Roadtrip in den Urlaub: Tag 2 – Die Elbe, die zweite Liga und das Cello im Keller

Hallo zusammen,

ich bin immer noch im Urlaub und immer noch unterwegs. Nach einer kurzen Nacht klingelte gestern Morgen in Hamburg der Wecker. Mein Hotel in Hamburg Harburg lag direkt an einer Bahnstrecke, böse Leute würde sagen, die Bahnstrecke liegt direkt IM Hotel. Die modernen Fenster lassen den Lärm draußen, wenn man sie aber aufmacht, ist es tatsächlich so, als fahren lange Güterzuge durchs eigene Zimmer ;). Als jemand, der gern mal einen Zug fotografiert, habe ich den Tag damit begonnen, die drei Meter vor die Tür zu gehen und mal einen Blick auf die Strecke zu werfen.

Da ja bis Samstag das Stadtradeln stattfand und man außerdem Städte am besten per Rad erkundet, habe ich mir ein Rad geliehen und bin eine Runde durch Hamburg gefahren. Mein erstes Ziel sollte Blankenese sein, dafür kann man wunderbar immer an der Elbe langfahren. Zuerst bin ich am sogennnaten „Hohen Elbufer“ geradelt, später dann runter direkt an den Fluss gefahren.

Einige Jogger, viele Menschen mit Hunden und ein paar Radler kamen mir entgegen, das Wetter war eher grau in grau, ganz ungewohnt nach dem strahlenden Sonnenschein am Vortag. Der Radweg an der Elbe entlang ist wirklich schön, ein kurzer Blick rüber zu Airbus zeigte, da ist nicht viel los, aber das ehemalige Lastenpferd, der Super Guppy ist ja auch immer ein Hingucker. Heute werden die Teile zur Montage mit einem „Beluga“ eingeflogen. Airbus ist schon ein faszinierendes Unternehmen, ein Beispiel dafür, dass das mit der europäischen Zusammenarbeit durchaus klappen kann. Das war übrigens keine bezahlte oder beauftragte Meinung, also wenn ihr euch Morgen einen Airbus kauft, an mir lag es nicht 😉

Am Strand entlang bin ich dann bis nach Blankenese gefahren. Ich sag mal so, sozialer Wohnungsbau sieht anders aus ;). Das Treppenviertel ist wirklich wunderschön und auch die Häuser dort machen ganz schön was her. Wohnen möchte ich da trotzdem nicht….man hat zum Schiffe fotografieren den ganzen Tag Gegenlicht ;).

Weiter ging es, weg von der Elbe, in Richtung Volksparkstadion. Abgesehen davon, dass es seit kurzem ein Zweitligastadion ist, hat es eine spannende Geschichte bezüglich des Namens hinter sich. Der HSV war der erste Verein, welcher die Namensrechte am Stadion verkauft hat, zwischendrin hieß es dann mal AOL Arena oder Imtec Arena, aktuell heißt es wieder Volksparkstadion….und zwar, weil der letzte Käufer es so wollte. Hamburg halt. Gestern war es Mittags schon recht voll rund um das Stadion, Helene Fischer trat dort Abends auf.

Eppendorf war das nächste Teilziel meiner Radtour. Aus dem Volkspark kommend ging es durch die Stadt, die Radwege variierten von 1A bis zur „Wurzelbuckel-Piste“, eben wie hier bei uns. Unterwegs bin ich, im Stadtteil Stellingen, an dieser wunderschönen Kirche vorbeigekommen. Die russisch-orthodoxe Kirche ist dem heiligen Prokop von Lübeck und Ustiug gewidmet und macht, schon optisch, einiges her. Religiöse Vielfalt klappt in Hamburg also auch.

Von Eppendorf aus führte mich mein Weg dann auf den Leinpfad an der Alster entlang. Absoluter Tipp, wenn ihr mal in Hamburg radeln wollt, der Leinpfad ist eine wirklich ruhige Fahrradstraße und ihr radelt an tollen Häusern und dem Fluss vorbei. Wirklich toll und eine echte Wohltat nach dem, teil hektischen, radeln zwischen Bussen, Autos und Fußgängern auf handtuchbreiten Radwegen.

An der Außenalster führt der Weg dann, baulich sehr schön vom Autoverkehr getrennt, weiter in Richtung Zentrum. Vorbei an der abgesperrten Laufstrecke eines gerade stattfindenden Triathlons ging es weiter. Es ist schon ein schönes Fleckchen Erde da in Hamburg.

