Die Stadt mit K – Von Köln nach Krefeld

Hallo zusammen,

nach wie vor hinke ich mit meinen Blogbeiträgen hinterher. Man kommt ja zu nichts ;). Heute soll es um eine Radtour vom 14. August gehen. Es gibt dieses Lied von Kasalla, „Stadt met K“, darin geht es natürlich um die Domstadt Köln, aber, Krefeld fängt ja nun mal auch mit K an, also, dachte ich mir, radelste mal von der Stadt mit K in die Stadt mit K. Unbeauftragt und unbezahlt ging es also früh Morgens mit dem Zug nach Köln. Nach wie vor klappt das ganz gut, die Züge sind, zumindest um die frühe Uhrzeit, nahezu leer.

Vom Bahnhof in Köln aus ging es dann, am Dom vorbei, über die Hohenzollernbrücke erstmal auf die andere Rheinseite. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie viele Liebesschlösser mittlerweile an der Brücke hängen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass vor einiger Zeit sogar Statiker der Bahn überprüft haben, ob die Brücke das zusätzliche Gewicht trägt. Ob Freddy und Jenny wohl noch zusammen sind?

Von der anderen Rheinseite aus hat man auch einen tollen Blick auf den Kölner Dom, der übrigens offiziell Hohe Domkirche Sankt Petrus heißt, und den „Colonius“, den Fernmeldeturm.

Am Deutzer Werft vorbei führte mich mein Weg dann in Richtung Süden weiter, vorbei an der, im Moment gesperrten, Drehbrücke zur Ellmühle. Dort wurden bis Anfang diesen Jahres die Produkte von Aurora hergestellt. Ihr wisst schon „Aurora mit dem Sonnenstern“ 😉 . Jetzt sollen in das Gebäude wohl Wohnungen kommen, die Produkte wird es aber auch weiterhin geben, gemahlen wird dafür in….Krefeld. Richtig, die neue große Mühle im Krefelder Hafen übernimmt die Produktion aus Köln.

Seit ich vor einiger Zeit den Job gewechselt habe und nicht mehr in der Mediothek, also der Stadtbibliothek in Krefeld, arbeite, sondern beim Amt für Presse und Kommunikation der Stadt Krefeld bin ich immer wieder auch in Museen unterwegs, auf Pressekonferenzen zugegen, schaue mir Ausstellungen und Performances an, um nachher etwas darüber schreiben zu können. Mit diesem Background kann ich euch leider nicht sagen, ob das hier Kunst, eine Performance, eine Kapitalismuskritik oder einfach schwachsinniger Vandalismus ist. 😉 Ich habs sicherheitshalber mal fotografiert…

An einem cooles Streetart im Hafen vorbei ging es wieder runter an den Rhein, dort gab es noch einen schnellen Blick zurück über die Kranhäuser und den Dom, dann ging es weiter.

Durch Köln Poll führte mich mein Weg dann nach Gremberghoven.

Wer hier schon länger mitliest und die anderen Kölntouren kennt, der weiß ja, in Gremberghoven gibt es eine tolle Eisenbahnfotostelle. Dort befindet sich ein großer Rangierbahnhof, über 30 Gleise liegen dort. Man kriegt oft ganz interessante Züge und Lokomotiven vor die Linse, dieses Mal habe ich aber nur kurz gehalten und entsprechend auch lediglich eine der vielen Rangierlokomotiven dort zu Gesicht bekommen. Sie ist aber immerhin auch schon Baujahr 1969 und ackert da brav jeden Tag mit etlichen Wagen hin und her.

Nach Poll und Gremberghoven war dann Mülheim der nächste Kölner Stadtteil, den ich beradelt habe. Dort habe ich eine kurze Pause im Stadtgarten gemacht, er wurde Anfang der 1900er Jahre angelegt und ich finde ihn richtig schön. Ein bisschen Ruhe, mitten in der Großstadt.

Wenig später war ich dann am Rheinufer. Herrliches Wetter, der Rhein und Schiffe. Es sind diese Momente im Leben, da ist es mal einfach schön. Seit einiger Zeit fahren einige farbenfrohe Gastanker von Ineos auf dem Rhein umher. Immer mal wieder bekomme ich sie vor die Linse, durch ihre Größe und die Bemalung unterscheiden sie sich schon optisch von vielen anderen Binnenschiffen auf unseren Gewässern hier.

