Von Duisburg nach Hamm – Einmal quer durchs Revier

Glück auf ihr Lieben,

ich war mal wieder mit dem Rad unterwegs und wenn ihr Lust habt, nehme ich euch wieder mit auf Tour. Unbezahlt und unbeauftragt natürlich. Nach einigen Touren die vor der eigenen Haustüre gestartet sind, sollte es dieses Mal wieder in Duisburg losgehen. Also, mein übliches „Pandemie-Zug-Fahr-Verfahren“ klappte auch an diesem Samstag sehr gut. Gaaaaanz früh in den Zug, dann ist man meist ganz allein. Die kurze Fahrt nach Duisburg war dann auch fix erledigt.

Im Duisburger Hauptbahnhof habe ich mir dann noch beim Bäcker was für die Fahrt geholt und bin dann aufgebrochen. Direkt gegenüber liegt das Verwaltungsgebäude der IHK mit dem „Goldenen Anker“-Brunnen davor. War früher oft ein Treffpunkt, wenn wir als Jugendliche in die Stadt aufgebrochen sind. 😉

Wenn man dann die Friedrich-Wilhelm Straße hinab fährt taucht linker Hand das Lehmbruck-Museum und der Kant Park auf. Einen kleinen Schlenker habe ich gemacht, die „Sculptuur „3““ von Alf Lechner von 1973 finde ich wirklich cool. Ich bin ja in weiten Teilen ein Kunstbanause, aber das Teil gefällt mir ziemlich gut.

Durch die Duisburger City ging es dann weiter in Richtung Rathaus und Salvatorkirche. Unterwegs dorthin fielen mir diese Stromkästen auf, sie stehen direkt vor einem Restaurant mit Spezialitäten aus der Balkanregion. Passt ja dann irgendwie 😉 .

Weiter zum Rathaus und zur Kirchen. Beide Bauwerke sind sehr eindrucksvoll und gerade die Salvatorkirche lohnt einen genaueren Blick. Wenn ihr mal dort seid, nehmt euch die Zeit und schaut euch auch im Inneren um.

In Richtung Kaßlerfeld ging es weiter, dann allerdings rechts ab durch den Innenhafen. Über die Hubbrücke „Schwanentor“ kann man als Mensch mit Rad grad nicht so richtig gut fahren, da ist viel wegen einer Baustelle gesperrt. So fährt man durch den Innenhafen am eindrucksvollen Landesarchiv NRW vorbei. 76 Meter ist der Archivturm hoch, unten handelt es sich um einen alten Speicher und der Anbau ist geschwungen und es stehen noch die alten RWSG (Rheinisch-Westfälische Speditions-Gesellschaft) Hafenkräne davor.

Über das Ruhrwehr und den Hafenkanal hinweg führte mich meine Route dann nach Untermeiderich um dort auf den Grünen Pfad abzubiegen. Die Ruhr lag ruhig da, die Sonne kletterte langsam höher, aber ich war froh, dass ich in langen Hosen und mit Jacke gestartet war, es war schon noch recht frisch.

An der Vohwinkelstraße gibt es einen Brückenzug unter dem finden sich immer wieder richtig starke Streetarts, ich fahre eigentlich immer dort lang. Meist sind sie nur kurz zu sehen, bevor sie von neuen Werken abgelöst werden. Richtig gut sind sie aber immer.

Fährt man auf den „Grünen Pfad“, einen knapp 10 Kilometer langen Radweg, welcher in Oberhausen Sterkrade endet, beziehungswiese in die HOAG Trasse übergeht, erkennt man recht schnell, wo der Name herkommt. Der Weg ist toll angelegt, es gibt viel Grün rechts und links und auf dem Asphalt kommt man wunderbar voran.

Apropos grün, an einem alten Gebäude neben der Strecke erobert sich die Natur gerade ihr Recht zurück, solche Anblicke finde ich immer irgendwie genial.

