Eindhoven. Der Flughafen, der Ring und die Wassermühle

Hallo zusammen,

wieder im Alltag angekommen nach drei Wochen spannendem und abwechslungsreichem Urlaub. Die Woche war ziemlich stressig, so das ich kaum auf dem Rad war. Das habe ich heute geändert. Schon seit einiger Zeit wollte ich mal in Eindhoven fahren, in einigen Publikationen hatte ich vom sogenannten „Hovenring“ gelesen, einem über der Straße schwebender Kreisverkehr für Radfahrer. Sowas muss man ja mal gesehen haben. Also das Rad aufs Auto und ab nach Eindhoven. Geparkt habe ich am Spotterparkplatz direkt am Flughafen Eindhoven. Früher war ich öfter mal da, es gab immer interessante Flieger zu sehen, mittlerweile komme ich kaum noch dazu. Umso mehr habe ich mich gefreut, ein volles Vorfeld zu sehen und einen, offenbar ganz gut, funktionierenden Flughafen.

Dann ging es aber los in Richtung Eindhoven Zentrum. Ich weiß, ich schwärme hier eigentlich immer über das niederländische Radwegesystem, aber auch heute kommt ihr daran nicht vorbei. Direkt vom Flughafen aus fuhr ich durch den, noch recht neuen, Stadtteil Meerhoven, und was soll ich sagen, natürlich gab es hier perfekt ausgebaute Radwege. Ich hänge Euch am Ende dieses Postings mal wieder einen GPS Track an, fahrt die Strecke nach, es ist wirklich ein gänzlich anderes Radeln als hier in Deutschland. Das merkt man eben auch am Hovering, meinem ersten Ziel nach dem Start.

 

Für sportliche 11 Millionen Euro hat man dort über einige stark befahrene Straßen einen schwebenden Kreisverkehr gebaut. 4.000 bis 5.000 Radfahrern nutzen das Bauwerk täglich und nachdem ich heute zum ersten Mal selbst drüber geradelt bin, kann ich Euch sagen, ich bin begeistert. Die Rampen sind ziemlich lang, dadurch ist die Steigung moderat und auf dem herrlich ebenen Asphalt fährt es sich wunderbar.

Der Abschwung in Richtung City ist das quasi das Sahnehäubchen. Was mir in den Niederlanden schon öfter, in Eindhoven aber ganz besonders aufgefallen ist, ist die bevorzugte Grünphase für Radler. An allen Ampeln bekommt man einige Zeit eher grünes Licht als der Autoverkehr oder die Fußgänger. Dadurch kommt man sich nicht in Quere, gute Sache. Überhaupt ist die Stadt eine Fahrradstadt, viele Abstellmöglichkeiten, viele Schutzstreifen oder direkt eigene Radwegesysteme und eben sehr gut geschaltete Grünphasen.

Wer öfter in den Niederlanden unterwegs ist, der wird schon bemerkt haben, dass Architektur und Design dort, gerade in den Großstädten, ein wichtiges Thema ist. Auch in Eindhoven gibt es viele spannende Gebäude zu sehen, eines der markantesten dürfte wohl das Evoluon sein. Das Teil sieht aus, als wäre ein riesiges UFO mitten in der Stadt gelandet. Lange Zeit war es ein Museum mit, für die damalige Zeit, revolutionärem Konzept, nämlich ein Mitmachmuseum. Heute bieten viele Museen die Möglichkeit, Dinge haptisch auszuprobieren, das Evoluon war in in den 70er und 80er da seiner Zeit weit voraus.

Aktuell wird es wohl als Studio und „Eventlocation“ genutzt. Apropos Event. Mitten in der Stadt, ganz nah am Hauptbahnhof liegt auch das Stadion des PSV Eindhoven. Ähnlich wie in Deutschland die „Werkself“ aus Leverkusen, liegen auch beim PSV die Anfänge in einer Werksmannschaft. Philips hatte, neben anderen Sportarten eben auch eine Fußballabteilung unterstützt und heute ist der PSV Eindhoven, neben Ajax und Feyenord, also Amsterdam und Rotterdam, wohl der erfolgreichste Club der Niederlande.

