Kirschblüte, Flugzeuge und ein Radrennen – Krefeld, Ratingen, Düsseldorf, Meerbusch

Hallo zusammen,

nach den Radtouren rund um Ostern ging es am Wochenende drauf direkt weiter. Dieses Mal sollte es zum Kirschblütenfest nach Meerbusch gehen, natürlich nicht auf direktem Wege, sondern mit dem einen oder anderen Abstecher. Unbezahlt und unbeauftragt, natürlich, sondern einfach aus Spaß an der Freud. Los ging es in Krefeld.

Unsere Stadt hat so viele ganz wunderbare Ecke und Kanten. Wenn die Dionysius-Kirche früh Morgens im Sonnenaufgangslicht erstrahlt hat das fast etwas erhabenes.

Ein wenig durch die City und dann ging es auf die Promenade. Ich hab es schon oft geschrieben, dieser Weg ist ein echtes Fahrradhighlight und ich hoffe, dass bald weitere Teilabschnitte gebaut und freigegeben werden.

Wisst ihr, ich lese in meinem Job ja öfter mal, wie hässlich Krefeld ist und wie schlecht man hier leben kann. Wer meinen Blog verfolgt weiß, das ist selbstverständlich populistischer Blödsinn. Stadt ist immer das Ergebnis der Menschen die in ihr Leben. Man kann sich als Politik und Verwaltung den Allerwertesten aufreißen, wenn man in seiner Stadt einfach Dummdeppen wohnen hat, läuft auch die genialste Idee ins Leere. Solche, wie formuliere ich es jetzt nett, Arschlöcher haben wir natürlich auch in Krefeld.
An der Promenade sind Bewegungsinseln aufgebaut, Gerüste und sowas. Unter anderem auch Slaglines. Was also geht im Gehirn eines Menschen vor, wenn man die einfach durchschneidet? Das ist total widerstandsfähiges Gewebe, da muss ich doch entsprechendes Werkzeug mit an den Tatort schleppen? Was stimmt mit solchen Menschen nicht. Erst der Idiot der bei der Eröffnung die Bäume abgesägt hat, weil er geglaubt hat, sie würden irgendwann mal den Radweg schädigen, dann diejenigen, die die Kunstwerke der Aktion „Stumpfsinn“ beschädigt haben und jetzt das hier. Verzeiht die Wortwahl, aber sowas regt mich echt auf. Da machen Menschen schöne Dinge für andere Menschen….und irgendwelche Hackfressen machen alles kaputt. Widerlich.

Entschuldigt meine Fäkalsprachen-Exkursion, aber sowas regt mich echt auf. Deutlich freundlicher und bunter ging es dann am Bahnhof in Oppum weiter. Seit einiger zeit gibt es dort diese bunte Leuchtwand zu sehen, finde ich klasse. Macht irgendwie gute Laune.

Wenig später habe ich die, um diese Uhrzeit verlassen da liegende, Berliner Straße überquert und bin dann weiter, quasi parallel zu ihr, in Richtung Krefeld Uerdingen gefahren.

Der Rad- und Fußweg ist wirklich schön zu radeln und man kommt mit wenigen Kreuzungen ans Ziel.

In Krefeld Uerdingen bin ich dann in Richtung Rheinbrücke geradelt. Von der Rampe zur Brücke kann man auf das Gelände der Krefelder Hafenbahn blicken. An diesem Vormittag standen einige Rangierlokomotiven und ein Wagen des historischen Schluffs dort. Die Dampfeisenbahn fährt mittlerweile wieder, ein Waggon, mutmaßlich dieser da, fehlt aber noch, es sind noch technische Probleme zu lösen.

Wenige Meter später ging es dann über den Rhein. Die Rheinbrücke ist schon ein echtes Schmuckstück hier in Krefeld. Viele nennen sie die „Golden Gate am Rhein“. Ob man soweit gehen will, keine Ahnung, schön ist sie aber auf jeden Fall.

Beim Blick zurück ist der Turm der Sankt Heinrich Kirche in Uerdingen zu sehen.

Durch Mündelheim ging es dann weiter, quer durch die Felder, in Richtung Rhein. Es ist so wunderbar durch die satten Rapsfelder zu fahren, optisch und auch vom Duft her ist das immer wieder toll.

Wieder am Rhein fuhr mir die „Emelie Deymann“ vor die Linse. Auf den ersten Blick ein normales Binnenschiff auf dem Rhein, wie hunderte andere auch. Aber Emelie hat ein wildes Schwedenabenteuer hinter sich. Der Reeder Deymann hat im letzten Jahr Container-Shuttle Dienste in Schweden angeboten und so ist der Frachter tatsächlich über die Nordsee nach Schweden gefahren um dort eingesetzt zu werden. Dagegen dürfte das ruhige Fahrwasser vor Uerdingen Entspannung gewesen sein.

