Radeln im Norden – Von Bremerhaven nach Cuxhaven

Hallo zusammen,

ich weiß, ich bin echt nicht der schnellste Blogger vor dem Herren, aber jetzt bin ich zumindest mal im August angekommen. Nach wie vor liegen noch einige Radtouren auf Halde, stürzen wir uns also in den August.

Ich hatte im August drei Wochen Urlaub und habe diese, fast, ausschließlich auf den Rad verbracht. Das war wirklich klasse. Wenn ihr also mögt, nehme ich euch mit auf meine Touren. Die ersten hatten alle einen maritimen Touch, ich war am Meer. Ich habe  ein Rad im Zug mit genommen und hatte eine schöne kleine Ferienwohnung in Cuxhaven. Nach einer kleinen Runde durch die Nachbarschaft am Ankunftstag, ging es am zweiten Tag von Bremerhaven nach Cuxhaven. Um diese Tour soll es heute gehen. Los ging es also mit dem Rad von Ferienwohnung nach Cuxhaven zum Bahnhof. Das waren nur ein paar Kilometer, ich bin aber schon mal direkt am Wasser entlang gefahren. Herrlich. Im Hintergrund ist eines der Wahrzeichen von Cuxhaven zu sehen, die Kugelbarke.

Dank des Neun-Euro-Tickets musste ich mir für die Fahrt nach Bremerhaven lediglich ein Fahrschein fürs Fahrrad kaufen und konnte dann den Zug entern. Ich war recht früh unterwegs und so auch allein mit meinem Rad im entsprechenden Abteil. Generell haben alle Fahren im Neun-Euro-Ticket Zeitrahmen für mich sehr gut funktioniert. Wenn es wirklich mal etwas voller wurde, war das mit den Mitreisenden und den Teams der Bahnunternehmen immer problemlos zu regeln.

Vom Bahnhof in Bremerhaven aus ging es erstmal in Richtung des alten Fischereihafens. Das Radfahren klappt in Bremerhaven ganz gut, einige breite Radwege gibt es und auch im normalen Straßenverkehr kann man ganz gut radeln.

Im alten Fischereihafen gab es dann gleich zwei interessante Schiffe zu entdecken. Einmal das Expetitionsschiff „Heincke“ vom Alfred Wegener Institut, ein Schwesterschiff der „Alkor“, die ich bei einer meiner Touren in Kiel schon mal vor der Linse hatte.

Und zum anderen das Museumsschiff „Gera“, ein Seitentrawler. Top restauriert sieht das Fischfangschiff aus wie neu.

Ich habe im Netz einen interessanten Youtube-Clip zur Gera gefunden, wenn ihr mögt, schaut gern mal rein.

Wenn ihr mal in der Ecke seid, der Fischereihafen ist ein wirklich schönes Fleckchen, man kann lecker essen und es gibt eine Menge zu sehen.

Ich bin weiter in Richtung Süden gefahren und vorbei an den bekannten Namen der Frischefirmen, Frosta, Nordfrost und ähnliche. Vorbei an den Kais der Fangschiffe ging es dann auf eine Werft zu. Ganz spannend zu sehen, ein Behördenschiff, die „Scharhörn“ lag im Trockendock. Die Welt ist ein Dorf, gebaut wurde sie vor Ewigkeiten mal als Bohrinselversorger auf der Rheinwerft in Duisburg-Walsum.

Durch die Hafenanlagen bin ich dann einmal um das Hafenbecken herum und dann langsam in Richtung Innenstadt gefahren. Ich mag dieses Industrie- und Hafenflair sehr, bin dort immer wieder gern unterwegs. Irgendwie gibt es dort immer etwas zu entdecken.

Parallel zur Weser ging es weiter, am Horizont tauchte dann schon das sehr markante Atlantic Hotel auf. Ein ganz kleines bisschen erinnert es an das Burj al Arab in Dubai.

Blick man ein bisschen weiter ist auch schon das Containerterminal, das längste zusammenhängende der Welt, zu erkennen.

Ganz in der Nähe befindet sich das Deutsche Schifffahrtsmuseum. Besonders spannend sind dabei auch die Schiffe und Boote im Außenbereich. Zum Beispiel die „Wilhelm Bauer“, ein U-Boot vom Typ XXI. Das Boot hat eine spannende Geschichte hinter sich und ist heute als Museumsschiff zu besichtigen. HIER gibt es einige Infos dazu.

