Kalte Tour nach Düsseldorf – eine Burg, Flugzeuge und Minustemperaturen

Hallo zusammen,

das Wetter aktuell ist ja durchaus eine Herausforderung, wenn man mit dem Rad unterwegs sein möchte. Letzten Samstag habe ich es aber dann doch nicht mehr ausgehalten und mich auf den Sattel geschwungen. Mein Plan war es, möglichst nur die Hauptstraßen zu fahren, in der Hoffnung, dass die mittlerweile von Eis und Schnee befreit sein werden. So war es auch, trotzdem ging es ab und an auch mal abseits der Hauptverkehrswege weiter. Ich nehme euch mit auf eine knapp 70 Kilometer lange Tour in Richtung Düsseldorf. Los ging es aber, wie so oft in der letzten Zeit, vor der eigenen Haustür.

Zwischen den Häusern war es zwar kalt, aber ich war warm eingepackt und der Wind hielt sich in Grenzen. Als ich dann den Ostwall überquert habe, pfiff er dann schon ordentlich und ich war froh, nach dem Foto die Handschuhe schnell wieder anziehen zu können.

Falls ihr Euch für Kunst interessiert, das Kunstwerk in der Mitte des Fotos stammt von Christian Theiß und ist Nachts auch toll illuminiert. Schaut mal HIER, da gibt es noch weitere Infos dazu. Vorbei am Ponzelar, unserem Seidenweber-Denkmal, führte mich der Weg dann in Richtung der Burg Linn.

Unterwegs ging dann langsam die Sonne auf, einfach herrlich. Die frische, klare Luft, ein früher Samstag Morgen, niemand sonst auf den Straßen. So macht radeln wirklich Spaß.

An der Burg Linn angekommen, habe ich mal einen Blick auf die Temperatur geworfen…jap, genauso fühlte es sich auch an. Das Museum Burg Linn ist einfach immer ein Foto wert, wenn man dort vorbei kommt. Auch bei -13 Grad 😉

Durch Linn habe ich dann allerdings das Rad geschoben. Schnee, Eis UND Kopfsteinpflaster, das geht dann wirklich nicht so optimal zusammen. Die Hafenstraße war aber geräumt und auf ihr ging es dann weiter in Richtung Osten, in Richtung Rhein. Es gibt diesen wundervollen Radweg am Rheindeich in Richtung Fähre bei Langst, beziehungsweise bis zur Rheinbrücke der A44. Ob den wohl jemand geräumt hat? Ich wollte es auf jeden Fall ausprobieren. Nun ja, kennt ihr die Doku-Soap über die Fernfahrer, die in Alaska auf den sogenannten „Ice Roads“ unterwegs sind? Nun, genauso lag das Band des Radweges vor mir. Es glitzerte in der starken Sonneneinstrahlung wie diamantenbesetzt und alles in mir sagte: Lass es, die Krankenhäuser haben keinen Platz für Deppen die sich ohne Not auf die Nase gelegt haben.

Na ja, ein paar Schritte habe ich mich dann drauf gewagt und siehe da….auf dem Eis lag eine feste Schneeschicht und man konnte tatsächlich super drauf fahren. Kein rutschen, nicht gefährlich, einfach nur herrlich. Eben wie bei den Ice Road Truckers….nur ohne LKWs, ohne einen riesigen See unter mir und ohne Ladung… 😉 In der Ferne ästen ein paar Rehe und ansonsten war es wirklich still. Nur das knistern des Schnees unter den Reifen war zu hören. Wirklich schön.

Die Fähre „Michaela 2“ ist immer noch in der Winterpause und so ging es bis zur A44 Brücke über den Rhein. Die Auffahrten musste ich wieder schieben, die waren vereist und auch der Rad- und Fußweg auf der Brücke selber lud nicht wirklich zum Radfahren ein.

Im Rhein ist immer noch eine Menge Wasser, das Hochwasser geht aber schon merklich zurück. In den Rheinauen tummelten sich etliche Vögel und auch die ein oder andere Gassi-Runde mit dem Hund wurde dort durchgeführt. Einen Moment innehalten und den Blick in die Weite schweifen lassen, das hat was. Nur nicht zu lange, es zieht da oben wie Hechtsuppe und auskühlen ist keine gute Idee.

Ganz witzig fand ich dieses Bild hier, die beiden Gänse schnatterten unfassbar laut auf den Reiher ein, der sich davon völlig unbeeindruckt zeigte 😉

Ich bin meiner Standardroute treu geblieben und nach der Brücke durch den Lantz’scher Park gefahren. Als ich dort eine Pause gemacht habe um die 1879 erbaute Begräbniskapelle zu fotografieren, wurde ich von einem Hund „angefallen“ 😉 . Ich kenne mich mit Hunden nicht so aus, aber dieses süße Exemplar hier, hat, laut des Besitzerehepaars, das erste Mal Schnee gesehen, ist wohl noch sehr jung und eskalierte völlig. Hüpfte umher und fand Schnee offenbar ziemlich cool. Und x Entschuldigungen zogen die drei dann von Dannen.

Ich hab mein Foto dann noch gemacht und bin weitergefahren. Auch hier war das übrigens kein Problem, der feste Schnee im Park bot eine tolle Oberfläche zum radeln.

Wer mit offenen Augen durch Düsseldorf geht oder fährt wird immer wieder auf große Figuren treffen, meist bunt, aber immer in Form eines Menschen, der ein Rad schlägt. Der Radschläger ist ein Symbol Düssledorfs und findet sich an viele Stellen der Stadt wieder. Diese großen Figuren waren Teil eines Kunstprojektes 2001. Der Radschläger auf meinem Foto steht in Lohhausen vor einer KiTa. Schaut euch in Düsseldorf mal um, sie stehen überall.

