Tour zu den Mammutbäumen – die Sequoiafarm in Kaldenkirchen

Hallo zusammen,

ich war mal wieder mit dem Rad unterwegs und wenn ihr mögt, nehme ich euch mit auf Tour ;). Unbeauftragt und unbezahlt ging es dieses Mal wieder direkt vor der Haustüre los. Am vergangenen Sonntag war das Wetter, meistens, ganz OK und so stand Fahrradfahren auf dem Programm.

Es ist immer ganz schön, wenn man ein konkretes Ziel für seine Tour hat, finde ich. Sonntags hat die „Sequoiafarm Kaldenkirchen“ geöffnet. Ohne Anmeldung, einfach so zum gucken. Ob das in Corona-Zeiten auch so ist, habe ich leider im Netz nicht rausfinden können, also ging es auf „Gut Glück“ los. Bevor es zu den Mammutbäumen ging, ging es erstmal durch den Forstwald. Ein echt schönes Fleckchen Erde.

Dort steht auch das Forsthaus mit kleinem Wildgehege, und in dem vielen Grün kann man tatsächlich mal gut durchatmen. Ich mag die Wege dort echt gern und man ist in wenigen Minuten aus der Innenstadt mitten im Wald. Am Wochenende um die Mittagszeit ist es dort, zumal aktuell in der Pandemie, allerdings recht voll. Früh Morgens allerdings kaum.

Über die Forstwaldstraße führte mich meine Route dann weiter in Richtung Anrath.

Über kleine Wirtschaftswege fuhr ich dann nach Holterhöfe, viele Felder, weite Flächen und tolle Bauernhäuser gibt es da zu entdecken. Eine schöne Landschaft um sie mit dem Rad zu erkunden.

In Anrath bin ich dann an einer wunderschönen evangelischen Kirche vorbeigekommen, sie ist von 1910 und steht seit Mitte der 1980er Jahre unter Denkmalschutz. Um im Kontext zu bleiben, Gott sei Dank, sie ist nämlich wirklich schön.

Über einer Mauer an einem Wohnhaus zeigte sich die echte Liebe….und ein Maibaum für die Freundin oder den Freund 😉

Zwischen den Feldern rund um Anrath ging es dann weiter zur Clörather Mühle, einer ehemaligen Wassermühle an der Niers. Die ist mittlerweile begradigt und liegt ein paar Meter weit von der ehemaligen Mühle entfernt, das ganze Areal, die Wasserflächen, die Gebäude, das alles dort ist wirklich schön und ein Naturidyll.

Ganz in der Nähe führt eine Brücke über Niers, direkt parallel dazu verläuft die Bahnlinie zwischen Krefeld und Viersen.

Apropos Viersen, der Zug auf dem Foto da oben kam gerade vom Bahnhof Viersen, ich war unterwegs dorthin. Seit einiger Zeit gibt es da unter einer Eisenbahnbrücke ein ziemlich cooles Streetart-Gemälde. Pennywise, der Clown aus Stephen Kings „ES“ treibt dort sein Unwesen, inklusive der Fragen nach dem Ballon.

Uns Menschen deutlich zugewandter als der 1715 erwachte Horrorclown dürfte wohl der Heilige Christophorus sein. Er gilt als der Schutzpatron der Reisenden, deshalb heißen übrigens die Rettungshubschrauber auch „Christoph“ und das Kundenmagazin der Firma Porsche „Christophorus“. Zwischen Fuß- und Radweg steht in Viersen an der Freiheitsstraße eine Skulptur des Heiligen. Kann ja nicht schaden, wenn jemand über einen wacht, oder?

Ein bisschen bergan ging es dann zum Mittelpunkt von Viersen. Das das Steinlabyrinth diesen Punkt markiert habe ich auch erst bei der Recherche zu diesem Beitrag hier erfahren, auch wenn ich schon ein paar Mal vor Ort war. Das Labyrinth ist frei begehbar und da die Steine keine Mauern sind, kann man sich auch nicht verlaufen 😉 HIER gibt es ein paar Infos zu dem Monument.

