Route 51 – am Niederrheinischen Radwandertag von Krefeld nach Kempen

Hallo ihr Lieben,

es geht mal wieder auf Tour und wenn ihr mögt, nehme ich euch gern mit. Unbezahlt und unbeauftragt natürlich. Dieses Mal bin ich eine ausgearbeitete Route gefahren. Das mache ich ja sonst nicht, ich stelle mir meine Touren immer selbst zusammen. Das planen ist für mich bereits ein großer Teil des Erlebnisses. Dieses Mal war das allerdings anders, ich habe am Niederrheinischen Radwandertag teil genommen.

Niederrheinischer Radwandertag

Die Veranstaltung gibt es bereits seit 1992 und das Konzept ist so einfach wie genial. Quasi am gesamten Niederrhein machen Kommunen mit und es werden Routen entwickelt. Zwischen 20 und 70 Kilometer sind solche Touren lang und an den Knotenpunkten gibt es dann immer ein bisschen Entertainment, was zu futtern und einen Stempel. Hat man auf einer Stempelkarte drei Stempel gesammelt, kann man an einer Verlosung teilnehmen. Nette Sache so alles in allem. Ich habe mich für eine Tour nach Kempen entschieden und bin als erstes in Richtung Krefeld Uerdingen aufgebrochen. An der Dionysiuskirche vorbei ging es in Richtung Osten los.

Coole Streetart haben wir in Krefeld mittlerweile ja an einigen Stellen, an der Uerdinger Straße geht es sogar zurück in die Zukunft 😉 .

Über gut zu radelnde Fahrradstraßen ging es dann nach Bockum, ein Blick zurück auf die Diokirche und dann über einen schönen geschlängelten Radweg weiter nach Uerdingen.

An der wirklich schönen Turmholländer-Windmühle in Uerdingen vorbei ging es dann in Richtung Werft und Startpunkt der Tour nach Kempen.

Nach einem kurzen Gequatsche mit Menschen vom ADFC und einer Kollegin vom Stadtmarketing ging es dann los, inklusive der Stempelkarte 😉 .

Richtig charmant am Radwandertag sind die Markierungen. Man braucht kein Navi und auch keine Ortskenntnis, die Touren haben Nummern und diese Nummern sind auf den Boden gemalt. Wenn man ein wenig aufmerksam ist, kann man sich nicht verfahren. Tolle Sache.

Meine Nummer war die 51, wer sie nachfahren möchte, die Routen gibt es noch auf der Webseite, die Markierungen im Stadtbild verschwinden aber so langsam. Webseite Radwandertag. Vorbei an der Sankt-Heinrich-Kirche ging es dann in Richtung Naturschutzgebiet Flöthbach und Hüls.

Die Strecke wurde ländlicher, bei dem Wetter war das radeln einfach ein Genuss. Es waren etliche Menschen auf Fahrrädern unterwegs, das Wetter und der Radwandertag sorgten wohl für Radellaune.

Kurz vor Krefeld Hüls bin ich dann nach Westen in Richtung Kempen abgebogen. Dabei habe ich auch die Schluff-Trasse überquert.

Der Schluff ist Krefelds historische Dampfeisenbahn. Der Spitzname kommt vom schluffenden Geräusch der Lokomotive. Aktuell ist die wunderschöne Dampflok auch jeden Sonntag unterwegs, während des Radwandertages stand sie allerdings mit einer defekten Pumpe auf einem Abstellgleis. Der Zug fuhr trotzdem, allerdings gezogen von einer Diesellokomotive. Auch nett.

Das wirklich schöne Gut Heimendahl war dann der nächste Halt. Hier sollte es einen Nachmittag rund um das Thema Ritter geben. Turniere, Speisen und Musik. Als ich ankam war die Schlange so lang, dass ich mir die Gebäude angeschaut habe und mich fix wieder auf meinen Sattel geschwungen habe.

