Von Essen nach Krefeld – über Bochum und Duisburg

Hallo zusammen,

am Wochenende war ich wieder im Sattel unterwegs. Dieses Mal ging es durch den Pott ;). Da ich ein paar Links in diesem Posting setzen werde, mal wieder die Info, das hier ist unbezahlt und unbeauftragt. Also los, mit dem Zug bin ich bis nach Essen gefahren und ab dann ging es auf dem Rad weiter. Los ging es am Kunstwerk „Steile Lagerung“ direkt am Bahnhof in Essen. Es zeigt die mühsame Arbeit in einem Kohleflöz unter Tage.

Richtung Osten ging es dann durch die Stadt, Essen ist stellenweise recht hügelig, aber eigentlich ganz gut zu beradeln. Es gibt, zumindest auf meinem Weg, unheimlich viele Fahrradstraßen und, im Gegensatz zu manch anderer Stadt hier in der Umgebung, scheinen die Autofahrer aus Essen auch zu wissen, was das Schild bedeutet. Mit einem Kopfnicken und Lächeln kam ich überall ziemlich gut durch.

Typische Ruhrpottansichten, abseits vom Hochofen und Fördergerüst, gibt es natürlich auch, die Autobahn, die mitten durch die City führt, eingerahmt von Lärmschutzmauern und Wohnbebauung.

Und das Büdchen, Verkauf durchs Fenster, du kriegst nahezu alles, inklusive Lebenshilfe und nen guten Spruch mit aufn Weg. Ruhrpott halt. Ich bin ja gebürtiger Duisburger und was soll ich sagen, ich liebe dat.

Von dort aus ging es runter an die Ruhr, dieses Mal die mit „h“, und dann weiter in Richtung Osten, in Richtung Bochum. Schon krass in der Gegend, dass man durch enge Straßen, Industrie und Hektik radelt und dann keine 5 Minuten braucht und am Fluss eine völlig andere Stimmung wahrnimmt.

Nach einigen Kilometern am Fluss ging es dann wieder bergan in Richtung Bochum. Unter Eisenbahnlinien hindurch, zwischen Schienen und an weiteren Büdchen und ausrangierten Autos 😉 vorbei ging es dann langsam auf die Stadt die Herbert Grönemeyer so schön besingt zu.

Auch hier merkte man wieder, wie hügelig die ganze Ecke dort doch ist. Gerade wenn man mal die Chance hat, in die Weite zu blicken, wie hier auf der Essener Straße, sieht man die Topographie ganz gut.

In Bochum am Hauptbahnhof habe ich dann Thomas vom Reisen Fotografie Blog getroffen. Wir kennen uns seit Ewigkeiten und seit kurzem sind seine Frau und er wieder vermehrt mit Bikes unterwegs. Wir wollten ein bisschen durchs Ruhrgebiet fahren und Bahntrassenradwege erkunden. Also ging es von Bochum aus auf die Erzbahntrasse. Der Einstieg in diesen Radweg markiert im Grunde die „Erzbahnschwinge“, eine tolle Brücke über eine Bahnlinie und ein Strasse. Starker Start.

Die Strecke an sich ist, wie so viele Bahntrassenradwege, gut ausgebaut, asphaltiert und nahezu flach. Man quert Straßen auf Brücken und kommt gut voran. Schon bald kommen wir an der Erzbahnbude an. Hier ist ein richtiges Drehkreuz entstanden, es geht weiter auf die Erzbahntrasse, die Kray-Wanne-Bahn geht dort ab oder man fährt hinab zu einem Friedhof. Die Erzbahnbude ist eine kleine Verkaufsbude mit Erfrischungen und „Gedöns“ davor ein paar Tische und schon hat man, bei gutem Wetter, einen der beliebtesten Treffpunkte in dieser Ecke.

Wir sind dann die Kray-Wanne-Bahn gefahren, am Naturschutzgebiet Alma vorbei weiter in Richtung Zollverein. In weiten Kurven wird der Radweg dann zur Zollvereinbahn und vorbei am einen oder anderen Förderturm sind wir Richtung Weltkulturerbe „Zeche Zollverein“ gefahren.

Genau richtig zum Grillanwurf in der dortigen Currywurstbude kamen wir an. Ein solcher Zufall MUSS ja genutzt werden. Und was genau wäre denn bitte eine Tour durch den Ruhrpott ohne eine Currywurst? Genau, ein Sakrileg. Das wollten wir natürlich nicht begehen. 😉

Ein bisschen teilen mussten wir allerdings. Als die eine Wespe merkte, wie gut das Essen hier ist, hat sie offenbar ihre Kumpels gerufen, es wurden dann doch noch ein paar mehr. Irgendwann blieb dann nur der Aufbruch.

Wenn ihr noch ein paar mehr Bilder zur Zeche Zollverein sehen wollt, schaut doch mal in meinen Blogbeitrag zu meinem ersten Besuch dort. HIER LANG.

Ein bisschen tröpfelte es, aber wir waren ja gestärkt von der guten Currywurst und kamen gut voran. Das nächste Ziel war der Einstieg in den RS1. Der Radschnellweg ist schon ein richtig geniales Projekt. Aktuell führt er von Essen bis nach Mülheim und das auf, nahezu, gleichem Niveau. Breit, Fußgängerinnen und Fußgänger und Menschen auf dem Rad sauber getrennt voneinander kommt man super gut voran.  Kein Autoverkehr und eine gute Infrastruktur zeigen sehr gut, wie entspannt die Fortbewegung auf dem Fahrrad sein kann.

