Tour durchs Münsterland – von Münster nach Holzwickede

Guёten Dag in´t Huus,

ich habs mal mit Münsterländer Platt versucht ;). Hallo zusammen, ich war mal wieder auf dem Rad unterwegs und nehme euch, wenn ihr mögt, mit auf Tour. Unbezahlt, unbeauftragt aber mit Spaß dabei. Dieses Mal ging es in Münster los und das Ziel war Holzwickede in der Nähe von Dortmund. Ausgangsbeschränkungen gelten in Krefeld, dank „Bundesnotbremse“ und hoher Inzidenzen bis 5 Uhr, so das ich bequem den Zug um kurz vor 6 Uhr nehmen konnte. Mein Plan, allein im Zug zu sitzen ging auch dieses Mal wieder auf, um 6 Uhr Morgens fährt am Samstag offenbar niemand mit der Bahn.

In Münster angekommen ergab sich ein ganz ähnliches Bild, die Stadt schlief noch. Ich bin vom Bahnhof einmal in Zentrum geradelt, es war schon alles für den Europatag am Tag drauf beflaggt.

Man sagt ja immer, Münster sei so eine Fahrradstadt, viele Studentinnen und Studenten leben dort und das Rad ist ein wichtiges Verkehrsmittel. Schaut man sich die Parkmöglichkeiten und die Radstation, sowie die meisten Radwege an, scheint da was dran zu sein.

Durch Münster hindurch ging es dann an den Dortmund-Ems Kanal. Was soll ich sagen, es war echt frisch 😉 Dank Wetterapp war ich dieses Mal aber vorbereitet und hatte einige Schichten Klamotten an. Aber, und das ist ja das Wichtigste, es war zwar kalt, aber sonnig und trocken…

Am Kanal entlang konnte man wunderbar radeln, zu dieser Zeit war ich dort auch noch allein, ich könnte mir vorstellen, dass es dort, zumal am Wochenende, recht voll werden kann.

Der Radweg läuft direkt am Wasser entlang und man kann prima Schiffe gucken, wie etwa hier die Synthese 4, die irgendwann auch mal Gudrun hieß, und in Polen gebaut wurde. Sie fährt für ein niederländisches Unternehmen und ist ein Tankmotorschiff.

Kurz drauf fuhr mich auch noch die Tom Burmester vors Objektiv. Sowohl die Reederei als auch das Schiff haben eine ganz interessante Geschichte, schaut mal HIER.

Nach einer Weile ging es dann vom Kanal weg in Richtung Süden. Das Haus Heidhorn war das nächste Ziel. Heute ist dort eine Seniorenresidenz untergebracht, früher war es mal ein Gutshof. Besonders das Torhaus direkt an der Straße ist recht eindrucksvoll.

Das radeln im Münsterland ist an sich wunderschön, allerdings in weiten Teilen auch, na ja, langweilig ist das falsche Wort, aber es gibt eben nicht so viel zu sehen, wie wenn man durchs Ruhrgebiet radelt. Meist sind die Wege traumhaft zu fahren, aber eben quer durch Felder und Wiesen.

Umso schöner ist es dann, wenn man unterwegs auf Kirchen, Schlösser und Burgen trifft. In Venne steht die wunderschöne Kirche „Johannes der Täufer“.

Ottmarsbocholt war das nächste Ziel, also zuerst eine kleine Raststelle in der Nähe des Ortes. Man radelt durch ein wunderschönes Naturschutzgebiet, viel Wald, aber auch weite Felder. Und dann landet man an Hartz Büschken, einer Raststelle mit Schutzhütte und Grill. Schaut man sich die Lokalpresse an, scheint es aber auch hier auf dem Land Idioten zu geben. HIER. Sei es drum, als ich dort ankam war es sauber, ordentlich und ideal für eine erste Pause mit Brötchen und nem Getränk.

Ein paar Kilometer weiter fällt einem dann die Windmühle in Ottmarsbocholt ins Auge. Bis 1965 wurde hier noch Korn gemahlen, heute ist das ganze ein Wohnhaus. Ich freue mich ja immer, wenn ich Windmühlen sehe, besonders wenn sie so gut erhalten sind wie diese hier.

An vielen Feldern vorbei, darunter immer wieder mit dem knallgelben Raps bestellt, ging es weiter, oftmals lange gerade aus an Baumbestandenen Straßen vorbei bis zur Burg Davensberg.

So sieht dann das „Park & Ride“ auf dem Land aus ;). Das man hier besser mobil ist, zeigt ein Blick auf den Fahrplan der neben der Haltestelle hing.

Von der ehemaligen Ritterburg Davensberg ist nur noch ein Rundturm erhalten, er beherbergt ein Museum welches vom Heimatverein betrieben wird. Informationen dazu findet ihr HIER.

