Hallo zusammen,
die nächste Tour möchte „verbloggt“ werden und ich setze mich jetzt mal dran 😉 . Wie immer ist das hier alles unbezahlt und unbeauftragt, ich würde mich aber trotzdem freuen, wenn ihr mitlest und es euch gefällt. Dieses Mal bin ich wieder in der Region unterwegs gewesen und haben mir zwei tolle Sport-Events und geniale Livemusik angeschaut – aber, der Reihe nach.
Los ging es dieses Mal in Moers, die Anreise mit dem Zug klappte problemlos und so war ich früh am Morgen am Bahnhof in Moers.

Ganz in der Nähe findet sich eine Siedlung mit dem, was wir hier im Pott als „Zechenhaus“ bezeichnen. Diese Siedlungen stammen aus der Hochzeit des Bergbaus und wurden oft von den Zechenbetreibern für die eigenen Angestellten errichtet. Einige davon stehen heute unter Denkmalschutz.

Ein wenig verwirrt war ich dann aber schon, manchmal ist es schon spannend zu sehen, was einige Leute sich in den Vorgarten stellen 😉 .

Andere Umstände verstehe ich dann aber wiederum sehr gut, wenn ich meinen VW hier eh nicht parken darf, kann ich ih auch verkaufen.

Auf meinem Weg zum ersten Etappenziel, der Halde Rheinpreussen, bin ich am Chemieunternhemen Ineos vorbeigefahren. Dort ergab sich ein Blick auf die Werksfeuerwehr. Schon faszinierend, die Ausbildung der hauptamtlichen Werksfeuerwehrleute ist identisch mit der einer Berufsfeuerwehr, in Moers arbeiten 20 hauptamtliche und 35 Feuerwehrleute im Nebenberuf. Gut, dass es sie gibt, hoffentlich beschränkt sich ihre Arbeit auf Übungen und den vorbeugenden Brandschutz.

Die gute 74 Meter hohe Halde Rheinpreussen ist begrünt und ein beliebtes Ausflugsziel. Markannt ist vor allem die Grubenlampe auf ihrem Gipfelplateau. Das „Geleucht“, eine Skulptur von Otto Piene, ist von weitem zu sehen, auch von der Autobahn in der Nähe.

In der Dunkelheit ist sie beleuchtet und für mich ist ihr Anblick immer ein Stück Heimat. Ich bin ja echtes Pottkind, gebürtiger Duisburger, und schon so alt, dass ich den Bergbau noch mitbekommen habe. Eine Grubenlampe ist halt immer irgendwie ein Symbol für meine Herkunft.

Dort oben ist es auch wirklich schön. In einer Senke hat sich Wasser gesammelt und dieser Hund hier hatte auf jeden Fall ne Menge Spaß mit dem vielen Nass.

Die Aussicht ist auch nicht zu verachten, im Grunde öffnet sich vor den Augen des Betrachtenden das ganze Ruhrgebiet. Ins Auge fällt der Thyssenkonzern mit seinen Hochöfen und Kokereien, Duisburg mit seinen Brücken, der Rhein, aber auch viele Schornsteine und eine Menge Grün. Kontraste prägen das Ruhrgebiet.

Was übrigens auch super ist, ist die Abfahrt von der Halde 😉 . Mein Weg führte mich dann über die Brücke, die ich mir eben noch von oben angeschaut habe. Während auf der einen Seite Autos vorbeirauschen, kann man sich auf der anderen Seite den Rhein anschauen. Ein Blick zurück zeigt auch nochmal das Geleucht.


Im Hintergrund befindet sich das Kraftwerk in Walsum, vorne fährt das Schubschiff „Herkules XII“ in Richtung Duisburg. Das Schiff ist Baujahr 1969, fuhr lange für Haniel und wurde 2011 modernisiert. Heute fährt es für Imperial. Im Grunde ist es eben an seinem Geburtsort vorbeigefahren, gebaut wurde es nämlich auf der Rheinwerft Walsum. Bis zu sechs Leichter kann es schieben. Ich habe das Schubschiff auch schon in Rotterdam vor der Linse gehabt, als es Kohle gebunkert hat.

Auf der anderen Rheinseite habe ich mich dann in Richtung Ruhrort gewendet und bin auf dem Deich geradelt. Das ist schon wirklich herrlich, zumal bei diesem fantastischen Wetter. Zwischen der Autobahn- und der Eisenbahnbrücke ging es weiter.


Im Stadtteil Duisburg Laar wurde ich von einem Jungen begrüßt. Nun ja, eigentlich grüßt der Laarer Junge seit Jahren die Binnenschifferinnen und -schiffer. Es gibt zwei Legenden, warum es diese Figur gibt, welche stimmt, ich weiß es nicht, die erste ist traurig, die zweite fröhlicher. Schaut mal, HIER findet ihr Infos zur Skulptur.

