Heimische Natur, die weite Welt und ein bisschen Spiritualität

Hallo Leute,

war das ein wunderschönes Wetter am Sonntag? Fußball gucken stand erst für 18 Uhr auf dem Plan, also stand einer ersten größeren Tour auf dem Rad nichts im Weg. Los ging es Vormittags in Krefeld. Ziel sollte die Landeshauptstadt Düsseldorf werden. Das ich einfach so geradelt bin, ohne, das mich jemand für Werbung bezahlt oder beauftragt hätte ist klar, oder? Los ging es aber erstmal mit einem fixen Blick auf den Alexanderplatz, es kann jetzt nicht mehr lange dauern, bis die Kirschblüte dort in voller Entfaltung zu sehen ist.

Wir haben schon richtig tolle Ecken hier in Krefeld. Sagt mal, kennt ihr diese furchtbaren Friseurläden-Wortspiele, sowas wie HaarScharf oder Hairlich? Sowas gibt es auch auf Mülleimern, hab ich gestern live gesehen 😉

Nun gut, es ging weiter für mich. An einem Sonntag Morgen ist es wirklich herrlich durch die Stadt zu radeln, man ist fast für sich allein, auch normalerweise stark befahrene Straßen, wie etwa die Untergath wirken fast wie ausgestorben.

Da ist es dann schon sehr schade, dass man sie als Radfahrer nicht befahren darf, der Radweg dort ist nämlich leider alles andere als gut. Ähnlich wie auf der Uerdinger Straße wird auch dort Abhilfe durch das Aufstellen einer Warnbarke geschaffen. Wirbelsäule und Radmaterial leiden da schon ordentlich, wäre klasse, wenn sich da mal was ändern würde.

Umso angenehmer war dann das radfahren, als es aus der Stadt rausging und ich mich in Richtung Meerbusch wandte, dort führte meine Route zwischen Feldern hindurch, über die A57 und mein erster Stopp war dann an der St. Pankartius Kapelle in Ossum. Die „propriae hereditatis“, also eine Eigenkirche, steht dort seit dem 12. Jahrhundert und war unverschlossen. Egal ob man nun tief gläubig ist oder nicht, ein kurzes Innehalten und Kerzen für die Menschen anzünden, die mir wichtig sind, das kann auf keinen Fall schaden.

Spätestens ab jetzt war die Tour eine Naturpartie, durch ein kleines Wäldchen ging es dann über eine Brücke über den Langenbruchbach vorbei an herrlichen Wiesen und Blumen. So macht das dann auch wirklich Spaß, zumal es auch nur einen ganz leichten Wind gab. Im T-Shirt radeln, so ganz ohne Jacke und Handschuhe, das hat was. Etappenziel war der Rhein.

In Langst-Kierst war es dann geschafft und der Rhein erreicht. Jetzt hatte ich die Wahl, rechts rum zur Rheinbrücke der A44 und selbst über den Rhein strampeln oder links herum zur Michaela II, der Rheinfähre. Die 1993 in Made, in den Niederlanden gebaute Fähre quert den Rhein an einer Stelle, die schon im Mittelalter befährt wurde. Auf der einen Seite Langst, auf der anderen Seite das schöne Kaiserswerth. Was soll ich sagen, ich habe mich für die Minikreuzfahrt entschieden und übergesetzt.

Am Kittelbach und drei kleinen Seen vorbei ging es dann weiter bis zum Flughafen. Dort angekommen bin ich dann in Richtung Nordosten an der Nordbahn vorbei in Richtung Ratingen geradelt. An der Feuerwache stand gerade eines der imposanten Vorfeldlöschfahrzeuge draußen. Schon gut zu wissen, dass da jemand ist, der im Notfall weiß, was zu tun ist.

Ein paar Flugzeugbilder wollte ich ja dann doch machen, wenn man schon mal da ist, dafür ist die Stelle am Vormittag aber denkbar ungünstig, man blickt nämlich voll in die Sonne. Also, wieder ab aufs Rad und weiter geht es. Bis ans Ende der Bahn, dann über die Gleise der Hauptbahnstrecke zwischen Duisburg und Düsseldorf, natürlich mittels Brücke und nicht mit dem Bike unterm arm direkt über die Schienen wie die beiden Helden, die vor mir her fuhren. Im weiten Bogen dann zurück zum Flughafen. Der Airport ist für mich immer das Tor zu weiten Welt. In der kurzen Zeit, in der ich da war, kam dieser Airbus A340 aus New York…

…und dieser A350 machte sich auf den Weg nach Singapur. Ich sags ja, weite Welt und so.