Der Weg führt an einem echten Highlight im Ruhrgebiet vorbei, dem Landschaftspark Duisburg Nord. Es gibt diverse Abkürzungen für das Areal, viele angeblich von Einheimischen 😉 Ich bin keine 500 Meter davon entfernt aufgewachsen und wir haben NIE LaPaDu gesagt ;). Egal, das Gelände finde ich nach wie vor den Hammer. Ein altes Stahlwerk, von dem unheimlich viel erhalten ist, Hochöfen, Bunker, Rohrleitungen. In und um die Kulisse findet, normalerweise, jede Menge Kultur statt und wer sich einmal von einem ehemaligen Mitarbeiter über das Gelände hat führen lassen, der sieht Stahlerzeugung und die Leidenschaft dahinter mit anderen Augen. Ein Ort, den man auf jeden Fall mal erlebt haben sollte.

Lange Zeit war der Hochofen gesperrt, aktuell kann man wieder bis ganz nach oben gehen. Ich war so früh vor Ort, dass ich ganz allein war, einfach herrlich. Die Aussicht über Neumühl, Hamborn, bis nach Oberhausen und Umgebung. Es war noch recht diesig, bei idealem Wetter ist die Weitsicht gigantisch.

Vom ehemaligen Hochhofen kann auf die beiden aktiven Hochöfen in Schwelgern blicken, gerade die Rottöne des Hochofens 8, die die unterschiedlichen Hitzezustände im Inneren symbolisieren sollen, kommen hier gut zur Geltung.

Der Wassertum und die Sankt Joseph-Kirche in Hamborn, die wir als Kinder ihrer Form wegen immer nur „die Sprungschanze“ genannt haben, sind ebenfalls gut zu sehen.

Man muss allerdings schon ein wenig schwindelfrei sein, die Metalltreppe führt außen am Hochofen entlang hinauf, bzw. herunter.

Auch den einzelnen Ebenen gibt es immer wieder spannende Einblicke und Tafeln mit Erklärungen. Ich wiederhole mich gern, ein Besuch dort lohnt sich wirklich.

Zumal es auch für Kunstinteressierte etwas zu erleben gibt. Zum einen, ihr ahnt es schon, Streetart. In alten Kohlebunkern finden sich an den Wänden wirklich richtig gute Kunstwerke. Ihr sollte Euch das auf jeden Fall ansehen, wenn ihr vor Ort seid.

Radelt man nur ein Stückchen auf dem Grünen Pfad weiter, noch vor der Unterführung der Autobahn, findet man auf der linken Seite Neustadt. Das Kunstprojekt bringt 1/25 Modelle von markanten Gebäuden aus dem Ruhrgebiet in den Landschaftspark. Die Gebäude haben alle eines gemeinsam, ihre Vorbilder gibt es nicht mehr, sie sind abgerissen worden. Das es natürlich am einen oder anderen Objekt bereits Schmierereien von irgendwelchen Idioten gibt ist gleichsam logisch wie schade. Sehenswert sind die Installationen trotzdem.

Ich bin noch eine Weile auf dem Radweg geblieben, man radelt auf der alten Bahntrasse über die alten Brücken und gelangt so in Richtung Oberhausen.

Bis zur Emscher bin ich gefahren, dann habe ich mich in Richtung Süden, in Richtung Rhein-Herne Kanal gewandt. Der Grüne Pfad führt über die Emscher noch ein paar Meter weiter bis zur HOAG Trasse.

Kritisch beäugt bin ich ein Stück an der Emscher entlang gefahren um dann am Stadion von Rot-Weiß Oberhausen auf den Rhein-Herne Kanal zu treffen.

Vorbei an den bekannten Landmarken am Kanal, der tollen bunten Brücke „Slinky Springs to Fame“, dem Gasometer und dem tanzenden Strommast „Zauberlehrling“ führte mich mein Weg am Kanal entlang in Richtung Osten weiter.

In Bottrop findet sich direkt am Kanal ein Rastplatz. Und das seit einer sehr, sehr langen Zeit. Bei den Bauarbeiten zum Rhein-Herne Kanal wurde dort ein Faustkeil gefunden, ein Rastplatz der Neandertaler. Heute rasten hier Radlerinnen und Radler…ganz ohne Faustkeil.

