Urlaubstag 20: Es beginnt mit einem Zug und es endet mit einem Zug

Hallo zusammen,

gestern ging es wieder aufs Rad. In den letzten Wochen bin ich immer in Krefeld gestartet, jetzt sollte es mal woanders sein. Also hatte ich mir eine Strecke ab Dormagen rausgesucht und wollte mit dem Zug anreisen. Erste Etappe war also der Hauptbahnhof in Krefeld. Als ich noch in Erkrath gearbeitet habe, bin ich ja täglich Bahn gefahren, ich hatte schon fast vergessen, warum ich das damals so nervig fand…bis ich auf dem Bahnsteig stand. 10 Minuten Verspätung stand auf der Anzeige, 20 sind es geworden.

Man kann sowas ja ganz entspannt angehen, wenn man im Urlaub ist, auf dem Weg zur Arbeit nervt es dann schon. Nun ja, auf jeden Fall hatte ich Glück, um diese Uhrzeit, zumal in den Ferien, hatte ich das Radabteil ganz für mich allein. Knappe 15 Euro kostet es mich und das Rad nach Dormagen zu fahren. Dafür hat man ne Klimaanlage, Platz und ein Befestigungssystem für das Fahrrad.

 

Das Wetter war unterwegs nicht Fleisch und nicht Fisch. Nicht so heiß wie die letzten Tage, aber auch nicht wirklich kühl, eine milchige Wolkendecke schob sich immer wieder vor die Sonne und es war eher schwülwarm als heiß. Am Bahnhof in Dormagen, der eigentlich eher ein Haltepunkt ist, angekommen habe ich mich aufs Rad geschwungen und bin auf direktem Wege in Richtung Rhein gefahren. Quer durch die Felder ging es nach Zons, heute ein Stadtteil von Dormagen, früher eine Zollfestung am Rhein.

Radelt man heute in den Stadtkern hinein, fühlt man sich tatsächlich in eine andere Zeit zurückgeworfen. Ich war da vor einiger Zeit mal bei einem Italiener essen und es war wirklich gut, dazu das Ambiente, also ein Besuch in Zons lohnt tatsächlich mal. Für mich war es gestern allerdings nur Durchreiseort.

Ein kleines Stückchen vor der Stadt befindet sich nämlich der Fähranleger für die Rheinfähre von Zons nach Urdenbach. Die Fähre „Niederrhein“ bringt Radler und Autos über den Rhein und schlägt mit 2 Euro pro Radler zu Buche. Ich habe gestern wirklich Glück gehabt, heute steht auf der Website der Fähre, dass sie wegen des Niedrigwassers aktuell nicht fahren kann. Schon gestern sah man, dass es knapp ist, heute dann die Betriebseinstellung.

Auf der anderen Seite landet man dann in der sogenannten „Urdenbacher Kämpe“, ein Altrheingebiet, welches zum einen als Überschwemmungszone dient, zum anderen aber auch ein wundervolles Naturschutzgebiet ist. Für mich als Radler besonders toll, über etliche Kilometer führt eine Fahrradstraße durch das Gebiet. Verkehrsberuhigt und mit all den Rechten für den Radler, die eine Fahrradstraße so mitbringt. Herrlich.

Am Rhein entlang führte mich mein Weg dann weiter nach Düsseldorf hinein, zu erst nach Benrath. Jetzt war ich schon so oft in Düsseldorf, das Schloss Benrath habe ich gestern tatsächlich zum ersten Mal gesehen. Und das ist gut so, das Teil ist nämlich wirklich hübsch und macht ne Menge her. 1773 fertiggestellt wirkt es heute auch tatsächlich wie aus einer anderen Zeit. Ich bin einmal um den Schlossteich gefahren und habe mir ein bisschen was angeschaut. Im Netz habe ich auch Bilder und Clips zu den jährlichen Lichterfesten gefunden, klassische Musik am illuminierten Schlossteich, sehr beeindruckend, sollte man für 2019 mal auf dem Schirm haben.

Weiter ging es dann in Richtung Uniklinikum, vorbei an der L293. Hier hat man in Düsseldorf eine gute Möglichkeit für Radfahrer gefunden, finde ich. Durch eine bauliche und bepflanzte Trennung zur Landtrasse hört man den Verkehr zwar, man sieht ihn aber fast nie und ist vorallem geschützt. Eine gute Sache. Auf dem Radweg, der nicht von hunderten Wurzeln durchsetzt ist, kommt man zudem recht gut voran. So ging es am Friedhof Itter vorbei bis zum UKD.

Ab hier wurde es dann halt ein typisches Großstadtradeln. Also, ZweiteReiheParker, Türaufreißer, Schutzstreifenzuparker und alles was dazu gehört. Ich muss zu meiner Schande gestehen, auch wenn es 150% Aufmerksamkeit braucht, ich mag es in Städten zu radeln. Es ist herausfordernd. An vielen Stellen würde ich mir eine andere Verkehrsführung wünschen, die Tatsache, dass Radwege plötzlich aufhören und man sich in fließenden Verkehr einfädeln muss, Straßenbahnschienen, Fußgänger, Autofahrer und eben die Parkpfosten sorgen aber dafür, dass man sehr aufmerksam fährt. Für eine kurze Zeitspanne kann man das machen, dann wird es sehr anstrengend. Zwischendurch habe ich eine kleine Pause gemacht, dafür hab ich mir den Schulhof meiner alten Berufsschule ausgesucht. Liegt mitten in Düsseldorf und ich hab ne Bank im Schatten gefunden.