Mit einem schnellen Blick auf die neue Lackierung von „Lauda“ machte ich mich dann auch schon wieder auf den Weg. Das „Bauhaus“ im Hintergrund ist übrigens tatsächlich in Krefeld, hat aber mit dem Bauhausjahr 2019 nix zu tun 😉

Jetzt fahre ich seit knappen 35 Jahren nach Düsseldorf zum Flughafen, habe dort die Ausstellung historischer Flugzeuge auf dem heutigen Frachtgelände erlebt, habe den Bau der Nordbahn miterlebt, war am Tag des verheerenden Brandes vor Ort und bin X Mal von dort abgeflogen….den Kittelbachpark, der direkt an den Flughafen anschließt, habe ich noch nie gesehen. Was soll ich sagen, ein Fehler. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde ist das da mitten in der Stadt und neben einem internationalen Großflughafen.

Nach dem schönen Park hieß es dann klassisches Großstadtradeln. Ich war unterwegs zum Rheinufer und bin erstmal in Richtung Nordfriedhof gefahren. Der 1884 gegründete Friedhof ist ziemlich groß und es finden sich dort viele Gräber bekannter Persönlichkeiten. Für mich war es jetzt nur eine Etappe, ein Besuch mit Zeit und Verstand lohnt aber sicherlich, der Friedhof ist wirklich schön angelegt und ist ein echter Ort der Ruhe inmitten der hektischen Straßen durmherum.

Am Kennedydamm entlang bin ich dann zum Rhein gefahren. Endlich am Ufer ging es links weiter in Richtung Zentrum, Landtag und Rheinturm. Auf der Promenade angekommen landete ich mitten im „Düsseldorfer Brückenlauf“, ein großer Lauf-Event. Bestes Wetter, super Stimmung und viele Menschen, die die Läufer anfeuerten. Richtig klasse. Ein bisschen hab ich zugeschaut, dann bin ich zum Medienhafen gefahren, so langsam hatte ich nämlich echt Hunger. Ich war vor einiger Zeit schon mal im „Curry“, einen stylishen Laden an der Hammerstraße, direkt am Zollhafen. Dort gibt es eine total leckere Currywurst und richtig gute Fritten. Ich hatte Glück und hab noch nen freien Tisch ergattern können und hab mir ne Currywurst und meinem Handy ne Powerbank gegönnt, knappe 30 Kilometer hatten wir da hinter uns.

Lecker war es. An den Gehry-Bauten, also dem Neuen Zollhof, vorbei ging es dann in Richtung Rheinkniebrücke. Obwohl schon 1962 eingeweiht ist sie, wie so viele andere Brücken in unserer Ecke hier, aktuell nicht wegen Baumängeln gesperrt. Ist doch auch schon mal schön.

Nach der Rheinquerung führte mich mein Weg parallel zur Rheinallee in Richtung Westen aus Düsseldorf raus. Durch Heerdt ging es dann nach Meerbusch. Ganz spannend zu sehen, wie sich die Radwege änderten, in einem, noch recht neuen Gebiet in Heerdt gab es tolle Wege, baulich getrennt, dann wurden es Schutzstreifen und am Ende fuhr ich auf der Straße.

Ich liebe es ja zu radeln, ich sitze gern im Sattel, fahre durch die Natur und genieße. Ich bin aber auch ein großer Freund von tollen Autos, egal ob auf der Rennstrecke oder auf der Straße. Da trifft es sich ganz gut, dass man bei diesem Autohändler auf der Düsseldorfer Straße auch an einem Sonntag mal auf den Hof gucken kann…nette Autos dabei.

So langsam ging mir die Kondition aus, also habe ich nicht mehr groß nach einem landschaftlich schönen Heimweg geschaut, sondern hab zugesehen, dass ich heim komme. Deshalb ging es lange parallel zur Straße bis zur Haltestelle Meerbusch Bovert. Immerhin ist auf der Meerbuscher Straße der Radweg baulich von der Fahrbahn getrennt, richtig schön ist das radeln an der Straße entlang natürlich trotzdem nicht.

Parallel zur Straßenbahnlinie ging es dann, endlich wieder über Felder und durch Natur, in Richtung Fischeln. Unterwegs habe ich noch einen Radler getroffen, der sich hoffnungslos verfahren hatte, die riesige Klappstraßenkarte die er dabei hatte, war jetzt nicht so hilfreich. Da ist es dann schon schön wenn man ein Smartphone dabei hat, und noch ausreichende Akkupower, um dem guten Herr den Weg zu weisen ;).
Zeitgleich mit mir kam noch ein langer Zug an einem Bahnübergang an, Zeit für ein weiteres Foto. Ist schon immer spannend hier in der Gegend. Doppeltraktion und viele, viele Wagen…und vor allem endlich mal nix rotes, sondern ein Privatunternehmen.

Von Fischeln aus ging es dann auf direktem Wege nach Hause, vorbei an einigen schönen Fassaden in Krefeld. Alles in allem waren es dann etwas über 60 Kilometer, eine herrliche Runde mit tollen Eindrücken.

Natürlich habe ich auch wieder einen Relive Clip für Euch, ich hoffe, der Report hier hat Euch gefallen. Wenn es Fragen gibt, nur immer her damit.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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