Blaulichtfamilie in Duisburg – Katasrophenschutztag 2024

Hallo zusammen,

es ist mal wieder Zeit für einen Blogbeitrag rund um eine Radtour. Ich bin in diesem Jahr bislang bei weitem nicht so oft aufs Rad gekommen, wie ich es gern getan hätte. Meist kam immer irgendwas dazwischen oder das Wetter war eine Katastrophe. Ein konkretes Ziel bei einer Tour zu haben finde ich immer klasse. Als ich dann im Netz vom Katastrophenschutztag in Duisburg gelesen habe, bei dem sogar ein Rettungshubschrauber landen soll, hatte ich mein Ziel und Bock auf eine Radtour. Wie immer schreibe ich euch hier unbezahlt und unbeauftragt, halt einfach so 😉 .

Beim Katastrophenschutztag sollte sich quasi die ganze „Blaulichtfamilie“ in Duisburg präsentieren. Von der Feuerwehr über das Rote Kreuz bis hin zu Suchhunden oder der DLRG. Das versprach also sehr spannend und interessant zu werden. Start war dort um 10 Uhr, gegen 12 Uhr sollte der Hubschrauber vor dem Stadttheater landen. Also ging es früh am Morgen in Krefeld los. Durch Bockum in Richtung Uerdingen bin ich dem Sonnenaufgang entgegen gefahren.

In Duisburg Hüttenheim bei HKM wurde schon fleißig gearbeitet.

Ein Blick unter der Rheinbrücke hindurch auf die wunderbare Drehbrücke im Krefelder Hafen und dann führte mich mein Weg am Rhein entlang in Richtung Friemersheim Dorf.

Es war eine richtig schöne Luft am frühen Morgen, Stellenweise lag noch Nebel über den Rheinauen und dem Fluss. Fotos geben das kaum wieder, herrlich wars.

Ein Blick zurück nach Uerdingen zeigt das Rheinwerft mit seinem alten Kran und der Fläche für das neue Immobilienprojekt „Rheinblick“. Ich bin mal echt drauf gespannt, sie sicher klasse aus.

Bevor es dann über den Rhein ging, bin ich noch durch den Logistikpark in Rheinhausen gefahren. Vor den Werkshallen von Union Stahl stand diese kleine Lokomotive. Ich hab irgendwie ein Faible für diese kleinen Rangierloks, die zwar unscheinbar aussehen, ohne die aber tatsächlich in der Logistik nichts laufen würde.

Über die Hochfelder Eisenbahnbrücke ging es auf meiner Tour dann über den Rhein. So eigentlich muss man auf dieser Brücke sein Rad schieben, das Geländer ist zu niedrig, der Weg ist kein Radweg. Das tun wir natürlich immer, wenn wir da rüberfahr…laufen.

Der Ausblick von der Brücke auf den Rhein ist toll, die „Brücke der Solidarität“, Symbol der Arbeiterproteste im Zuge von Stahlwerksschließungen 1987, ist zu sehen, im Hintergrund recken sich die neuen Pylone der A40 Brücke in den Himmel. Ich habe irgendwo mal gelesen, Duisburg habe mehr Brücken als Venedig. Ob das stimmt? Keine Ahnung, aber es sind auf jeden Fall viele.

Die „Streetart-Brücke“ in Meiderich hatte ich mir dann als nächsten „Wegpunkt“ rausgesucht. Ich war jetzt schon länger nicht mehr dort und wollte mal schauen, ob es was Neues gibt. Auf dem Weg dahin habe ich noch ganz kurz an der Hafenstraße Ecke Bergiusstraße angehalten. Dort verlaufen die Gleise der Duisburger Straßenbahn in einer engen Kurve und früher, wenn ich als Kind allein mit der Bahn in die Stadt gefahren bin, war das Kreischen der Wagenreifen an den Kurvenrändern immer das Signal – wir sind gleich da. Kindheitserinnerungen halt 😉 .