Ach ja, schlechte Wortspiele kann man in Laar natürlich auch.

Das Image der Stadt Duisburg wurde in den 1980ern durch einen TV-Kommissar geprägt, wie wohl kaum ein anderes in Deutschland. Horst Schimanski, der ruppige und urige Kommissar, gespielt von Götz George hat nicht nur das Wort „Scheiße“ salonfähig gemacht, er hat auch in einem Duisburg gelebt, welches so richtig nach „Pott“ aussah. Haderten wir Duisburgerinnen und Duisburger zu Beginn mit ihm, ist er heute Kult und es gibt sogar ein Denkmal und eine nach ihm benannte Gasse im Stadtteil Ruhrort.


Sollte generell niemand tun, die Aussage passt aber tatsächlich auch zu Schimmi 😉

In Ruhrort liegt auch schon seit Jahren die „Fritz Behrens“, ein ehemaliger Seenotrettungskreuzer der DGzRS. Das Schiff ist wohl verkauft worden und mein letzter Stand ist, dass es irgendwo in der Nordsee als Versorger eingesetzt werden sollte. Die Info ist aber auch schon ein paar Jahre alt…und schöner wird der Kreuzer durch das liegen irgendwie auch nicht.

Meine Tour führte mich dann durch die City von Duisburg, vorbei am Rathaus und dem neu gestalteten Südausgang des Hauptbahnhofs. Ist richtig gut geworden, finde ich.


Ein ganz dunkles Kapitel in der Stadtgeschichte Duisburgs ist sicherlich das Unglück bei der Loveparade 2010. 21 Menschen, die einfach nur Party machen wollten, sind damals unter dramatischen Umständen in einer Massenpanik ums Leben gekommen. Ein Ereignis, welches sich tief ins Gedächtnis der Stadt gegraben hat, nicht zuletzt auch, wegen einer quälend langen juristischen Aufarbeitung. Gut ein Jahr nach den Ereignissen gab es bereits ein Denkmal, welches an die Opfer erinnert.

Damals wie heute sind die Menschen von Christoph 9 für die Duisburgerinnen und Duisburger, sowie die Region drumherum da. Christoph 9 ist ein Rettungshubschrauber des Bundesministeriums des Inneren und er ist an der Unfallklinik in Duisburg stationiert. Zusammen mit vielen anderen Einsatzkräften war auch er 2010 an der Rettung von Menschen in Duisburg beteiligt. Bei meiner Tour stand der Hubschrauber aber abgestellt vor seiner Station und hatte keinen Einsatz.


Mein nächstes Ziel war die Düsseldorfer Innenstadt. Direkt neben der Station des Hubschraubers liegt das Naherholungsgebiet „Sechs-Seen-Platte“, viel Grün, viel Wasser, einfach schön. Dort hindurch ging es für mich dann in Richtung Landeshauptstadt weiter.

Bekanntes in der Fremde ist immer schön. In Düsseldorf bin ich an Streetart vom Krefelder Künstler-Duo „Tubuku“ vorbei gefahren. Die kleinen Mauern in der Nähe eines Spielplatzes tragen Bienenmotive im Tubuku-Style.


Mein Ziel in Düsseldorf war der Marathon. Also, als Zuschauer natürlich. 42 Kilometer sind eine schöne Radtour, aber laufend sehe ich mich da aktuell eher nicht 😉 . Aber der „Düsseldorf-Marathon“ ist immer ein großes Spektakel. Traditionell gibt es immer jede Menge „Drumherum“, DJs, Foodtrucks und tolle Livemusik, dazu begeisterte Fans die „Ihre“ Läuferinnen und Läufer anfeuern. In diesem Jahr hat auch Wadokyo am Streckenrand gespielt und die Teilnehmenden regelrecht zum Erfolg getrommelt. Wadokyo hat sich auf das virtuose Spielen von japanischen Taiko-Trommeln spezialisiert und da eine liebe Kollegin von mir dort aktiv ist, habe ich einen Zugang zu dieser Art von Musik und Performance gefunden.

Die kräftigen Schläge der Trommel übertragen sich auf die Läuferinnen und Läufer und viele reckten den Daumen oder trommelten mit ihren Armen mit. War schon cool anzusehen.

Bei bestem Wetter war dieses Open-Air-Konzert auf jeden Fall einen besuch wert.

Die Anfeuerungen am Rand waren sowieso durchaus kreativ. Neben guter Musik, gab es auch witzige Plakate oder, so wie hier, „Power Ups“.

Nach ein paar weiteren Trommelschlägen bin ich dann weiter geradelt, ich hatte ja noch ein paar Kilometer vor mir.


