Von Aachen nach Düren – Drei Länder, Berge und Wälder

Hallo zusammen,

das Wochenende habe ich mal wieder für eine Radtour genutzt. Ähnlich wie bei meiner Tour im Laufe der letzten Woche ging es wieder mit dem Zug zum Startort. Dieses Mal sollte es von Aachen nach Düren gehen, mit einer Schleife am Dreiländerpunkt vorbei. Dieses Mal zog die Tour ihren Reiz nicht so sehr aus der Länge, sondern mehr aus den Höhenmetern. Je näher das Wochenende kam, umso mieser wurde die Wettervorhersage für die Region Aachen. Nun, wird schon gehen dachte ich und schnappte mir einen frühen Zug ab Krefeld.

Die Idee mit dem Rad eine Tour zu machen hatte ich offenbar nicht allein, es waren einige Radlerinnen und Radler im Zug. Die Stimmung war gut, Vorfreude auf Touren machte sich breit und an den Augenwinkeln konnte man auch das Grinsen hinter den MundNasenBedeckungen erkennen.

In Aachen angekommen ging es dann, natürlich, erstmal in Richtung Dom. Vorbei am „Kreislauf des Geldes“. Der Brunnen des Künstlers Karl-Henning Seemann wurde entsprechend der aktuellen CoronaSchutzVerordnung gepimpt. 😉

Eine Runde um den Aachen Dom war Pflicht, bevor es dann in Richtung Westen aus der Stadt hinaus ging. In Richtung Vaalserquatier und dann über die Grenze in die Niederlande nach Vaals.

Den Vaalserberg hinauf ging es dann in Serpentinen und von unten sah ich oben schon den Wilhelmina-Turm. Oben angekommen habe ich dann am Parkplatz erstmal einen kleinen Moment Pause gemacht.

Das hat sich durchaus gelohnt, dort oben fand gerade ein Autotreffen mit Autos japanischer Hersteller statt. Da waren schon coole Kisten dabei. Besonders genial fand ich den Nissan Laurel, habe ich so noch nie „live“ gesehen. Tolles Teil.

Nun ja, dann ging es rauf auf den Turm. Ganz schön windig war es da oben. Überhaupt war ich froh, dass ich dieses Mal was langärmeliges angezogen hatte, die Temperaturen hatte nichts mehr mit denen Mitte der letzten Woche zu tun. Die Aussicht von dem Turm ist wirklich klasse, die 3 Euro die der Aufstieg kostet sind zwar kein Schnäppchen, aber man ist ja auch nicht jeden Tag dort.

Auch den Aachener Dom kann man von dort oben sehen. Ganz Mutige schauen beim sogenannten „Skywalk“ auch mal nach unten, der Boden ist vergittert, am Ende besteht er aus Milchglas.

Wieder mit festen Boden unter den Füßen ging es dann weiter zum Deiländerpunkt. Eigentlich kenne ich die Stelle mit drei Flaggen hinter dem Grenzstein, die fehlten dieses Mal. Nun ja. Ein Foto muss man ja irgendwie trotzdem machen.

Beim fotografieren der Landschaft Belgiens fiel mir ein Denkmal auf, ich war zwar schon einige Mal hier oben, aber irgendwie ist mir das immer durchgegangen. Ich habe ein paar Informationen dazu im Netz gefunden, es hat was mit dem Einmarsch der Deutschen im ersten Weltkrieg zu tun. Das Drumherum der Übergabe dieses Denkmals war auf jeden Fall sehr eindrücklich. Schaut mal HIER.

Weiter ging es wunderbar bergab in Richtung Gemmenich in Belgien. So heißt auch der Tunnel, der von Deutschland nach Belgien den Vaalserberg unterquert. Der 870 Meter lange Eisenbahntunnel ist, an sich, stark frequentiert, er liegt auf der Montzenroute, viel Fracht von Antwerpen ins Ruhrgebiet und andersherum läuft über dieser Route. Auf einer Website habe ich auch für diesen Sonntag Morgen einige Züge entdeckt, „in echt“ kam aber mal so gar nix vorbei.

Zumindest auf Vampire scheint man in Belgien gut vorbereitet zu sein….was man nicht so alles entdeckt, wenn man wartet, ob nicht vielleicht doch ein Zug aus dem schwarzen Loch vor einem kommt.

Na ja, gestern kam nix, als ich zuletzt 2008 dort war, sah das anders aus, damit ihr nicht nur den leeren Tunnel hier seht, packe ich dieses 12 Jahre alte Foto mal hier rein, so hätte es heute auch aussehen können. Wobei vor dem Zug wahrscheinlich eher eine Elektrolokomotive gehangen hätte, 2008 war die Strecke nämlich noch nicht ganz elektrifiziert. Das ist heute anders.

Nach ersten einzelnen Tropfen hörte der Regen wieder auf und ich bin dann auch weiter gefahren. Der Weg führte mich noch ein wenig über Asphalt und dann durch ein Waldstückchen und über Waldwege.

Moresnet-Chapelle heißt der Ort, den ich als nächstes angesteuert habe. Dort gibt es eine kleine Kirche und einen, ziemlich eindrucksvollen, Kreuzweg. Der Ort gilt seit Jahren als Wallfahrtsort. Es geht um Marienverehrung und eben den Kreuzweg. Besonders ist wohl, dass an der letzten Station des Kreuzweges die Möglichkeit besteht Freiluft-Messen abzuhalten.

