Tour an die Krickenbecker Seen

Hallo zusammen,

es geht wieder aufs Rad, dieses Mal erneut direkt vor der Haustür. Am vergangenen Samstag versprach die Wetter-App einen Sonne-Wolken Mix, dass es am Ende ein WolkenWolken Mix wurde war zwar irgendwie klar, aber auch kein Beinbruch. Als Ziel hatte ich mir die Krickenbecker Seen ausgeguckt. Davor vielleicht noch ein bisschen Züge gucken in Kaldenkirchen und dann über Kempen zurück nach Krefeld. Und so ging es gegen 10 Uhr gemütlich in Krefeld los in Richtung Bahnradweg nach Kaldenkirchen. Durch den Stadtgarten führte mein Weg am Wasserturm an der Gutenbergstraße vorbei. Ein beeindruckendes Bauwerk, welches die Wasserversorgung der Stadt sicherte. Heute als Baudenkmal eingetragen, war er auch mal Kulisse für den Videodreh einer Metalband.

Richtung Kempen ging es dann über die Alte Kempener Landstraße, kein wirklich schöner Asphalt mehr, aber irgendwie hat die Straße Charme, ich weiß auch nicht. Ich radel dort gern lang, man fährt durch die Natur, es gibt einen Nistturm und es fahren nur sehr wenig Autos dort entlang.

Wenn man aus Krefeld in Richtung Kempen radelt ist der Weg ja fast schon ein Klassiker, ein kurzer Stopp am Gut Heimendahl gehört natürlich auch dazu. Das Gehöft ist einfach immer wieder Hingucker und die Lebensmittel aus dem Hofladen sind 1A. Also, wenn ihr da mal vorbeikommt, ein Stopp lohnt eigentlich immer. Ach ja, alle Infos hier sind natürlich unbezahlt udn unbeauftragt ;).

Vom Gut Heimendahl aus gibt es einige Möglichkeiten weiter in Richtung Kaldenkirchen zu fahren, an der kleinen Kapelle Sankt Peter vorbei zum Beispiel oder außen herum um Kempen. Ich habe mich für den klassischen Bahnradweg entschieden. Also bis nach Kempen rein und dann auf die ehemalige Trasse bis nach Kaldenkirchen. Bis in die 1980er rein fuhren hier Güter- und Personenzüge, heute ist die Trasse ein Radweg. Mich als Radler freut das, für die Verkehrsinfrastruktur wäre eine solche Nebenbahn heute vielleicht gar nicht schlecht. Übrig geblieben sind ein, zwei Bauwerke, Beschilderung und Bahnhofsgebäude. In Grefrath hat sich das Jugendzentrum „Dingens“ dort einquartiert

Der Weg an sich ist super ausgebaut und meist mit vielen Bäumen an den Seite bepflanzt. Das Radeln auf dieser Trasse macht wirklich Spaß, von ein, zwei Wurzelschäden abgesehen.

Kurz hinter Grefrath steht dieses Flugzeuggerüst auf Stelzen neben dem Radweg. Wer hier schon länger mitliest erkennt es vielleicht, das ist ein ehemaliges Spielgerüst von einem Spielplatz. Als es nicht mehr den aktuellen Sicherheitsbestimmungen entsprach, wurde es, im Grunde aus Sentimentalitätsgründen, nicht verschrottet, sondern zu einem Denkmal. Eine tolle Idee finde ich.

Kurz vor dem Eisenbahnfotopunkt den ich in dieser Ecke immer ganz gern ansteuere führt der Radweg zwischen dem de Witt See und dem kleinen de Witt See hindurch, einfach toll zu fahren und der Ausblick über den See hat was. Immer ein schöner Punkt um einen Moment anzuhalten und Pause zu machen.

An der Bahnstrecke Viersen-Venlo, die in Teilen parallel zur früheren Strecke Kempen-Kaldenkirchen verläuft, habe ich dann auf den einen oder anderen Zug gewartet. Nicht mehr in Bewegung wurde es dann doch recht fix ziemlich kalt und nach nur zwei Bewegungen auf der Schiene bin ich wieder auf den Sattel gestiegen. Einmal ein langer Autotransport und dann eine Lokomotive von Crossrail ganz allein unterwegs.

Irgendwie schloss sich so der Kreis mit dem Thema Eisenbahn und dem radeln auf einer Bahntrasse. Es ging zurück zum de Witt See, vorbei an großen Flächen einer örtlichen Baumschule. Durchaus stylish geformte Exemplare standen dort am Wegesrand. Ist ja schon auch irgendwie ne echte Kunst sowas, oder?

Rund um die Krickenbecker Seen und die Nette findet sich viel Natur und tolle Wege, manche darf man erradeln, andere nicht. Ich bin ganzes Stück an der Nette entlanggelaufen, es lohnt sich aber wirklich, mal das Rad ein Stück zu schieben und einfach die Natur auf sich wirken zu lassen. Man entdeckt so viel. Ein wirklich tolles Fleckchen Erde ist das da im Naturpark Schwalm Nette.