Ich bin ja gebürtiger Duisburger, das bedeutet, ich habe schon immer zwischen Industrie und Natur gelebt und mag das auch nicht mehr missen. Der Kontrast und das Spannungsfeld machen für den Reiz meiner Heimat aus. Und so ist das folgende Bild eben auch typisch für unsere Region hier. Entspannung, Natur und die Montanindustrie im Hintergrund.

Über den wunderbaren Radweg welcher in Richtung Kaiserswerth führt bin ich dann weiter gefahren, ein kleiner Abschwung und dann radelt man, fast, auf Rheinniveau weiter. Toll.

In Kaiserswerth bin ich an der imposanten St. Suitbertus Kirche vorbeigefahren und habe mich dann weiter in Richtung Flughafen gehalten. Kaiserswerth ist immer einen Stopp wert, es gibt eine Menge zu entdecken.

Ihr kennt mich lange genug, wenn ich in der Nähe vom Flughafen bin, mache ich meist auch dort kurz Pause und gucke ein bisschen den Fliegern hinterher. Das war bei dieser Tour auch nicht anders. Es gab dann auch mal wieder eine Erstsichtung für mich. Air Albania kannte ich bislang nur vom Papier. Größter Anteilseigner ist Turkish Airlines und so flog der knapp 14 Jahre alte Airbus auch früher mal für Turkish. An diesem Sonntag Morgen kam die Maschine aber in vollen Farben und mit der Registrierung der albanischen Fluggesellschaft aus Tirana nach Düsseldorf.

Deutlich jünger, nämlich von 2019, ist dann der nächste Flieger gewesen, der einschwebte. Turkish Airlines bediente den Kurs aus Istanbul und zurück mal mit einem Dreamliner, einer Boeing 787. Sieht man auch nicht so häufig. Aus Flugzeugfan-Sicht hatte sich also der kurze Abstecher zum Flughafen durchaus gelohnt.

Wieder auf dem Sattel führte mich meine Route, immer noch bei bestem Wetter, durch Lichtenbroich nach Ratingen.

Über den Waldweg „Junkernbusch“ ging es an den Anfang des Angertals. Bei einen oder anderen Eisenbahnfan klingelt es jetzt leicht im Hirn, richtig, dort liegt eine eingleisige Strecke als Verbindung zu einem Kalkwerk in Wülfrath. Tatsächlich war diese Strecke ein weiteres Etappenziel, erstmal ging es aber durch den Wald. Herrlich.

Kennt ihr den Film „Doktor Seltsam: oder wie ich lernte die Bombe zu lieben“ ? Ein Film von Stanley Kubrick, unbedingt sehenswert. Man schaut ihn übrigens heute, nach dem 24. Februar 2022, nochmal anders als noch zu Beginn des Jahres. Nun, auf jeden Fall geht es um irre Generäle, Atomwaffen und das Ende der Welt. Übrigens ist das Ende von „Iron Sky“ eine Anspielung den Film. Egal, worauf ich hinaus wollte, es ist schon spannend, was sich manche Menschen so in den Vorgarten stellen…vielleicht versteht ihr, warum ich an Major Kongs Ritt auf der Wasserstoffbombe aus „Dr. Seltsam“ denken musste….

Deutlich weniger gruselig ist dann ein paar Meter weiter „Roy’s Oak“, eine wunderschöne freistehende Eiche. Sie wurde im April 1995 dort gepflanzt und erinnert an die Royal Engineers der britischen Armee, die in Ratingen in der Roy-Kaserne stationiert waren. Sie soll ein Symbol der Freundschaft sein.

An einem kleinen Weg steht auch eine Bank. Ich habe dort Pause gemacht und ein wenig gewartet, in der Hoffnung, einen der Züge zu Gesicht zu bekommen, die in das oben erwähnte Kalkwerk fahren. An dieser Stelle wollte ich mal meinen Dank an Annegret und Berndt zum Ausdruck bringen. Ohne die beiden hätte ich auf dem Boden sitzen müssen, sie haben die Bank gespendet 😉 .

Ich hatte Glück, nach nur wenigen Minuten erklang das hohe Pfeifen einer Lokomotive. Auf der Angerstrecke, oder auch „Kalkbahn“, müssen die Lokführerinnen und Lokführer vor jedem Bahnübergang das Signalhorn betätigen, die meisten Überwege sind unbeschrankt. So kann man den Zug schon von weitem hören. Wer sich für Eisenbahnen interessiert und da schon mal fotografieren war, der weiß, es kann sich auch schon mal zwei, drei, vier Stunden lang gar nix bewegen. Deshalb habe ich mich über diesen Zug richtig gefreut.

