Lebensretter, Schiffe und alte Gemäuer – von Dinslaken nach Dorsten

Hallo zusammen,

die nächste Radtour steht an, ich bin immer noch im Mai, aber es wird 😉 . Wer hier schon länger mitliest, weiß um meinen Spleen mit der Karte und den Routen. Ich versuche immer irgendwie alle Touren eines Monats miteinander zu verbinden. So dass es am Ende ein Kartenansicht gibt, wo keine Tour einfach so „in der Gegend rumhängt“. Das ist zwar Quatsch und klappt auch nicht immer, macht mir aber irgendwie Spaß 😉 .

Anfang Mai bin ich nach Dinslaken zum Porsche-Tag auf der Trabrennbahn gefahren (HIER) und die letzte Tour ging vor Dorsten nach Essen mit einer großen Portion Kunst dazwischen (HIER). Das heißt, zwischen Dinslaken und Dorsten ist ne Lücke auf der Karte. Also ging es mit dem Zug nach Dinslaken und dann ab aufs Rad.

Reste der Burg Dinslaken bilden heute das Rathaus der Stadt, durchaus ein attraktives Gebäude.

Über die Emscher, die hier kurz vor ihrer Mündung in den Rhein ist, ging es weiter in Richtung Götterswickerham am Rhein.

Das Wetter war OK, schwankte aber zwischen sonnig und bewölkt, zum radeln eigentlich ideal. Direkt am Rhein liegt das Kraftwerk Voerde. Das Steinkohlekraftwerk ist seit 2017 stillgelegt, das Gelände ist aber nach wie vor bewacht und soll wohl mal ein Wohngebiet in bester Lage werden, man darf gespannt sein. Wer weiß, schaut man sich die aktuelle Entwicklung an….vielleicht geht es ja auch wieder ans Netz.

Die 110 Meter lange „Vici“ aus den Niederlanden, Baujahr 2009, fährt stromabwärts, oder „zu Tal“, in Richtung Wesel.

Nach einem kurzen Stück am Rhein entlang bin ich in Richtung Norden abgebogen und durch Felder hindurch zum Wesel-Datteln-Kanal geradelt.

Beim überqueren des Kanals hatte ich Glück und bekam ein Schiff vor die Linse. Die „Marisdy“

Wie bei den meisten Kanälen führt auch hier ein Weg am Ufer entlang, der sich zum Kanalradeln anbietet. Das war aber dieses Mal nicht mein Ziel. Ich hab der 1988 gebauten Marisdy gewunken und bin weitergefahren.

Über die ganze Länge des Kanals, etwa 60 Kilometer, verläuft die Lippe parallel dazu im Süden. Das bedeutet, den Fluss musste ich auch überqueren. Das geht an vielen Stellen mittels Brücke, viel cooler ist es aber mit dem „Quertreiber“. Diese kleine Gierseilfähre wird mit Muskelkraft betrieben, in der Regel der eigenen. Bis zu sechs Menschen mit Rädern haben darauf Platz.

Ich hatte großes Glück und traf bei meiner Lippeüberquerung auf eine Jugendübung der DLRG Dinslaken. Ich wurde als, ganz entspannt, mit vereinten Kräften über den Fluss gezogen. Dafür auch an dieser Stelle nochmal vielen Dank 😉 .

Bei dem Termin handelte es sich um die Fachausbildung Wasserrettung in fließendem Gewässer. Ist das nicht toll, dass es Menschen gibt, die andere Menschen retten, bergen und sich kümmern. Die Jugend von heute, sie so zu sehen macht doch zufrieden und gibt ein gutes Gefühl. Wenn ihr euch über die Ortsgruppe der DLRG informieren wollt, schaut mal HIER.

Ein kleines Stückchen weiter in Richtung Süden bin ich dann auf die ehemalige Bahnstrecke Haltern – Venlo eingebogen. Wie beim Bahntrassenradeln üblich radelt man meist geradeaus, dafür aber sehr flach und gut ausgebaut. Das ist bei dieser Strecke auch so.

Immer wieder kann man alte Reste der Strecke entdecken, zum Beispiel die Gleise, die parallel durch die Vegetation führen. Mit Infotafeln wird auf die Geschichte der Strecke hingewiesen.