Nach der kurzen Rast habe ich mich wieder in Großstadtgetümmel geworfen und bin in Richtung Rhein gefahren. Auf der Uferpromenade angekommen, konnte man auch hier sehr gut sehen, wie wenig Wasser aktuell im Rhein ist. Schon heftig.

Über die Promenade, die hier übrigens, ganz anders als in Uerdingen, wo man als Radler leider nicht den Ausblick aufs Wasser genießen darf, befahrbar ist, ging es weiter in Richtung Flughafen. Streetart gibt es zu sehen und mitten auf der Rheinpromenade gibt es übrigens auch diesen Fahrradzähler. Nette Sache, so hunderprozentig richtig zählt er aber nicht…und wenn ich das richtig gesehen habe, auch nur Radler aus einer Richtung ;). Aber immerhin wird klar, Radfahrer gehören hier hin. Wie gesagt, es gibt eben auch in Düsseldorf Licht- und Schattenseiten rund ums radeln.

Über Golzheim ging es dann zur Messe und schließlich am Stadion vorbei. Aktuell ist in Düsseldorf groß in der Diskussion, ob die Werbung des neuen Arena Sponsors denn auch groß draußen drangeschrieben werden darf. Unbeauftragt und unbezahlt erzähle ich Euch jetzt, dass das Dingen von Espritarena in Merkur Spielarena umbenannt werden soll. Aktuell hält sich der Klamottenladen aber noch ;).

Dank einer etwa anderthalb stündigen Verspätung konnte ich sogar noch den Airbus A380 aus Dubai kommend fotografieren. Ich hab das an anderer Stelle schon mal geschrieben, es ist für mich immer noch faszinierend, welche Begeisterung dieser Vogel auslöst.

Da ich nicht ganz bis zum Flughafen fahren wollte habe ich mich auf der Brücke über die B8n positioniert und was soll ich sagen, es waren natürlich ein paar Flugzeugfotografen da, der Jet trug eine Sonderlackierung zur Expo 2020 in Dubai, aber es waren auch „ganz normale“ Menschen anwesend, die einfach mal „den dicken Flieger“ sehen wollten. Er scheint, auch etliche Jahre nach seinem Erstflug, immer noch zu faszinieren. Ich selbst finde die Größe auch beeindruckend, kann optisch einer 747, also einem Jumbojet, doch deutlich mehr abgewinnen ;).

Vom Flughafen, oder besser von Lohausen, aus bin ich dann nach der Flugzeugpause weiter in Richtung Kaiserswerth gefahren. Auf der Niederrheinstraße gibt es jetzt immerhin einen Schutzstreifen für Radfahrer und tatsächlich lassen einem die meisten Autofahrer auch Platz zum Atmen dort.

Kaiserswerth ist einfach ein sehr schöner Stadtteil und die historischen Häuschen und Gassen machen das Ganze sehr sehenswert. Ein Spaziergang am Rhein lohnt dort auch immer. Ich bin gestern aber nur durchgefahren und bin dann auf den wundervollen Radweg am Rhein entlang in Richtung Uerdingen eingebogen. Anfangs sind da noch ein paar Schlaglöcher und Wurzeln, aber dann wird es einfach herrlich. Rechts Felder und Bäume und links der Rhein. OK, aktuell links erst noch ne Menge Ufer und dann der Rhein, aber ihr versteht schon, was ich meine, oder? 😉

Nach einigen Kilometern ist man dann auf Duisburger Gebiet und erreicht das, vermeintlich, legendäre „Aschlöksken“, ein einfacher, rustikaler Biergarten genau zwischen Duisburg und Düsseldorf. Die einen lieben den Schuppen, die anderen hassen ihn, etwas abgerockt ist es dort, aber der Blick auf den Rhein und die fairen Preise locken dann doch. Gestern hatte der Laden zu und so habe ich zwar ein Bild des unglaublichen befahrenen Rheins gemacht, aber keine wirkliche Pause ;).

Und dann war es auch nur noch ein Katzensprung bis nach Hause. Über die staubigen Feldwege ging es dann quer durch die Äcker bis zur Krefelder Straße, dann scharf links und den Anstieg auf die Uerdinger Rheinbrücke hinauf.  Auch hier musste man lange radeln bis man auf die Höhe des Wassers kam, es ist schon arg heiß gewesen die letzten Wochen. Mal sehen, wann wir uns an gleicher Stelle wieder mit Hochwasser herumschlagen dürfen.

Beim Rückweg war ich schrecklich unkreativ, ich bin einfach geradeaus in die Innenstadt gefahren. Am Zoo vorbei und dann weiter bis zum Meister Ponzelar Denkmal. Die Überschrift über diesen Eintrag lautet ja, Bahn am Anfang und Bahn am Ende, ganz kurz bevor ich das Rad abgestellt hab, fuhr mir noch der Schluff vor die Linse. Es ist schon faszinierend, wenn dieses rollende Denkmal so durch die Stadt schnauft. Wenn moderne Autos halten müssen um die alte Dame vorbei zu lassen. Schön war die Tour, anstrengend, aber schön.

Wie immer hoffe ich, es hat Euch gefallen, vielleicht war die ein oder andere Anregung dabei, ich hab jetzt noch einen Relive Clip und wünsche Euch ansonsten einen angenehmen Tag und viel Spaß weiterhin.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

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