Der Wind, die Stempel und die 100 Kilometer-Marke

Hallo zusammen,

beim letzten Blogeintrag habe ich Euch versprochen, dass da noch eine Tour kommt. Um die soll es heute gehen. Am vergangenen Sonntag, also dem 1. Juli 2018, fand in unserer Region der 27. Niederrheinische Radwandertag statt. Das ist jedes Jahr eine ziemlich coole und große Sache. Die Niederrhein Tourismus Gmbh, von der ich für diesen Blogbeitrag übrigens weder bezahlt noch beauftragt bin, was natürlich genauso für alle anderen Firmen und Geschäfte gilt, die ich erwähne….sollte es jemals anders sein, gebe ich Laut, aber zurück zum Thema, also, die Niederrhein Tourismus GmbH kümmert sich darum, dass Restaurants eingebunden sind und das die Strecken markiert werden. Man hat auf der Webiste eine riesen Auswahl an Routen am ganzen Niederrhein. In diesem Jahr fiel der Radwandertag genau in das Stadtradeln Krefelds, so das das Stadtmarketing die Chance genutzt hat und ein Stadtradeltreffen ausgerufen hat. Das fand an der Rhine Side Gallery in Uerdingen statt. Da passte es für mich genau, dass man von dort aus gleich zwei Touren starten konnte, eine kurze nach Kempen und eine lange Kreisfahrt von knappen 100 Kilometern. Letztere wollte ich in Angriff nehmen und bin erstmal in Richtung Uerdingen aufgebrochen.

Pfosten, die mit LKWs Radwege zuparken gibt es offenbar auch an einem Sonntag 😉 Geht ja schon gut los…

Rhine Side Gallery

Nun ja, nach knappen 8 Kilometern schwenkte ich dann auf die Rhine Side Gallery ein. Schon auf dem Hinweg merkte man, es ist ganz schön windig und es wird immer wärmer. Rund um die RSG tummelten sich einige Stände, das Stadtradeln war da, unser veganes Lastenrad, das Rädle, baute gerade auf und natürlich gab es einen Stand der Stadt Krefeld, an dem man seine Stempelkarte bekommen konnte. Das ist nämlich eine Besonderheit des Radwandertages, an viele Stellen gibt es Stempelmöglichkeiten, damit man als Radler seine Tour dokumentieren kann. Hat man zwei Stempel beisammen, kann man an einer Tombola teilnehmen. Wollte ich nicht, ich wollte lieber sammeln ;). Bevor es dann endgültig los ging, habe ich noch ein Video aufgenommen, zum einen für die Nutzer der Facebookseite der Mediothek und die dortigen Team-Mitglieder beim Stadtradeln, aber ganz besonders für Frank. Frank hat mal bei uns gearbeitet und ich habe ihm diese Tour gewidmet. Wieso und warum….könnt ihr Euch im Clip ansehen…

Dann ging es aber endlich auf die Reise. Meine Tour hatte Nummer 50 und was soll ich sagen, die Ausschilderung und Kennzeichnung war wirklich vorbildlich. An großen Kreuzungen fanden sich Pfeile und die Tournummer, an jeder noch so kleinen Abzweigung auf jeden Fall ein Pfeil. Wirklich klasse gemacht. Auch die Auswahl der Strecken war toll. Meist abseits der großen Hauptstraßen schlängelte man sich über Wirtschaftswege und durch ruhige Wohngebiete voran.

Meerbusch Büderich

Über den Rheindeich führten die letzten Kilometer zum ersten Etappenziel, Meerbusch Büderich. Ich war schon recht glücklich, als ich dort ankam, es herrsche nämlich ein permanenter und übler Gegenwind. Umso schöner war der Empfang vor Ort. Direkt vor einem Schwimmbad war die Stempelstelle untergebracht, es gab einen Würstchen- und einen Getränkestand und eine Bühne, auf der gerade eine, wirklich gute, Jazzband loslegte. Ich bekam meinen ersten Stempel, neben dem aus Krefeld, und hörte ein bisschen der Musik zu.

Nach der kurzen Pause ging es wieder auf die Strecke. Mittlerweile wurden es auch immer mehr Radler. In Uerdingen hatte ich mit ein paar Krefeldern gequatscht und auch in Meerbusch bin ich auf das Mediotheks-Trikot angesprochen worden. Runde Sache das. Vorbei an einem wunderschönen alten Käfer führte mich mein Weg in Richtung Strümp und Osterath, mit einem „r“ wie meine Kollegin immer so schön betont…sie wohnt dort in der Nähe ;).

Die nächste Etappe, also der nächste Stempel, hieß Willich. Unterwegs hatte ich sogar ein wenig Rückenwind. Ganz angenehm. Zum ersten Mal ging es auch ein Stück an einer Landstraße entlang, das war aber kein Problem, Sonntags war es da erstens recht ruhig und zweitens gab es am Wegesrand eine Menge toller Blumen und Natur zu entdecken. So war selbst die, vermeintlich, langweilige Schnellstraße ein kleines Highlight.

Willich

Nach weiteren knappen 18 Kilometern war ich dann in Willich. Ein wenig überrascht war ich schon, der Route, immer noch top ausgeschildert, führte zwar am Ortsschild vorbei, dann allerdings nach links vom Ortskern weg. Des Rätsels Lösung war eine einfache, die Stempelstelle lag nicht im Ort, sondern auf einem Bauernhof.

Der Diepeshof bietet sonst Reittouren und Kutschfahrten an, heute standen dann, neben vielen Dratheseln tatsächlich auch eine Vierbeiner herum. Ich habe dort direkt meine Mittagspause gemacht, zum Hof gehört nämlich auch ein Café und da man Schnitzel und Pommes hatte, war ich bedient und konnte mich für das, was da noch kommen sollte stärken.