Direkt an der Burg gibt es einen Parkplatz, hier scheint es sogar fröhliche Autos zu geben, zumindest wenn man dem Schild hier glauben darf 😉

Über Ascheberg führte mich mein Weg dann weiter zum Schloss Westerwinkel. In Ascheberg fällt vor allem die Sankt Lambertus Kirche ins Auge, laut Wikipedia 1022 erstmal urkundlich erwähnt ist die Pfarrkirche heute noch ein eindrucksvolles Bauwerk.

Nun aber zum Schloss. Das Wasserschloss ist ein beeindruckendes Bauwerk, der angrenzende Golfclub passt dann auch irgendwie zur Anmutung. Es gibt zudem einen wundervollen Schlosspark und alles ist offen zugänglich. Im Inneren des Schlosses gibt es wohl ein Museum, um das besichtigen zu können bedarf es allerdings einer Terminvereinbarung.

Im Schlosspark sorgten diese Gänse und ihr Nachwuchs für viele „Ohs“ und „Oh wie süß“s 😉

An der Straße nach Werne habe ich dann einen sogenannten „Wolfsstein“ entdeckt. Auf diesem Denkmal wird dem letzten Wolf in Westfalen gedacht. Wenn meine Informationen richtig sind, findet sich der präparierte Wolf nach wie vor in einem Museum in Münster.

Mittlerweile wurde es durchaus hügeliger und auch weniger ländlich. Am Horizont konnte man auch erste Industriegebäude erkennen.

Die Straße nach Werne ist aber für Radler wirklich gut ausgebaut finde ich. Zwar radelt man neben der Straße her, es gibt aber die meiste Zeit eine bauliche Trennung zwischen Radweg und Straße.

In Werne angekommen bin ich durch den historischen Ortskern gefahren und dann an der Zeche vorbei. Von letzterer gibt es noch ein paar Gebäude, heute alle vermietet.

Hier habe ich auch wieder einen Kanal überquert, dieses Mal war es der Datteln-Hamm Kanal. Direkt hinter der Brücke liegt eine kleine, aber sehr feine, Marina.

Auch hier gibt es eine Bahntrasse, auf einer ehemaligen Zechenbahn ging es weiter, wundervoll zu radeln, fester Boden und viel Natur drumherum.

An dem Flüsschen Seseke entlang bin ich dann nach Heeren gefahren. Der Fluss war, ähnlich wie die Emscher, mal ein Schmutzwasserbach, wurde aber renaturisiert und ist mittlerweile ein beliebtes Ausflugsziel, zumal mit dem gleichnamigen, knapp 25 Kilometer langen, Radweg.

In Heeren gibt es das Haus Heeren, ein Schloss, leider, oder für die Beteiligten glücklicherweise, fand dort gerade eine Hochzeit statt, da konnte und wollte ich dann nicht fotografieren. Die evangelische Kirche aus dem 14 Jahrhundert allerdings habe ich fotografiert. Ein tolles Bauwerk.

Direkt neben dem Fluss liegt auch das Gelände der Luftsportfreunde 2000 Kamen/Dortmund e.V. Ich hab einen Moment angehalten und mir den Flugbetrieb angeschaut. Ihr kennt mich ja, ein Flugplatz kann ich irgendwie nicht links liegen lassen ;).

Mit Blick auf den Förderturm der Zeche Königsborn ging es in Richtung Unna weiter. Der alte Förderturm ist wohl der östlichste Teil der Ruhrgebietszechenrelikte.

Von Unna aus war es dann nur noch ein Katzensprung zum Flughafen in Dortmund. Der Flugverkehr dort ist schon vor Corona nicht so intensiv gewesen wie etwa in Düsseldorf, aktuell muss man aber schon echt Glück haben um dort das ein oder andere fliegende Linienflugzeug vor die Linse zu bekommen.

Ich hatte Glück und nahezu zeitgleich mit mir schwebte dieser Eurowings Airbus aus Mallorca heran. Keine Ahnung wie voll der Jet war, ich kann mich aktuell noch nicht mit dem Gedanken anfreunden in den Urlaub zu fliegen.

Da es jetzt auch ein wenig anfing zu nieseln war ich ganz froh, dass ich, nach knapp 90 Kilometern, am Ende meiner Tour angekommen war. Vom Bahnhof Holzwickede aus ging es mit dem Zug zurück nach Hause.

Und das soll es dann auch schon wieder gewesen sein. Wie immer hoffe ich, es hat Euch gefallen. Ich habe noch einen Relive Clip für Euch…

Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Bleibt gesund und munter, fahrt vorsichtig und habt immer genug Luft im Reifen.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

2 comments

  1. Da ich 5 1/2 Jahre in Münster gewohnt habe und wir, damals noch deutlich jünger, auch bis zu unserem Freund, der damals in Dortmund wohnte, mit dem Rad fuhren, kommt mir vieles bekannt vor – schöne Erinnerungen, vielen Dank

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