Historische Bahnstrecken, viel Wasser und Natur – von Kleve nach Weeze

Hallo zusammen,

bevor ich gleich mit dem eigentlich Blogbeitrag starte, möchte ich mal die Chance nutzen und mich für das Feedback rund um die letzten Beiträge bei euch bedanken. Es gab viele positive Reaktionen, hier und auch via Social Media. Das freut mich sehr. In Zeiten von Chat GPT macht es mir immer noch Spaß, mich hinzusetzen und meine Touren selbst zu beschreiben und eigene Worte zu wählen, wenn dass dann bei euch auch noch ganz gut ankommt und euch die Fotos gefallen, ist das eine große Motivation, diese Art und Weise beizubehalten. Also, vielen Dank an euch alle.

Dieses Mal nehme ich euch, wenn ihr mögt, mit in die Niederlande. Unbezahlt und unbeauftragt und, damals, die Tour liegt gut zwei Monate zurück, auch noch unkontrolliert beim Grenzübertritt. Los ging es aber früh am Morgen in Krefeld mit der Eisenbahn. Eine gute Stunde später stand ich dann mit meinem Rad in Kleve am Bahnhof. Ein kurzes Stück ging es an der Spoy entlang, dem Fluss, der durch Kleve fließt.

Die Schwanenburg ist das Wahrzeichen der Stadt und beherbergt Gerichte und ein geologisches Museum. Von dort aus ging es dann in Richtung Hochschule Rhein-Waal.

Die Gebäude der Hochschule stehen am Spoy-Kanal auf dem ehemaligen Hafengebiet. Mit den alten Kränen, den neuen Gebäuden und der Promenade ist das ein richtig tolles Ensemble geworden, finde ich.

Direkt daneben gibt es ein Gastrobetrieb in einem Eisenbahnwagen und den Haltepunkt der „Grenzland-Draisine“.

Die Draisinen-Strecke führt von Kleve über Kranenburg bis nach Groesbeek in den Niederlanden. Man muss zwar ordentlich strampeln, aber die Aussichten und der Spaß sind schon klasse.

Neben den kleinen für vier Personen, bei den zwei treten „dürfen“, gibt es auch größere, seit kurzem überdachte, Varianten für deutlich mehr Reisende. Als ich ankam, herrschte noch Ruhe, aber da der Radweg den ich mir ausgesucht hatte, parallel zur Strecke verläuft, hatte ich die Hoffnung, ein paar der Teile in Aktion zu sehen. Die Strecke ist auf jeden Fall naturbelassen 😉 .

Die Schranken sichern die Straßenüberquerungen ab, wenn man da auf einen Buzzer drückt, gehen sie auf und der Autoverkehr bekommt ein Haltesignal. Coole Sache. Radfahren macht dort aber auch eine Menge Spaß, viel Grün, viel frische Luft.

Und dann solche Blickschneisen. Das hat schon was, finde ich. Der Forstgarten in Kleve.

Und dann ging es auf den Radweg und ab in Richtung Niederlande. Es herrschte bestes Radelwetter, Sonne und ganz leichter Wind. Das war einfach herrlich.

Irgendwann kam mir dann auch die erste Draisine entgegen. Alle hatten Spaß, sogar die vier Gäste, die treten mussten.

Unterwegs gab es immer mal wieder interessante Infos zu Strecke oder schöne Streetart. Ein Besuch dort lohnt auf jeden Fall, ob nun mit dem Rad oder der Draisine.

Erstes Etappenziel war Kranenburg. Der ehemalige Bahnhof ist jetzt ein Café und direkt davor ist auch der Halt-, bzw. Startpunkt für die Draisine. Von hier aus geht es entweder zurück nach Kleve oder weiter nach Groesbeek in den Niederlanden.

Kranenburg ist ein wirklich schönes Städtchen mit tollen alten Häusern und ideal geeignet Proviant aufzunehmen 😉 . Ich habe da in einer kleinen Bäckerei super leckere Schokobrötchen erstanden.

Entlang der alten Stadtmauer findet sich sogar Kunst, umsonst und draußen. Also, Kranenburg bei Sonne – echte Empfehlung.