Vom schönen Hof mit all den netten Menschen und Pferden ging es weiter in Richtung Sankt Tönis. Über Neersen führte mich der Weg dann nach Anrath. Vorbei an dieser schönen Kirche, immerhin im Jahre 1910 erbaut, und immer das nächste Ziel vor Augen.

Wobei ich zugeben muss, so langsam wurde es ein wenig anstrengend. Das, eben noch so leckere, Schnitzel lag mir jetzt schwer im Magen, die Beine wurden schwer und auch der Wind hatte wieder aufgefrischt. Fies wie er ist, natürlich von vorn. Da war es dann schon verlockend, am Haltepunkt Anrath einfach in die RB33 zu steigen und den Rest per Zug zurückzulegen. 😉 Habe ich mir dann aber gerade noch verkneifen können. Vom ehemaligen „schönsten Bahnhof Deutschlands“ ist leider nichts mehr übrig, heute ist der Haltepunkt ein typischer Nahverehrsstopp am Weg der Rhein-Niers Bahn.

St. Tönis

Also, noch kurz der Bahn hinterher geschaut und dann wieder in den Sattel und weiter gehts. Über verschlungene Feldwege näherte ich mich also Sankt Tönis. Die Apfelstadt tauchte am Horizont auf und völlig folgerichtig war die Stempelstelle dann auch im St. Töniser Obsthof untergebracht. Auch hier war es recht voll und alle bester Stimmung. Das Hof-Café war gut besucht und es drängten sich etliche Bikes auf dem Fahrradparkplatz.

Tolle Location, die ich auch schon ein paar Mal ganz ohne Radwandertag angefahren habe. Überhaupt lohnt unsere Ecke hier auf jeden Fall immer mal wieder eine Ausfahrt und einen genaueren Blick. Auch hier bekam ich mit einem Lächeln meinen Stempel und nochmal den Hinweis, dass ich meine Karte doch auch gern in die Tombola werfen dürfte. Nach einem Schluck Apfelsaft, wir wollen ja stilecht bleiben, ging es wieder aufs Rad. Nächstes Ziel…Kempen.

Zum Wind sage ich nix, ich kam trotzdem voran. Ich wäre wohl auf direktem Wege an der L362 entlang geradelt, aber die Planer hatten einen anderen, deutlich attraktiveren Weg auserkoren. Und so fuhr ich wieder zwischen Obstbäumen, Feldern und Bauernhöfen vorbei in Richtung Kempen.

Kempen

Dort angekommen umfing mich reges und hektisches Treiben, gefühlt war ganz Kempen auf den Beinen. Neben den Ständen vom ADFC und der Stempelstelle fand nämlich auch noch ein Gourmet – Fest statt. Eigentlich wollte ich gleich weiter, aber der Eisbecher konnte doch nicht ungenutzt stehen gelassen werden. Also, wieder Kempen, wieder ein Erdbeerbecher, wieder lecker! 😉

Tönisberg

Aufbruch zur letzten Etappe. Die ursprüngliche Route sah jetzt einen Anstieg auf den Tönisberg vor und führte danach am Egelsberg vorbei wieder zurück zur Rhine Side Gallery. Ein wenig habe ich die Tour verändert, den Anstieg zum Mühlenberg in Tönisberg habe ich aber noch mitgenommen. Die Kastenbockwindmühle auf dem Mühlenberg ist aus dem Jahr 1802 und auf jeden Fall ein echter Hingucker, wenn man es denn den Hügel rauf geschafft hat. Eigentlich nicht soooo das Problem, aber nach 80 Kilometern, Wärme und Gegenwind…nun ja, es ist jammern auf hohem Niveau und ich wollte es ja nicht anders.

Wer hoch steigt fällt tief, in diesem Falle, radelt beschwingt bergab…allerdings nur bis zur nächsten Kreuzung, da wartet dann, leider, eine rote Ampel und meine schöne Schwungenergie löst sich über die heiße Scheibenbremse in Luft auf. Und schon geht es wieder leicht bergan. „Siebenhäuser“ heißt die folgende Straße, die ich in Richtung Krefeld radelnd befahre. Warum? Der nette Herr, den ich befragte hatte zwei Theorien dazu, zum einen gab es früher an dieser Straße eben nur sieben Häuser, zum anderen wurde in dieser Ecke wohl das Korbflechtehandwerk betrieben und wenn die Körbe entwässert wurden, nannte man das „sieben“. Egal wo der Name herkommt, man radelt über leichte Anstiege zwischen herrlichen Feldern entlang. Macht schon Spaß, auch wenn ich die Tour so langsam in den Beinen merkte.

Nach ein paar Kurven und Wendungen war ich dann auf dem Grafschafter Rad- und Wanderweg und von dort aus in wenigen Augenblicken auf der Moerser Straße. Von dort aus führte der Weg direkt zurück nach Krefeld, über die Brücke am Europaring, am Moerserplatz und der Bismarckstraße vorbei bis zum Nordwall und schließlich der Mediothek. Was soll ich sagen, am Ende standen 106 Kilometer auf der Uhr und ich müsste lügen, wenn ich nicht auch ein bisschen stolz auf mich gewesen wäre.

Als Fazit bleibt zu sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat, zum einen sind über 100 Kilometer fürs Stadtradeln zusammen gekommen, zum anderen muss ich, nochmal, ein dickes Lob an die Veranstalter aussprechen, das war wirklich klasse gemacht. Tolle Strecken, tolle Ausschilderung und auch an den einzelnen Stationen war eine Menge geboten und viele Menschen unterwegs. Nächstes Jahr gerne wieder.

Wie immer hoffe ich, Euch hat das „mitfahren“ ein wenig gefallen…

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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