Was mich wirklich freut, und ich glaube, dass das in der letzten Zeit mehr geworden ist, sind Blumen am Wegesrand. Ob es nun Blühstreifen an Feldern sind, oder, wie hier, einfach ein paar bunte Flecken am Straßenrand. Es werte die Umgebung auf jeden Fall auf. Ich freu mich immer, wenn ich Blumen sehe.

In Richtung Loosen, ich weiß gar nicht, ob das ne Ortschaft ist, oder einfach nur ein Fleck auf der Karte, auf jeden Fall ging es geradeaus durch Felder. Fühlte sich ein bisschen wie die „Road to nowehere“ an 😉

Aber, das Wetter war gut, ich hatte leichten Rückenwind, es war einfach herrlich. Kurz vor Boisheim gab es dann auch wieder richtige Landstraßen, inklusive Radweg, und ich näherte mich meinem Tagesziel.

Kurz hinter Boisheim und vor Breyell fließt die Nett in den Breyeller See, ein kleine Brücke führt über den Fluss und man kann auf den See schauen.

Linker Hand taucht dann ein Antikmarkt auf, mittlerweile ist das Geschäft aufgegeben, so zumindest die Infos im Netz. Sicher kann der gute Mann nix dafür, aber gerade wenn ich mit Antiquitäten handle…also, ich glaube ich hätte den Laden AntiquitätenScheune oder -Paradies oder so genannt…ob ich bei meinem Nachnamen geblieben wäre…. 😉 ?

Nun ja, deutlich älter als so manche Antiquität ist der Lambertiturm in Breyell. Er ist ein Überbleibsel einer Kirche und prägt heute das Stadtbild dieses Nettetaler Ortsteils.

Und dann wurde es spannend, hat die Mammutbaum-Farm geöffnet oder stehe ich vor verschlossenen Türen? Nein, das Areal war frei begehbar, es herrscht aber natürlich Maskenpflicht.

Kann ich gut mit leben. Voll war es ohnehin nicht, aber einfach wundervoll. Wenn ihr Euch ein bisschen informieren wollt, hört mal hier rein. WDR Podcast.

Dort entlang zu laufen und das zu genießen ist einfach richtig toll. Es gibt nicht nur die Mammutbäume, es gibt auch viele andere Pflanzen und Sträucher. Es lohnt sich auf jeden Fall da mal vorbeizuschauen.

Nach dem Spaziergang durch die wunderbare Parkanlage ging es wieder aufs Fahrrad und weiter in Richtung Kaldenkirchen. Dort musste ich natürlich kurz an meiner Lieblings-Bahnfoto-Stelle in der Ecke anhalten. Am Einmann-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg habe ich dann knapp 10 Minuten gewartet, ob ich einen Zug vor die Linse bekomme.

Und es hat gepasst. Ein Siemens Vectron der Hamburger Firma boxXpress zog einen langen Containerzug vorbei. Seit 2000 mischt das Unternehmen mit und verbindet Seehäfen mit dem Hinterland. Wie es der Name verrät kümmern sie sich um Containertransport. Die Lokomotive ist noch recht neu, Baujahr 2020. Der Zug kam direkt aus Rotterdam und war fix unterwegs. Dort ist eine Höchstgeschwindigkeit von 100 vorgegeben, wenige Meter nach dem Bahnübergang an dem ich stand sind es dann 120 auf der eingleisigen Strecke bis kur vor Viersen Dülken.

Für die Rückfahrt habe ich mir eine andere Route ausgesucht, es ging in Richtung Leuth. Gehört immer noch zu Nettetal und hat eine schöne alte Wassermühle. Unterwegs bin ich an einigen Feldern der Bauschule Lappen vorbeigekommen. Schon interessant, was man mit Bäumen so alles machen kann.

Die Leuther Mühle liegt an der Nette und ihre Geschichte reicht bis ins 16 Jahrhundert zurück. Aktiv gemahlen wurde dort bis in die 1960er hinein. Dann war es ein Restaurant, da hab ich mal wirklich gut gegessen, und aktuell werden dort Seminarräume vermietet.

Und wo wir gerade bei Mühlen sind, kurz drauf bin ich an der Stammenmühle vorbeigefahren. Sie liegt im Ortsteil Hinsbeck und sieht aktuell ein wenig gerupft aus. Die morschen Flügel sind ab, ich hoffe, sie wird bald saniert und bekommt neue Flügel.