Ziel war die Leuther Mühle. Diese Wassermühle liegt an der Nette, auch wenn einige Witzbolde dem Flüsschen mittel Kaugummi einen eher französischen Namen geben wollen 😉

Die Mühle ist aus dem 16. Jahrhundert und heute ist sie als Seminarhaus zu mieten, viele Räume, Zimmer zum Übernachten und dazu die wundervolle Lage, ich könnte mir schlimmere Ecken für Seminare vorstellen.

Von der Wassermühle ging es zur Windmühle. Die Stammenmühle in Hinsbeck war das nächste Ziel. Im Ort konnte man sie schon auf nem Stromkasten entdecken, danach ging es dann den Berg hinauf, auf dem das Original steht.

Ich war allerdings überrascht, die Mühle hat aktuell keine Flügel, die liegen als Trümmerhaufen daneben. Ob sie restauriert werden? Ich hoffe doch sehr, der Anblick der Mühle ist nämlich ein wirklich toller. Als man noch „einfach so“ mit dem Copter fliegen durfte habe ich mal eine Luftaufnahme gemacht, ist also ein altes Archivbild.

Aktuell sieht die Mühle so aus….und dahinter liegt der „Flügelhaufen“.

Von der Mühle an begann der wohl schönste Teil der Tour, man rollt fast 3 Kilometer sanft bergab bis nach Grefrath hinein. Herrlich. In Grefrath bin ich dann durch den Schwingbodenpark gefahren, 1970 wurde er im Rahmen der Landesgartenschau angelegt und ist auch heute noch ein schöner Park, mit einem Spielplatz, viel Grün und ein Turm, der mal ein Aussichtsturm war. Die Landesgartenschau 1970 muss, glaubt man alten Berichten, der Knaller gewesen sein. Auf dem kleinen Flugplatz ist sogar ein Harrier der Royal Air Force gelandet. Das muss ein Spektakel gewesen sein. Übrig geblieben ist der Aussichtsturm, der zwar unter Denkmalschutz steht, aber aktuell leider nicht begehbar ist,

Die Fahrt zurück nach Hause führt dann erneut über Kempen, dieses mal aber über die andere Seite der Stadt. Auf dem Weg dorthin bin ich auch an der Abtei Mariendonk, sie gehört noch zu Grefrath, vorbeigekommen. Das Schild „Krypta geöffnet“ lies mich anhalten und mal nachsehen. Die wenigen Stufen in die Unterkirche waren schnell gemacht und es umfing mich eine angenehme Stille.

Die Schwester von Mariendonk haben sich für die Besucher, gerade in diesen schwierigen Zeiten, etwas ausgedacht. Kleine Röllchen mit Gedanken und Sprüchen laden dazu ein, mitgenommen zu werden.

Das habe ich gemacht und zu Hause dann diesen Spruch entrollt. Ist viel Wahres dran. Ich finde das eine schöne Geste der Schwestern. Das ich natürlich auch noch eine Kerze für die Menschen die mir wichtig sind entzündet habe, ist klar. Kann ja auf keinen Fall schaden.

In Ziegelheide ging es mit der Spiritualität noch ein bisschen weiter, allerdings ganz anders. Dort fand ich, neben einem Feld, eine lebensgroße Krippe vor. Auch wenn wir schon weit nach Weihnachten und den heiligen drei Königen sind, das hier fand ich wirklich klasse, vor allem das „Deckenkamel“ ;).

In Kempen ging es dann an der Mühle vorbei, schon wieder eine Mühle, die so wunderbar in der Stadtmauer steht. Laut Kempener Website wurde sie 1481 erbaut und sollte die Mehlversorgung der Stadt sichern. Schon beeindruckend, dass sie heute immer noch da ist.

Mit einem Krefelder Wasserturm ging es los, mit einem Krefelder Wasserturm sind wir auch fast am Ende der Tour. Über die Hülser Straße ging es nach Krefeld Hüls und am dortigen Wasserturm vorbei in Richtung Krefelder Innenstadt.

Die letzte Etappe führte mich am Mies van der Rohe Business Park vorbei. Ich kann mich an diesen Formen kaum satt sehen, stehe voll auf Bauhausarchitektur. Wenn Corona Geschichte ist, möchte ich dort wieder Veranstaltungen im Café Ludwig sehen, möchte dort sitzen und das Licht in den vielen Fenster erleben. Das ist ein wirkliches Krefelder Highlight, finde ich.

Und das soll es dann auch schon wieder gewesen sein. Ich habe noch ein Relive Video für Euch und hoffe ansonsten die kleine Tour hat Euch gefallen.

Bleibt gesund und fahrt vorsichtig, Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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