Der Berg, das Wasser und die Begegnung

Hallo Leute,

es ging wieder aufs Rad. Nach wie vor läuft die Aktion STADTRADELN in Krefeld, auch wenn die dazugehörige Website das nicht immer so tut ;), und da heißt es dann eben, ab in den Sattel und Kilometer machen. Wobei ich natürlich auch ohne die Aktion gern und viel auf dem Rad sitze. Aber, vielleicht gibt es die Portion extra Motivation. Am Sonntag hatte ich mir also wieder eine längere Tour vorgenommen, das Ziel war erstmal Duisburg und dann mal schauen. Der erste Teil der Tour war im Grunde so ähnlich wie der bei meiner Fahrt nach Essen neulich, wieder ging es in Richtung Uerdingen.

Einen ganz kurzen Halt in der Brennerei Dujardin habe ich eingelegt, die Sonne stand so schön auf den Kesselwagen. Eine spannende Geschichte hat dieses Traditionsunternehmen schon hinter sich. Wusstet ihr, dass sie ein eigenes Schiff hatten, welches Wein aus Frankreich direkt nach Krefeld brachte. Immer 400.000 Liter pro Fuhre. Da sag ich mal: Prost 😉 Heute ist im Innenhof ein schöner Biergarten und ich habe da auch schon im Open Air Kino gesessen….TOP GUN war das damals ;). Nun ja, für mich ging es nach dem Halt weiter in Richtung Duisburg, vorbei am Chempark und immer entlang des Rheins.

Ähnlich wie beim letzten Mal, war auch am Sonntag die „Brücke der Solidarität“ mein nächstes Ziel. Dort wollte ich den Rhein queren und dann weiter nach Duisburg radeln. Vorbei am Logport und der großen Fläche, auf der die Neuwagen geparkt werden, welche dort verschifft werden oder ankommen. Außerdem waren die Mitarbeiter, trotz eines Sonntages, mit ihrer Diesellokomotive fleißig unterwegs.

Dieses Mal ging es für mich aber direkt nach der Überquerung rechts ab in den Rheinpark. Das war für mich, ich konnte es auch kaum glauben, das erste Mal, dass ich dort war. Nachdem jahrelang die Industrie den Weg ans Wasser blockierte, kann man dort heute in einem ausgedehnten Park Schiffe gucken und spazieren gehen, es gibt eine große Sandfläche und Sitz- und Liegemöglichkeiten.

Vom Park aus hatte ich mir den Ehrenfriedhof auf dem Kaiserberg als Ziel gesucht, bin aber erst an einem Wasserturm vorbeigefahren, den ich dann doch recht spannend fand. Der Turm wurde 1916 zwischen Hochfeld und dem Duisburger Hauptbahnhof gebaut um Dampflokomotiven mit Wasser zu versorgen. Als diese Aufgabe in den 60ern so langsam obsolet wurde, legte man ihn still. Zwei türkische Brüder haben das ihn schließlich umgebaut und heute beherbergt er Büroräume und ein Café in der obersten Etage. Der Aufstieg lohnt, der Blick ist beeindruckend.

Dann aber weiter in Richtung Zoo und Kaiserberg. Dort erstreckt sich auch der Duisburger Wald, bei der Wärme wirklich angenehm dort zu radeln. Zumindest solange, bis es rauf auf den Kaiserberg ging. Der ist nämlich tatsächlich ein Berg ;). Oben angekommen gab es dann die Kriegsgräberstätte zu sehen. Sehr eindrücklich….und es macht nachdenklich. Viele Menschen sollten an solche Orte kommen und mal über die Sinnlosigkeit von Kriegen nachdenken.

Schön war dann der Abschwung hinunter an die Ruhr. Erst recht steil und dann sanft führte der Weg am Schnabelhuck vorbei zur Ruhbrücke. Und wieder ging es über einen Fluss.

Wenige Meter später führte mein Weg noch ein paar weiter nach unten und ich radelte parallel zum Rhein-Herne Kanal nach Oberhausen. Knappe 45 Kilometer ist der Kanal lang, ich bin tatsächlich nur bis zur Schleuse nach Lirich gefahren. Dort habe ich dann den Kanal überquert und hab mir eine Schleusung angesehen. Immerhin 4,10 Meter werden dort überwunden. Das ist schon immer spannend anzusehen, finde ich.

Nach der kurzen Pause bin ich dann an meinem Elternhaus vorbeigefahren und habe dann Kurs auf Duisburg-Walsum gesetzt. Von Neumühl ging es in den Duisburger Stadtteil Hamborn. An meiner alten Schule, dem Stadtbad, der Rhein-Ruhr-Halle und dem Amtsgericht vorbei immer weiter nach Walsum und somit wieder an den Rhein.