Nur ein, zwei Mal ums Eck und man steht vor der Textilfabrik Cromford. Sie gilt als erste vollmechanische Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent. Auf jeden Fall ein richtig beeindruckendes Gebäude, in dem auch ein entsprechendes Museum untergebracht ist.

Von Ratingen aus war Düsseldorf das nächste Ziel, Ratingen und das Angertal waren im Grunde ein kleine Abstecher-Runde, dann habe ich wieder Kurs auf die Landeshauptstadt genommen.
„Hand mit Zeichenstift“ heißt die Skulptur von Klaus Kammerichs, die heute vor dem Gebäude 4 der Hochschule Düsseldorf steht. Gefällt mir wirklich gut, gerade vor dem modernen Gebäude.

Ein bisschen klassisches Großstadtradeln in Richtung Pempelfort und Rhein, ich mag das ja, auch wenn man sich sehr konzentrieren muss.

Auf Höhe des Kunstpalastes war ich dann wieder am Rhein. Kennt ihr diese Momente, wo ihr euch, imaginär, die Hand vor die Stirn schlagt? 😉 Ich habe eine Kollegin und gute Freundin, die Taiko spielt. Vor dem Kunstpalast gab es Werbung für ein Taiko-Konzert. Ich war ganz happy, dass ich an sie gedacht habe und wollte den Flyer mitnehmen….bis ich dann irgendwann begriffen habe, dass sie Teil des Ganze ist 😉 .

Wer diese japanische Trommelmusik noch nie live erlebt hat, dem kann ich das nur empfehlen. Ich habe mir ein Ticket für eben jenes Event besorgt und war, bin es eigentlich immer noch, sehr beeindruckt von dem, was da von der Bühne ins Publikum schwappt. Einen kleinen Einblick gibt sicher dieser Videoclip, den ich im Netz von dem Abend gefunden habe, live ist das aber noch um ein Vielfaches intensiver. Also, wenn ihr mal die Chance habt…..hingehen.

Nun ja, manchmal brauche ich halt auch etwas länger, man ist keine 20 mehr 😉 . Apropos 20, aus dem Jahr 1929 stammt das Reiterdenkmal am Ehrenhof in Düsseldorf.  Es erinnert an das in Düsseldorf stationierte Ulanen-Regiment Nr. 5.

Am Rheinwerft vorbei ging es dann weiter in Richtung Rheinkniebrücke. Kurz davor, auf der Apollo-Wiese, steht seit Kurzem ein wunderbares Denkmal für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Düsseldorf. Schaut man sich an, welche Kommentare, unter anderem, auch auf den Facebook-Seiten von Kommunen auftauchten, als am 17. Mai der Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie begangen wurde, wird schnell klar, da herrscht noch ein unglaublicher Nachholbedarf. Das Denkmal gefällt mir auf jeden Fall sehr gut, es strahlt für mich zum einen Freude aus, auch durch die Siegerpose, aber auch Zusammenhalt. Ich mag es sehr.

Am Denkmal vorbei habe ich dann auch einen Blick zurück geworfen, die Kirche Sankt Ursula, der Schlossturm, die Promenade. Düsseldorf ist schon auch echt ne spannende Stadt.

Das merkt man auch wenige Meter weiter wenn man sich die Häuser vom amerikanischen Architekten Frank O. Gehry anschaut. Nehmt euch mal ein paar Minuten und spaziert mal drumherum, schaut euch die Details an. Es lohnt sich, finde ich.

Ich bin einmal drumherum geradelt und dann über eine Brücke über den Hafenmund des Düsseldorfer Hafens und Medienhafens gefahren. Dabei rangierte gerade die 2001 in China gebaute „Salute“ rückwärts aus dem Hafen hinaus.

Knappe 135 Meter lang und 14 Meter breit ist das Schiff, beladen mit Containern manövriert es in den Strom.

Hoch über mir flog eine „2“. Ob mir das was sagen sollte oder es irgendwo in der Stadt jetzt nur einen halben Geburtstagsgruß gegeben hat? Keine Ahnung 😉 .

Über der evangelischen Auferstehungskirche in Oberkassel auf der anderen Rheinseite setzt gerade eine Boeing 737 der Royal Air Maroc zur Landung an. Wie gesagt, das Wetter war klasse, die Sichtweit auch.

