Radeln im Norden – von Cuxhaven nach Bremerhaven und zurück

Moin ihr Lieben,

wer meinen letzten Beitrag gelesen hat, weiß ja, ich hatte ein paar Tage Urlaub und war in Cuxhaven. Mein Rad hatte ich dabei und so sind dort oben drei schöne Radtouren zustande gekommen, die erste habe ich HIER beschrieben, auf die zweite würde ich euch gern, wenn ihr mögt, heute mitnehmen. Unbeauftragt und unbezahlt natürlich. Also, los geht es.

Startpunkt war wieder das Hotel in Cuxhaven Altenwalde. Dieses Mal ging es aber nicht in Richtung Norden, sondern erstmal nach Süden. Direkt gegenüber des Hotels steht diese wunderschöne Kreuzkirche auf einer Anhöhe. Glaubt man der Wikipedia ist sie von 1791, der Standort für eine Kirche dort ist aber deutlich älter.

Erneut bin ich durch das Naturschutzgebiet Küstenheide gefahren, unter anderem ein ehemaliges Truppenübungsplatz-Gelände. Es lag noch Frühnebel in der Luft und das Radeln war einfach herrlich.

Ziel war Spieka-Neufeld, direkt an der Küste. Zwischen Feldern und unter blauem Himmel ging es weiter. Einfach herrlich sage ich Euch.

Einen Kunstautomaten habe ich auch noch nicht so oft gesehen, hier, direkt hinterm Deich, gab es einen.

Apropos Deich, nach der Fahrt über den Deich konnte man auf die Weite den Meeres blicken. Es macht was mit mir, es beruhigt mich und hilft mir sehr, den Kopf frei zu bekommen.

Das geht anderen auch so, ich war nicht allein auf dem Deich 😉

An lustigen Gesellen vorbei führte mich meine Tour dann nach Dorum-Neufeld. Nach wie vor am Deich entlang und mit der frischen Luft in der Nase.

An der Hafeneinfahrt des kleinen Hafens von Dorum-Neufeld steht der imposante Leuchtturm „Obereversand“. Er stand früher an derer Stelle, wurde aber hier her versetzt als sich die Fahrrinne der Weser veränderte und er nicht mehr nötig war.

Wundervolle Häuser gibt es hier, exemplarisch habe ich mal eines fotografiert. Überhaupt mag ich diesen Fachwerkstil und die ganze Anmutung sehr gern.

Kurz drauf ist mir der Aalkönig erschienen. Eine Sage rankt sich um die Geschichte vom schwarzen Wehl und dem Aalkönig.

Nach und nach ging es dann wieder zurück in Richtung Küste, bei Wremer habe ich dann den Leuchtturm „Kleiner Preuße“ fotografiert, ein Nachbau, das Original wurde 1930 abgebaut. Heute ist er eine Touristenattraktion und es gibt ein Hochzeitszimmer.

Auf dem Deich zu radeln ist einfach herrlich, windig zwar, aber herrlich. Die Weitsicht, das Meer, die Schiffe, Schafe, frische Luft. Als Städter ist man sowas ja kaum gewöhnt.

Am Horizont tauchte dann die riesige Stromkaie Bremerhaven auf. Sie ist fast 5 Kilometer lang, hat 14 Liegeplätze und steht im Guinness-Buch der Rekorde. Beeindruckend ist das Ganze auf jeden Fall.

Ich bin ein Stück von der Wasserkante ins Landesinnere gefahren und dabei am sogenannten Ochsenturm vorbeigekommen. Der Turm ist der Rest einer Kirche, die hier für einige Dörfer entstanden war. Zwischenzeitlich als Seezeichen genutzt ist es heute ein Aussichtsturm.

Und dann ging es so langsam in den Hafen von Bremerhaven. Also, die Häfen, Bremerhaven hat einige davon. Dort ist unter anderem der größte Umschlagplatz für Autos in Deutschland, Import und Export. Autotransporter sind zwar ziemlich hässliche, aber auch echt beeindruckende Schiffe.

Von der ländlichen Umgebung ist nichts mehr geblieben, ich bin mitten durch die Häfen gefahren, um mich herum war Krach, Hektik, ständig wuselten Autos, LKWs, Eisenbahnen und Menschen um mich herum. Ihr wisst ja, ich stehe auf sowas, mindestens genauso wie auf wundervolle Landschafen und Ruhe.

Container auf dem Weg zur Stromkaje und immer wieder Autotransporter. Es gab soooo viel zu sehen, spannend. Alles wirkte wie eine eingespielte Maschinerie, hoch effizient und auf Geschwindigkeit optimiert. Interessant, da mit seinem Rad mitten durch zu fahren.