Ein Katzensprung davon entfernt liegt der Berne Park. Auf dem Weg dorthin kam ich an einem Haus mit diesem Wandschmuck vorbei. Jap, wir sind im Pott. 😉

Der Berne Park ist ein toller Anlaufpunkt für eine Radtour. Aus dem ehemaligen Klärwerk ist ein Park geworden. Zwei Klärbecken gab es, das eine ist nach wie vor ein Becken voller Wasser, über einen Steg begehbar, das andere Becken ist ein Garten. Richtig schön ist es da.

Ein Highlight ist das Parkhotel dort. In Stahlröhren kann man dort übernachten. Klingt auf jeden Fall spannend. Schaut mal auf der Website des Berne Parks HIER, da gibt es viele Infos zum Thema.

Schafe gehörten lange Zeit zum typischen Bild auf den Emscherdeichen. Aktuell gibt es eine ganz besondere Schafherde am Ortseingang von Bottrop Ebel. Schülerinnen und Schüler der Schiller Grundschule haben, zusammen mit dem Künstler Guido Berndsen ganz individuelle Schafe gestaltet. Diese wurden dann maßstabsgetreu vergrößert und in Beton gegossen. Tolle Idee.

Auf der ganzen Tour bin ich etliche Male über die Emscher und über den Rhein-Herne-Kanal gefahren. Schon spannend, wie die Wege da so liegen. Oftmals bot sich dann ein typisches „Emscher-Pott-Bild“.

Meist hab ich freiwillig die Uferseite gewechselt, in der Nähe von Essen wurde ich gezwungen ;).

Also, das Bike die Treppe raufgeschleppt, den Kanal überquert und auf der anderen Seite weitergefahren. Was tut man nicht alles ;).

Nach wenigen Metern, kurz vor dem Nordsternpark, ging es wieder zurück auf die andere Seite. Dort fuhr mir dann das erste Schiff an diesem Tag vor die Linse. Die 2010 in Serbien gebaute und aktuell im niederländischen Zwijndrecht gemeldete „Zuidwal“ fuhr in Richtung Oberhausen an mir vorbei.

Im Hintergrund erkennt man schon Teile des Nordsternareals und die Kaimauer voller Streetarts. Es sind nicht so eindrucksvolle wie in Duisburg, aber es sind trotzdem einige schöne Bilder dabei.

Mein Weg weiter am Kanal entlang führte mich am Hafen Horst vorbei. Hier werden Produkte von BP umgeschlagen.

Mit der „Eiltank 26“ lag auch ein Tankschiff im Hafen. Wenn ich das Schiff sehe, freue ich mich immer ein wenig, es ist ein Duisburger Produkt. 2008 wurde das Schiff auf der Triton Werft in Duisburg gebaut.

Man kann es auf den Fotos nicht so gut erkennen, aber der kleine Hafen dort hat eine Druckluft-Ölsperre. Das ist ein interessantes System. Auf dem Grund sind Rohre installiert die, sobald mit Öl gearbeitet wird, mit Druckluft durchpustet werden. Über Löcher in den Rohren strömt die Luft nach oben und bildet so eine Barriere an der Oberfläche aus zwei Strömungen. So wird verhindert dass Öl, wenn es beim laden oder löschen austritt, in den Kanal gelangt. Ziemlich geniales System.

Ein paar Meter weiter liegt der Hafen Gelsenkirchen mit seinen zwei Hafenbecken. Zeitgleich mit meiner Ankunft lief dort ein Wasserschutzpolizei-Boot ein. Ganz spannend zu beobachten fand ich auch das Gelände einer Firma für Metalle. Dort wurde mit riesigen Greifern Schrott umgeschichtet und geschreddert.

