Es riecht nach Frühling – die Sonne für eine Radtour genutzt

Hallo ihr Lieben,

endlich wieder auf dem Rad, endlich wieder Sonne. Am Mittwoch habe ich spontan die Chance genutzt und eine kleine Runde „um den Block“ gedreht. Kaum war das Rad aus der Wohnung und ich unterwegs, sprang mich quasi der Frühling an. Im Stadtgarten blühen Krokusse und die Sonne schien von einem blauen Himmel. Herrlich.

Im krassen Kontrast zu den blühenden Blumen steht der Abriss des Hochbunkers auf der Inrather Straße. 1942 errichtet, weicht er jetzt 20 Sozialwohnungen. Der Abriss an sich ist ein ziemliches Spektakel, sowohl für die Augen, als auch für die Ohren. Das Hämmern der Gerätschaften ist kilometerweit zu hören und wenn man daneben steht, fühlt man sogar die Vibrationen im Boden. Schon beeindruckend.

Mein eigentliches Ziel war Hüls, da ich aber nicht auf dem kürzesten Wege radeln wollte, habe ich mich erstmal in Richtung Osten gewandt und bin durchs Kliedbruch gefahren. Was ein bisschen nach schmerzhaftem Sexunfall klingt, ist in Wirklichkeit eine ehemaliges Sumpfgebiet. Heute stehen dort Häuser und es liegt in der Nähe der Niepkuhlen. Wasser ist allerdings immer noch ein Thema.

Nach den vielen grauen und regnerischen Tagen der letzten Wochen habe ich das viele Sonnenlicht buchstäblich aufgesogen, sagte ich schon, dass es einfach herrlich war, zu radeln 😉 .

Die Niepkuhlen sind eigentlich eine Altrheinrinne. Was früher mal ein Fluss war, ist heute in zusammenhängendes Naturschutzgebiet, bestehend aus etlichen Tümplen, Seen und Bachläufen. Die Ecke ist wirklich wunderschön und ich kann euch nur empfehlen, dort mal spazieren zu gehen, oder so wie ich hier, zu radeln.

Über den Hermann-Kresse-Weg führte mich meine Tour weiter in Richtung Krefeld Traar. Übrigens ein weiterer Beweis dafür, dass die immer mal wieder kolportierte Aussage, man könne in Krefeld kein Rad fahren Blödsinn ist.

Ein Blick auf die Mühle am Egelsberg muss sein, wenn man schon da oben rumradelt. Die Idee hatten am Mittwoch viele, eine große Gruppe Radelnde hat dort ein Päuschen eingelegt und dabei dem Treiben auf dem direkt daneben liegenden Flugplatz zugeschaut.

Würde man die Aussagen einer Krefelder Ratsgruppe für bare Münze nehmen, würde man dort heute noch auf die vielen Privatjets warten, die dort landen. Das ist genauso Blödsinn, wie die Aussagen mit dem unmöglichen Radfahren. Segelflugzeuge und ab und an mal ein kleines Motorflugzeug gibt es aber zu entdecken.

Um große Flugzeuge mit Strahltriebwerken am Egelsberg zu sehen, muss man schon gerade nach oben und sehr hoch schauen. Der A380 von Emirates war unterwegs nach Dubai.

Weiter ging es auf dem Rad in Richtung Hüls. Ab und an ist man ja überrascht, was man so alles entdeckt, wenn man mit offenen Augen unterwegs ist – andererseits, früh genug vorbereitet zu sein, kann ja nicht schaden, und Weihnachten kommt immer so plötzlich.

Mit einem Blick zurück auf die Mühle, das Flugzeug da ist übrigens ein, spritsparender, Airbus A320neo der British Airways auf dem Weg nach London. Ebenfalls nicht am Egelsberg, sondern in Düsseldorf gestartet 😉 .

Auf der Fahrt in Richtung Hüls bin ich am Hülser Berg vorbeigekommen. An der Endhaltestelle des Schluff, unserer historischen Dampfeisenbahn in Krefeld, herrschte aber Stille, ich glaube, die Saison startet im Mai.

Alles andere als ruhig war es dann in Hüls. Es wimmelte vor Menschen, die alle das gute Wetter genutzt haben, Cafés waren voll und vor der Eisdiele bildete sich eine lange Schlange.

Es war der erste Öffnungstag und das bei diesem Wetter, perfektes Timing würde ich sagen. Ich habe kurz überlegt, ob ich mich anstellen soll, aber, sagen wir es so, die 45 Minuten haben sich gelohnt – das erste Eis des Jahres 😉 .

Langsam zog der Abend heran, ich habe dann die letzten Kilometer unter die Reifen genommen. Welch herrliches Licht.

Das Geschnatter der Zugvögel war bis zum Boden zu hören, während sie in faszinierenden Formationen am Himmel entlang zogen. Eine Rückkehr lohnt sich, wir haben es schon verdammt schön hier.

Die Tour endete mit kreativen Werbeschaffenden…

…und einem Weihnachts-Ernie am Straßenrand. Keine Ahnung wo er herkommt und warum er da saß.

Frostpendeln

Die Tour war auch gleichzeitig mein Abschluss der Aktion „Frostpendeln“. Bei knapp 15 Grad wurde es auch Zeit, dass die Aktion endet 😉 . Ganz ohne eine moralische Keule oder permanente Hetze gegen Menschen in Autos, wie man es unter dem Hashtag #Frostpendeln, gerade in Netzwerken wie Mastodon, häufig findet, habe ich im Aktionszeitraum, November 2025 bis Februar 2026, gute 1.480 Kilometer auf dem Rad zurückgelegt. Ganz ähnlich wie beim Stadtradeln, ist es die Begeisterung am Radfahren und an der Statistik, die mich dieses Mal hat mitmachen lassen.

Außerdem habe ich mich dem „Team Chaos“ angeschlossen. Das Team hat meine Bekannte Sabrina ins Leben gerufen und so haben wir zusammen Kilometer gesammelt und Spaß gehabt. War ne schöne Sachen, mache ich Ende des Jahres, wenn nix dazwischen kommt, auf jeden Fall wieder mit.

Und das soll es dann auch schon wieder gewesen sein. Am 1. März war meteorologischer Frühlingsanfang, dass lässt mich darauf hoffen, dass es jetzt ein paar mehr solcher Tage wie diesen hier gibt. Es war eine schöne Runde, knappe 30 Kilometer, an der frischen Luft unter blauem Himmel. Gern mehr davon.

Wie immer hoffe ich, es hat Euch gefallen und wenn ihr Fragen habt, nur keine falsche Scheu. Gebt Acht auf Euch, seid nett zu Euren Mitmenschen und habt eine gute Zeit.

Euer Martin

 

2 comments

  1. Ich war leider kränklich im Januar und Februar, konnte daher nur im November und Dezember zu Frostpendeln etwas beitragen, aber seit gestern fahre ich auch endlich wieder mit dem Rad, das hat mir dann doch schon gefehlt.

    1. Das glaube ich. Für mich ist das Radfahren tatsächlich auch Ausgleich und super wichtig. Dann wünsche ich Dir jetzt auf jeden Fall einen tollen Start in die Saison.

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