Wenn ihr hier schon eine Weile mitlest, könnt ihr euch ja vielleicht vorstellen, wo ich den nächsten Stopp eingelegt habe, wenn ich schon mal in Düsseldorf bin. Na klar, der Flughafen geht bei mir ja immer. Als ich ankam, machte sich gerade eine Beoing 787 auf den Weg nach Doha.

Zur Zeit wird am Flughafen eine neue Feuerwache gebaut. Für mich als Fotografen zwar nicht so ideal, sie steht ein wenig im Weg, wenn ich Bilder machen möchte, aber zum einen wichtig und notwendig, zum anderen ein super Platz zum Flugzeuge gucken, wenn man dort arbeitet 😉 .

Und ab dafür.

Wer mich kennt weiß, ich kann durchaus auch Stunden an einem Flughafen verbringen, dieses Mal ging es aber recht fix weiter, ich wollte mir ein weiteres sportliches Highlight anschauen.

Ach ja, der Airbus A380 von Emirates. Der große Jet hat viele Fans in Düsseldorf, in den sozialen Netzwerken umgibt ihn eine wahrer Fanclub. Als jemand, der die Ingenieursleistung zwar würdigen und den Flieger durchaus auch beeindruckend nennen kann, aber ansonsten eher etwas nüchterner auf den täglichen Flug nach Dubai schaut, ist das manchmal sogar ein wenig nervig. Zumal es jeden Tag Bilder und Videos davon zu sehen gibt. Nun ja, jetzt war ich halt mal wieder am Platz, während der A380 auch da war, also habe ich auch mal das eine oder andere Foto gemacht. Is ja schon nen krasser Flieger 😉 .


Zum Schluss noch einen gestreiften Condor-Airbus und dann ging es weiter in Richtung Rhein.

Von der Rheinbrücke aus, man radelt dort direkt neben der A44 entlang, ging es dann in Richtung Strümp weiter. Schon von der Brücke aus war auf dem Radweg am Rhein eine gewisse Anspannung und Umhergelaufe zu erkennen. Ein Notarzteinsatzfahrzeug stand dort und ein RTW rauschte heran. Ich hoffe, dem verunfallten Radler geht es wieder gut und es ist nicht Schlimmeres passiert. Solche Einsätze zeigen mir dann immer, wie schnell es gehen kann, dass aus einer entspannten Radtour plötzlich ein Fall für den Rettungsdienst wird. Also, ihr Lieben, passt auf euch auf.

Unter der Brücke fuhren unterdessen etliche Binnenschiffe in Richtung Düsseldorf. Im Hintergrund ist Kaiserswerth und die dort verkehrende Fähre, „Michaela II“, zu erkennen.

Die Straße „Am Weilerhof“ überquert in Strümp die Autobahn A57. Seit einiger Zeit gibt es dort eine neue Brücke, inklusive einer Lärmschutzwand. Diese Wand hat es schon in die regionale Presse geschafft, Ultragruppierungen verschiedener Fußballklubs „verschönern“ diese immer wieder. Jeweils mit ihrem eigenen Club natürlich. So wurde da schon Solidarität mit dem KFC Uerdingen, der Fortuna aus Düsseldorf und der Borussia aus Mönchengladbach gezeigt. Bei meiner Tour waren es mal wieder Fohlen aus dem Borussiapark…mal sehen wie lange.

Vorbei an einem sehr schön gestalteten Stromkasten, übrigens genau wie die Biene in Düsseldorf vom Krefelder Duo Tubuku, ging es dann nach Krefeld-Fischeln hinein.

Dort habe ich dann, wieder nur als Zuschauer, den Tag mit einem spannenden Fahrradrennen ausklingen lassen. Es fanden die „Rund in Fischeln“-Rennen statt. Elf Rennen gab es, vom Amateuer bis zu gestandenen Rennfahrerinnen und -fahrern gab es alles zu sehen.


Nach knapp 83 Kilometern war meine Radtour durch die Region dann auch wieder zu Ende. Schön war, tolle Menschen habe ich getroffen, spannende Dinge gesehen und gute Musik gehört – eine runde Sache.

Ich hoffe, es hat euch gefallen und ihr seid auch beim nächsten Mal wieder dabei, dann geht es hier um meine bislang längste Tour des Jahres. Ich versuche auch, mich mit dem Schreiben ein wenig zu beeilen 😉 .
Bleibt gesund und munter, sied nett zu euren Mitmenschen und habt immer eine gute Fahrt.
Euer Martin
Über die Rhein-Ruhr-Brücke bin ich schon beim Duisburg-Marathon gelaufen 🙂
Die Horst-Schimanski-Gasse habe ich auch schon besucht. Gegenüber des Denkmals gibt es ein Restaurant, in dem es die beste Currywurst Duisburgs geben soll. Ich war drin und kann bestätigen, dass sie gut geschmeckt hat 🙂