Neujahrsrunde 2022 – Krefeld, Mönchengladbach, ein Moppel und der erste Sonnenuntergang des Jahres

Hallo ihr Lieben 😉

Ich wünsche Euch ein wundervolles, erfolgreiches neues Jahr mit vielen tollen Menschen, Erlebnissen und, wir wissen, das ist mit das Wichtigste, Gesundheit. Es steht zwar noch eine Tour aus dem letzten Jahr aus, die schiebe ich aber irgendwann dazwischen, heute würde ich Euch gern auf die erste Tour des Jahres 2022 mitnehmen, wenn ihr mögt. Wie immer, auch in diesem Jahr, sind meine Touren nicht bezahlt oder beauftragt, ich mache sie einfach weil ich Lust drauf habe.

Ich hoffe, Eure Weihnachtszeit und die Zeit bis zum Jahreswechsel waren schön, ich bin im Urlaub gewesen, allerdings ohne Rad. Auch dazu plane ich einen Blogbeitrag, dauert aber noch….kennt ihr ja ;). Ich habe die Zeit sehr genossen, wir haben im Job eine Social Media Pause eingelegt, ein paar wenige Anfragen ausgenommen konnte ich so tatsächlich mal ein wenig abschalten. Obwohl ich mit einem Auge bereits die ersten Besserwisser-Postings und Querdenkenden erblickt habe, habe ich auf meiner Radtour am Neujahrstag noch alles ausgeblendet und mich auf den Moment konzentriert.

Obwohl sicherlich deutlich zu warm, war das Wetter am 1. Januar 2022 trotzdem sehr angenehm um sich aufs Fahrrad zu schwingen. Seit einiger Zeit ist es eine Tradition bei mir, die erste Tour möglichst schon am Neujahrstag zu machen und so gleich gut zu starten. Meist ist ein Flughafen das Ziel, ihr kennt mich ja mittlerweile ;). Dieses Mal sollte es nach Mönchengladbach gehen und so bin ich dann Morgens in Krefeld losgeradelt. Vorbei am interessanten Design des Campus West der Hochschule Niederrhein führte mich die Route.

Kennt ihr diese Menschen, die ihr Auto mehr zu lieben scheinen als ihre Mitmenschen? Die es ständig waschen und hegen und pflegen? Nun, direkt vor dem Campus stand, und wahrscheinlich steht er, wenn ihr diese Zeilen lest, immer noch, ein BMW bei dem es offenbar ganz anders ist. Sagen wir es so, wenn Moose an Deinem Fahrzeug wachsen, ist es vielleicht an der Zeit, mal zur Waschanlage zu fahren 😉

Über den wirklich super ausgebauten „Alleenradweg“ bin ich dann von Willich aus in Richtung Mönchengladbach gefahren.

Ganz ähnlich wie bei den vielen Radwegen im Ruhrgebiet handelt es sich auch hier um eine ehemalige Bahntrasse von Krefeld nach Mönchengladbach. Daran erinnert zum Beispiel ein Bahnwärterhäuschen am Wegesrand oder gleich eine Lokomotive. Am ehemaligen Haltepunkt „Schiefbahn-Nord“ steht diese Köf A6M. Baujahr ist 1953, ihre Dienstzeit begann sie in Bayern. Seit September 2011 steht sie jetzt als Denkmal direkt am Radweg.

Apropos Denkmal, am Flughafenhafen in Mönchengladbach angekommen fällt sofort ein Propellerflugzeug auf, welches auf der Wiese vor einer Flugschule abgestellt ist. Dabei handelt es sich um eine Fokker 27, Baujahr 1969. Das gute Stück hat auch schon so einiges erlebt und dient jetzt als sogenannter „Gate Guard“ vor dem Eingang, also als Hingucker mit Geschichte. Für die ganz auf Aufmerksamen, die kleine Treppe hinter am Flugzeug trägt noch das Design des „Rhein-Ruhr Flughafens Düsseldorf“ 😉

Am Flughafen sitzt die Firma RAS (Rheinland Air Service), eine Werft, welche sich darauf spezialisiert hat, ATR Flugzeuge zu warten. Das sind kleine Propellerflugzeuge, die in aller Herren Länder der Welt geflogen werden. Es ist immer spannend einen Blick auf das Vorfeld zu werfen, welche Exoten dort herumstehen. Dieses Mal war es zum Beispiel ein Flugzeug aus der Republik der Union Myanmar. Die dortige Myanmar National Airlines lässt ihrer Flieger in Mönchengladbach warten.

Nicht ganz so weit hatte es diese Maschine der irischen Aer Lingus. Auf jeden Fall ist der kleine Flugplatz immer einen Besuch wert.

Eigentlich sollte es auch gar nicht mehr werden. Eine kurze Tour zum einläuten des neuen Jahres und gut ist. Aber, was soll ich sagen, das Wetter war herrlich, ich hatte keine Termine, das Leben kann manchmal einfach schön sein. Also habe ich, kurzerhand, beschlossen, ich hänge noch ein paar Kilometer dran.

Also habe ich mich auf den Weg in Richtung Kaarst gemacht, dabei bin ich über ein kurzes Teilstück des „Nordkanal-Radweges“ gefahren. Er führt von Neuss in Deutschland bis nach Nederweert in den Niederlanden. Ich bin den Weg schon mal komplett, an zwei Tagen, gefahren und er ist wirklich klasse. In Deutschland wird er meist mit einem blauen Band auf dem Boden oder blauen Stelen gekennzeichnet, in den Niederlanden ist er ausgeschildert. Ein wirklich schöne Route. Meine Etappe am Neujahrsmorgen war da eher unspektakulär und, auf den ganzen Weg gesehen, wohl die langweiligste ;).

