Von Hamm nach Münster – Werse-Radweg, Zeche Westfalen und eine Schafherde

Hallo zusammen,

den letzten Samstag habe ich wieder im Sattel verbracht. Nach einigen Touren durch das Ruhrgebiet ging es dieses Mal nach Westfalen. Wobei es trotzdem im Ruhrgebiet mit dem Rad losging. Mein Startpunkt war nämlich Hamm, also ganz im Norden des Ruhrgebietes. Da man dort mit dem Zug ja doch ne Weile unterwegs ist, wollte ich früh los und habe deshalb den Zug ab Krefeld um 4.59 Uhr genommen. Früher Vogel und so…

Um kurz nach 7 Uhr ging es dann am Hauptbahnhof in Hamm los. Von dort aus ein bisschen durch die Stadt, vorbei an der tollen Stadtbibliothek und weiter in Richtung Dattel-Hamm-Kanal und Lippe.

Das Timing war gut, beim Blick über den Kanal lag dort noch Morgennebel und schuf eine tolle Atmosphäre, die Fotos nur ansatzweise vermitteln können.

Und dann ging die Sonne auf über den Lippewiesen. Da wird man fast ein bisschen andächtig. Herrlich.

Direkt am Lippeufer liegt auch der Flugplatz von Hamm. Ich war deutlich vor der Betriebszeit dort, deshalb flog noch nix, allerdings steht seit 2017 eine „Morane“ vor dem Platz auf einem Sockel. Ich hab mich ein bisschen schlau gemacht, der Flieger gehörte Werner Kley, einer bekannten Persönlichkeit in Hamm. Er war Unternehmer und hat sich viel für die Kunst eingesetzt. Jetzt steht sein Flugzeug hier als Denkmal am Flugplatz.

Am Kanal entlang ging es dann weiter, an dieser Stelle radelt man unter wunderbaren Bäumen entlang. Das habe ich dann gemacht, bis zur Ahse, an dem kleinen Fluss bin ich dann in Richtung Süden abgebogen.

Grund für den Abstecher war die Tatsache, dass ich mir den Kurpark ansehen wollte. Wirklich schön angelegt und mit einem Gradierwerk hält er auch ein echtes Highlight bereit. Ich hab tatsächlich ein paar Minuten Pause gemacht und tief eingeatmet. Kennt ihr solche Gradierwerke? Dabei wird salzhaltiges Wasser durch Äste laufen gelassen und die Luft die man einatmet tut dann richtig gut. Besser ist nur das sitzen am Meer.

Vorbei an einem Elefant, die sind übrigens in jedweder Form allgegenwärtig in Hamm, ging es dann an der Ahse weiter in Richtung Maximilianpark. Der war allerdings noch zu, so das ich nur dran vorbeigeradelt bin und wieder am Hamm-Datteln Kanal auskam.

Hier lag wieder Nebel über dem Wasser und den Wiesen drumherum, so das das radeln fast ein bisschen mystisch wurde. Es hat einfach was, zumal die Kombination aus Natur und menschengemachten Dingen.

Für einen kurzen Abstecher habe ich dann den Kanal nochmal verlassen, ich hatte im Netz etwas über einen Bürgerwald und die Renaturierung des Flusses Geithe gelesen und wollte mir das mal ansehen.

Für 100 Euro können dort Bürgerinnen und Bürger Baumpate werden und so wächst der Bürgerwald dort dort kontinuierlich. Schöne Sache. Bei der Anfahrt konnte ich auch mein obligatorisches Sonnenblumen-Foto machen 😉

Nachdem Abstecher ging es zurück zum Kanal, dort lag in einem kleinen Hafenbecken die „Celina“, ein 85 Meter langer Tanker, der sich gerade abfahrbereit machte. Ich bin noch ein Stückchen weitergeradelt, bevor ich den Kanal in Richtung Norden verlassen habe.

Nach wenigen hundert Metern ging es dann über die Lippe, vorbei an einer wirklich verträumten Schleuse. Wirkte alles ein wenig aus der Zeit gefallen, hatte aber seinen ganz eigenen Charme.