Der, gefühlt, eeeeeeendlos lange Weg geradeaus, wird durch durchaus attraktive Schilder unterbrochen. 😉

Und dann geht es weiter. Ist aber tatsächlich ganz wunderbar zu fahren, zumal immer unter Bäumen, herrlich.

Irgendwann habe ich die Trasse dann verlassen und mich wieder nach Süden gewandt, also wieder über die Lippe und den Kanal. Auf der Lippe waren einige Freizeitsportlerinnen und -sportler unterwegs. So eine Paddeltour müsste ich eigentlich auch mal wieder machen.

Vorbei an einer alten Mühle ging es für mich in Richtung Mittagessen weiter 😉 .

Der Flugplatz „Schwarze Heide“ war das nächste Ziel, präziser gesagt, das dortige Flugplatzrestaurant.

Dort habe ich ein wirklich leckeres Schnitzel gegessen und hab mich nett mit ein paar anderen Menschen unterhalten, die auch mit den Rädern dort Pause gemacht haben. Dazu ein paar Flieger gucken und das Leben genießen. Herrlich.

Gestärkt ging es wieder aufs Rad und weiter. In der Nähe ist der Turm des Schachts Hünxe zu erkennen, gehörte auch zur Zeche Prosper Haniel und steht über einem Wetterschacht. In unserer Region hier ist der Bergbau halt immer noch überall zu sehen und zu spüren.

Vorbei an einem Spargelhof und durch Kirchhellen hi durch führte mich meine Route zum Schloss Wittringen.

In einer Siedlung fielen mir viele bemalte Verteilerkästen und Garagentore auf. Durchaus kreativ und attraktiv. Man merkt dann doch immer wieder, es macht viel aus, wenn man vermeintlich triste Dinge ein bisschen aufhübscht.

Die Wurzeln des Wasserschlosses Wittringen bei Gladbeck reichen, glaubt man dem Internet, bis ins 13. Jahrhundert zurück. Heute ist das tolle Gebäude von einem schönen Park umgeben und durchaus einen Besuch wert. Man kann dort auch wunderbar spazieren gehen und im Schloss gibt es eine Gastronomie.

Gerade in Richtung Norden habe ich dann die letzten Kilometer unter die Reifen genommen. Kurz vor Dorsten liegt auf der rechten Seite dann der Movie Park. Wenn man zuvor in der Schloss-Gastro war, sollte man sich den Besuch der Achterbahnen vielleicht kneifen, es wäre doch schade um das gute Essen 😉 .

Nur wenige Meter vor dem Bahnhof in Dorsten, von dem aus ich dann mit der Bahn zurück gefahren bin, hat die Nordwestbahn einen ihrer 4 Betriebshöfe. Dort werden die Züge gewartet und gereinigt. Wenn man sich für Eisenbahnen interessiert kann man hier von einer Brücke interessante Einblicke erhaschen.

Und das war es dann auch schon wieder. Die Lücke in der Karte war gefüllt und ich habe mich auf den Heimweg gemacht. Knappe 70 Kilometer lang war die Tour und es war wieder richtig schön. Ich habe noch ein Relive Clip für euch und hoffe ansonsten, es hat euch gefallen.

Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit. Ansonsten wünsche ich euch einen schönen Tag, bleibt gesund und munter und achtet auf eure Mitmenschen.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 comments

  1. Hallo Martin,
    du machst immer so tolle Touren.
    Da ich neu im Geschäft bei komoot, strava usw. bin, kannst du mir bitte einen Tipp geben wie ich dir auf strava folgen kann.
    1000 Dank

    1. Hi, vielen Dank für das Kompliment. Freut mich, dass Dir die Berichte gefallen, ich veröffentliche die GPS Daten allerdings nicht, das ist bei meinem Job immer so eine Sache. Deshalb kann man mir auch nicht einfach so auf Strava folgen. Ich versuche aber in den Berichten immer die Orte und Sehenswürdigkeiten zu beschreiben, so dass man sich auf Komoot super selbst eine Route bauen kann. Das ist für mich übrigens ein großer Teil der Vorfreude und gehört zur Radtour unbedingt dazu.

      BG Martin

Kommentar verfassen