Quer durchs Ruhrgebiet – Karfreitag von Duisburg nach Dortmund

Hallo zusammen,

die Ostertage standen an, vier Tage frei, dazu am Karfreitag eine Wettervorhersage die „OK“ war, die anderen Tage sollten ein Traum werden. Es war klar…“raus aufs Rad“ lautet die Devise. Wenn ihr mögt, nehme ich euch wieder mit, unbezahlt und unbeauftragt, einfach so ;).

Karfreitag hatte ich mir eine Tour von Westen nach Osten durchs Ruhrgebiet überlegt. Von Duisburg nach Dortmund stand auf dem Plan. Los ging es in Großenbaum, einem kleinen Bahnhof im Duisburger Süden. Ganz witzig finde ich, dass einige der Haltepunkte mittlerweile professionell mit Streetart verziert sind, ihr wisst ja, da hab ich ne Schwäche für. Es hat einen kleinen Moment gedauert bei mir, aber dann habe ich in GroßenBAUM auch die Holzmotive verstanden 😉 .

Überhaupt war es bunt in Großenbaum, auch etliche Stromkästen sind dort bemalt. Tolle Naturmotive. In vielen Stadtteilen von Duisburg entdecke ich jetzt bemalte Kästen, finde ich eine tolle Idee, es macht die Stadt bunter und abwechslungsreicher. Und vielleicht verhindert es ja auch sinnlose Schmierereien oder blöde Tags.

An der Unfallklinik in Buchholz vorbei ging es ins Naherholungsgebiet Sechs-Seen-Platte. Das Wetter war nicht so dolle, recht frisch und vor allem ziemlich diesig, aber man ist ja nicht aus Zucker. Und, wie ich dann festgestellt habe, das Wetter war auch nicht so schlecht, dass man keinen „Hund vor die Tür jagen würde“. Allerdings sah er auch eher so aus, als hätte er Spaß dran. Zumindest fand er den kleinen dicken Mann mit dem Fahrrad ganz spannend, ich wurde recht lange gemustert 😉 .

Unterdessen völlig unbeeindruckt von dem großen orangenen Vogel der da neben der Klinik auf seiner Plattform geparkt war, zeigte sich diese Taube.

Die Waldwege rund um die Seen sind einfach toll. Mit ein wenig Rücksicht ist dort das radeln genauso möglich wie das spazieren gehen. Um die frühe Uhrzeit und bei dem trüben Wetter war ich allerdings allein unterwegs.

Direkt neben der Sechs-Seen-Platte befindet sich die Regattabahn in Wedau. Durch die lange, flache Fläche bot sich die Möglichkeit mal weit zu gucken, wie gesagt, es war echt diesig an dem Morgen.

Nur wenige Meter neben der Wasserfläche liegt das Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerks der Bahn. Wenn ich das richtig gesehen habe, wird das Gelände gerade entwickelt und eine Menge wird abgerissen oder ist schon unter der Abrissbirne gelandet. Der Uhrenturm steht aber noch. Auch das Rangierbahnhofgelände wird nicht mehr genutzt und ist eine große Baustelle. Ich bin mal gespannt, wie es hier in ein paar Jahren aussieht.

Durch den „Duisburger Wald“, so haben wir das Waldstück als Kinder immer genannt, wenn wir mit unseren Eltern spazieren gehen „durften“ ;), ging es in Richtung Mülheim. Speldorfer Wald heißt es eigentlich.

Etwa auf Höhe Mülheim Saarn fiel mir ein Strauch auf, welcher österlich geschmückt war. Fand ich irgendwie richtig klasse, so einfach am Wegesrand.

An der Hochschule Ruhr bin ich dann auf den Radschnellweg 1 eingebogen. Ich habe es hier schon so oft geschrieben, aber es bleibt halt ne Tatsache, das Radeln auf dem RS 1 ist einfach traumhaft.

Direkt am Radschnellweg liegt die „Camera Obscura“, die größte begehbare Variante der Welt. Was das ist und wie es funktioniert, und warum ein Besuch dort wirklich ne coole Sache ist, könnt ihr euch hier anschauen.

Direkt am Radschnellweg liegt auch ein Busdepot der Mülheimer Verkehrsbetriebe. Dort wartete der Impfbus auf weitere Einsätze.