Wenig später ging es mal ein Stück weg vom Kanal, an der Zoom Erlebniswelt, einem Zoo, vorbei auf die Erzbahntrasse. Es gibt einen kleinen Fotospot wo ein Fenster in eine Wand eingelassen ist und man in eines der Gehege fotografieren könnte. Könnte deshalb, weil es leider von irgendwelchen Idioten zugesprayed worden ist. So radelt man nur am Zoo vorbei, gucken is aber nicht. An dem kurzen Stück Erzbahntrasse, etwa auf Höhe der Grimbergstraße in Gelsenkirchen Bismarck, bin ich an einem Einmannbunker vorbeigekommen. Diese kleinen Schutzräume aus dem Zweiten Weltkrieg findet man recht häufig in der Region, ich habe Euch hier im Blog schon den in Kaldenkirchen und den in Sankt Tönis gezeigt. Dieser hier liegt direkt am Radweg.

Wieder zurück in Richtung Kanal habe ich erstmal eine Pause an einem Bahnübergang eingelegt. Ganz in der Nähe des Betriebswerks Bismarck queren zwei Gleise eine Straße und es ist genug Platz drumherum um ein bisschen zu fotografieren. Und ich hab mich zum ersten Mal eingecremt, es wurde langsam richtig warm in der Sonne. Den Wechsel von langer zur kurzer Hose und das Verstauen der Jacke habe ich dann auch gleich erledigt ;). Nach kurzem Warten kam mir dann auch ein Zug mit Captrain-Wagen entgegen. Gezogen wurde er von einer Lokomotive der Baureihe 185, welche bereits seit 2005 auf den Gleisen Europas unterwegs ist und schon etliche Besitzer gehabt hat. Aktuell ist sie für die tschechische METRANS unterwegs.

An gleicher Stelle, allerdings aus der anderen Richtung kommend, gab es dann für mich eine Erstsichtung. Einen „Pesa Link“ hatte ich zuvor noch nie vor der Kamera. Der Zug wird in Polen produziert und befährt hier die RB43 „Emschertal-Bahn“.

Es ging dann zurück an den Rhein-Herne Kanal und, mal wieder, auf die andere Seite. In Wanne-Eikel habe ich den Kanal in der Schleuse überquert, kurz drauf ging es schon wieder zurück, etwa auf Höhe des Heizkraftwerks Herne.

Auf dem Werksgelände auf der anderen Kanalseite stand eine Henschel Lokomotive, die mal bei Opel im Einsatz war. 1972 wurde sie ausgeliefert. Ob sie tatsächlich noch Rangierarbeiten erledigt oder dort abgestellt ist kann ich nicht sagen, optisch sieht sie noch top gepflegt aus.

An der Schleuse Herne-Ost vorbei ging es weiter in Richtung Henrichenburg. Immer noch am Kanal entlang gab es dann aber, nachdem ich mal wieder die Uferseite gewechselt hatte, auch noch ein tolles Naturschutzgebiet zu sehen.

Die Bezeichnung „Everglades von Castrop-Rauxel“ die sich in der Radtouren App „Komoot“ findet ist vielleicht doch ein wenig zu hoch gegriffen, aber beeindruckend ist das Areal auf jeden Fall.

Zwischen Emscher und Kanal wird zur Zeit kräftig gebaut, so dass man nicht direkt am Kanal weiter fahren kann, dieser Umstand ist allerdings super ausgeschildert und man wird um die Baustelle herumgeleitet. Klasse gemacht.

Und dann war ich an meinem Zwischenziel dieser Tour angekommen, der Schleusenpark Waltrop. Bekannter ist das Areal wohl unter dem Namen Schiffshebewerk Henrichenburg. Vier Bauwerke sind dort versammelt, sie alle dienen oder dienten dazu, Schiffe von einem Niveau auf ein anderes zu heben oder zu senken. Das älteste Bauwerk ist das alte Schiffshebewerk, dann gibt es noch eine alte Schleuse, eine neue Schleuse und das neue Schiffshebewerk. Lediglich die neue Schleuse wird heute noch benutzt, alle anderen Bauwerke stehen unter Denkmalschutz.