110 Meter lang und 15 Meter breit ist die Aloo, 6 Tanks sind in ihr verbaut. Und sie ist vor allem schön bunt.

Ich bin dann ein ganzes Stück am Rhein entlang gefahren. Auf der einen Seite der Fluss, auf der anderen Seite oftmals Wohnbebauung oder Felder. Auf jeden Fall herrlich.

Spannend, was manche Menschen so am Balkon stehen haben ;).

Wenig später kam ich in Leverkusen an. Viele Fahnen rund um das Werksgelände des Chemparks wehten auf Halbmast nach dem schweren Betriebsunfall vor ein paar Tagen. Wenn dort entlangradelt, merkt man, welche Relevanz dieser Arbeitgeber für die Region hat, das Gelände ist riesig.

Das riesige Bauprojekt „A1 bei LEV“, zum dem unter anderem auch die Autobahnbrücke gehört, musste mittendrin neu ausgeschrieben werden, seit März wird wohl wieder gearbeitet. Auf jeden Fall schlängelt man sich mit dem Rad durch die Baustelle hindurch, klappt aber ganz gut.

Hm, ich habe beim radeln ja auch immer das ein oder andere dabei, Getränke, was zu futtern, meist verpackt. Meistens komme ich mit dem Müll wieder zurück, oder entsorge ihn, fachgerecht, unterwegs. Das haben diejenigen, die am Rheinufer gegrillt haben sicher auch getan….es muss ein unglücklicher Zufall sein, dass sie ihren Grill dabei vergessen haben….

An der alten Wuppermündung gibt es eine Schiffbrücke. Sie besteht aus den drei historischen Schiffen Einigkeit, Recht und Freiheit. Ein Aalschokker, ein Rheinklipper und ein Plattbodenschiff bilden die Pontons die durch einen Steg verbunden sind. Das ganze hat Samstags und Sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Dazu war ich leider zu früh da, also, rüber kam ich nicht, aber gucken konnte ich.

In einem kleinen Bogen bin ich dann zur aktuellen Wuppermündung gefahren und habe diese dann, ganz unspektakulär, mittels Brücke überquert.

Weiterhin am Rhein entlang ging es dann, an Hitdorf mit der Sankt Stephanus Kirche vorbei, nach Monheim.

Am Ende des Hitdorfer Hafens steht diese Dampfspeicherlokomotive, sie war mal auf dem Werksgelände von Persil unterwegs.

In Monheim steht direkt am Rhein eine Leda Skulptur von Markus Lüpertz. Diesem Künstler, bzw. seinen Werken, bin ich jetzt schon auf einigen Radtouren begegnet, der große Kopf am Duisburger Hafen und die Figur auf der Zeche Nordstern sind auch von ihm. In Monheim ist es die Gänseliesel. Warum diese Figur für Monheim so eine Bedeutung hat, könnt ihr HIER nachlesen.

Auf dem Rhein war eine Menge los, im Hintergrund ist die petrochemische Industrie in Dormagen zu erkennen. Ich habe mich wieder auf den Sattel geschwungen und bin weiter in Richtung Düsseldorf gefahren.

Kurz bevor ich dann vom Weg direkt am Rhein weg und durch das Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe geradelt bin, habe ich noch einen Stopp an der Fiat Voluntas eingelegt. Der alte, aber wunderbar restaurierte, Aalschokker dient als Museumsstück und illustriert eindrucksvoll ein Stück Stadtgeschichte. Hier gibt es einen interessanten Clip rund um das Schiff. Krefeld kommt übrigens auch wieder drin vor ;).

Vom Rhein weg, quer durch die Urdenbacher Kämpe führte mich meine Route dann bis an den Schlosspark von Schloss Benrath.

Dort muss man allerdings absteigen und schieben, das ist aber angesichts der vielen tollen Eindrücke in dem Park auch kein Problem. Gerade bei dem herrlichen Wetter machte das „Lustwandeln“ im Schlosspark wirklich Freude.

In Düsseldorf Reichsholz steht die, sehr eindrucksvolle, griechisch-orthodoxe Kirche Heiliger Andreas , an ihr vorbei ging meine Tour weiter, über die südliche Düssel in Richtung Grafenberg und Aaper Wald.