Die Streetarts in Meiderich kannte ich zwar schon, cool ist es da trotzdem jedes Mal wieder. Zwei schnelle Fotos und dann habe ich Kurs auf den Landschaftspark Nord genommen.

Wer mir hier schon länger folgt, oder selbst oft in Duisburg mit dem Rad unterwegs ist, der kennt ja den „Grünen Pfad“. Das ist ein wirklich toller Radweg von Meiderich bis nach Oberhausen, vorbei am Landschaftspark Duisburg Nord.

Dort lohnt tatsächlich immer ein Stopp, zum einen gibt es alte Eisenbahnen zu sehen, dazu Industriekultur rund um einen alten Hochofen und in den alten Kohlebunker findet sich auch hier sehr starke Streetart. Also, ein Besuch im Landschaftspark lohnt sich wirklich, es gibt da so viel zu entdecken.

So langsam wurde es Zeit, sich in Richtung Innenstadt auf zu machen. Also habe ich die Himmelsrichtung geändert und bin in Richtung Süden gefahren. Es gibt einen ganz schönen Weg am Rhein-Herne Kanal entlang, den habe ich in Richtung Innenstadt genommen. Eine Weile bin ich neben der „Eiltank 67“ hergefahren. Ich hatte das Schiff vor Jahren schonmal vor der Kamera, da hieß es aber noch „Greentank 5“. Jetzt fährt sie als „Eiltank 67“ als eines von über 200 Schiffen der Duisburger Reederei Jaegers. Ich bin dann irgendwann abgebogen, das Schiff ist in Richtung Schleuse Meiderich weitergefahren.

In der City angekommen war schnell klar, es war wirklich alles da, was irgendwie retten, helfen, bergen, suchen oder sonst wie für Menschen in Not da sein kann. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit denen ich gesprochen habe waren sehr zugewandt, sehr freundlich und auskunftsbereit.

Na ja, fast alle. Der Kamerad hier, war ein wenig still…

Natürlich war auch eine Menge Großgerät zu sehen und nach und nach füllten sich die Reihen und es gab ein munteres Treiben auf der Königsallee und den Seitenstraßen.

Ich finde es übrigens eine sehr gute Idee, die Retterinnen und Retter an so einem Tag mal in die Mitte der Stadt zu holen und sie, ja auch völlig zu Recht, mal zu feiern. Das, was sie da jeden Tag leisten, oftmals ja sogar im Ehrenamt, ist schon beeindruckend.

Es passt übrigens ganz gut, dass die große Skulptur von Niki de Saint Phalle, welche in der Innenstadt als Brunnen steht, „Livesafer“, also Lebensretter heißt.

Das Highlight für viele war sicherlich der Hubschrauber. Ich als Aviaktiknerd und Flugzeugfan habe ja recht viel damit zu tun und bin auch oft nah dran und trotzdem begeistert es mich immer wieder, Luftfahrt live und hautnah zu erleben. Ursprünglich angekündigt war „Christoph 9“. Das ist „unser“ Rettungshubschrauber in Duisburg, stationiert an der Unfallklinik in Duisburg Buchholz. Eingesetzt wird er vom Bundesministerium des Inneren. Das bedeutet, die Maschine ist knallorange und im Pilotensitz nimmt eine Pilotin oder ein Pilot der Bundespolizei Platz.

Es scheint aber so gewesen zu sein, dass es an der Primärmaschine einen technischen Defekt gegeben hat, deshalb kam der Ersatzhubschrauber zum Einsatz. Gleicher Typ, aber andere Farbe 😉 . Und so schwirrte dann eine dunkelblaue Maschine mit dem Schriftzug „Bundespolizei“ heran.

Wie beim Einparken eines Autos, kann es sich manchmal lohnen, aus der Tür nochmal nach unten zu schauen. Der Pilot sitzt in einem Hubschrauber übrigens, in der Regel, auf der rechten Seite.