Grund meines Besuches waren natürlich zum einen die Bauwerke aber, ehrlicherweise, auch die Currywurst in der Gastronomie direkt am alten Hebewerk. Ich hatte da vor einigen Monaten schon mal Rast gemacht und mir war das Ganze als echt schmackhaft in Erinnerung geblieben. Der Eindruck bestätigte sich bei dieser Tour erneut 😉

Nach der Stärkung ging es wieder auf den Sattel und am neuen Hebewerk, was allerdings auch schon von 1962 ist und längst „im Ruhestand“, vorbei in Richtung Waltrop.

In Waltrop bin ich dann an der ehemaligen Zeche vorbeigefahren, sie wurde wenige Monate nach meiner Geburt stillgelegt und heute sind einige Teile davon erhalten und wunderbar restauriert.

Direkt daneben befindet sich mit der Halde Brockenscheid die kleinste Halde im Ruhrgebiet. Auf ihrem Gipfel befindet sich ein Aussichtsturm, welcher aus sogenannten Spurlatten besteht. Diese Holzelemente dienten dazu den Förderkorb bei seiner Fahrt in der Spur zu halten. Leider war die Aussichtsplattform gesperrt.

Von der Halde aus ging es weiter zum nächsten Kanal, dieses Mal war es der Datteln-Hamm Kanal. Auf dem Weg dahin tauchte am Horizont schon das Kohlekraft Lünen Stummhafen auf. Das Kraftwerk ist noch recht neu, es hat seien Betrieb erst Ende 2013 aufgenommen.

Hier führte mich mein Weg dann auch zum ersten Mal so richtig über eine Straße, ansonsten waren das immer nur kurze Abschnitte und meist gab es Radwege. Hier nicht. Aber auch das Stück war nicht so lang, und die Straße auch recht wenig befahren. Also, alles kein Problem.

Nach der Kanalüberquerung ging es an eben jenem Kraftwerk vorbei zur Schloßmühle Lippholthausen, ein wirkliches Kleinod direkt an der Landstraße. Die Wassermühle hat mal Getreide gemahlen, heute ist sie ein Ausflugsziel und beliebter Ort für Hochzeiten.

Nur wenige Meter weiter ist von dem Idyll nichts mehr übrig, dort stehen die Reste des STEAG Kraftwerks Lünen. Es wird gerade abgerissen. Als ich dort angehalten habe um ein Foto zu machen schoss ein Herr aus einer Hütte auf mich zu, gestikulierte wild und rief irgendwas von „Verboten, verboten“. Auf meine Nachfrage kam er zu Atem und meinte, das Fotografieren sei verboten. Auf meinen zaghaften Einwand, dass ich von öffentlichem Grund ein Gebäude fotografiere und das eigentlich auch völlig legal sei, bekam ich das schon bekannte „Verboten, verboten “ zu hören.
Nun, der gute Herr wird seine Anweisungen haben und die Freude im Gesicht zeigte mir dann auch, viele Menschen bleiben wohl nicht hier stehen und ich bot eine gewisse Abwechslung im Arbeitsalltag. Nun gut, streiten wollte ich mich nicht, habe mich wieder auf mein Rad gesetzt und bin ein Stück weiter gefahren. Dort habe ich dann einen Herren in Warnweste und mit Bauarbeiterhelm getroffen, der neben einem der Bagger stand. Auf meine Frage ob ich denn wohl ein Foto von hier aus machen dürfte kam ein beherztes: „Klar, wir reißen das Dingen doch ab, warum denn nicht. Viel Spaß!“ zurück…nun denn 😉

Unterwegs sind mir an den Ampel sehr besondere Ampelmännchen aufgefallen, sowas hatte ich in Duisburg auch schon gesehen, finde ich klasse, wenn man die regionale Identität so zelebriert.

Dur ein kleines Waldstück bin ich dann wieder in Richtung Datteln-Hamm Kanal gefahren um ihn dann, ihr ahnt es vielleicht, erneut zu überqueren.