Kunst im öffentlichen Raum, auch immer ein Thema in den Niederlanden. Zum einen findet man ein komplettes Bowlingset, inklusive Pins und Kugel mitten in der Stadt, zum anderen gibt es tolle Streetart.

Führt der Hovenring über einige Straßen, gibt es in der Nähe der Eisenhowerlaan einen Bereich, bei dem sich mehrere Radwege unter dem Straßenniveau treffen. An den Rampen hinab und hinauf gibt es richtig, richtig coole Streetarts zu bewundern. Ein weiterer Vorteil des Fahrrades, mit dem Auto siehste davon nämlich gar nix. Und anhalten ist da auch schwierig. Mit dem Bike kann man bequem Halt machen und sich in Ruhe die Bilder anschauen. Wie gesagt, ihr kriegt meinen GPS Track, das hier lohnt wirklich.

Dann ging es an einem Gymnasium vorbei, durch einen Park. Auf dem Navi bei komoot war dort ein See eingezeichnet, in der Realität lag dort ein kuschelndes Pärchen an etwas, das ein wenig aussah wie die Oberfläche des Mars…auch in den Niederlanden war es in den letzten Wochen ziemlich heiß und ziemlich dürr. Auch heute war es warm, glücklicherweise auch windig, aber, schaut man sich diese Foto hier an, welches ich an einem Bahnübergang gemacht habe, während ich auf die Vorbeifahrt des Zuges gewartet habe, dann sieht man auch, es flimmerte ganz schön im Hintergrund, immerhin, auch heute hatte es wieder 29 Grad…

Nächstes Ziel war die Sint Martinus Kerk, wenn man schon ne Kirche hat, die dem heiligen Martin geweiht ist, kann man ja auch mal kurz Pause machen ;). Im Ernst, die Kirche war zwar interessant, immerhin Baujahr 1890, aber die Frittenbude gegenüber war jetzt auch nicht schlecht.

Ja und dann, dann hatte ich etwa die Hälfte meiner Tour rum und es wurde zusehends ländlicher. Nach wie vor einfach wunderbare Radwege, aber immer weniger städtisches Umfeld und zwischendurch ging es sogar durch den Wald.

Einfach schön. Bei der Planung meiner Tour hatte ich mir als letztes, größeres Ziel, vor der Rückfahrt noch die Wassermühle in Opwetten ausgesucht. Deutlich älter als die Kirche stammt dieses Baumwerk aus dem Jahre 1764 und ist die Wassermühle mit dem größten Mühlrad in der Region. 9,3 Meter Durchmesser ist auch recht ordentlich. Früher wurde dort Öl und Mais gemahlen, aber auch ein Sägewerk betrieben. Heute beherbergt sie ein Restaurant. Auf jeden Fall lohnt auch hier ein Abstecher, die Landschaft drumherum ist wirklich sehenswert.

Noch knappe 10 Kilometer, dann war ich wieder am Flughafen. An einigen interessanten Parks kam ich noch vorbei, überall nutzen Menschen den herrlichen Sonntag und badeten in Seen, so denn noch welche da waren, oder warfen das ein oder andere Fleisch auf den Grill. Geruchsmäßig echt eine Herausforderung da tapfer weiter zu radeln. 😉 Ein Trip durch die Niederlande, so ganz ohne Windmühle, das geht ja eigentlich auch nicht. Glücklicherweise stand dann da ganz kurz vor meinem Ziel noch eine am Straßenrand.

Und dann war meine Ausflug auch schon zu Ende. Am Parkplatz war mittlerweile eine Versorgungswagen aufgefahren, Eis, Fritten, Cola….die typische niederländische „Erste-Hilfe-Station“ an heißen Tag auf einem Flughafenparkplatz. Zeitgleich mit mir kam noch diese Ryanair 737 angeflogen.

Natürlich waren wieder alle Namensnennungen hier unbeauftragt und unbezahlt und können maximal als Empfehlung gelten. Empfehlen kann ich Euch auf jeden Fall auch mal in der Ecke zu radeln. Tolle Radwege, nette Menschen und unglaublich viel zu sehen und zu entdecken. Hier folgt jetzt noch der Relive Clip und die versprochenen GPS Daten.

GPS Daten für die Tour

Ich hoffe, es hat Euch gefallen und ihr habt vielleicht die ein oder andere Anregung erhalten 😉
Euer Martin

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.