Da man in Walsum wohl gerade ein neues Hafenbecken baut, gibt es eine Straße, welche ich befahren wollte, leider nicht mehr, und so musste ich umdrehen und ein Stückchen zurrückfahren. Dafür kam ich dann aber an der Verwaltung der Sinalco vorbei. Ab und an trinke ich die Brause auch mal ganz gern, das ist hier jetzt aber keine bezahlte oder beauftragte Werbung, sondern einfach eine Meinung. Funfact am Rand, wisst ihr, warum Sinalco so heiß, wie sie heißt? Da die Firma alkoholfreie Brause anbietet, stammt der Name aus dem Lateinischen…. sine alcohole….ohne Alkohol. 😉

Am großen Kraftwerk in Walsum vorbei ging es bergan auf den Rheindeich, aber nur wenige Meter, dann schlängelt sich die Zufahrt zum Fähranleger hinab bis ans Wasser. An einem Sonntag, zumal bei diesem Wetter, war es an der Fähre zwischen Walsum und Orsoy richtig voll und ich war froh, dass ich noch aufs Schiff kam. In wenigen Minuten wurden wir, zusammen mit vier Autos, an das andere Rheinufer gefahren. Für 2 Euro hätte ich die Strecke nicht schwimmen können 😉

Auf der anderen Rheinseite ging es dann durch das schöne Orsoy und dann weiter in Richtung Rheinberg. Rheinberg hat schon einen wichtigen Anteil an meiner Vergangenheit, dort habe ich meine Ausbildung gemacht und somit eine Menge Zeit verbracht. So gesehen war die Radtour dorthin auch ein bisschen eine Reise in die eigene Vergangenheit. Rheinberg ist ein schönes Städtchen und leckeres Eis gibt es dort auch ;). Kurz hinter dem Ortsschild gab es dann eine unerwartete, aber wirklich schöne Begegnung. Die Dame, die mir da mit einer Freundin entgegenkam, kam mir dann doch merkwürdig bekannt vor. Nach einer kurzer Vergewisserung war klar….da musste bis nach Rheinberg radeln, damit du Deine Mutter triffst ;). Sie war auf einer Radtour nach Alpen und jetzt auf dem Weg zurück nach Hause. Womit wieder mal bewiesen wäre….die Welt ist ein Dorf 😉

In Rheinberg selbst habe ich dann dem Drang nach einem Eis nachgegeben und bin dann zum Pulverturm geradelt um Pause zu machen. Es ist dann schon immer wieder faszinierend, wenn man im Jahr 2018 an einem Gemäuer sitzt, welches 1298 fertiggestellt wurde. Die Nutzung war zwischendurch eine andere, etliche Generationen haben hier gelebt und der Rhein hat sein Bett verändert….und die Steine stehen immer noch….

Von Rheinberg aus hieß das nächste Ziel Kamp-Lintfort. Wenn ihr Euch das Relive Video anschaut, seht ihr….ich hab mich da derb verfahren ;). Der Weg sah echt nicht schlecht aus, aber plötzlich war da ein Baggersee und der Weg zu Ende. Also zurück und die nächste rechts….der Weg wurde immer sumpfiger und düsterer und irgendwann stand ich so halb auf einem Betriebsgelände…das konnte so auch nicht richtig sein…also, wieder zurück und dann ab auf die Straße….netter Umweg, aber völlig sinnfrei 😉

So langsam ging mir der Akku des Handies, die Puste und die Lust aus….also auf direktem Wege zurück nach Krefeld. Eine kleine Rast an einer Tanke um die Getränkevorräte nachzufüllen und dann weiter.

Als ich den Grafschafter Rad- und Wanderweg kreuzte habe ich mich rechts gehalten und bin zur Schluff-Endhaltestelle gefahren. Von dort aus ging es am Umweltzentrum vorbei, bei dem man immer wieder in den tollen Malereien an den Häuserwänden versinken kann. Das ist einfach richtig schön dort. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall. Ich war ja schon einige Male dort, so das ich heute nur vorbeigedüst bin.

Pünktlich mit der Ankunft am Ausgangspunkt war der Handyakku erschöpft und ich hatte meine 100 Kilometer zusammen. Eine schöne, wenn auch am Ende anstrengende Tour war das. Als Fazit bleibt das, was ich schon seit einigen Touren weiß….wir haben es schon verdammt schön, spannend und interessant hier in unserer Region. Gerade eine Erschließung mit dem Rad lohnt sich.

Wer mag, kann sich hier noch den Relive Clip ansehen und ansonsten hoffe ich, es hat Euch gefallen, quasi Beifahrer zu sein 😉

Euer Martin

 

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