Traum von Amsterdam – Radtour durch die niederländische Hauptstadt

Goede dag,

ich war mal wieder mit dem Rad unterwegs. Wenn ihr mögt, nehme ich euch, virtuell, wieder mit auf Tour. Unbezahlt und unbeauftragt ging es für mich knappe 50 Kilometer durch Amsterdam. Also, ab aufs Hollandrad und los…

Ich war Ende März für ein Wochenende in den Niederlanden. Samstag und Sonntag in Amsterdam, am darauffolgenden Montag in Leeuwarden. Den Sonntag hatte ich mir als „Radtourtag“ rausgesucht, die Wettervorhersage trug ihren Teil zu dieser Auswahl bei und so stand ich Morgens, etwa um 10 Uhr, in der City von Amsterdam bei einer „Fietsverhuur“ um mir ein Rad zu leihen. Wenn schon, denn schon, also gab es ein stilechtes Rad und ne Menge Motivation.

Mein Weg führte mich als erstes mitten durchs Zentrum in Richtung Hauptbahnhof. Dabei boten sich dann auch erste „Typisch Amsterdam“ Fotomotive.

Es ist schon eine besondere Stadt mit einer besonderen Atmosphäre, gerade wenn man sie mit dem Rad erkundet. Gefühlt wuselt alles um einen herum, es ist hektisch, es ist laut und trotzdem ist es wunderbar dort zu radeln. Also, für mich auf jeden Fall.

Überhaupt das Fahrrad und die Niederlande. Glaubt man dem Internet besitzen die Niederländer 1,3 Fahrräder pro Kopf, in Amsterdam erlebt man dann, was es heißt, wenn sich Städte auf das Rad ausrichten. Kreative Parkmöglichkeiten, wie etwa diese Boote hier, sieht man an vielen Stellen.

Aber auch Radparkhäuser und Abstellmöglichkeiten gibt es eine Menge, es wird sogar gerade ein großes unterirdisches Radparkhaus gebaut.

Beim radeln durch die City bin ich auch durch De Wallen gefahren. Das ist der Rotlichtbezirk, interessanterweise rund um eine Kirche. Dort findet man auch die Statue „Bella“ des Bildhauers Els Rijerse. Sie wurde 2007 aufgestellt und soll daran erinnern, Menschen die in der Sexarbeit tätig sind mit Respekt gegenüber zu treten.

Über etliche Brücken und Grachten hinweg näherte ich mich dann dem Bahnhof und den Fähren die direkt dahinter anlegen.

Vom Bahnhof aus habe ich eine der Fähren, die übrigens kostenlos unterwegs sind, genommen und bin, nach der Überquerung des IJ, auf der anderen Seite weitergeradelt.

Dort steht ein Hochhaus, der Amsterdam Tower. Auf dessen Dach befindet sich das Amsterdam Lookout, inklusive Schaukeln, mit denen man über die Dachkante schaukeln kann. Mir hat es durchaus gereicht, sich das Ganze von unten anzuschauen 😉 .

Das Thema Radinfrastruktur hatten wir ja eben schon mal, es ist aber tatsächlich immer wieder faszinierend, wenn man in den Niederlanden auf dem Rad unterwegs ist. Wenn in unseren Großstädten Baustellen eingerichtet werden, hat man das Gefühl, so richtig wird da an Radfahrende nicht gedacht. Das ist in Amsterdam anders, selbstverständlich gibt es eine, ausgeschilderte und sinnvolle, Umleitung.

Überhaupt, die Radwege sehen in der Regel so aus. Schon ein bisschen anders als in Düsseldorf oder Köln, nicht wahr 😉 ?

Weiter ging es auf der Umleitung in Richtung Nordwesten, an schwimmenden Häusern vorbei und immer auf tollen Radwegen.

Einen kurzen Stopp habe ich bei Damen eingelegt. Die Firma betreibt in Amsterdam eine große Werft und führt Reparaturen an Schiffen durch. Im Netz habe ich einen kleinen Imagefilm der Firma gefunden, da erkennt man ganz gut, wie groß das Gelände ist und was die da so machen.

Ich habe dort die „Azamara Journey“ fotografiert. Das im Jahr 2000 gebaute Kreuzfahrtschiff hieß zuerst „R Six“ und dann „Blue Dream“. Ob sie hier nur aufliegt, weil die Kreuzfahrten aktuell eher weniger gefragt sind, oder ob sie gewartet wurde, keine Ahnung, auf jeden Fall hab ich sie vor die Kamera bekommen 😉 .

Mein Weg führte dann weiter, sagte ich schon, wie begeistert ich von den Radwegen…ja, oder?

Nun ja, vorbei an einem Rennschnecke Streetart ging es nach Zaandam und zur dortigen Fähre über den Nordseekanal.

Die, für Radelnde ebenfalls kostenfreie, Fähre in  Zaadam, welche den Nordseekanal nach Hempontplein überquert, ist eine hochmoderne Elektrofähre. Im März 2020 bestellt sind sie seit 2021 im Dienst. Aufgeladen werden sie über einen Anschluss an der Anlegestelle. Das Laden dauert etwa 3 Minuten. Schon beeindruckend. Drei Fähren gibt es bereits, die „Pont 102“ ist die neueste und stammt aus 2022.

Auf der anderen Seite habe ich dann eine kurze Pause gemacht, in mein Twix gebissen und ne Cola getrunken. Mit Blick auf den Kanal gibt es dort einen kleinen Rastbereich, überragt vom „Kissing Couple XXXL“, einer rund 10 Meter hohen Skulptur des küssenden Paares, welches auf vielen Delftkacheln zu finden ist. Ein bekanntes und beliebtes Motiv in den Niederlanden…und hier eben in XXXL am Kanal.