Weiter ging es über Land in Richtung Ostdollberg. Weite Felder und ab und an mal ein Baum, ansonsten gut ausgebaute Asphaltwege kennzeichneten jetzt die Route. Hier wurde wohl ein 25. Hochzeitstag gefeiert. Herzlichen Glückwunsch 😉

In Ostdollberg habe ich mich dann auf die Zechenbahntrasse in Richtung Ahlen gesetzt und kam gut voran. Das Bahntrassenradeln bin ich ja mittlerweile gewöhnt, egal ob zwischen Kempen und Nettetal oder zuletzt rund um Essen und Mülheim oder in Duisburg, diese, meist flachen, Etappen auf ehemaligen Bahnstrecken machen echt Spaß und man kommt schnell voran….zumindest wenn man ein Bike hat…sonst kann es auch schon mal etwas länger dauern.

Der Weg führt direkt zur Zeche Westfalen, seit 2000 stillgelegt entwickelt sich dort der sogenannte Zechenpark. Ein bisschen Gastro habe ich entdeck und vor allem die alten Türme und Hallen stehen noch. Der Radweg führt direkt daran vorbei. Sehr schön angelegt.

In Ahlen gab es dann noch diesen coole Zauberwürfel oder RubiksCube zu sehen. Stand dort vor einem Schwimmbad, macht aber echt was her finde ich. Ansonsten habe ich Ahlen nur gestreift und bin dann erstmal an diesem Tag an der Werse vorbeigefahren.

Wirklich hübsch dort. Später sollte ich erneut an dem Fluss auskommen, erstmal ging es an diesem schönen Haus weiter in Richtung Westen nach Walstedde.

Erneut zwischen Feldern und einzelnen Höfen ging es weiter nach Walstedde. Dort hab ich an der Lambertus-Kirche eine kurze Pause gemacht bevor es weiter ging. Auch ein wirklich hübsches Örtchen.

Weiter ging es nach Schloss Ittlingen. Bis dahin allerdings auf laaaaaangen Landstraßen lange gerade aus. Sagen wir es so, diese Etappen waren doch etwas reizarm. 😉

Wobei bei der letzten Straße zumindest eine Schafherde für etwas Abwechslung sorgte ;). Das „Möööh“ war so laut, dass ich es bis zu mir gehört habe. Die Schafe sind dann auch auf der Wiese links von mir wild herumgehüpft während ich vorbei gefahren bin.

Das Haus Itlingen, oder auch Schloss Itlingen, liegt zwar direkt an einer Landstraße ist aber wunderschön. Das Gebäude war auch schon Kulisse für TV Produktionen. Ich fand es wirklich toll. Das Ganze ist Privatbesitz, man darf aber bis in den Schlosshof und Fotos machen.

Drensteinfurt war das nächste Ziel. Ein etwas größerer Ort, in dem ich meine Getränkevorräte aufgefüllt habe und einen Happen essen konnte. Eine schöne Kirche und ein Wasserschloss bieten sich als Pausenort an. Einfach mal einen Moment entspannen und das Wetter genießen. Hier habe ich dann auch den restlichen Weg bis nach Münster geplant.

Gestärkt und mit neuem Elan ging es weiter. In Albersloh ging es erst an einem Alltagsmenschen vorbei, diese Skulpturen liebe ich sehr, und dann wieder an die Werse, den Fluss, der dem Werse-Radweg seinen Namen gibt. Dem Radweg bin ich dann eine Weile gefolgt. Kann ich Euch nur empfehlen, man radelt dicht am Fluss entlang und kann herrliche Landschaften entdecken.

Das Schöne an Radtouren in Gegenden in denen man noch nicht geradelt ist ist ja, dass man immer wieder etwas Neues entdeckt. Ein Schild das man mit einem Herzschrittmacher nicht mehr weitergehen oder fahren darf hatte ich auch noch nie gesehen. Der Werse-Radweg führt an einer Funkanlage der Bundeswehr vorbei. Aus Sicherheitsgründen gibt es für Herzschrittmacher-Patienten einen Umleitung. Ohne darf man den Radweg weiter benutzen. Habe ich so auch noch nie gesehen.