Schon irgendwie cool, das Teil direkt vor dem Theater zu parken.

Kurz nachdem der Rotor stillstand, stürmten die Menschen auf den Hubschrauber zu und belagerten die Crew mit Fragen und Fotowünschen. Hat aber alles super geklappt, soweit ich das sehen konnte. Wann kommt man schonmal so nah an einen Hubschrauber heran?

Ich habe noch einen Blick auf ein Feuerwehrauto geworfen und bin dann so langsam weiter gefahren. Mein Plan war es, mal bei der Station von „Christoph 9“ herumzufahren und zu schauen, ob es denn dort eine weitere Maschine zu entdecken gibt.

Auf dem Weg dorthin, musste ich dann aber doch nochmal anhalten und mir dieses Gefährt hier anschauen. Das ist, wenn ich mich nicht irre, eine Stopfmaschine. Von Gleisarbeiten bei der Eisenbahn kenne ich das. Das Gerät dient dazu, frisch verlegten Schotter unter die Gleise zu bringen und diesen zu verdichten, glaube ich. Diese Variante hier scheint für Sanierungsarbeiten der Duisburger Straßenbahn vor Ort gewesen zu sein.

Wenige Meter weiter ist der Kantpark, auch ein Stück Duisburg, welches ich euch sehr empfehlen kann. Der Park gehört zum Lehmbruck-Museum und beherbergt verschiedene Skulpturen. Anders als das Museum selbst, ist der Park aber rund um die Uhr zugänglich und kostenfrei. Ich mag dort vor allem die Würfelkonstruktion von Alf Lechner aus dem Jahr 1973. Irgendwie ist das Teil cool.

Direkt neben dem Krankenhaus an dem der Rettungshubschrauber stationiert ist liegt das Naherholungsgebiet „Sechs-Seen-Platte“. Ein wirklich schöner Fleck Duisburg, durch den auch das Radfahren wirklich Freude macht. Viel Wald, große Seen und frische Luft. Glaubt man ja immer gar nicht, wenn man das Wort „Duisburg“ hört.

An der Station angekommen stand der „Original“ Christoph 9 tatsächlich in der Halle, das Helipad vor der Tür war aber leer. Allerdings kam wenige Minuten später die Maschine aus Duisburg angeflogen. Der Aufenthalt beim Katastrophenschutztag hatte also nicht soooo lange gedauert.

Sekunden später stand der Heli dann bereit für neue Einsätze wieder auf seiner Plattform. Ihn als gleich zwei Mal vor der Kamera zu haben, hatte ich jetzt so auch nicht erwartet.

So langsam stand dann der Heimweg an. Von Duisburg Buchholz bin ich wieder in Richtung Uerdingen gefahren, dabei dann auch durch Hüttenheim. Das Stahlwerk dort ist schon ein beeindruckendes Stück Industrie.

Ganz spannend zu sehen, was da so alles eingeschmolzen wird. Ein Blick in einen der Eisenbahnwagen zeigt Interessantes.

Durch die Felder hinten Mündelheim ging es nach Uerdingen über den Rhein und dann nach Hause.

Das war eine schöne Radtour, ich hab viel gesehen und die „Blaulichtfamilie“ hat sich super präsentiert. Wie immer hoffe ich, euch hat der kleine Einblick gefallen. Bleibt mir gewogen und passt auf euch und eure Mitmenschen auf.

Euer Martin

 

 

 

 

One comment

  1. Wie immer sehr schön und so plastisch beschrieben, als wär man selbst dabei gewesen! Ich bin selbst in Duisburg aufgewachsen und finde die rostigen Relikte der „Industriekultur“ eher scheußlich, aber wenn du sie so begeistert beschreibst … Beim Inhalt des Waggons mit Schrott habe ich mich gefragt, ob da auch die in Essen immer wieder geklauten Gullideckel dabei sind.

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