Durch die belgischen Dörfer radeln ist schon echt nett, auch wenn es ständig bergauf und bergab ging, letzteres macht dann doch mehr Laune 😉 , aber die Häuser, die Straßen, es ist einfach schön dort zu radeln.

An der Göhl vorbei bin ich dann, wieder durch Wald und zwischen Feldern, zwischen Emmaburg und Hauset gefahren. Wirklich eine tolle Ecke dort. Zum ersten Mal seit langem hat Komoot mich dieses Mal in eine Sackgasse geführt. Aus dem Radweg wurde ein Wanderweg und dieser endete dann, zumindest für mich mit Bike, an einem Tor vor einer Weide. 😉 Also, ein Stückchen zurück und außenrum. Kein riesen Umweg, aber eigentlich will man ja nicht zurück ;).

In der Nähe des Berges „Tatarenkopf“ habe ich dann wieder die Grenze zwischen Belgien und Deutschland überquert. Dort fand gerade ein kleinerer Trödelmarkt statt und direkt an der Straße parkte dieser wunderbare VW Käfer. Top in Schuss und mit den Weißwandreifen ein echter Hingucker.

Dort gibt es auch eine „Mitfahrerbank“, die Idee stammt wohl aus Süddeutschland. Wer irgendwo hin möchte setzt sich auf so eine Bank und wartet, bis ihn jemand mitnimmt. Quasi Trampen 2.0. Ob die Besitzer des schönen Käfers jemanden mitgenommen haben, weiß ich nicht, die Idee finde ich auf jeden Fall klasse.

Kurz hinter der Grenze ging es dann rechts ab in das nächste Waldstück. Nächstes Ziel war der historische Ortskern von Kornelimünster. Dazu ging es durch tolle Waldstücke, gut ausgebaute Radwege und ab und an über Lichtungen weiter. Mittlerweile tröpfelte es immer mal wieder ein wenig, aber nichts wildes. Eher leichter Nieselregen.

In Kornelimünster war aus dem Tröpfeln allerdings ein echter Regen geworden. Auch das unterstellen unter einen Baum half nur mäßig, die auffrischende Wind sorgte dafür, dass ich dann doch gut nass geworden bin. Aber, man ist ja nicht aus Zucker.

Den Ort muss ich nochmal bei Sonnenschein besuchen, ist nämlich eigentlich ganz hübsch dort.

Bergan ging es dann weiter in Richtung Naturschutzgebiet Brockenberg, der Regen wurde wieder etwas weniger, hörte sogar ganz auf. Auf dem super ausgebauten Weg kam ich gut voran, zumal es auch ein gutes Stück bergab ging. Herrlich zu fahren, auch wenn die Mischung aus nassen Klamotten, Wind und Fahrtwind irgendwie etwas, nun ja, sagen wir ungemütlich war.

Zwischen den Naturschutzgebieten Kranzberg und Kluckstein ging es weiter, immer mal wieder bergan und bergab. Unterwegs bin ich dann nochmal richtig nass geworden, ich muss dringend das Bike putzen, bevor die nächste Tour ansteht fällt mir dabei ein.

Die Klamotten waren nass, die Lunge aber voll mit frischer Luft. Nach den vielen stickigen Tagen und Nächten der letzten Zeit tat diese Etappe wirklich gut. Spannend war auch, wie schnell das Wetter sich ändert. Eben noch klatschnass und dann kam die Sonne raus, die doch wieder ne Menge Kraft hatte. Der nächste Waldweg war dann schnurgerade und dank der Sonne war es dann schon wieder richtig warm.

Sagte ich schon, dass das Radeln durch den Wald wirklich toll ist. Ich bin auch ein großer Freund davon „durch den Pott“ zu fahren, aber hier so von einem Naturschutzgebiet ins nächste, dabei zwischen Seen und Flüssen hindurch, immer durch Wald, das hat schon auch was. Apropos See, nächster Stopp war an der Wehebachtalsperre. Die Anfang der 80er fertiggestellte Talsperre dient unter anderem der Trinkwasserversorgung. Deshalb findet auf dem See auch nichts an Wassersport oder ähnlichem statt. Drumherumlaufen oder radeln ist aber erlaubt. Von einem kleinen Aussichtsturm hat man einen guten blick auf die Staumauer. Wie man sieht, die Sonne war wieder zurück.

Letzter Ort vor meinem Ziel, dem Bahnhof in Düren, war Gürzenich. Wirklich wundervoll daran ist die Tatsache, dass es von der Staumauer bis nach Gürzenich fast nur bergab läuft und man ordentlich Speed bekommt und das ganz ohne treten oder sich anstrengen zu müssen. Sehr konzentrieren muss man sich indes schon, die Straße ist nicht im besten Zustand und gerade wenn sie feucht ist, rutscht man auch schon mal ein bisschen. Hat aber alles geklappt, so das ich nach knappe 80 Kilometern in Düren die Rur überquert habe und eine weitere tolle Tour zu Ende ging.

Im Zug habe ich dann noch diese Wespe hier, trotz einmal umsteigen, mit nach Krefeld genommen, wollen wir hoffen, dass es ihr hier gefällt ;).

Einen Relive-Clip habe ich dann noch für Euch, ich hoffe, Euch haben die Eindrücke gefallen. Wenn ihr Fragen habt, nur keine falsche Scheu.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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