Vorbei am ältesten Festland-Leuchtturm an der Nordseeküste ging es in Richtung Kaiserhafen und Wendebecken der großen Autotransporter. Der Simon-Loschen-Leuchtturm ist von 1853 und ein beeindruckendes Wahrzeichen Bremerhavens.

In Bremerhaven findet vor allem das Verschiffen von Autos statt. Wirklich schön im klassischen Sinne sind Autotransport-Schiffe sicherlich nicht, sie sind aber beeindruckend. Es gibt einen tollen Aussichtsturm, gebaut aus Containern, von dem kann man wunderbar in das große Wendebecken schauen und ist hautnah dran. Seit ein paar Tagen ist er, laut der Facebookseite der Stadt Bremerhaven, wieder geöffnet, als ich dort war, war er leider dicht.

Aber auch von unten konnte ich ein paar Bilder machen. Wie gesagt, diese Schiffe sind schon eindrucksvoll.

Die „Auto Eco“ hier unten war 2016 der erste Autotransporter mit LNG Antrieb. Sie, und ihr Schwesterschiff, die „Auto Energy“ haben sogar die Eisklasse 1A Super, also bis zu einer Eisdicke von 1 Meter. Knappe 3800 Fahrzeuge passen auf das Schiff.

Früher konnte man über eine Klappbrücke weiter ins Überseehafengebiet radeln, die ist aber defekt und deshalb musste ich ein gutes Stück zurück fahren um dann über die Bürgermeister-Smidt-Straße in Richtung Norden in die Hafengebiete zu fahren. Das war aber gar nicht schlimm, die Fassaden dort sind nämlich wirklich sehenswert.

Im Hafengebiet ging mir dann wieder mein „Industrie-und Hafenflair“-Herz auf. Es gibt so viel zu entdecken. Jede Menge spannender Autos und Frachtstücke. Neben diesen wunderbaren Oldtimern hier…

..gibt es auch jede Menge militärisches Material zu entdecken. Fahrzeuge kommen aus den USA und werden dann weiter transportiert, anderen Wagen gehen in die Staaten oder fahren in Richtung Baltikum. Es gibt immer was zu sehen.

Auch als Eisenbahnfan kommt man auf seine Kosten, unzählige Lokomotiven im Rangierdienst flitzen ständig um einen herum. Die hektische, aber koordiniert wirkende Betriebsamkeit mag ich sehr.

Neben Autos gibt es immer wieder auch Spezialmaschinen zu sehen, dieser Traktor hier mit Raupenantrieb zum Beispiel wurde gerade entladen als ich vorbei fuhr.

Vom Hafen aus bin ich dann an die äußerste Spitze des Containerterminals gefahren. Dort kann man ein und auslaufende Schiffe schön beobachten, es kam auch ein kleineres Containerschiff an. Außerdem hat man dort einen faszinierenden Blick in die sogenannte Wellenkammer, ein Areal unter dem Containerterminal. Faszinierend deshalb, weil sich der Blick in der Weite verliert. Einfach beeindruckend.

Vom Deich aus kann man auch ein wenig auf das Areal schauen. Die vielen Fahrzeuge um die Container zu bewegen sind faszinierend. Kennt ihr diese gruselige Serie mit den „dreibeinigen Herrschern“? Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie erinnern diese Teile mich an diese Alienmaschinen 😉 .

Ein letzter Blick zurück, dann ging es weiter in Richtung Norden und raus aus der Stadt. Ab jetzt wurde es ländlich und der, unvermeidliche, Gegenwind nahm natürlich auch zu. Die nächste Landmarke war dann der „Ochsenturm“ von Imsum. Das gute Stück hat eine interessante Geschichte, schaut mal HIER.

Die Landschaft dort ist flach, grün und alles in allem reizarm, aber schön. Trotz des Gegenwindes bin ich gut voran gekommen, wenig Autoverkehr, ab und an kam mir mal jemand auf einem Fahrrad entgegen, alles in allem war ich dort viel mit mir und meinen Gedanken allein. Herrlich. Im kleinen Örtchen Wremen gibt es ein Museum für Wattfischerei, sicherlich ein Highlight ist der Kutter, der gegenüber aufgebockt ist. Die „Koralle“ wurde 1962 gebaut und liegt seit 1993 hier auf dem Trockenen.