Aber, man kann, trotz des einen oder anderen Radwegschadens, ganz gut dort entlangfahren. Wenig später war ich dann in Kaarst und habe dort kurz Pause gemacht um ein Eisenbahnfoto zu machen. Die S28 verkehrt vom Kaarster See bis nach Wuppertal und ist, aktuell, eine Besonderheit. Vor einiger Zeit hat man von einer bayrischen Bahngesellschaft Triebzüge des Typs „INTEGRAL“ übernommen. Diese fahren nur auf der Linie S28, sonst findet man diese Dinger nirgendwo mehr. Also, für den geneigten Eisenbahnfan durchaus mal ein Fotomotiv.

Von Kaarst aus ging es dann über Düsseldorf Heerdt nach Oberkassel. Dort natürlich auf der wunderbaren Promenade zwischen Rheinallee und Rhein entlang mit Blick auf den Fluss und Düsseldorf.

Über die Rheinkniebrücke fluchs über den Rhein und dann auf die Rheinuferpromenade. Von der Brücke aus konnte man diese beiden coolen Drachen sehen.

Und auch auf der anderen Seite tummelten sich die Menschen um Sonne zu tanken und sich zu bewegen.

Ich habe an der Rheinuferpromenade zwar eine ganze Menge Polizistinnen und Polizisten gesehen, war aus der City aber wieder weg bevor die Querdenken-Demo losging. Sicher besser so, ich weiß nicht, ob ich angesichts der Lage, der wissenschaftlichen Daten und der Entwicklung der Pandemie, die Contenance der Einsatzkräfte gehabt hätte.

Wie dem auch sei, mein Weg führte mich konsequent in Richtung Flughafen Düsseldorf, das hat die Tour an diesem Neujahrstag mit der vor genau einem Jahr gemein. Vorbei an aufliegenden Schiffen, sowohl das Kreuzfahrtschiff vorne am Anlieger, als auch das Frachtschiff im Hintergrund waren vertäut, bzw. lagen am Anker, ging es also in Richtung Lohausen weiter.

Am Flughafen Düsseldorf, der mittlerweile ja nicht mehr, wie auf der Treppe in Mönchengladbach zu lesen war, Rhein-Ruhr Flughafen heißt, sondern unter dem Namen „Airport Düsseldorf“ firmiert, habe ich eine weitere kurze Pause eingelegt. Für zwei interessante Flieger hat es gereicht, beide aus dem nahen Osten. Einmal eine Boeing 737 der saudischen Luftwaffe. Wenn der „Terrassenfunk“ stimmt, kriegt sie in Düsseldorf ein neues Triebwerk.

Eigentlich ein alter Bekannter, aber eben doch immer wieder faszinierend, der tägliche Airbus A380 von Emirates. Flugzeugfans nennen das Dickschiff auch ganz gern mal „Moppel“, da ist was dran. Ich finde ihn, rein optisch, nicht so elegant wie eine Boeing 747, die schiere Größe und die dahinter steckende Ingenieurskunst faszinieren mich aber schon. Ich erinnere mich noch an den Erstflug und die erste Landung einer solchen Maschine in Düsseldorf damals. Heute gehen, nicht zuletzt befeuert durch die Corona-Krise, die ersten „Moppel“ bereits auf den Schrott.

Man sieht es schon auf dem Rumpf des Fliegers, die Sonne wirft bereits ein Abendlicht. Ich habe mich dann auch recht fix wieder auf den Sattel geschwungen und die Heimreise angetreten. Kurz vor Kaiserswerth fiel mir dieses Streetart an einer Mauer auf, entweder ist das neu, oder ich bin die letzten Monate ignorant dran vorbei gefahren. Ich hab auf die Schnelle im Netz nichts dazu finden können, aber irgendwas hat das Werk. Keine Ahnung, gefällt mir….irgendwie.

In Kaiserswerth habe ich dann den Blick zurück auf die Autobahnbrücke der A44 geworfen und mittlerweile ging es zügig auf den Abend zu.

Ich habe das schon in etlichen Blogbeiträgen geschrieben, aber man kann es ja auch nicht oft genug sagen, der Radweg von Kaiserswerth nach Krefeld Uerdingen ist einfach super. Man fährt die meiste Zeit direkt am Rhein entlang und das auf einem sehr gut ausgebauten Weg. Chapeau!

Die Uerdinger Rheinbrücke vor Augen ging es auf die letzten Kilometer nach Hause.

Als ich dort ankam, also, an der Brücke, nicht zu Hause, ging gerade die Sonne unter, ein, wie ich finde, toller Moment.

Mit einem Bild der Dionysius Kirche mitten in Krefeld, wenige Meter vor meinem Ziel, endet dann auch dieser Bericht.

Na ja, fast, auch in diesem Jahr versuche ich natürlich jedes Mal einen kleinen Relive Clip für Euch zu machen. Dieses Mal hat es geklappt. Wie immer hoffe ich, die Tour hat Euch gefallen. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Kommt gut ins neue Jahr, bleibt gesund, oder werdet es schnell wieder, und achtet auf Euch und Eure Mitmenschen. Bis zum nächsten Mal,

Euer Martin

 

 

 

7 comments

  1. Habe am Tag vorher 2 Amerikanerinnen von dem Kreuzfahrtschiff im Riesenrad kennengelernt. Sie erzählten 13 Passagiere und 40 Mitarbeiter wären an Bord.

  2. Hallo Martin,
    frohes neues Jahr!
    Wow du warst ja schon richtig fleißig mit dem Rad unterwegs.
    Eine schöne und abwechslungsreiche Tour mit tollen Bildern und Infos hast du da wieder abgeradelt.
    Ich wünsche dir alles Gute für das Jahr 2022 und freue mich wie immer auf deine Beiträge.
    Liebe Grüße
    Dagmar

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