Weiter ging es ein wenig durch das Hafengebiet, vorbei an Industrie und immer mal wieder interessanten Lokomotiven. Ob die „607“ hier, immerhin Baujahr 1956, noch aktiv im Dienst ist, oder abgestellt ist, weiß ich nicht, auf jeden Fall könnte sie einiges erzählen.

Etwas abseits davon stand auch noch eine Ex Reichsbahnlokomotive, jetzt im Besitz von Volker Rail. Es gibt bei dieser Firma drei dieser Lokomotiven, alle haben Namen, Tom, Spike und eben diese hier, Jerry 😉 .

Vorbei an zwei Tankschiffen führte mich mein Weg dann raus aus der Wohn- und Industriebebauung in Richtung Flughafen Schiphol. Ihr ahnt es schon, es ging weiter auf einem wirklich schönen Radweg 😉 .

An einer großen Halle habe ich dann auch wieder ein Streetart Kunstwerk entdeckt 😉 .

Wenige Kilometer später bin ich dann auf die Polderbaan des Flughafens zugefahren. Der Amsterdamer Airport verfügt über 5 Bahnen, meist sind zwei oder drei gleichzeitig in Benutzung. Das war an diesem Tag auch so, auf einer wurden die Landungen abgewickelt, auf zwei anderen die Starts.

Das Faszinierende in Amsterdam ist, dass es rund um den Flughafen fast keine Zäune gibt und man deshalb sehr tolle Bilder machen kann. Man ist zudem verdammt nah dran.

Wenn ihr mal in der Ecke seid, fahrt ruhig mal hin. Ab Mittags hat man an der Polderbaan auch sehr schönes Licht auf die Flugzeuge. Außerdem, wir sind in den Niederlanden, auch einen Frittenwagen vor Ort 😉 Viele Niederländerinnen und Niederländern nutzen auch den Grasstreifen und machen ein Picknick mit Aussicht.

Es ist schon was Besonderes da. Also, fahrt mal rum, lohnt sich. Ich hab dort ne kurze Pause gemacht und bin dann wieder in Richtung City geradelt.

Ich habe am Abend vorher noch ein kleines Video eines Boeing 787 Starts gemacht. Freihand und bei Wind, es soll euch aber zeigen, wie nah man dran ist und wie herrlich die Location da ist 😉

Ich bin ja nicht nur Radfahrer, ich fahre ja auch leidenschaftlich gern Auto, aber kennt ihr den Moment, wenn ihr an einem ewiglangen Stau vorbeiradelt? Ich kenne das aus beiden Perspektiven, sitze ich auf dem Rad empfinde ich, ab und an, ganz selten, ein kleines bisschen, irgendwo tief in mir, etwas Schadenfreude….sitze ich im Auto ist es in der Regel Neid 😉 .

Nachdem ich eine Weile neben dem Stau entlang gefahren bin, ging es dann in Richtung Osten, also zurück in Richtung City, weiter. Dabei bin ich durch den kleinen Ort Lijnden gefahren. Dort gibt es eine historische Pumpstation. Ein sogenanntes „Reichsdenkmal“, das kommt unserem Denkmalschutz gleich. Früher wurde diese Station mit Dampf betrieben. Auf jeden Fall ist die „Gemaal De Lynden“ ein echter Hingucker.

Was wäre eine Tour durch die Niederlande ohne Windmühle? Richtig, klischeelos. Also habe ich mir die Molen van Sloten Windmühle angeschaut. Das ist eine sogenannte Poldermühle, sie ist also nicht dafür da, Getreide zu mahlen, sondern hat etwas mit Wasserhaltung und Entwässerung von Poldern zu tun.

Von dort aus war es, vorbei an etlichen Flaggen der Ukraine, nur noch ein Katzensprung bis zum Vondelpark.

Der Vondelpark ist ein großer öffentlicher Park in Amsterdam. Natürlich kann man dort hindurchradeln, es gibt tolle Freiflächen, ein Freilufttheater, ein Spielplatz und etliche Gastroangebote. An dem sonnigen und warmen Sonntag war der Park voll mit Menschen und die Stimmung war richtig angenehm.

Direkt an einem der Ausgänge des Parks lag auch „mein“ Fahrradvermieter. Nach etwa 50 Kilometern habe ich da, leicht ko, aber glücklich, mein Rad wieder abgegeben.

Und das soll es dann auch schon wieder aus dem schönen Amsterdam gewesen sein. Bei Gelegenheit werde ich dort sicher auch mal eine längere Tour machen, ich hoffe aber, der erste Eindruck hat euch gefallen. Ich habe natürlich auch noch ein kleines Relive Video für euch.

Wenn ihr noch Fragen habt, immer her damit. Ansonsten war das die letzte Tour aus dem März und ich hoffe, ihr seid auch im April an meinen Berichten interessiert 😉 . Bleibt gesund und munter, seid nett zu euren Mitmenschen und versucht eine gute Zeit zu haben.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 comments

  1. Hallo Martin,
    wow da hast du ja wieder einen tollen Beitrag hervor gezaubert.
    Tolle Fotos und Infos.
    In Sachen Radverkehr sind die Niederlande uns immer noch um „Lichtjahre“ voraus. Auch sonst sind die Holländer wohl nicht so ein verbissenes, konservatives und ängsliches Völkchen wie wir.
    Liebe Grüße
    Dagmar

    1. Hi,

      Ja, den Eindruck hat man oft, schaut man etwas genauer hin gibt es auch dort Probleme und Hindernisse. Aber alles in allem scheint es doch eine andere Lebensart zu sein 😉

      LG Martin

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