Durch den Hafen, vorbei an alten Kränen, ging es weiter in Richtung Düsseldorf Hamm. Wer Industriecharme mag, der ist im Hafen gut aufgehoben. Alles ein bisschen rau und ungeschliffen, ich mag das sehr.

Die Josef-Kardinal-Frings Brücke war dann meine Wahl über den Rhein. Die Brücke ist aber nicht nur eine gute Möglichkeit den Rhein zu überqueren, man kann von dort aus eine Menge Dinge entdecken. Zum einen die Skyline von Düsseldorf, inklusive des Rheinturms.

Aber auch die Hammer Eisenbahnbrücke ist gut zu erkennen. Die zentrale Eisenbahnverbindung über den Rhein. Wenn man ein paar Minuten zuschaut, erkennt man ständig Züge, die die Rheinseite wechseln. Mit vielen bin ich auch schon gefahren.

Übrigens, das Schiff auf dem Foto der Brücke ist wieder die „Salute“ 😉 . Da war ich mit dem Rad etwas schneller als das Schiff auf dem Fluss.
Leise kam aus der Gegenrichtung eine elegante Yacht heran. Die „Grace Kelly“ hatte ich auch noch nicht live gesehen, aber schon von gehört. Sie ist wohl ein buchbares Eventschiff. Schaut man sich auf der dazugehörigen Website um, scheint das allerdings kein Schnäppchen zu sein. HIER. Wie auch immer, das 1966 gebaute Schiff mit Heimathafen Rotterdam ist auf jeden Fall ein echter Hingucker.

Auf der anderen Rheinseite angekommen ging es dann weiter durch die Neusser Häfen in Richtung Meerbusch. Dabei bin ich auch am Betriebsgelände der Neusser Eisenbahn vorbeigekommen. Dieses Verkehrsunternehmen sorgt in den Neuss-Düsseldorfer Häfen für den Rangierbetrieb und geht mit einigen Lokomotiven auch „auf Strecke“, also auf überregionale Touren.

Seit einiger Zeit ist die Kirschblüte auch in Deutschland ein immer größeres Thema geworden. In Bonn gibt es in der Innenstadt einige Straßen an denen Kirschbäume stehen, sie sind ein riesen Publikumsmagnet geworden. Sakura heißt die Kirschblüte auf japanisch und auch bei uns in Krefeld gibt es einige Ecken an denen wunderschöne Kirschbäume stehen und für „Instagramtauglichkeit“ sorgen 😉 . Meerbusch hat seit 2010 eine Städtepartnerschaft mit der japanischen Stadt Shijonawate. Und so wurde zum einen die Kirschblüte gefeiert, zum anderen die Städtepartnerschaft.

Obwohl die Kirschblüte schon fast rum war, war das Fest sehr schön. Klein, überschaubar, aber nett. Neben japanischer Kleidung gab es, natürlich, japanisches Essen und viel japanische Kultur zu erleben. Einige Autos waren im Mangadesign am Start und auch die Stadtbibliothek präsentierte sich mit Medien rund ums Thema Japan.

Das war wirklich ein nettes Event unter der Kirschblüte.

Von Meerbusch aus ging es langsam aber sicher in Richtung Krefeld zurück. Durch die Felder in Richtung Strümper Weg.

Wenn die Felder voller Raps sind, ist das optisch echt ein Knaller. Ich habe einen kurzem Moment am Bahnübergang gewartet und wurde mit einem Containerzug belohnt, der durch das Rapsfeld gefahren ist.

Es gibt einen schönen Radweg parallel zur Straßenbahnlinie U76. Man radelt durch Krefeld-Fischeln und kommt recht entspannt in Richtung Zentrum voran. Bei dieser Tour habe ich aber noch einen kleinen Schlenker eingebaut und bin nach Fischeln hineingefahren. Grund dafür war das 44 „Rund in Fischeln“ Radrennen.

Knappe 1,4 Kilometer ist der enge Rundkurs lang und es wird in verschiedenen Klassen gefahren. Auf jeden Fall ein tolles Event mitten in Fischeln, welches viele begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer fand.

Wenige Minuten später war ich dann auch zu Hause, wenn ich auch langsamer unterwegs war, als die Damen und Herren auf ihren Rennmaschinen in Fischeln. Mit diesem Bild einer Blumenwiese entlang des Radweges war es das dann auch schon wieder.

Wie immer hoffe ich, es hat euch gefallen. Einen ReliveClip habe ich noch und ansonsten gilt, wie immer, wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit 😉

Bleibt gesund und munter, gebt Acht auf euch und eure Mitmenschen und fahrt vorsichtig.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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