Direkt hinter der Kanalbrücke schließt sich der Horstmarer See an. Er wurde für eine Landesgartenschau renaturiert und ist jetzt ein beliebtes Ausflugsziel.

Von nun an wurde es immer ländlicher und nach einigen Kilometern bin ich auf den Seseke Radweg eingebogen. Der vom Lippeverband angelegte Radweg führt die meiste Zeit eng neben dem Fluss Seseke her und ist einfach herrlich zu radeln.

Auch an diesem Radweg findet sich immer wieder Kunst. Zum Beispiel dieses große Wort JETZT vom Berliner Künstler Christian Hasucha. Schon irgendwie cool, finde ich.

Kamen war der nächste Ort auf der Tour, die meisten kennen nur das Autobahnkreuz aus der Stauwarnung, aber es gibt den Ort wirklich ;). Dort habe ich einen kurzen Stopp am Fördergerüst der ehemaligen Zeche Monopol Schachtanlage Grillo gemacht. Ich kann halt nicht aus meiner Haut, ich bin eben Pottkind und mich faszinieren die Dinger einfach.

In einem kleinen Bogen ging es zurück an die Seseke und dort unter der „5-Bogen-Brücke“ hindurch. Glaubt man der Wikipedia, ist das eine der ältesten noch im Betrieb befindlichen Eisenbahnbrücken Deutschlands. Spannend, wieder was gelernt.

Sagte ich schon, wie toll der Weg zu fahren ist? Ja, oder? 😉 Auf jeden Fall ist der Weg toll zu fahren. Unterwegs gibt es dann, ganz ähnlich wie zu Beginn der Tour in Duisburg, auch nochmal Hausmodelle am Wegesrand.

An Feldern vorbei ging es weiter in Richtung Hamm. Auf einigen Feldern herrschte geschäftiges Treiben und die Drusch war vielerorts in vollem Gange.

Irgendwann ging es dann von der Seseke weg in Richtung Norden, in Richtung Hamm. Erneut bin ich dabei an einer ehemaligen Zeche vorbeigefahren, dieses Mal war es der Förderturm der Zeche Königsborn über dem Schacht 4.

Wiescherhöfen war der nächste Ort auf der Karte, und damit war ich dann auch schon fast am Ende meiner Tour. Auf dem Weg dahin habe ich dieses interessant gedeckte Dach entdeckt. Zwar nicht meine Borussia, aber auf jeden Fall ne coole Idee.

An einer interessanten Moschee bin ich vorbeigekommen, man hat einfach ein normales Wohnhaus von Außen entsprechend angemalt. Fand ich wirklich toll. Wirkt direkt ganz anders.

In Wiescherhöfen wurde dann schnell klar…auch hier gibt es natürlich Bergbautradition. Zum einen am Marktplatz…

…zum anderen an der ehemaligen Zeche Heinrich-Robert. Hier war erst 2010 Schluss, also noch gar nicht soooo lange her.

Auf den letzten Metern bis zum Bahnhof in Hamm schloss sich dann irgendwie der Kreis. Ich bin an einem ganz guten Streetart vorbeigefahren. Auf einem Bretterzaun, zwischen „Suppe und Kartoffeln“, wie meine Oma sagen würden, prangte es neben einer Straße.

Pünktlich zum einsetzen des Regens war ich am Bahnhof in Hamm und bin nach knappen 110 Kilometern vom Rad geklettert. Es war eine lange, aber wieder schöne und interessante Tour.

Ich hoffe, euch haben die Einblicke gefallen. Ich habe noch einen ReliveClip für Euch und sagen ansonsten, wie immer, wenn ihr Fragen habt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, passt auf Euch auf und haltet die Ohren steif.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 comments

  1. Hallo Martin,
    leicht verspätet durch Aufräumarbeiten in meinem Garten und meinen Schafställen nach dem Regenchaos, hatte ich gerade das Vergnügen deinen neuen Beitrag zu lesen.
    Vielen Dank für den interessanten Beitrag und die schönen Bilder.
    Liebe Grüße
    Dagmar

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