Am Flughafen angekommen habe ich zuerst am Privatjet-Terminal angehalten und diese schöne Cessna fotografiert. Wenn ich Euch jetzt gleich den Link der Firma hier einstelle, die den Jet verchartert, dürft ihr sicher sein, alle Beiträge hier sind unbezahlt und unbeauftragt…leider 😉 . Aber auf der Website kann man ganz schön sehen, wie so ein Jet von Innen aussieht. Sagen wir es so, man kann schlechter reisen.

Hier geht es zur Inneneinrichtung dieser Cessna auf der Seite von Centraljets. HIER

Deutlich bodenständiger geht es da in der Piper der Flugschule Westflug aus Aachen zu, dem Erlebnis „Fliegen“ tut das aber keinen Abbruch.

Richtig viel los war nicht an diesem kalten Wintertag. Ich hab mir noch die Landung eines Fluges von KLM aus Amsterdam angesehen und den Start eines Eurowings Airbus. Die Piper von eben knatterte auch vorbei und dann habe ich mich auch langsam wieder auf den Weg gemacht. Wie schon gesagt, stehen bleiben war bei dem Wetter irgendwie….kalt 😉

Über sehr gut geräumte und eisfreie Straßen bin ich in Richtung Kennedydamm gefahren. Schon X Mal bin ich mit dem Auto an diesem Pferd vor dem Gebäude des niederl. Generalkonsulates vorbeigefahren. Warum es da steht, weiß ich bis heute nicht. Wenn da also jemand Aufklärung betreiben kann, ich wäre dankbar 😉

An der Rheinpromenade angekommen merkte man dann doch, man ist in Düsseldorf. So ganz ohne Karneval geht es dann doch nicht. Immer wieder standen Menschen zu zweit, oder zu dritt, also völlig CoronaSchutzVerordnungs-konform beieinander, die eine mit Teufelshörnern, der andere mit nem Cowboyhut, alle genossen die Sonne, und den einen oder anderen mitgebrachten Kurzen, und so wurde dann doch ein wenig Frohsinn an den Rhein getragen. Es wurde sogar ein wenig gerodelt 😉

Hier fiel mir besonders positiv auf, dass der Radweg komplett eis- und schneefrei war. Ein kurzer Stopp am Aalschokker „DÜ-1“ und dann ging es weiter in Richtung Rheinturm und Rheinkniebrücke.

Mit dem Schiff „Stadt Köln“ an Karneval vor Düsseldorf zu kreuzen ist ja schon irgendwie…frech 😉

Na ja, kurz bevor ich in eine Demonstration rund um Abdullah Öcalan geraten würde, ob für oder gegen ihn konnte ich nicht so recht erkennen, bin ich über die Rheinkniebrücke nach Oberkassel gefahren. Ein Stück am Rhein entlang ging es dann durch Heerdt nach Niederdonk. Obwohl ich dachte die Ecke da ganz gut zu kennen, habe ich die Kapelle „Maria in der Not“ in Niederdonk noch nie gesehen. Ein echtes Versäumnis, sie liegt wunderbar am Stadtrand, hat sogar einen Außenaltar und war an diesem Samstag Nachmittag Ziel einiger Ausflüglerinnen und Ausflügler. Ich habe dann mal im Netz recherchiert, um die Entstehung ranken sich Legenden, angeblich soll sie bereits 1542 erbaut worden sein.

Mein nächstes Ziel sollte ein kleiner Bahnübergang werden, an dem ich schon oft Eisenbahnfoto gemacht habe, er liegt in der Nähe von Osterrath und so ging es durch die Felder weiter. Hier war zwar niemand auf die Idee gekommen Wege frei zu räumen, trotzdem kam ich auf dem harten Boden mit der Schneeschicht darauf super voran.

Das am Flughafen offenbar immer noch die Landebahn 05 in Betrieb war, zeigte der Anflug dieses Challenger-Privatjets direkt über mir. 😉

Es ist schon immer wieder faszinierend finde ich. Auf meinen Radtouren, auch in Ecken, die ich schon x Mal berradelt habe, entdecke ich immer wieder was Neues. Dieses Mal war es der Kulturhof „Culture without boarders“. Ein Verein, der sich für geflüchtete Künstlerinnen und Künstler einsetzt. Hatte ich noch nie von gehört, finde das Projekt aber sehr spannend. Schaut Euch gern mal die Website an. HIER ENTLANG.

Am Bahnübergang angekommen bekam ich den Niersexpress vor die Linse, seit 2009 bedient diese Leistung die Nordwestbahn. Sicherlich hätte es bei diesem wundervollen Wetter auch noch das ein oder andere schöne Foto eines Güterzuges gegeben, aber es war mir einfach zu kalt um zu warten ;).

Die restlichen Kilometer zurück nach Krefeld waren fast langweilig. Von Osterrath aus bin ich stur die Krefelder Straße, die ab der Unterführung unter die A44 Kölner Straße heißt, gefahren. Die ist zwar nur geradeaus, war aber top geräumt und gut zu fahren. 😉 Am Ende der Tour habe ich mir, unter den strengen Blicken des Kaisers vorm Kaiser-Wilhelm-Museum, noch was zu futtern geholt und habe mich dann langsam aber stetig in meiner Wohnung wieder aufgetaut.

Es war eine wundervolle, wenn auch ziemlich frische, Tour, die sich an den meisten Stellen erstaunlich gut fahren lies. Ich habe für Euch noch einen Relive-Clip eingestellt und hoffe ansonsten, der Bericht hat Euch gefallen. Wenn es Fragen gibt, immer her damit.

Passt auf Euch auf, bleibt gesund und fahrt vorsichtig.
Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

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