Im Grunde ist er an vielen Stellen dann auch eine Bahntrasse, anders als auf den Wegen, die auf alten Bahnstrecken errichtet wurden, läuft der Schienenverkehr an vielen Stellen neben dem RS1 entlang.

Thomas bog in Mülheim ab und ich nahm den Rest bis Krefeld wieder allein unter die Räder. Ein Stückchen ging es noch über den RS1, über tolle Brücken querte ich dann die Ruhr. Danach ging es rechts rum und grob in Richtung Duisburg.

In Raffelberg habe ich die Ruhr dann wieder überquert, dieses Mal in die andere Richtung. Zuerst den Ruhr-Schifffahrtskanal, vorbei am Wasserkraftwerk Raffelberg, immerhin aus dem Jahr 1926.

Und dann über die Ruhr, welche hier an der Styrumer Ruhraue eine Schleife beschreibt, mit einem Blick zurück auf das Wassermuseum Aquarius, welches sich in einem ehemaligen Wasserturm befindet.

Unter den Eisenbahnbrücken, welche die Ruhrauen hier überspannen, führte mein Weg dann, dem Fluss meist folgend, in Richtung Duisburg und Ruhrmündung. Dabei ging es dann auch an der Schleuse Meiderich vorbei um letztlich an der Skulptur Rheinorange anzukommen.

Das Monument Rheinorange steht an der Ruhrmündung in den Rhein. Der Name ist ein Wortspiel, der Farbton heißt „Reinorange“. Es gibt einige Deutungen, eine davon finde ich ganz eingängig und passend, die Skulptur soll eine glühende Bramme, also einen Stahlrohling, symbolisieren. Auf jeden Fall ist es eine eindrucksvolle Landmarke in Duisburg.

Schiffe gucken geht von dort natürlich auch ganz prima. Die Hybrid hier zum Beispiel dreht vom Hafenmund und der Ruhrmündung weg und befährt den Rhein weiter. Das Schiff ist Baujahr 1985. Schiffe gucken hat auch irgendwie einen meditativen Effekt.

Weiter ging es in Richtung Rheinbrücke Neuenkamp. 1970 eingeweiht sieht sie ihrem Ende entgegen. Nebenan wird bereits die Nachfolgerin gebaut. 2023 soll sie fertig sein. Ich hab den Rhein aber noch auf dem Original überquert.

Die, noch recht neue, Blitzanlage auf der dortigen Autobahn scheint sich zu lohnen, es blitze auf meiner kurzen Fahrt über den Fluss drei Mal ;). Dabei ist das Teil dann doch recht auffällig. Nun ja, mich hat keiner fotografiert, ich konnte unbehelligt im Duisburger Stadtteil Homberg die Brücke verlassen und die letzte Etappe bis nach Krefeld in Angriff nehmen. Am Töppersee vorbei führte die Route dann zum Elfrather See und von dort nach Krefeld hinein.

Vom E-See, wie der Elfrather See hier oft genannt wird, bin ich zum Großmarkt gefahren, ein tolles Gelände mit Geschäften und guter Gastronomie. Ein Fahrradhändler hat sich jetzt einen alten Eisenbahnwagen der Hafenbahn vor das Gebäude setzen lassen. Das geniale Künstlerkollektiv Tubuku hat auch direkt Hand und Spraydose angelegt und somit etwas ziemlich einmaliges geschaffen. Der Wagen soll als Gin-Bar dienen.

Dort ging es natürlich nochmal auf die Promenade, ich liebe diesen Radweg einfach. Wie immer war das radeln dort herrlich. Am Ende habe ich einen kurzen Stopp eingelegt um mal zu schauen, ob vielleicht ein interessanter Zug in Richtung Mönchengaldbach und Viersen vorbeikommt. Hat auch geklappt, nach etwa 5 Minuten kam ein langer Autotransporter vorbei.

Eine kleine Kurve habe ich vor der Ankunft zu Hause noch eingebaut, zum einen wollte ich nochmal über den PopUp Radweg fahren, dessen Ende ist ja absehbar und dann bin ich auch mal wieder durch das Samtweberviertel gefahren.

Das Samtwebervirtel ist ein tolles Projekt in der Krefelder Südstadt. Gemeinsames Wohnen, Aktionen und tolle Gemeinschaftsaktionen. Auch hier, wie an vielen Stellen in der Stadt finden sich Kunstwerke des Künstlerkollektives Tubuku.

Tubuku-Werke findet man überall in Krefeld, es ist ne coole Sache, dass die Jungs die Stadt an so vielen Stellen etwas bunter machen. Also, geht mal gezielt auf die Suche nach der Streetart, es lohnt sich.

Nach etwas über 100 Kilometern war es das dann auch wieder. Eine wunderbare Tour durch den Pott und mein Krefeld. Wenn ihr Fragen habt, nur keine falsche Scheu. Ich habe Euch auch wieder ein Relive Video erstellt. Ich hoffe, es hat Euch gefallen.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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