Nur wenige Kilometer weiter liegt Kempen. Die dortige Stempelstelle war schön eingerichtet. Direkt neben der Burg gab es Infostände, ein bisschen was zu futtern und die Feuerwehr war vor Ort. Eine kleine Geräteschau und die Jugendfeuerwehr hatte Spiele für Kinder aufgebaut. Das alles meist im Schatten. Herrlich.

Wenn man schon bei strahlendem Sonnenschein im wunderschönen Kempen ist, dann muss man auch ein Eis am Markt essen. Da es dieses Gesetz nun mal gibt, habe ich mich selbstverständlich auch vorbildlich daran gehalten. 😉

Abgekühlt und gestärkt ging es zurück auf den Sattel, vorbei am Kempener Bahnhof. Dort wurde Anfang Juli bei meiner Tour, und heute immer noch, gebaut. Die Bahnstrecke bekommt neue Gleise und neue Signaleinrichtungen. Dazu war ein Bauzug vor Ort. Schon beeindruckend zu sehen, wie tief das Gleisbett aussieht, wenn keine Gleise und kein Schotter drin liegen.

Gezogen wurde der Zug von einer V100 von Deutz. Die Lokomotive ist seit 1962 im Einsatz. Beeindruckend, finde ich.

Aus Kempen hinaus führte die Route mich dann in Richtung Tönisberg. Zwischen Feldern hindurch, ab und an mal durch kurze Waldstücke war das fahren mit dem Rad einfach ein Genuss. Immer wieder habe ich andere Radelnde getroffen. Eine schöne, friedliche Stimmung lag irgendwie über allem. Sehr angenehm.

Zweimal habe ich dann die Autobahn A40 passiert, einmal via Brücke, mit Blick auf das Fördergerüst in Tönisberg…

…und einmal kurz drauf durch eine Unterführung. Da wurde man sogar am Brückenpfeiler gegrüßt, wenn auch leider nur die männlichen Radfahrenden 😉 .

Vorbei an einem ganz wunderbar bemalten Trafohäuschen führte mich die Route 51 dann aus Tönisberg hinaus wieder zwischen die Felder.

Ab und an konnte ich auch ein wenig „Landmaschinen-Spotting“ betreiben. Durchaus auch faszinierende Maschinen.

In einem Bogen führte mich der Weg dann am Hülser Berg vorbei in das Naturschutzgebiet Niepkuhlen. Ein ganz kurzes Stück bin ich über den Grafschafter Rad- und Wanderweg gefahren, bevor ich dann am Flugplatz Egelsberg angekommen bin.

Weithin sichtbar ist auf dem Egelsberg die Windmühle. Toll restauriert erstrahlt sie in weißem Glanz und bietet mit den Bänken am Turm eine tolle Rastmöglichkeit.

Am Flugplatz vorbei ging es dann zurück nach Krefeld Uerdingen. Damit war die Runde 51 dann komplett.

Da ich ja nur aus „Spaß an der Freude“ mitgefahren bin, habe ich nicht an der Verlosung teilgenommen, sondern bin zurück noch an Haus Lange und Haus Esters vorbei gefahren. Die beiden Bauhausvillen beherbergen Teile der Ausstellung der Kunstmuseen Krefeld und im Gartenhaus startete an diesem Sonntag eine kleine aber feine Gastronomie. Das hat schon was, im Garten einer Villa zu sitzen und eine leckere Waffel zu essen.

Am Rathaus vorbei habe ich die letzten Meter dieses Radwandertages unter die Räder genommen. Was soll ich sagen, schön war es.

Und das war es dann auch schon wieder. Erneut eine Tour durch heimatliche Gefilde, die mir wieder gezeigt hat – is schon verdammt schön hier 😉 .

Ich habe noch einen Relive-Clip für euch und wie immer gilt natürlich, wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Ansonsten bleibt mir euch alles Gute zu wünschen, fahrt immer vorsichtig und achtet auf eure Mitmenschen. Bis zur nächsten Tour…

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

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