Krefeld, Kerosin, Kunst und Kirschblüte – Tour nach Düsseldorf und Uerdingen

Hallo Leute,

in der vergangenen Woche gab es zwischenzeitlich richtig schönes Wetter. Ich hatte das unverschämte Glück an einem Tag Überstunden abbauen zu können, der mit blauem Himmel und warmen Temperaturen gesegnet war. Letzte Woche Mittwoch ging es also früh aufs Rad. Wenn ihr mögt, nehme ich Euch mit, dieses Mal bin ich hier in der Region geblieben und habe Punkte angefahren, die ich schon öfter mal als Ziel hatte. Schön war es trotzdem. Unbezahlt und unbeauftragt geht es los.

Als erstes kam ich am „Krefelder Ohr“ vorbei. Auf einer Wiese neben dem Voltaplatz steht das Kunstwerk, welches eigentlich „Building from the Inside“ heißt und vom Künstler Richard Deacon stammt. Seit 1992 steht es dort schon, irgendwie auch ein Wahrzeichen für Krefeld.

Ich bin dann in Richtung Krefeld-Fischeln weitergefahren, kurz hinter der Straße Untergath fängt ein schöner Weg, parallel zur Straßenbahnlinie U76, an. Vorher kommt man noch an einer Unterführung vorbei an der klar wird, es gibt sie, die KFC Fans 😉 … und das hat nix mit Chickenwings zu tun, sondern mit Fußball.

Neben der Bahnlinie ging es nach Fischeln, herrlich zu radeln, kein Mensch da, frische Luft und man muss nicht an der Straße fahren.

Irgendwann ging es dann ab in Richtung Strümp und Osterath, in der Hoffnung auf das ein oder andere Eisenbahnfoto, bis ich dann festgestellt habe, die Strecke ist wegen Bauarbeiten gesperrt ;), also, weiter in Richtung Osterath. Ich hatte in einer Zeitung gelesen, dass dort in der nähe eine ehemaligen Tankstelle eine legale Streetartwand vorhanden sein und dort erste Kunstwerke zu sehen seien. Also, hinfahren, gucken.

Schon ziemlich gut. Ihr wisst ja, ich stehe auf solche Kunstwerke, wenn sie gut gemacht sind. Hirnlose Tags sind für mich Sachbeschädigung, richtig gute Streetarts sind Kunst. Und hier ist es ja auch noch völlig legal.

Von dort aus war das nächste Ziel dann die Ilvericher Altrheinschlinge, ein verlandeter Arm des Rheins. Dort befindet sich ein Naturschutzgebiet und man kann herrlich in Richtung Rhein weiterradeln. Im Hintergrund sieht man schon die Flughafenbrücke der A44 über den Fluss.

Die knapp 1,3 Kilometer lange Brücke führt über den Rhein und an sie angeschlossen sind auch Tunnel, die die Altrheinschlinge, also das Naturschutzgebiet, unterqueren. Ich bin auf jeden Fall auf die Brücke gefahren und konnte dabei das Binnenschiff „Dezi“ fotografieren.

Auf der anderen Rheinseite liegt der Lantz`scher Park, fahre ich immer wieder gerne durch, dieses Mal habe ich einen kurzen Stopp vor der wunderschönen Kapelle dort gemacht.

Wer hier schon etwas länger die Blogbeiträge verfolgt ahnt vielleicht, wo ich den nächsten Stopp eingelegt habe ;), natürlich, eine kurze Pause am Flughafen Düsseldorf ist natürlich logisch, wenn ich schon mal da bin.

Gefreut habe ich mich über den Airbus A321 neo der Turkish Airlines. Der Airbus A320, auf dem der A321 basiert sieht zwar modern aus, ist aber aus den 1980ern. Der Jungfernflug fand 1987 statt.

Um die Maschine konkurrenzfähig zu halten brachte Airbus 2014 den Airbus A320 neo raus, eine überarbeitete Version, besonders mit neuen Triebwerken. Dafür steht auch die Abkürzung neo (new engine option – neue Triebwerk-Option). Seit 2017 gibt es auch den längeren A321, dieses Exemplar hier ist vom Juni 2019. Ganz so viele neo Modelle hatte ich noch nicht vor der Kamera, deshalb habe ich mich über diesen hier gefreut.

Auf dem Vorfeld stand ein weiterer Airbus, dieses Mal von Eurowings, in einem besonderen Design. Der Flieger macht Werbung für den Europa Park und das mit zwei der Maskottchen, Edda Euromausi auf dem Rumpf und Ed Euromaus auf dem Leitwerk, sorry, die Namen habe ich mir nicht ausgedacht 😉

Mit dem Start des nächsten Eurowings Airbus habe ich mich dann auch wieder auf den Weg gemacht. Vorbei am Zaun des Flughafens ging es in Richtung Kalkum.

