Brücken, Helden und ein Kommissar – Von Krefeld nach Duisburg

Hallo zusammen,

eine Tour aus 2021 habe ich noch für Euch, wenn ihr mögt nehme ich Euch mit auf eine Radtour nach Duisburg. Wie immer, unbezahlt und unbeauftragt. Einfach aus Spaß 😉

Von meiner Haustür aus führte mich die Route als erstes in Richtung Krefeld Hüls. Ihr wisst ja aus meinen letzten Beiträgen, dass ich gute Streetart sehr schätze. Auf dem Weg nach Hüls, irgendwo auf der Inrather Straße findet sich diese coole Harley Quinn.

Ein kurzes Stück weiter tat sich dann die Häuserfront auf und man merkt dann doch…Krefeld liegt im Grünen. Das Hülser Bruch ist aber wirklich wunderschön.

An einer Garagenwand habe ich dann das nächste Streetart entdeckt. Bei dieser Frauenfigur finde ich spannend, dass man sie an einigen Stellen in Krefeld finden kann, bzw. konnte. Zuletzt habe ich sie an einer, mittlerweile abgerissenen, Mauer in der Nähe des Kaiser-Wilhelm Parks gesehen.

Vom Hülser Berg aus führt der „Grafschafter Rad- und Wanderweg“ nach Moers. Er ist wirklich schön zu radeln und ganz gut ausgeschildert. Das „FCK JGR“ auf dem Pfahl des Schildes ist übrigens ein Anti-Jagd Aufkleber. Ich bin generell kein Freund von populistischen Pauschalisierungen und natürlich finde ich das sinnlose Abknallen von Tieren nicht knorke, die Notwendigkeit von Jägerinnen und Jägern „zur Regulierung von Wildtierpopulationen, etwa zur Reduktion von Wildschäden an Nutzpflanzen in der Landwirtschaft oder durch Wildverbiss an der Naturverjüngung im Wald , zur Eindämmung von Tierseuchen oder zur Erreichung naturschutzfachlicher Ziele im Rahmen des Wildtiermanagements“ (vgl. Wikipedia) erkenne ich durchaus an. Deshalb ist mir ein solcher Aufkleber auch viel zu pauschal.

Der Weg führt zwischen Wald und Feldern hindurch und macht wirklich Spaß, er wirkt oft naturbelassen und macht einfach Spaß.

Unterwegs kommt man am Schloss Lauersfort vorbei. Die Anlage aus dem 14. Jahrhundert ist wirklich sehr schön anzusehen, ich muss beim vorbeiradeln immer an einen Videoclip denken den meine Kollegin zu einem bedeutenden Fund dort in der Nähe gemacht hat.

In der Nähe des Schlosses wurden 1858 römische Orden gefunden. Eine Replik davon findet man im Museum Burg Linn. Wenn ihr mögt, schaut Euch gern mal den Film an. Schon spannend, was hier so alles im Boden liegt.

In Moers angekommen gab es mal wieder ein Eisenbahnfoto. Dort gibt es eine Werkstatt der Lokomotivfirma Vossloh. Es lohnt sich, wenn man sich für Eisenbahnen interessiert, dort mal einen Blick hineinzuwerfen. Dieses Mal stand eine Werkslokomotive von BASF auf dem Hof. Ausgeliefert 2013 trägt sie den Namen „Anke“. Die Farbgebung finde ich sehr gelungen, der Verlauf macht den Look ganz interessant, finde ich.

Wenige Meter hinter der Lokwerkstatt liegt der Bahnübergang am Abzweig Moers Meerbeck. Da habe ich schon ein paar Mal Züge fotografiert, bei dieser Tour kam mir dort eine Regionalbahn vor die Linse.

Die Halde Rheinpreußen war das nächste Ziel. Ganz oben auf dieser Halde steht das „Geleucht“, eine überlebensgroße Grubenlampen-Skulptur. Ich mag diese Halde sehr, der Weg hinauf ist gut zu befahren, nicht zu tief geschottert und die Aussicht ist durchaus spektakulär.

Die Autobahnbrücke der A42 mit dem Stahlwerk in Beeckerwerth dahinter ist zum Beispiel ein tolles Motiv von dort oben.

Nach einer rasanten Abfahrt von der Halde habe ich genau diese Brücke dann benutzt um den Rhein zu überqueren und nach Beeckerwerth zu fahren.

Einmal auf der anderen Rheinseite angekommen habe ich mich in Richtung Ruhrort und Untermeiderich gewandt. In Duisburg findet man an so vielen Stellen tolle Streetarts, dass die Stadt schon fast als Kunstmuseum durchgehen kann ;). In Beeckerwerth fiel mir direkt das Stadtwappen an einer Unterführung ins Auge.

In Ruhrort, seinen wir ehrlich, wo sonst , wird es kultig. Aus dem Augenwinkel habe ich wahrgenommen, dass ich von Kriminalhauptkommissar Schimanski beobachtet wurde. Wenig hat das Image von Duisburg, und eben besonders des Stadtteils Ruhrort, so geprägt wie die Tatort-Folgen mit Ermittler Horst Schimanski, gespielt von Götz George. Da ist es dann nur schlüssig, dass der Kommissar sich immer noch hier herumtreibt.