Manchmal findet man an Radwegen kleine, ich nenne sie mal, Toolboxen. Darin gibt es Luftpumpen, Schraubendreher und ähnliches. Unterwegs habe ich so etwas in Form der Mondrakete aus den Tim und Struppi Comics entdeckt. Tolle Idee und auch optisch ein Highlight, finde ich.

Ganz spannend finde ich, dass ich mittlerweile sogar Kunst von bestimmten Künstlern erkenne. Ich bin, wer hier schon länger mitliest weiß das, Fan des Künstler-Duos Tubuku. Die haben in Krefeld schon richtig gute Streetart gemacht und viele Wände und Ecken verschönert. Als ich jetzt in Düsseldorf diese Biene gesehen habe, war mir klar….das ist ein Tubuku. 😉

Nächstes Etappenziel war das Segelfluggelände Wolfsaap. Der Weg dorthin führte mich an Feldern vorbei und durch den Wald bis hinauf zum Startbereich für die Segelflugzeuge.

Vor ewigen Zeiten wurde auch mal in Lohhausen geflogen, mittlerweile ist dort der Airport Düsseldorf und somit kein Platz mehr für die eleganten Gleiter. Als Zuschauer ist man nah dran, kommt schnell mit den Aktiven ins Gespräch und kann sich die Flugzeuge anschauen. Ein Besuch dort oben lohnt auf jeden Fall, finde ich.

Von der Wolfsaap hinab geht es zügig, weil bergab, zwischen Silbersee und Grünem See hindurch bin ich nach Lichtenbroich gefahren. Dort habe ich einen der vielen Radschläger in Düsseldorf fotografiert, bevor es dann wieder aviatisch wurde.

Von den Segelfliegern war ich jetzt bei den großen Vögeln angekommen. Am Düsseldorfer Flughafen lüftete die Polizei gerade mal ihren Heli durch, es wird schon recht warm in so einem Hubschrauber wenn die ganze Zeit die Sonne drauf steht.

Auf dem Vorfeld wurde unterdessen heftig gearbeitet. Eine Boeing 777, oder auch Triple Seven, der russischen Nordwind Airlines diente als Frachter und wurde entladen.

Eurowings hat immer mal wieder ganz interessant lackierte, beziehungsweise beklebte Flugzeuge in der Flotte. Solche Logojets machen Werbung für Firmen, Kooperationspartner oder Flugzeughersteller. In diesem Fall ist der Europa Park der Auftraggeber.

Würde ich am Flughafen arbeite , sähe meine Fensterbank sicher ähnlich aus 😉

Kurz bevor ich die letzten Kilometer nach Hause antrat, machte sich auch der russische Frachter wieder auf dem Heimweg.

Meine Fahrt bis zum nächsten Stopp war deutlich kürzer als der Flug der Boeing. Kurz hinterm Flughafen, in Lohausen, war schon wieder Schluss. Der Meteora-Grill war mein Ziel. Das Gyros und die Fritten schmeckten nach knapp 85 Kilometern richtig gut 😉

Über Kaiserswerth führte mich mein Weg dann weiter, inklusive Fährfahrt mit der Michaela II.

Vorbei an Feldern und wunderbaren Blühstreifen voller Sonnenblumen ging es zurück nach Krefeld.

Vorbei an der Burg Linn und über die wunderbare Krefelder Radpromenade bis hinein in die Innenstadt.

Und am Ende der Tour gab es dann nochmal…Tubuku. Das wunderbare Streetart am Seidenweberhaus, man kann einfach nicht vorbeifahren ohne ein Bild zu machen. Das geht übrigens ganz vielen Menschen so, ging man vorher er gelangweilt oder genervt über die Kreuzung, schauen die Leute jetzt, fotografieren, deuten, zeigen und sprechen über das Bild. Ein toller Erfolg.

Und das soll es auch schon wieder gewesen sein. Etwas über 100 Kilometer waren es dieses Mal. Interessante, spannende und schöne Kilometer. Ich habe noch einen Relive Clip für Euch und hoffe, es hat Euch gefallen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, passt auf Euch auf und haltet die Ohren steif.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 comments

    1. Hi Dagmar, ich hab das ja schon einige Male geschrieben, aber ich finde das positive Feedback hier echt toll. Es motiviert so weiter zu machen. Und für mich ist es ja oftmals ein „zweites Erleben“ einer Radtour.

      Liebe Grüße, Martin

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