Die Fähren, das Kloster und eine wunderbare Landschaft

Hallo zusammen,

eine gute Woche lang habe ich mich nicht aufs Rad gesetzt, man kommt ja zu nix. Heute ging es mal wieder in Grefrath los und, gerade nach den Erfahrungen aus Eindhoven in der letzten Woche, standen auch wieder die Niederlande auf dem Programm. Aber, der Reihe nach. Los ging es in Grefrath mit dem Bahnradweg. Auch wenn es heute wünschenswert wäre, es gäbe so manche Nebenbahn noch, ist die Konvertierung in Radwege immerhin das zweitbeste was passieren konnte ;). So kommt man, zwar mit einer Steigung, aber einer moderaten, recht bequem von Grefrath bis nach Kaldenkirchen.

Von Kaldenkirchen aus führte mein Weg dann zu einer alten Gerichtsstätte, dem Galgenvenn im Nettetaler Grenzwald. Der Name lässt vermuten, dass die Verhandlungen für den einen oder anderen Angeklagten durchaus recht, na sagen wir, final ausgingen. Von dem Schrecken vergangener Tage ist aber heute nichts mehr zu spüren, im Gegenteil. Wundervolle Waldwege, viele kleine Seen, etliche Pflanzen und Tiere haben sich angesiedelt und es ist, zumal an solch warmen Tagen wir in der letzten Zeit, wirklich angenehm dort.

Mitten im Wald piept das Handy, ein Blick zeigt die Nachricht des Anbieters KPN, ach ja, wie immer hat mich niemand beauftragt oder gar für diesen Beitrag bezahlt, ich mache das einfach so, also, das Handy piept und KPN begrüßt mich freundlich in den Niederlanden. Na dann ;). Über wundervolle Rad- und Feldwege geht es weiter in Richtung Maas. Unterwegs komme ich im kleinen, aber sehr schönen Örtchen Ronkenstein vorbei. Direkt dran liegt Reuver. Im ersten Örtchen radelt man an wunderschönen Häusern und einem Mühlenteich vorbei, herrlich.

Im Ort dahinter fiel mir aus dem Augenwinkel eine Feldbahn auf. Ausgestellt und nicht mehr im Betrieb, aber trotzdem spannend. Feldbahnen gab es lange Zeit in der Torfindustrie, aber auch bei anderen Firmen kamen diese kleinen, nicht öffentlichen Eisenbahnen zum Einsatz. Ein wenig Recherche erbrachte, wie ich finde, spannende Infos über das Ausstellungsstück. Baujahr war 1956 und ihr erster Einsatz war in der kleinen Gemeinde Mook, dann kam sie in eine Steinfabrik in Beuiningen und letztlich, 1986 in eine Ziegelsteinfarbik in Reuver. Seit 2010 steht sie nun dort als Denkmal. Schon irgendwie faszinierend.

Einige Kilometer weiter tauchte dann, am gegenüberliegenden Maasufer das Örtchen Kessel auf. Ziemlich markant sind die Pfarrkirche und das, wieder aufgebaute, Kastell. Auf ihrem Rückzug hat die Wehrmacht den Kirchturm gesprengt, um zu verhindern, dass er als Ausguck genutzt werden kann, und das dortige Kastell in Brand gesteckt.

Heute ist alles wieder aufgebaut und der Ort, der schon im 11 Jahrhundert erwähnt wurde ist einfach nur wunderschön. Wunderbare Häuser, ein verträumter Markplatz mit Cafés und eben Kastell und Kirchen machen einen Besuch dort absolut lohnenswert.

Über die Maas kommt man dort am elegantesten mit der Fähre. Wie an vielen Stellen in Limburg gibt es auch dort eine Fähre, welchen unglaublich günstig ist. Für schlanke 70 Cent habe ich die Seite gewechselt….und dem Fährmann meine Interpretation eines passenden Chris de Burgh Songs erspart 😉

Direkt hinter Kessel erstreckt sich ein schöner Radweg auf dem Maasdeich. Bei dem traumhaften Wetter heute machte das Rad fahren einfach nur Spaß und man konnte die Schönheiten der Natur wirklich in sich aufsaugen. Pferde, Möwen, Gänse und Schafe tummeln sich auf den Deichen und in den Auen und ab und an fährt ein kleines Boot über die Maas. Es ist vor Kitschigkeit schon schön 😉

