, die Dinger nie zu brauchen, aber wenn sollten erstens genug davon da sein und zweitens sollten die dann auch funktionieren. Es spricht also für die Reederei, das regelmäßig zu testen.

Die Hörnbrücke war dann auch der „tiefste“ Punkt meiner Tour, jetzt ging es wieder in Richtung Norden, also auf der anderen Seite der Förde, am Westufer, wieder hinauf.

Vor der Fähre nach Göteborg herrschte reges Treiben. Am Tag meine Tour war die Stena Scandinavica vor Ort, sie verkehrt im Wechseldienst mit der Stena Germanica zwischen Göteborg und Kiel. Früher hieß sie auch mal Britannica und fuhr von Rotterdam nach Harwich.

In der Förde kurvte unterdessen ein U-Boot umher. Das U 17 ist Mitte Dezember 2010 in Eckernförde außer Dienst gestellt worden und wird wohl, wenn ich das richtig verstanden habe, aktuell „demilitarisiert“ um dann nach Sinsheim ins Museum zu gehen.

Nach dem Schwedenkai, das ist der Anleger der Stena Scandinavica, ging es auf die sogenannte Kiellinie, eine wunderbare Promenade bis hinauf nach Kiel Wik. Rechts die Förde, links tolle Häuser und viel Grün. Unter anderem bin ich auch am Landtag vorbeigefahren. Ein wenig später mussten alle Passantinnen und Passenten und wir Radelnden anhalten, auf einem Steg neben der Promenade wurden Szenen für einen Tatort gedreht. Spannend ;).

In Wik, das ist direkt an der Einfahrt zum Nord-Ostsee Kanal, bin ich an einigen alten Fabrikgebäuden vorbeigefahren und dann runter ans Wasser. Man kann dort mit einer kleinen Personenfähre den Kanal überqueren, habe ich aber dieses Mal nicht gemacht, ich wollte noch ein wenig neben dem NOK radeln.

Also, einmal runter ans Wasser, dort lag gerade ein Schiff, welches auf die Schleusung gewartet hat, und dann wieder rauf, weiter in Richtung Westen am Kanal entlang.

Ein Blick ans andere Kanal-Ufer zeigt: Man kann schlechter wohnen als hier 😉

Das nächste Ziel waren die Levensauer Hochbrücken, beziehungsweise die ältere, westliche der beiden. Sie wurde um kurz vor 1900 fertiggestellt und ist heute zum einen für die Eisenbahn, aber auch für Autos und den Radverkehr wichtig.

Es ist dieser typische Nord-Ostsee-Kanal Blick, den ich haben wollte, ein großes Container-Schiff tuckert mitten durch die Landschaft. Einfach herrlich. Ich hab ein wenig auf der Brücke angehalten und Pause gemacht. Der Blick in Richtung Osten ist leider nicht so gut, dort verläuft direkt parallel eine weitere Brücke, die die Bundesstraße B76 über den Kanal führt.

Auf der anderen Seite ging es mit Schwung wieder unter an den Kanal und zurück in Richtung Kiel Holtenau. Ein Blick zurück auf die Brücken und die Schiffe, welche aus Brunsbüttel kamen und den Kanal fast hinter sich haben.

Auf dem Weg zur Brücke bin ich hoch oben am Werk vorbeigefahren, richtig was sehen konnte ich nicht, jetzt, von Gegenüber, wurde der Blick auf die Hallen der Firma Voith frei. Hier wurden bis vor einiger Zeit Lokomotiven gebaut, aktuell hat mich auf die Wartung spezialisiert. Vor der Halle stand eine Maxima 30CC. Eine große Diesellokomotive, welche seit 2011 im Einsatz ist.

Und dann war ich in Holtenau, vorbei am wunderschönen Leuchtturm bin ich zu einem Restaurant direkt an der Förde gefahren und habe mir, mit Blick aufs Wasser und auf die Schiffe, ein wunderbares Schnitzel gegönnt 😉 .

Derart gestärkt waren die letzten paar Kilometer bis zum Fähranleger Friedrichsort ein Katzensprung. Dort habe ich dann eine der Fördefähren genommen und bin zurück zum Startpunkt, Laboe, gefahren.

Knappe 47 Kilometer lang war die Tour, aber sie war wirklich herrlich, immer an der frischen Luft, Seebrise und blauer Himmel inklusive. Beim tippen hier schwelge ich schon wieder in Erinnerungen. Schön war es.

Natürlich habe ich auch von dieser Tour einen Relive-Clip mitgebracht ;). Wenn ihr noch Fragen habt, gerne ab in Kommentare damit.

Bleibt gesund und munter, passt auf Euch auf und habt eine gute Zeit,

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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