Über die Brücke auf der Kalkumer Schlossallee ging es in Richtung Kalkumer Schloss. Die Brücke überspannt die Gleise der Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg und es ist eigentlich immer was los. Zum ganz überwiegenden Teil Personenzüge, Regionalbahnen, S-Bahnen und Fernverkehrszüge rauschen hier durch.

Unterwegs kommt man an einem Mahnmal vorbei, es steht einfach am Straßenrand, ist man mit dem Auto unterwegs rauscht man wahrscheinlich einfach vorbei. Mit dem Rad kann man sich ein wenig Zeit nehmen und mal schauen, um was es da geht. Ein Bombenräumkommando war dort stationiert, bestehend aus Experten der Luftwaffe, aber auch aus Häftlingen und KZ-Insassen. Wer sich über die dunkle Geschichte dieses Ortes informieren möchte, kann dies HIER tun.

Am Schloss Kalkum angekommen bin ich ein bisschen durch den schönen Schlosspark gegangen und habe die Luft und die Natur genossen. Das Wasserschloss macht schon was her. Es war mal ein Archiv darin untergebracht, das ist aber nach Duisburg umgezogen, aktuell gibt es wohl Planungen eine Musikakademie daraus zu machen.

Von dort aus ist es nur ein Katzensprung bis zur Kaiserpfalz in Kaiserswerth. Das ganze stammt wohl so grob aus dem Jahr 700 und ist heute natürlich eine Ruine. Eindrucksvoll ist es trotzdem.

Mittlerweile hatte ich mich tatsächlich umgezogen, die lange Hose gegen eine Kurze getauscht und die Jacke gegen ein Shirt. Es war, zumal in der Sonne, mittlerweile richtig warm geworden. Beste Voraussetzungen also für eine kleine Kreuzfahrt ;). Na ja, also eigentlich habe ich nur mit der „Michaela 2“ den Rhein überquert. Das war aber herrlich.

Auf der anderen Rheinseite ging es, am Rhein entlang, in Richtung Krefeld zurück. Der Radweg dort ist wirklich toll, direkt am und auf dem Rheindeich.

Der Greiffenhorstpark in Krefeld, in direkter Nachbarschaft zur Burg Linn, ist auch immer einen Besuch wert, bei bestem Wetter erst recht. Das Jagdschlösschen im Park ist zudem ein schönes Fotomotiv.

Auf der Wiese vor Burg Linn wollte ich Pause machen und einen Happen essen, dort herrscht aber Maskenpflicht, das ist beim essen etwas, na ja, schwierig 😉

Also habe ich mich etwas weiter weg an ein kleines Gewässer gesetzt, die Jacke bot eine gute Sitzgelegenheit, und Pause gemacht. Die Sonne, die Luft, ein paar Enten die vorbeischwammen. Wenn man ehrlich ist, kann das Leben, auch mitten in der Pandemie, schon verdammt schön sein. Man muss diese Momente halt suchen und dann auch annehmen.

Nach der Pause ging es über die Promenade wieder zurück in Richtung Innenstadt. Hier war der Alexanderplatz das Ziel, anders als in Berlin heißt der nicht so wegen eines Zaren, sondern wegen eines Ölmühlenbesitzers, hübsch ist er trotzdem. An diesem Platz liegt zum einen das Haus in dem Joseph Beuys seine ersten drei Lebensmonate verbrachte, zum anderen ist er aber umrahmt mit japanischen Zierkirschen. Das macht ihn zu einem DER Hotspots während der Blütezeit.

In Nicht-Corona-Zeiten feiern die Anwohnerinnen und Anwohner hier regelmäßig ein Kirschblütenfest. Muss man mal erlebt haben, leckeres Essen, gute Musik und tolle Atmosphäre. Auch ohne Fest haben viele Krefelderinnen und Krefelder in den letzten Tagen den Weg zum Platz gefunden und die tollen Farben genossen.

Am, gerade frisch restaurierten, Rathaus der Stadt Krefeld vorbei ging es weiter durch die Stadt.

Weiter ging es zur Germaniastraße. Auf dem Weg dorthin bin ich am Gymnasium am Moltkeplatz, kurz „Das Moltke“, vorbeigekommen. Das Gebäude ist schon ein echter Blickfang in Krefeld.

Von der Germaniastraße gehen die Straßen Waldhofstraße und Gneisenaustraße ab, beide sind ebenfalls mit Kirschen bepflanzt und erfreuen sich ähnlicher Beliebtheit wie der Alexanderplatz. Ist aber auch echt was fürs Auge da.

Weiter ging es bis nach Uerdingen, dort ein schneller Blick auf die Rheinbrücke, die „Golden Gate Krefelds“ wie manche hier sagen. Gut, ganz so hoch will ich es nicht hängen, aber toll aussehen tut sie schon.