Jede oder jeder der dort schon mal war und dann nach Grefrath gefahren ist weiß, jetzt folgt ein herrlicher Abschnitt der Tour. Es geht bergab, langezogen und gleichmäßig rollte man, ohne auch nur einmal treten zu müssen, bis nach Grefrath hinein. Wunderbar ;). Ich bin dann am Flugplatz entlang gefahren und habe mich ein wenig an den Segelflug-Start gestellt.

Trotz dunkler Wolken am Horizont war viel Sonne da und es wurde ordentlich geflogen. Hier kehrt gerade die Schleppmaschine des LSV Grenzland zurück. Mit ihr werden die Segelflugzeuge in die Luft geschleppt und dort ausgeklingt.

Die anderer Alternative ist der Windenstart, dafür hängt das Segelflug an einem Seil, welches von einer Winde aufgerollt wird und so das Flugzeug in die Luft zieht.

Wichtigste Erkenntnis….es ist noch keiner oben geblieben 😉 Gelandet wird natürlich auch.

Über Grefrath Oedt habe ich dann die Heimreise angetreten. Ähnlich wie in Krefeld gab es auch in Oedt bedeutende Textilindustrie. Die Firma Girmes war in einer bestimmten Gewebetechnik lange Marktführerin und brachte Wohlstand in den Ort.

Mittlerweile taugt die große Halle leider nur noch zur „Lost-Places“ Fotografie. In der „Girmes Villa“ direkt neben der Fabrik kann aber noch heiraten und Feste feiern. Der Rest bietet einen eher trostlosen Anblick…

Passend zur Stimmung wurde auch der Himmel dunkler. Es hat tatsächlich angefangen zu regnen. Na ja, es war eher Niesel, aber ich bin doch etwas nass geworden ;). Ganz unkreativ bin ich im weiten Bogen der Butzenstraße folgend nach Sankt Tönis gefahren.

In Krefeld selbst kann man sich dann entscheiden, fährt man die viel befahrene Sankt Anton Straße, ohne Radweg, aber mit Straßenbahnschienen in der Mitte…

…oder biegt man ab auf die Dionysius Straße, welche direkt auf die gleichnamige Kirche zuführt und eine Fahrradstraße ist. Zwar auch ganz gut zugeparkt, aber deutlich ruhiger, ohne Schienen und man hat eben die Rechte die man hat, wenn man auf einer Fahrradstraße unterwegs ist.

Und das soll es auch schon wieder gewesen sein. Eine schöne, knappe 75 Kilometer lange Tour war das. Wie immer hoffe ich, es hat Euch ein wenig gefallen, einen Relive Clip habe ich natürlich auch noch.

Wenn ihr Fragen habt, ab in die Kommentare damit. Bleibt gesund und munter und fahrt vorsichtig,

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9 comments

  1. Danke für den Tipp – das wäre, zumal von St.Tönis aus, auch für uns machbar. Und über die Mammutbäume hast Du, wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, schon mal geschrieben? Jedenfalls stehen sie eh auf meiner toRadl liste.

    1. Hi, ne, das Bild ist durch ein eingeschlagenes Fenster gemacht. Das Fenster war natürlich schon kaputt 😉 . Ich könnte mir aber vorstellen, dass man vielleicht über die Villa Girmes einen Besichtigungstermin bekommen kann 😉
      info@villa-girmes.de
      BG Martin

  2. Hallo Martin,
    ich wiederhole mich gerne!
    Wiedermal ein sehr schöner Beitrag.
    Die Mammutbäume sind ja große Klasse, ich wusste garnicht, dass es diesen Park überhaupt gibt. Schade, dass er so weit von Witten entfernt liegt. Schöne Grüße
    Dagmar

    1. Vielen Dank, Dagmar. Ich freue mich über diese Wiederholung ;). Man erlebt die Tour ja quasi ein zweites Mal, wenn man darüber bloggt, wenn man dann noch so liebes Feedback bekommt, ist es am Ende eine runde Sache. Deshalb, vielen Dank und liebe Grüße
      Martin

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