Route 66 – die Raderlebniswoche

Hallo Leute,

heute nehme ich euch mal wieder in den Nahbereich hier in Krefeld mit, also wenn ihr mögt. Letzte Woche Freitag hatte ich nach Feierabend Lust auf eine kleine Runde mit dem Rad, aber keine riesen Tour mehr, dafür war es auch schon zu spät. Auf der Suche nach einem Ziel bin ich über den Pressebericht zur „Niederrheinischen Raderlebniswoche“ gestoßen. Das Ganze ist wohl die coronakonforme Version des Radwandertages den es hier bei uns am Niederrhein jedes Jahr gibt. Da man das Event ein wenig entzerren wollte, ging es jetzt halt über eine ganze Woche. Dabei gibt es im Netz verschiedene Touren am Niederrhein, 63 Orte zwischen Rhein und Maas haben mitgemacht, mit ganz unterschiedlichen Längen. Unbezahlt und unbeauftragt berichte ich Euch mal ein wenig von der kürzesten der Krefelder Routen.

Los ging es vor der Haustüre, das bedeutet ich bin erstmal ein paar Kilometer bis zum Einstieg in die Tour gefahren. Dabei kam ich am Stadthaus Krefelds vorbei. Ein Eiermann-Bau. Als ich das das erste Mal gehört habe, dachte ich zwar, man will mich veräppeln, das zeigte aber nur, dass ich ein Architekturbanause war. Der gute Mann hieß wirklich so und das 1950 von Egon Eiermann errichtete Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Die Stadt Krefeld versucht es gerade zu verkaufen, wenn also jemand 3 Millionen Euro übrig hat….und noch den einen oder anderen Euro in eine Sanierung stecken mag, der darf gern zuschlagen. 😉

Von dort aus ging es in die „Big Block“ Ecke. Auf der Kleinewefersstraße gibt es eine Kfz-Werkstatt, in deren Dunstkreis parken immer etliche, spannende, amerikanische Autos. Wer sich also für solche Maschinen interessiert, dem sei mal eine Tour über diese Straße empfohlen. Manchmal stehen dort echte Highlights am Straßenrand.

Über den Hökendyk bin ich dann in Richtung Kliedbruch und Moerser Straße geradelt. Das ist schon eine schöne Ecke, viel Grün und gute Radwege.

An dem kleinen See Holtmoers Kull war dann der Einstieg in die Routen. Dort trafen sich alle Krefelder Touren.

Schönes Fleckchen Erde dort, sage ich ja immer wieder. Die Touren waren zwischen 13 und knappe 50 Kilometern lang, ich hab mich, wie schon gesagt, für die kurze entschieden. Lief unter Familientour und sollte durch Krefeld Traar, am Flugplatz Egelsberg und an den Niepkuhlen vorbeiführen. Am Startpunkt treffen sich viele Radwegmöglichkeiten und es gibt eine Übersichtskarte. Die steht da immer, nicht nur in der Raderlebniswoche.

Auf dem Boden waren Markierungen angebracht, einmal die Routenummer, meine war die 66, und unterwegs wurde man mittels Pfeilen gelotst.

Über ruhige Nebenstraßen führte die Route in Richtung Krefeld Verberg und dort an der Christus König Kirche vorbei.

Durch Traar hindurch, an der dortigen Sportanlage vorbei, ging es dann recht fix hinauf auf den Egelsberg. Die gesamte Familientour war mit knappen 13 Kilometern angegeben. Am Flugplatz waren auch der dort ansässige Luftsportverein mit zwei Segelflugzeugen und einer Schleppmaschine zugange.

Wenn man sich ein bisschen dafür interessiert ist der Platz bestens geeignet, man ist total nah dran und kommt auch schnell mit den Aktiven ins Gespräch. Quasi direkt in der Einflugschneise liegt dann auch die Egelsberg Mühle, unlängst restauriert ist sie ein echter Augenschmaus finde ich.

Blick zum Flugplatz….wie gesagt, man ist nah dran.

Wenn man dann den großen Pfeilen auf dem Boden gefolgt wäre und nicht immer nach oben zu den Flieger geschaut hätte, wäre man auch direkt richtig abgebogen ;). Ich hab nen extra Schlenk eingelegt, war dafür dann aber ganz nah bei der Drusch dabei. Das ich ein Faible für Industrieanlagen, Flugzeuge, Schiffe und Eisenbahnen habe wisst ihr ja, Landmaschinen finde ich aber durchaus auch spannend. Baujahr irgendwann in den 1990ern, über 300 PS und irgendwie faszinierend bei der Arbeit zu beobachten.

Nach meiner extra Runde war ich dann aber wieder auf Kurs und bin die restliche Familienrunde zu Ende gefahren. Nach dem Flugplatz ging es durch das Naturschutzgebiet Niepkuhlen. Tief durchatmen war angesagt, die frische Luft im Wald war herrlich.

Über den Hermann-Kresse Weg ging es dann zum Ausgangspunkt zurück. Wer immer diese kleine Runde ausgesucht hat, es war eine gute Wahl, ich denke, diese Strecke war auch mit Kiddies gut zu fahren. Kann man ja sicher noch machen, die Markierungen auf dem Boden sollten ja noch vorhanden sein. Ich bin, mittlerweile hungrig, in den Stadtwald gefahren. Über den Europa-Ring, vorbei an tollen Sonnenblumen hinein in das große Areal rund um das Stadtwaldhaus.

Im dortigen Biergarten haben ich mir dann meine Feierabend-Cola und ne Currywurst schmecken lassen. Kennt ihr diese Momente, in denen einfach mal alles gut ist? In denen man einen stressigen Job, eine chaotische Welt und seine Sorgen einfach mal abschalten kann? Diesen Moment hatte ich im Stadtwald. Was leckeres zu futtern, der Blick auf den Deuß-Tempel und einfach mal den lieben Gott eine gute Frau sein lassen, ich weiß wie es läuft, ich hab den Film Dogma gesehen ;).

Danach ging es durch den Stadtwald nach Hause, nochmal durchatmen und dann warteten schon wieder etliche Kommentare in sozialen Netzwerken auf mich, die Querdenker, die homophoben, die Idioten und die Nazis dieser Welt, die alle ihren Mist auf der städtischen Facbookseite abladen möchten. Wie wunderbar war es da doch gerade im Wald und am See…

Ich hoffe die kurze Tour hat Euch gefallen, einen Relive Clip habe ich noch für Euch und ansonsten gilt natürlich auch dieses Mal, wenn ihr Fragen habt, immer her damit ;).

Bleibt gesund und munter, passt auf Euch auf und haltet den Kopf oben,

Euer Martin

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