Kurz hinter der Camera fließt die Ruhr vorbei, über eine schöne Bogenbrücke führt der RS1 hinüber und mit einer leichten Steigung geht es weiter in Richtung Mülheim Hauptbahnhof.

Am Rand des Radweges gibt es auch immer mal wieder Streetart zu sehen, einen kleinen Jugendflashback gab es, als ich Pinky und Brain gesehen habe 😉 . Ich hatte auch sofort wieder die Titelmelodie der Zeichentrickserie, die in den 90ern des letzten Jahrhunderts einem Konzept von Steven Spielberg entsprang, im Kopf. Narf!

Auf ehemaligen Bahntrassen radelt man entspannt dahin, oftmals direkt neben aktiven Bahnstrecken. Es geht weiter in Richtung Essen.

Ich bin dann kurz darauf auf den Grugaweg, ihr ahnt es, eine ehemalige Bahntrasse, abgebogen und weiter in Richtung Grugapark in Essen gefahren. Auch da gibt es am Wegesrand coole Streetart zu bewundern.

Das bunte Haus am Radweg fällt sofort ins Auge, es ist ein Ronald McDonald Haus. Gebaut nach den Entwürfen des Künstlers Friedensreich Hundertwasser bietet es Familien ein befristetes Zuhause, wenn ihre schwerkranken Kinder in der benachbarten Uni-Klinik behandelt werden müssen. Auf der Website findet sich folgender Text zum Anliegen und Antrieb des McDonald`s Kinderhilfe.

Seit 1987 setzt sich die McDonald’s Kinderhilfe für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und ihren Familien ein. Die gemeinnützige Organisation baut und betreibt Ronald McDonald Häuser und Oasen in ganz Deutschland, in denen Eltern und Geschwister in der Nähe bleiben können, wenn ein Kind schwer erkrankt und in der Klinik behandelt werden muss.

Denn die Nähe der Familie hilft!

Ein ganzes Stück bin auf dem Radweg gefahren, man setzt dort auf gegenseitige Rücksichtnahme und, zumindest was ich so mitbekommen habe, läuft und fährt das auch ganz gut so.

Bei Rellinghausen war ich dann wieder an der Ruhr, der Fluss schlägt halt in der Region den einen oder anderen Haken 😉 . Über die Ruhr ging es dann weiter, erst ein Stück nach Süden, dann wieder in Richtung Osten und Bochum.

Mit einem Blick auf die Zeche Heinrich, bzw. das Fördergerüst der Zeche Heinrich, ging es weiter.

Die Ruhr macht an dieser Stelle einen weiten Bogen, so das ich über Überruhr gefahren bin und nach wenigen Kilometern wieder an der Ruhr auskam. In einem scharfen Knick bin ich am Holteyer Hafen vorbeigekommen. Heute ist davon nur noch das Hafenbecken übrig und eine Brücke über die ehemalige Einfahrt. Über diese Brücke führt auch der Radweg, exemplarisch liegt dort noch ein wenig des ehemaligen Kopfsteinpflasters des Leinpfades. In einem Feld neben dem Radweg steht auch der „Leuchtturm“, ein Hochspannungsmast welcher Teil des „Kulturpfades Ruhr“ ist und von den Künstlern  Hwang, Hae-Ryan und Chung-Ki mit buntem Plexiglas verziert worden ist.

Wenn dort die Sonne richtig draufscheint kommen die Farben noch besser zur Geltung als an diesem, etwas trüben, Tag. Cool finde ich es trotzdem. Ein Stück weiter die Ruhr entlang steht das Wasserkraftwerk Horster Mühle. Denkmal geschützt und zwischenzeitlich nicht mehr als Kraftwerk genutzt speist es seit 1989 wieder Storm in das Netz ein.

Schräg gegenüber liegt die Schleuse Horst. Als die Ruhr hier noch mit Schiffen befahren wurde, war diese Schleuse eine von 16 Stück, gebaut Ende der 1700er Jahre. Sie wurde restauriert und ist zusammen mit dem Kraftwerk wirklich ein historischer Hingucker.