Nach der Stärkung und einer kleinen Pause ging es dann wieder aufs Rad und weiter in Richtung Niederlande. Der Grenzübertritt in Schildbroek passierte nahezu unbemerkt und meine Tour habe ich auf dem Radwegen parallel zur Darisinen-Strecke fortgesetzt.

Über Groesbeek, da endet die Strecke für die kleinen Eisenbahngefährte, bin ich dann nach Malden gefahren. Dort angekommen kam der Maas-Waalkanaal in Sicht.

Der Kanal ist nicht nur der Knaller, wenn Du Dir beim Glücksrad den Vokal „a“ gekauft hast, er ist auch enorm wichtig für die Schifffahrt, spart er doch einen langen Umweg. Seit 1927 gibt es den Kanal und dran vorbei zu radeln ist schon ziemlich herrlich. Schleusen gibt es auch und Niederländerinnen und Niederländer schmieren ähnlich kreative „Kunst“ an Wände wie wir hier 😉

Über gut ausgebaute Radinfrastruktur, vorbei an dem einen oder anderen Schiff, führte mich der Weg dann in Richtung Maas. In diesem Teil des Landes radelt man quasi ständig neben Kanälen, Seen oder Flüssen her – oder darüber hinweg.

Die Maas habe ich an dieser Stelle schon unzählige Male überquert, allerdings immer auf der A73 im Auto, dieses Mal ging es parallel zur Autobahn über die Brücke. An den Pfeilern der Autobahnbrücke gibt es diese schönen Gemälde, schon cool.

Dann rauf auf die Brücke und über den Fluss. In der Ecke gibt es auch viele Seen und Campingmöglichkeiten, bei dem super Wetter waren viele auch mit ihren Booten oder Rädern unterwegs.

Ach ja…Windmühlen…natürlich, wir sind in den Niederlanden.

Wenn man hier so zwischen dem ganzen Wasser und dem vielen Grün entlangradelt, kann man Gefühl bekommen, dass das Leben eigentlich ziemlich herrlich ist.

Das vorletzte Ziel der Tour, also bevor es zum Bahnhof nach Weeze ging, war, manche werden sagen, NATÜRLICH, der Flughafen Niederrhein, oder Airport Weeze, wie er heute heißt. Unterwegs kam mir in Gennep noch diese schöne Dampflokomotive vor die Linse. Sie steht dort als Denkmal um an die Eisenbahnzeit in der niederländischen Stadt zu erinnern. Gebaut wurde sie 1923 in Berlin, war dann bis in die 1970er in Einsatz und steht seit 1982 auf einem Sockel.

Einen kurzen Halt habe ich noch am historischen Huys Heyen eingelegt, ein wirklich tolles Schloss, direkt an der Maas. Im Zweiten Weltkrieg hart umkämpft, wurde es danach wieder restauriert und neu aufgebaut. Ein wirkliches Kleinod.

Unterwegs zum Flughafen gab es, wir sind in den Niederlanden, eine weitere Mühle und ein Denkmal für eine im Zweiten Weltkrieg abgeschossene Bombercrew zu sehen.

Am Flughafen selbst rollten und flogen mir Boeing 737 von Ryanair vor die Linse und einen feinen Privatjet gab es auch zu entdecken.

Und dann war es auch schon fast wieder soweit und eine weitere Tour endete. Ich habe im Terminal nochmal Getränke nachgekauft und bin dann die letzten paar Kilometer nach Weeze zum Bahnhof geradelt. Dort kam wenige Minuten später wieder der RE10, der mich, tatsächlich, pünktlich nach Krefeld zurück gebracht hat.

Am Ende waren es gute 85 Kilometer über, meist, wunderbare Radwege und durch schöne Natur und Landschaften. Mein Fazit ist: Da war ich nicht das letzte Mal mit dem Rad unterwegs.

Wenn ihr Fragen habt, immer her damit, ansonsten wünsche ich euch eine gute Zeit, bleibt gesund und munter und lest bei der nächsten Tour gern wieder rein.

Euer Martin

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