Nächstes Etappenziel war das Klosterdorf Steyl, beziehungsweise erstmal Vergelt. Das liegt auf der Maasseite, auf der ich, nach der Überfahrt, jetzt war, Styel aber wieder auf der anderen ;). Also, die nächsten 70 Cent locker gemacht und wieder die Seite gewechselt. Ganz interessant fand ich die Tatsache, dass ein niederländischer Mazda MX 5 Club unterwegs war und man all die schicken Cabrios in zwei Etappen übersetzen musste. Da wurde es dann auch etwas voll auf der Fähre, klappte aber letztlich alles problemlos.

Während der Überfahrt blickt man schon auf die schöne Doppelkirche in Styel, wirklich sehenswert. Hier herrschte heute Mittag richtig Trubel, zum einen war das Dorf voll mit MX5 und deren Insassen, aber auch etliche Radler machten Pause oder starteten ihre Touren hier.

Von dort aus ging es, ich wiederhole mich, auch wunderbaren Radwegen weiter in Richtung Venlo. Aber halt, irgendwie sind eine Augen ja drauf konditioniert, habe ich da gerade das Hecker einer Fokker 50 in einem Hinterhof entdeckt? Jap, habe ich. Und das Ganze ist Teil eines wirklich genialen Projektes. Im sogenannten „Weltpavillion“ „fliegt“ der Bescuher mit der Fokker nach Nicaragua und kann sich in interaktiven Workshops das Leben dort ansehen. Klingt spannend, ich muss auf jeden Fall nochmal mit mehr Zeit dorthin.

So, jetzt aber weiter nach Venlo. Auf dem Deich, immer an der Maas entlang unterfährt man erst die Autobahn und dann die Straße nach Blerick und dann blickt man auf die zwei großen grünen Gummistiefel, die dort als Kunstobjekt stehen….standen!? Ich war ganz überrascht, die sind einfach weg. Schade, ich fand die ganz witzig. Nun ja, nach knappen 40 Kilometern war es Zeit für ein kaltes Getränk. In einer schönen Eisdiele, direkt am Fluss und an der Marina von Venlo gab es dann ne Coke.

Gestärkt wieder ab aufs Rad und weiter. Der Nationalpark De Maasduinen lockte mit ausgedehntem Wald, herrlichen Seen und wunderbaren Wegen mit natürlichem Untergrund. Im Wald spürte man den Wind nur leicht, die Abkühlung durch den Schatten war toll und auf den Böden ließ sich traumhaft radeln. Dieses Naturschutzgebiet ist wirklich klasse und absolut sehenswert. Entsprechend kamen mir auch die ein oder anderen Wanderer oder Radfahrer entgegen.

Über verschlungene Wege ging es dann weiter bis zum Segelflugplatz in Venlo, dort dann scharf links in Richtung Niederländisch/Deutsche Grenze. Am Parkplatz Tor 9 des ehemaligen Fliegerhorstes Venlo kam ich dann an und war somit wieder in Deutschland.

Am Schloss Krickenbeck vorbei ging es jetzt die letzten Kilometer der Tour an. Sind diese bis nach Hinsbeck, zwischen den Krickenbecker Seen noch sehr angenehm wird es dann, ab Hinsbeck bis rauf zur dortigen Kapelle richtig fies ;). Der Anstieg dort hat es, zumal NACH einer langen Tour wirklich in sich. Das Schöne ist, hat man es geschafft wird man mit einem laaaaaangen bergab Stück parallel zur Hinsbecker Straße belohnt. Einmal angetreten rollt man bis nach Grefrath hinein. Wirklich herrlich ;).

Und damit endet eine weitere Tour in unsere wunderschöne Ecke hier unten. Ich liebe diese Abwechslung, Stadterlebnis in Krefeld, perfekte Radinfrastruktur in Eindhoven, herrliche Natur an der Maas. Es ist schon toll hier. Wie fast immer habe ich Euch noch einen kleinen Relive Clip angehängt und ich hoffe natürlich, die Tour hat Euch gefallen. Wenn ihr Anregungen für eigene Radtouren gekriegt habt, umso schöner.

Danke fürs mitlesen und einen schönen Tag wünsche ich Euch.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Die Fähren, das Kloster und eine wunderbare Landschaft

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