Deutlich exotischer wurde es dann unter eine Brücke in Untermeiderich. Wer hier schon länger mitliest, der weiß, dieses kurze Stückchen Weg dort hat es mir sehr angetan. Dort finden sich häufig wechselnden Gemälde und Graffiti an den Wänden. Seine Touren dort vorbeizuführen lohnt sich eigentlich immer. Dieses Mal gab es, unter anderem, diese Figuren zu entdecken.

Den Weg setze ich dann oft über den Radweg „Grüner Pfad“ in Richtung Landschaftspark Duisburg Nord fort. Das habe ich dieses Mal auch getan. Wenn ihr mal in der Gegend seit, dieser tolle Radweg bringt euch, top ausgebaut, von Duisburg Meiderich direkt bis nach Oberhausen.

Kurz vor Duisburg Neumühl und einer Autobahnunterführung findet ihr das Kunstprojekt „Neustadt“ im Rahmen des Emscherkunstweges. Die Emscher ist ein Fluss, die Quelle ist in der Nähe von Holzwickde und bei Duisburg Walsum mündet sie in den Rhein. Entlang des ehemaligen Abwasserkanals finden sich spannende Kunstwerke. Hier eben „Neustadt“. Dabei sind bekannte Gebäude aus der Region als Modell in die Landschaft gestellt worden. Es ist schon irgendwie cool, wenn man, Godzilla-ähnlich, zwischen ihnen umherlaufen kann.

Ich bin dann noch ein wenig auf dem Pfad weitergeradelt und dann schließlich in das Zentrum des Stadtteils Neumühl abgebogen. Hier bin ich aufgewachsen, habe meine Kindheit und Jugend hier verbracht. Vieles hat sich verändert, manches aber ist geblieben. Die große Kirche im Herzen Neumühls zum Beispiel. Der Schmidthorster Dom, Herz-Jesu, ist die Kirche in der ich getauft worden bin, in der meine Kommunion und Firmung stattfand, in der ich etliche Messen als Messdiener gedient habe und ich der ich die Trauerfeier für meinen, leider viel zu früh, verstorbenen Vater erlebt habe. Schon irgendwie ein nicht unwichtiger Ort für die Bildung meines moralischen Kompasses. Der Dom ist 1913 im neogotischen Stil gebaut worden und ist sicher eines der ikonischsten Gebäude im Duisburger Norden.

Und wo wir gerade bei Kindheits- und Jugenderinnerungen sind…der Hühnerstall gehört in Duisburg sicher auch dazu. Dort wurde indes eher meine Leibesfülle geprägt, denn mein moralischer Kompass, wichtig war der soziale Ort „Imbiss“ aber trotzdem für mich. Nach Schwimmturnieren oder Ausflügen gab es oftmals noch ne „PommesCurrywurs“ im Hühnerstall. An dieser Tradition haben ich, selbstverständlich, auch bei dieser Tour nicht gerüttelt ;).

Nach der Stärkung und dem Jugendflashback ging weiter nach Duisburg Marxloh. Das „Pollmannkreuz“, eine Kreuzung mitten im Stadtteil, benannt nach dem Kaufmann Arnold Pollmann, ist heute Dreh- und Angelpunkt für etliche Geschäfte rund um das Thema Hochzeit. Meist sind Menschen mit türkischer Familiengeschichte die Ladeninhaberinnen und -inhaber, die Auswahl und Qualität der Mode dort hat den Stadtteil überregional bekannt gemacht. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich das mal anzuschauen.

Nur wenige Meter weiter beginnt das riesige Gelände des Stahlwerks von Thyssen Krupp mit seinen beiden Hochöfen. Eben typisch Ruhrgebiet, typisch Duisburg. Ich bin ja ein riesen Fan dieser Kulissen, bin auf Kohle geboren und weiß, wie wichtig die Montanindustrie nach wie vor für Duisburg ist.

Wenn man in der Ecke dort groß, oder besser, alt, geworden ist, kennt man natürlich auch die Gelbroten Diesellokomotiven die auf dem Stahlwerksgelände und den vielen Gleisen drumherum umher fahren. Früher stand „Eisenbahn und Häfen“ drauf, heute gehört das Unternehmen direkt zu Thyssen Krupp Stahl. Die Lokomotiven sind immer noch gelbrot und wuseln immer noch auf den Geländen und Gleisen umher.

Über Beeck und Laar ging es dann wieder zurück nach Ruhrort. Vorbei an Schrebergärten und den Hochöfen und einem Kraftwerk führte mich mein Weg dann auf die Ruhrorter Rheinbrücke.

Etwa bis zur Hälfte habe ich die Brücke überquert, dabei einen Blick auf die Landmarke „Rheinorange“ ergattern können, sie markiert die Mündung der Ruhr in den Rhein, um dann über eine Landzunge weiter in Richtung Duisburg Stadtmitte zu fahren.

Und das soll es dann auch schon wieder gewesen sein. Die Heimreise dieser, knapp 65 Kilometer langen, Tour habe ich dann mit dem Zug angetreten. Wie so oft habe ich für Euch noch einen Relive Clip, ich hoffe, Euch hat die Tour und haben die Bilder gefallen. Wenn es irgendwelche Fragen gibt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, achtet auf Euch und Eure Mitmenschen und fahrt vorsichtig 😉
Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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