Von der Werse weg bin ich dann nach Gremmendorf gefahren. Dort steht eine alte Dampflokomotive auf einem Sockel. „Pängelanton“ wurden die Dampfzüge früher genannt, weil sie vor jedem Bahnübergang „pängelten“, also läuteten. Ein örtlicher Karnevalsverein, welcher auch Pängelanton heißt, kaufte die alte Lok und sockelte sie auf. Jetzt steht sie als Denkmal an einer ehemaligen Haltestelle.

Nach dem Foto ging es wieder zurück an die Werse und weiter in Richtung Münster. Der Radweg ist nach wie vor super ausgebaut, man radelt auf festem Schotter und kommt gut voran, immer am Fluss entlang, gelegentlich durch Wald. Auf dem Fluss waren viele Menschen mit Kanus und Schlauchbooten unterwegs, alles ein richtiges Freizeitparadies. Glücklicherweise war der Radweg nie so voll, dass es unangenehm wurde.

Irgendwann ging es dann vom Fluss weg in Richtung Dortmund-Ems Kanal. Leider gab es eine große Baustelle und Sperrung, die Komoot natürlich nicht kannte. Da musste ich ein bisschen umher fahren bis ich den Weg gefunden habe, ging aber auch.

Der Dortmund-Ems Kanal war irgendwann dann doch erreicht und bis zur 1890 gebauten Schleuse Münster gefahren. Ein paar Schiffe gab es auch zu sehen.

Münster gilt ja als Fahrradstadt, da ist es dann schon ein Stückweit Ironie, dass ich dort fast zweimal in hektisch geöffnete Autotüren gedüst wäre. Nun ja, hat aber alles gut gegangen. Die Radinfrastruktur ist allerdings an vielen Stellen schon beeindruckend. Solche deutlich markierten Fahrradstraßen machen dann schon was her.

In Münster selbst wollte ich eigentlich noch ein bisschen in der Stadt umherschauen, aber es war so unfassbar voll, dass ich noch fix die Kirche fotografiert habe und mich dann mit meinem Fahrrad auf den Bahnsteig verzogen habe. So viele Menschen, alle ohne MNBs, das war mir dann doch etwas zu heikel.

Und nach einer langen, aber ereignislosen Heimfahrt mit dem Zug war ich dann Abends wieder in Krefeld. Alles in allem eine wirklich schöne Tour, auch wenn die Passagen durch die Felder schon die ein oder andere Länge hatte. Ich habe euch auch wieder ein Relive Video mitgebracht und hoffe, Euch hat der Bericht gefallen. Wenn ihr Fragen zur Tour habt, nur keine Scheu und ab in die Kommentare damit.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9 Gedanken zu „Von Hamm nach Münster – Werse-Radweg, Zeche Westfalen und eine Schafherde

  1. Ein toller Beitrag. Ich kann das beurteilen. Du bist nicht nur durch mein Gebiet in Hamm gefahren, wo ich täglich unterwegs bin, Du bist fast vor meiner Haustür vorbeigefahren. Ich habe jedes Foto erkannt.
    Tja, so klein ist die Welt.

    Gefällt 1 Person

  2. Danke. Wir haben die ersten 5 1,2 Jahre in Münster Handorf gewohnt, direkt an der Werse und sind auf der Werse gepaddelt und an der Schleuse vorbei zur Uni geradelt – da werden Erinnerungen wach…
    Kann es sein, dass diesmal die km-Angabe fehlt? Und den Werseradweg kannte ich noch nicht, hab ich jetzt aber notiert.
    Also nochmal: vielen Dank für die Anregungen

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank. Das ist mal so mal so. Meist hab ich ne Idee von wo nach wo ich fahren möchte und fahre dann einfach los. Gelegentlich plane ich aber auch auf Komoot eine Strecke. Meistens dann wenn ich mich in der Ecke wo ich hin will nicht gut auskenne.
      LG Martin

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