Was es dort oben auch immer wieder zu sehen gibt sind Kirchen. Meist evangelische Gotteshäuser, aber auf jeden Fall alt und meist toll restauriert und schön. Exemplarisch habe ich hier mal ein Foto der Kirche „Sankt Marien“ aus Mulsum, einem weiteren Dorf auf meinem Weg in Richtung Norden und Cuxhaven.

Ländlich geprägt führte mich meine Route dann weiter, einfach mal durchatmen.

Ach ja, unfassbar wunderbare FriösnamenWortspielFetischisten gibt es in Norddeutschland offenbar auch 😉 .

Es gibt aber auch interessante Ort da oben. Oder war von euch schon mal jemand in „Krempel“ 😉 ?

Nun ja. Als ich kurz vor Cuxhaven war, lag plötzlich ein tiefes Brummen in der Luft. Ein Blick nach oben zeigte mir ein viermotoriges, graues Propellerflugzeug. Und dann fiel mir auch wieder ein, na klar, der Fliegerhorst Nordholz liegt ja auf meinem Weg. Also habe ich einen kurzen Abstecher gemacht. Der Flugplatz in Nordholz ist heute der einzige Flugplatz der Marineflieger. Er beheimatet das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ und das Marinefliegergeschwader 5. Die große, viermotorige Maschine die ich gehört und dann auch gesehen habe gehört zum MfG 3 und ist eine P-3 Orion, ein Flugzeug welches zur Überwachung des Meeres eingesetzt wird.

Die Tour hat sich für mich als Flugzeugfan auch in dieser Hinsicht sehr gelohnt. Es gab nämlich noch weitere interessante Flugzeuge zu entdecken.

Kennt ihr „Top Gun“? Gut, beide Teile sind klassische Hollywood-Filme, aber ich will auf den Auftrag hinaus. In beiden Filmen gibt es sogenannte Feind-Darsteller. Die Piloten üben mit anderen Piloten zusammen den Luftkampf und werden dadurch besser. Sowas gibt es auch in Deutschland, wenn auch deutlich weniger „Cowboy-Like“ und mit strikten Regeln, aber auch unsere Pilotinnen und Piloten üben den Luftkampf oder den scharfen Schuss auf Schlepp- und Scheinziele. Dazu arbeitet die Luftwaffe und die Marine mit externen Firmen zusammen, zum Beispiel den „Top Aces“. Diese kanadische Firma setzt „Alpha-Jets“ und „Skyhawks“ ein um damit Ziele zu simulieren. Die Pilotinnen und Piloten sind ehemalige Kameradinnen und Kameraden. Normalerweise sind die Flugzeuge in Wittmund stationiert, aktuell wird dort aber die Startbahn saniert und so fliegen die kleinen Kampfjets jetzt von Cuxhaven/Nordholz aus. Gut für uns Fotografen, man kommt nah ran und wo hat man sonst schon die Gelegenheit solche Oldtimerjets im Einsatz zu erleben.

Im Netz habe ich einen längeren Bericht über „Air Policing“ und „Scrambles“ gefunden. Wenn ihr ein bisschen Zeit habt, schaut mal rein. Neben vielen interessanten Informationen über die Aufgaben der Luftwaffe als „schnelle Eingreifeinheit“ gibt es auch etwas über die Skyhawks zu sehen. Einiges aus dem Clip ist überholt und vielleicht wird auch ab und an etwas dramatisiert, aber alles in allem ist der Clip schon in Ordnung.

Ich hab mich auf jeden Fall über die Jets gefreut.

Vom Flugplatz aus war es nicht mehr weit bis zur Ferienwohnung. Also, aber aufs Rad und die letzten Kilometer unter die Reifen genommen. Schön war es.

Mit der ersten Tour meines Urlaubs war ich hochzufrieden. Die Wettervorhersage sah auch für die folgenden Tage ganz gut aus und so habe ich den Tag mit einem leckeren Fischbrötchen ausklingen lassen.

Ich habe noch einen Relive Clip für euch und natürlich gilt, wie immer, wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Der nächste Beitrag aus dem Urlaub kommt so fix ich es schaffe, ich hoffe, dieser hier hat euch gefallen.

Bis dahin,
Euer Martin

 

 

 

 

 

 

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