Arcen. Geldersch Vlies, ein Eisbecher und die Mühle in Aktion

Hallo zusammen,

mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass ich ein großer Fan der Niederlande bin, besonders wenn es um das Thema Radfahren geht. Am vergangenen Samstag stand endlich mal wieder eine längere Tour auf meiner Planungsliste und so ging es, relativ zeitig, Morgens in Krefeld los in Richtung Westen. An vielen Stellen merkt man dann schon, dass wir auf den Herbst zugehen, hier sieht es schon ein wenig nach „Indian Summer“ aus….also in klein 😉

Mein Weg führte mich über Land, parallel zur Niers-Express Strecke nach Kempen und weiter nach Grefrath. In Kempen bin ich einen tolle Fuß- und Radweg gefahren, mitten durch das ein Wohngebiet, davon merkt man aber nichts, rechts und links ist eine Baumreihe und man radelt wie durch einen Miniwald und landet am Ende auf dem Blumenviertel-Spielplatz. Die Ecke da heißt so, weil alle Straßennamen irgendwelche Blumen sind ;).

Die letzten paar Meter nach Grefrath ging es dann über den Bahnradweg. In Grefrath selbst habe ich mich dann in Richtung Norden gewandt und bin mit dem Ziel Wachtendonk wieder aus dem Ort heraus gefahren. Unter der A40 durch ging es scharf links, vorbei am wunderschönen, in den 1960ern renovierten „Haus Langenfeld“ vorbei. Das ehemalige Rittergut wurde wohl erstmals 1326 erwähnt. Überlegt mal, es ist schon eine spannende Vorstellung, auf ein Gebäude zu blicken, welches fast 700 Jahre Geschichte erlebt hat. Was dieses Gemäuer wohl alles erzählen könnte…

Zwischen Feldern schlängelte sich meine Route dann an Wachtendonk und Wankum vorbei, querte die L39 und brachte mich nach Broekhuysen. An der dortigen Bushaltestelle habe ich ne kurze Trinkpause gemacht, beobachtet von Katzen aus Plastik…

…und einem schönen Blick über ein, zwar etwas gerupftes, aber immer noch schönes, Sonnenblumenfeld. Nettes kleines Örtchen, aber außer auf der Hauptstraße wirkte es, an einem Samstagvormittag zumindest, ein wenig ausgestorben.

Eine wundervolle Hügelabwärts-Passage später war ich wieder auf Feldwegen unterwegs und radelte parallel zur Deutsch/Niederländischen Grenze weiter. Etwa auf Höhe Straelen wurde ich dann zum Grenzgänger und bin in die Niederlande gefahren.

Dort ging es dann in das wunderschöne Naturschutzgebiet „“Geldersch Vlies“. Naturbelassene Wege, unglaublich viel Natur, Bäume, Tiere. Das Atmen war ein purer Genuss. Das Ganze ist Teil des 45 Quadratkilometer großen Nationalparks „De Maasduinen“ und ein echter Radeltipp. Also, wenn ihr mal dort seid, nutzt die tollen Wege. Gerade auf der Route aus unserer Ecke hier nach Arcen rauf, ist es ein Quantensprung an Genuss im Vergleich zur Strecke an der N271 entlang.

Aus dem Wald raus ging es dann kurz durch einen Kreisverkehr und dann lagen auf der linke Seite auch schon die Schlossgärten von Arcen. Im 17 Jahrhundert errichtet, sind Schloss und Gärten heute ein echter Touristenmagnet. Ich hatte es allerdings nicht auf die Blumen, sondern auf den Eisbecher in Arcen abgesehen, also lies ich die Gärten da, wo sie waren…..links liegen 😉

Die Zeiten, in denen man in dem kleinen Ort Maut bezahlen musste sind lange vorbei, die Lage an der Maas bot sich dafür aber über einen langen Zeitraum an. Wie auf dem Rhein auch, wurden Zoll-, oder Mauttürme errichtet. Einen kleinen Teil davon kann man sich in Arcen noch anschauen, mit einer imposanten Kanone davor. Offenbar wurden zollprellende Schiffer damals, mitsamt Schiff, aus dem Wasser geblasen.

Deutlich friedlicher geht es da heute in der Eisdiele direkt an der Maas zu. Eine üppige Karte, leckeres Eis, freundliches Personal und eine Terrasse mit Blick auf den Fluss….Radlerherz was willst Du mehr. Natürlich, wie immer auf diesem Blog, ist die Lobhudelei nicht beauftragt oder gar bezahlt, ich fand es dort einfach wirklich schön.

Gestärkt, und nur von einer, allerdings recht nervigen, Wespe belästigt, stand die Überfahrt auf dem Plan. Wie an vielen Stellen in dieser Ecke gibt es auch hier eine Fähre über die Maas. Allerdings komplett Autofrei, nur Fußgänger und Radler werden mitgenommen. Der Fährmann lächelte so nett, dass ich auf meine, sonst übliche, Interpretation des passenden Chris de Burgh – Songs verzichtete und einfach den einen Euro zahlte und die Fahr genoss 😉

Auf der anderen Maasseite liegt dann Lottum, auch ein schönes Dörfchen, welches ich aber nur durchfahren habe. Mein Ziel war, wie vor einiger Zeit schon mal, die Houthuizer Mühle. 1440 erstmals erwähnt wurde sie 2008 neu aufgebaut und, und das ist das faszinierende, sieht nicht nur toll aus, sie funktioniert auch.

In der Mühle gibt es Museum, bislang habe ich es irgendwie nie geschafft mir das mal in Aktion anzusehen. Jetzt aber endlich. Ich fühlte mich massiv an meinen Sachkundeunterricht in der Grundschule erinnert. Absolut faszinierend. Über Holztreppen geht es hinauf und man kann sich alles ansehen, den Mühlstein, die Getreidesäcke und das Mehl. Ein Besuch während der Aktionszeiten lohnt definitiv.

Es galt ja noch ein ganzes Stück zu fahren, also wieder aufs Rad und weiter. Über tolle Landstraßen mit breiten Radwegen führte der Weg jetzt wieder an der Maas entlang in Richtung Venlo. Regenbögen gab es auch, glücklicherweise war der Regen aber künstlich 😉

Eine kurze Getränkepause in Venlo und dann ging es wieder auf den Bahnradweg. Schon faszinierend, auch hier fährt man auf einem echten Stück Geschichte. Bis Mai 1983 war das noch eine Eisenbahnstrecke. Und das Stück von Kaldenkirchen aus in Richtung Grefrath konnte sogar erst ab 2013 genutzt werden, weil eine alte Eisenbahnbrücke durch eine neue Radlerbrücke ersetzt werden musste. Schon spannend, wenn man sich da mal dran erinnert, während man munter die A61 quert…

Und dann, knapp über 100 Kilometer nach dem Start war ich wieder zu Hause. Was soll ich sagen, es war, wie so oft, eine wundervolle Tour. Unsere Ecke hier hat schon viele Reize um sie zu erradeln. Macht das mal, es lohnt sich. Ich habe für Euch wieder einen Relive Clip hochgeladen und hoffe, Euch gefällt was ihr gelesen habt, vielleicht sind ja ein paar Anregungen dabei, würde mich freuen 😉

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „Arcen. Geldersch Vlies, ein Eisbecher und die Mühle in Aktion

  1. Danke für diesen schönen Artikel und vor allem die stimmungsvollen Fotos, die machen Lust auf eine schöne Radtour. Und natürlich auf die Niederlande. Ich liebe auch das Grenzgebiet und bin häufig dort. Leider wohne ich zu weit weg, um es mit dem Fahrrad zu entdecken.

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