Man sieht es schon auf dem Brückenfoto, der Rhein war zu diesem Zeitpunkt gesperrt. Ich hab zwar nicht rausbekommen warum, aber in der Fahrrinne lag das Behördenboot „Erft“ mit blinkenden Lichtern und auf der anderen Seite der Brücke fuhr nix mehr, stattdessen bildete sich eine Schlange an Schiffen.

Zurück nach Hause ging es dann durch den Kaiserpark und am dortigen „Schütte- Pavillon“ vorbei. In dieser Holzkonstruktion gab es während des Bauhausjahres in Krefeld eine Ausstellung zu sehen.

Apropos Ausstellung. Wenige Meter vom Kaiserpark entfernt befinden sich die Häuser Lange und Esters. Zwei Villen, die Teil der Kunstmuseen Krefeld sind. In Haus Lange findet aktuell eine Ausstellung zum Thema Lehmbruch, van der Rohe und Mies statt.

Leider sind die Häuser wegen Corona aktuell geschlossen, wer sich aber für Skulpturen interessiert, dem sei zum einen ein Video mit Grußworten rund um die Ausstellung empfohlen, zum anderen gibt es HIER schon mal einen Flyer.

Sobald ein Besuch möglich ist, lohnt es sich sehr. Die tollen großen Räume und die Skulpturen darin wirken wir toll, auch wenn ich wahrlich kein Kunstexperte bin ;).

Und das soll es auch schon wieder gewesen sein. Ich hoffe die kleine Runde hat Euch gefallen, vielleicht war ja die ein oder andere Anregung dabei. Wie so oft habe ich noch einen Relive Clip für Euch.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, immer her damit. Bleibt gesund, fahrt vorsichtig und habt Spaß und immer genug Luft in den Reifen.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 comments

  1. Hallo,
    Vielen Dank für die neuen Eindrücke.

    Das Foto mit der S1 solltest du gut aufbewahren. Zeigt es doch auch den Bahnsteig des ehemaligen Haltepunktes Kalkum der Cölln-Mindener-Eisenbahn, der 1990 stillgelegt wurde.

    Es wird nicht mehr allzu lange dauern, dann wird dort ein Kreuzungsbauwerk im Rahmen des Ausbaus der Strecke zur RRX-Stammstrecke errichtet und die Reste des Haltpunktes Kalkums werden endgültig verschwinden.

    1. Hi, vielen Dank für die netten Worte zur Einleitung 😉 Das stimmt, da ist schon ne Menge zurückgebaut worden. Als Kind habe ich da oft gestanden, mit Papa, und Züge und Flugzeuge geguckt 😉
      BG Martin

  2. Hallo Martin, ich hatte mal wieder Zeit, einen Deiner Blog-Beiträge zu lesen. War mal wieder sehr interesant und anschaulich. Wie erkennst Du eigentlich diese Flugzeugtypen aus der Entfernung?

    Bei einem Deiner letzten Beiträge den Rhein runter hast Du eine sehr schöne Rheinbrücke abgelichtet, und jetzt diese Golden Gate Bridge in Krefeld. Tolle Brückenkonstruktionen, in der Tat. Schade, dass man diese Fotos aus Deinem Blog nicht herunterladen kann.

    Am letzten Wochenende war ich mal wieder kurz im Ruhrgebiet und habe mit einem neuen Fahrrad eine erste Tour gemacht – über Zechenbahntrassen von Essen-Haarzopf, Knotenpunkte 1 und 56, nach Oberhausen zur ehemaligen OLGA, nahe dem Gasometer – und zurück. Ich habe mich mit Karten orientiert, bin 2 oder 3 Mal falsch bzw. nicht abgebogen und habe mich etwas verfranst. So kamen knapp 40 km zusammen – für mich schon ein ordentliches Pensum. Dabei fiel mir ein und auf, dass Fotos während einer Tour zu machen immer bedeutet, anhalten zu müssen. Oder hast Du auf Deinem Helm eine kamera montiert ujnd knipst beim Fahren?

    Bete Grüße aus Berlin, Michael

    1. Hi,

      schon mein Papa hat mich auf den Schultern um den Flughafen getragen, seit ich denken kann interessiere ich mich für die Fliegerei, besonders für die militärische Variante. Wenn man so lange ein Hobby hat, dann erkennt man die meisten Typen auch aus der Distanz 😉 .

      Ich halte tatsächlich für die Fotos kurz an, oder mache, an Flughäfen und -plätzen zum Beispiel, auch schon mal längere Pausen. Die Bilder hier kannst Du übrigens mit einem Rechtsklick und „Speichern unter“ sehr wohl herunterladen 😉

      Fahr vorsichtig und beste Grüße, Martin

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