Apropos historisch. Einige Kilometer weiter liegt das Eisenbahnmuseum in Dahlhausen. Das ist dann schon Bochum. Dieses Mal bin ich nur vorbei gefahren, ich war aber auch schon einige Male dort zu Besuch. Es lohnt sich wirklich. Also, wenn ihr mal in der Nähe seid, schaut doch mal vorbei. HIER gibt es Infos dazu.

Ganz in der Nähe beginnt auch die nächste Bahntrasse. Auf dem Weg dorthin gab es, auf der Rückseite einiger Wohnhäuser, wieder ein tolles Motiv zu entdecken. Ich weiß nicht genau, ob ich in der jüngeren Vergangenheit einfach mehr darauf achte, oder ob es tatsächlich mehr solcher Kunstwerke im öffentlichen Raum gibt.  Auf jeden Fall ist das ne tolle Sache, finde ich.

In Dahlhausen beginnt die Springorum-Trasse. Ein wirklich wunderschöne Rad- und Fußweg bis nach Bochum ins Zentrum hinein. Eine ganz leichte Steigung ist drin, aber das ist problemlos zu erradeln.

Und, ich hab mich echt gut behütet gefühlt, gleich zwei Superhelden waren am Start. Einmal hatte Tony Stark ein wachsames Auge auf den Radweg…

Und die „Bathöhle“ war auch nicht weit 😉 . Im ernst, diese Fledermauskästen hingen an etlichen Bäumen am Wegesrand.

Ob die Info auf dem Weg für Stadtkinder ist? 😉

Einfach ein wirklich schöner Radweg. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht auch an der, noch recht frühen Uhrzeit am Karfreitag, aber ich war die meiste Zeit allein unterwegs.

In Bochum-Weitmar macht der Weg einen Knick und man schaut auf diese Fassaden-Deko. Finde ich klasse. Vor allem weil es auch die Vergangenheit der Trasse darstellt.

Auf der Trasse ging es weiter nach Bochum hinein. Dabei konnte ich dann auch das Exzenter Hochhaus sehen, das Gebäude ist schon recht markant und wurde über einem alten Bunker errichtet.

Der Radweg überquert dann die Universitätsstraße, an den Wänden dort findet sich ebenfalls starke Kunst.

Cool, oder? Weiter ging es in Richtung Dortmund. Nach wie vor auf der Springorum Trasse. Erst auf Höhe von Altenbochum habe ich den Weg verlassen und bin weiter in Richtung Dortmund geradelt. Am Hauptfriedhof in Bochum vorbei ging es weiter. Dabei fiel mir dieses Verkehrsschild auf, hatte ich so auch noch nicht gesehen.

Ich bin ja an sich kein großer Freund von „Kreisverkehrskunst“, in Bochum Langendreer allerdings steht ein Modell der Zeche Mansfeld. Die Idee dazu hatte ein Schüler, das Modell stammt aus einer JVA-Schlosserei aus Bochum. Mir gefällt es, zumal in dieser Bergbauregion, wirklich sehr.

Ein kurzes Stück bin ich dann noch am Langendreer Bach entlang gefahren, dann führte mich meine Tour nach Dortmund Kley.

Am Torhaus am Rombergpark vorbei bin ich dann auf das Areal des ehemaligen Stahlwerks Phöenix-West gefahren.

Als gebürtiger Duisburger habe ich tatsächlich ein Faible für Industriekultur und gerade Zechen und Stahlwerke haben es mir echt angetan. Deshalb ist Phönix-West schon auch ein magischer Ort.

Kurz vor dem Bahnhof in Dortmund, und damit dem Ende dieser Tour, habe ich noch eines der viele geflügelten Nashörner in Dortmund aufgenommen. Was es damit auf sich hat, könnt ihr HIER nachlesen. Meins zeigt das „Jugendamtsnashorn“ 😉 .

Und das soll es, nach knappen 73 Kilometern, auch schon wieder gewesen sein. Ich habe noch einen Relive – Clip, da die App leider immer noch ein wenig zickig ist, blöderweise ohne Fotos, aber immerhin ist die Strecke visualisiert.

Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit. Ansonsten bleibt bitte gesund und munter, achtete auf eure Mitmenschen und auf euch und fahrt immer vorsichtig 😉

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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