Dann ging es an die klassischen Hamburg Orte, vorbei am Zollmuseum, rein in die Speicherstadt und an der Elbphilharmonie vorbei zurück zu den Landungsbrücken. Unterwegs habe ich im Fenster eines Bürogebäudes noch dieses Post It Kunstwerk entdeckt, das hat was, sollten wir in der Mediothek auch mal drüber nachdenken 😉

Ach ja, wer glaubt, das „Scheißeparken“ eine rein Krefelder Spezialität ist, der irrt. DAS können die Hamburger auch, übrigens inklusive der Entrüstung, wenn man sie darauf anspricht, dass der Streifen mit dem großen Fahrrad drauf für, es kommt überraschend, Fahrradfahrer ist…

Nun ja, es war auf jeden Fall eine schöne Runde und natürlich gibt es auch wieder einen Relive Clip davon. Am Ende hat es für mich beim Stadtradeln in unserem Team für Platz 2 gereicht, unsere Azubine Chiara hat nochmal 20 Kilometer mehr als ich ;).

Du spieltest Cello

Jetzt saß ich im Auto und überlegte, was denn mein nächstes Urlaubsziel sein sollte. Beim letzten Mal bin ich weiter nach Dänemark gefahren, heute sollte es woanders hingehen. Manchmal mag ich auch durchgeplanten Urlaub, aber sowas wie jetzt, Morgens noch nicht wissen, wo man Abends ist, das hat auch was. Und während ich im Auto saß, lief „Cello“ von Udo Lindenberg inklusive der Textpassage

Und heute wohnst du in Erfurt
Und dein Cello steht im Keller
Komm, pack‘ das Ding doch nochmal aus
Und spiel‘ so schön wie früher

Erfurt? Hm, war ich noch nie. Was verbindest Du mit Erfurt? Nix. Da gibt es einen Dom, die ARD Serie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ wird da gedreht und die Altstadt soll schön sein. Na dann, ab nach Erfurt. An den vielen, gut gelaunten Teilnehmern des Schlagermoves vorbei, ging es also auf die A7 in Richtung Hannover. Die Bahn war recht frei und ich kam gut voran.

Sagt mal, seid ihr schonmal an der Autobahnausfahrt 43 der A7 rausgefahren? Bispingen. Ist schon krass, man fährt über etliche Kilometer über Land, fährt dann da ab und irgendwie konzentriert sich, direkt neben der Autobahn eine Minifreizeitindustrie. Und seit meinem ersten Halt dort vor Jahren, kommt auch immer was dazu. Ein McDonalds ist ja noch nicht so ungewöhnlich, dort gibt es aber noch ne Dönerbude direkt daneben, eine Kartbahn, ein Bowlingcenter, ein „verrücktes“ Haus, eine Skihalle und ganz neu….ein riesiges Holzlabyrinth. Faszinierend.

Nach einiger Zeit wurde das Wetter immer besser und ich bin von der Autobahn runter und über herrliche Landstraßen gefahren. Je näher ich der ehemaligen Grenze kam, umso ländlicher wurde es und umso größer wurden die Felder um mich herum.

Ich habe das bei meiner letzten Tour schon gesagt, es ist für mich immer noch ein merkwürdiges Gefühl, wenn man „in den Osten“ fährt. Ich erinnere mich noch daran, wie ich als Kind über die Grenze geschaut habe und nicht verstehen konnte, warum man dort jetzt nicht hinkann oder warum die Leute von „drüben“ nicht zu uns konnten. Es ist noch gar nicht so lange her, als Ostdeutsche als Flüchtlinge unterwegs waren, weil sie das Leben in ihrem Land nicht mehr ausgehalten haben….schade, dass bei einigen das Gedächtnis heute offenbar nicht mehr bis in diese Zeit zurückreicht. Für mich sind diese Schilder hier immer Mahnung, Warnung und Freude zugleich.

Durch stark ländlich geprägte Gebiete ging es weiter in Richtung Erfurt. Schier endlose Straßen galt es zu befahren, zwischendurch immer wieder kleine Ort und in einem davon gab es Gott sei Dank auch eine Tankstelle, so langsam wurde nämlich der Sprit knapp. Aber, es hat alles gepasst.

Nach einigen Stunden war es dann soweit, ich war in Erfurt. Bevor ich mir heute die Altstadt und den Dom anschaue, war ich gestern Abend noch am „Johannes Thal Klinikum“, die Fans der Serie „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ werden wohl schon hellhörig geworden sein, die Ärztesoap läuft bereits in der vierten Staffel, eine fünfte wird gedreht und das alles hier in Erfurt. Beim MDR wurde aus dem „Kindermedienzentrum“, hier ist auch der KiKa, das fiktive Krankenhaus „Johannes Thal Klinikum“. Also, wer Fan ist, einfach mal rumfahren und gucken 😉

Da für mich immer auch der Weg das Ziel ist, was das ein wundervoller Urlaubstag und ich bin gespannt, was mich heute in Erfurt erwartet und, ich hab noch nix gebucht, wo ich denn wohl heute Abend sein werde. Euch schon Mal vielen Dank für „mitkommen“ und einen schönen Sonntag wünsche ich Euch 😉

Euer Martin

 

 

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