Auf dem letzten Foto sieht man, wie die Autos nach und nach in das Schiff fahren, die Heckklappe ist auf und nach und nach füllen die Wagen den Bauch des Schiffes. Ein Stück weiter lagen einige Schlepper im Hafen, unter anderem die „Fairplay 33“, ein großer Ankerziehschlepper. Diese Schiffe dienen zum einen dazu antriebslose Geräte auf dem Meer zu schleppen, Bohrinseln zum Beispiel, aber vor allem sollen sie „Anker ziehen“. Wenn Pipelines verlegt oder Off-Shore Windparks errichtet werden, entsteht eine große Kraft an den Ankern und sie graben sich tief in den Meeresboden ein, wenn die Arbeiten dann woanders fortgesetzt werden sollen, müssen diese Anker geborgen werden, dafür braucht es dann viel Kraft und die haben diese Spezialschiffe. Eindrucksvolle Maschinen, denen man ihre Kraft förmlich ansieht, finde ich.

In einem Dock gab es dann einen weiteren interessanten Schiffstyp zu sehen, eine sogenannte „Motorklappschute“. Eine Schute ist eigentlich ein antriebsloses Schiff zum Transport von Waren, dieses Exemplar hier kann eigenständig fahren und seinen Boden aufklappen. Es dient dazu Sediment abzutransportieren und auf See zu verklappen. Damit es, auch mit geöffnetem Boden, schwimmen kann, sind die beiden Rümpfe hohl. Faszinierende Technik.

Da eine Brücke gerade gesperrt war, musste ich quasi einmal ums Überseehafengebiet herumfahren. Das war aber alles andere als blöd, es gab eine Menge zu sehen. Zum Beispiel gibt es einen tollen Aussichtsturm, gebaut aus Überseecontainern. Tolle Idee.

Man hat dadurch die Möglichkeit weit in die Häfen zu blicken. Zum Beispiel auf diesen Autotransporter der amerikanischen ARC Reederei. Sie hat ihren europäischen Hauptsitz hier in Bremerhaven und die „Freedom“ hier hatte zur großen NATO Übung letztes Jahr etliche Militärfahrzeuge nach Europa gebracht. Ganz interessant finde ich den Größenvergleich zum Tankschiff daneben, einem sogenannten „Bulker“. Es hat ungefähr die Größe eines Rheinschiffes.

Ein Blick auf die eben angesprochene Brücke erklärt dann auch den Umweg, da hätte ich wohl schwimmen müssen…. 😉

Mit einem letzten Blick auf einen weiteren „Car Carrier“ und einen kleinen Teil des Container-Terminals bin ich wieder vom Turm geklettert und weitergefahren.

Auf dem Weg zurück und dann weiter in Richtung Innenstadt habe ich den „Neuen Hafen“ passiert, dort liegt das wunderschöne Schulschiff Deutschland. Stapellauf war 1927, nach einigen Restaurierungen sieht sie aus wie neu und kann auch besichtigt werden.

Ein gutes Stück bin ich der Promenade gefolgt, bevor es dann wieder ins Landesinnere ging. Auffällig an der Promenade ist das knapp 150 Meter hohe Atlantic Hotel, hat ein bisschen was vom Burj al Arab in Dubai.

Im alten Hafen liegt die „Wilhelm Bauer“, ein U-Boot des XXI, welches eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Gegen Kriegsende gebaut, diente es später der neuen Bundesmarine als Versuchsträger. Heute ist es ein Museum und kann besichtigt werden. Ein besuch lohnt in jedem Fall.

Und dann ging es auch schon auf den Rückweg. In Bremerhaven Lehe habe ich mir die sehr schöne Herz-Jesu Kirche von 1910 angeschaut, ein eindrucksvoller Bau, und bin dann an der neuen Aue entlang wieder zurück in Richtung Cuxhaven gefahren.

Über Wirtschaftswege und ruhige Landstraßen führte mich mein Weg dann an Midlum vorbei nach Krempel 😉 und in einem kleinen Schlenker auch wieder am Flugplatz in Nordholz entlang.

Am Flugplatz selbst war nicht viel los, lediglich eine Dornier 228 war im Anflug. Dieser Flieger hat es allerdings, im wahrsten Wortsinne, in sich. Die Bundeswehr setzt dieses Flugzeug zur Umweltüberwachung ein, etliche Stunden verbringen die Crews in der Luft und spüren mit modernster Technik Umweltsündern auf den Meeren nach. Ölverklappung, Giftstoffe und vieles mehr können die Sensoren erkennen. Ein guter und wichtiger Beitrag den das Marinefliegergeschwader 5 hier leistet.

Die letzten Kilometer führten an einer Landstraße entlang und führten mich, kurz vor dem Hotel, noch an einem steinzeitlichen Grab vorbei. Als auch als Archäologie-Fan kommt man in der Region durchaus auf seine Kosten.

Und das soll es auch schon wieder gewesen sein mit meiner Tour. Es war die zweite hier oben in meinem Urlaub, eine folgt noch, dann geht es wieder zurück nach NRW ;). Wie immer hoffe ich, es hat Euch gefallen, einen Relive Clip habe ich noch für Euch und wie immer gilt, wenn ihr Fragen habt, immer her damit ;).

Bleibt gesund und munter, passt auf Euch auf und fahrt vorsichtig,

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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