Sonne, Regen, Duisburg, Moers – alles dabei

Hallo zusammen,

man kommt ja zu nichts. Ich weiß, in der letzten Zeit leite ich viele Blogpostings so ein, aber es stimmt halt auch. Im heutigen Blogpost geht es deshalb auch um eine  Radtour, die schon ne gute Woche her ist. Letzten Samstag habe ich etwas freie Zeit genutzt und bin einfach mal losgefahren. Ein wirklich konkretes Ziel hatte ich nicht, aber so grob in Richtung Duisburg sollte es gehen. Bewölkt aber trocken hat die App gesagt, also ab aufs Rad. Ein bisschen durch die Stadt und dann auf den schon fertigen Teil der neuen Promenade. Ein wirklich tolles Radelerlebnis, wollen wir hoffen, dass sie schnell richtig eröffnet und vor allem weiter gebaut wird. Die Brücke über den Dießemer Bruch ist auf jeden Fall klasse geworden.

An der Burg Linn vorbei ging es dann zwischen die Felder, am Krefelder Golfclub vorbei weiter in Richtung Gellep Stratum. So richtig traute ich den Wolken nicht, es wurde immer düsterer. Ich hab kurz überlegt, ob ich an dem einen Baum unterwegs Pause machen sollte um einen eventuellen Schauer abzuwarten, aber es regnete ja noch nicht, also…weiter.

Kurz drauf schlugen die ersten Tropfen auf meine Brille und die Entscheidung nicht anzuhalten war wohl falsch. Ich hab ein bisschen fester in die Pedale getreten und mich beeilt nach Gellep Stratum rein zu kommen, dort gibt es sicher ein Wartehäuschen für den Bus oder sowas. Genauso war es dann auch und ich konnte den Schauer abwarten. Die paar Tropfen, die mich erwischt hatten, waren dann kaum der Rede wert. Beim warten hatte ich die Gelegenheit auf einem Stromkasten ein bisschen Archäologie zu betreiben. Schon faszinierend, seit ich den Job beim Presseamt habe, bin ich auch an solchen Themen viel näher dran. Man lernt halt nie aus.

Als es einigermaßen aufgehört hatte, ging es weiter, leichter Nieselregen stört ja nicht wirklich. Nächstes Ziel war die Uerdinger Rheinbrücke, dort ging es dann über den Fluss und weiter in Richtung Duisburg. Ein Blick zurück zeigte dann auch, so richtig besser wurde das Wetter noch nicht, da zog noch was an Suppe heran.

Im Jahr 2011 wurde in Duisburg, auf einer alten Halde, das Kunstwerk „Tiger an Turtle“ eröffnet. Ob ihr es nun glaubt oder nicht, ich war als gebürtiger Duisburger bislang noch kein einziges Mal dort oben. Bei dieser Tour sollte es also soweit sein. Also ging es vom Rhein aus direkt in Richtung der „Achterbahn“. Dank Corona ist das Kunstwerk aktuell leider geschlossen, deshalb habe ich es nur bis zur Basis geschafft, aber immerhin.

Wieder runter von der Halde liegt das große HKM Gelände vor einem, für mich immer mal ein Grund ein bisschen zu gucken ob es nicht was interessantes zu fotografieren gibt. Leider war keine Lokomotive in Sicht, also erstmal wieder an den Rhein. In Wanheim gibt es einen Kanuclub und eine schöne Aussichtsterrasse, die einen Blick auf den Rhein ermöglicht. Wirklich nett gemacht.

Während ich ein paar Minuten Pause gemacht habe, zog die Wotan vorbei, ein Tanker, Baujahr 2010. Immerhin 86 Meter lang und 10 Meter breit. Ihm entgegen kam die Wasserschutzpolizei mit ihrem noch recht neuen WSP 12 Boot. Auf der Website der Polizei NRW gibt es sogar eine kleine Story dazu, wenn ihr also mal schauen wollt. HIER LANG

Weiter ging es in Richtung Rheinpark, auf dem Weg dahin bekam ich dann doch noch mein Eisenbahnfoto, eine Lokomotive fuhr in Richtung HKM Werk um dort wohl einen Zug abzuholen. Mittlerweile war auch die Sonne voll da.

Der Rheinpark, auf der Fläche ehemaliger Schwerindustrie, ist zwischen der Brücke der Solidarität und einer Eisenbahnbrücke gelegen. Die Brücke heißt so, weil dort 1987 Arbeitnehmer aus der Stahlindustrie gegen Schließungspläne demonstrierten. Heute ist es friedlich im Park, es war wenig los. Die alten Erzbunker sind noch da und es finden sich, auch im Skaterpark, teils wirklich starke Graffitis. Wer also auf Streetart steht, sollte dort mal vorbeifahren.

Stark und vor allem bunt. Über die Brücke der Solidarität führte der Weg dann weiter nach Hochmeiderich und Richtung Homberg. Die ganze Region ist ja schon von Industrie und vor allem Bergbau geprägt, als altes Ruhrpottkind habe ich mich dann natürlich auch echt gefreut, als ich in Homberg meine erste „Bergmann-Ampel“ gesehen habe. Was sind schon Berliner Ampelmännchen, wenn man Bergleute haben kann. In diesem Sinne „Glückauf“.

So ganz hatte ich meinen Plan Eisenbahnfotos auf dieser Tour zu machen ja noch nicht aufgegeben, also bin ich nach Moers gefahren. Zum einen gibt es dort eine schöne Fotostelle am Abzweig Meerbeck und zu anderen lohnt es immer mal zu gucken, ob auf dem Werksgelände einer Lokomotivenfabrik nicht was spannendes steht.

Am Abzweig Meerbeck habe ich schon öfter fotografiert, man kann dort schön in eine Kurve schauen und es sieht aus, als fahren die Züge direkt auf einen zu. Lange wollte ich nicht bleiben, aber ein bisschen gucken ob was kommt schon.

Ich hatte Glück, eine V160 der NIAG kam als sogenannter Leerzug, also nur die Lokomotive, herangerauscht. Schon beeindruckend irgendwie, obwohl sie in ihrem blaugrün richtig frisch daherkommt, das gute Stück ist Baujahr 1965!. Damals wurde sie an die Bundesbahn ausgeliefert und könnte sicher eine Menge erzählen, wenn sie reden könnte.

In dieser Region kommt man um das Thema Eisenbahn ja sowieso kaum herum, wenn man sie nicht aktiv sieht oder fotografiert, radelt man meist auf ihren ehemaligen Trassen. Mein Plan für den Weg von Moers nach Hüls sollte dann entsprechend wieder auf einer ehemaligen Bahnstrecke verlaufen. Erstmal ging es aber durch Moers in Richtung Bahnhof zurück.

Graftschafter Rad- und Wanderweg heißt der knapp 12 Kilometer lange Weg zwischen Moers und Hüls. Er war mal Teil der Crefelder Eisenbahn und ist jetzt ein wunderschöne Radweg, nur einmal unterbrochen durch die A57.

Auch hier, wie an so vielen Stellen mittlerweile, Blühstreifen zwischen Weg und Feld. Wenn man dort mal ein bisschen näher rangeht, sieht, riecht und hört man das Leben. Es brummt und summt, Pollen fliegen umher und es tut gut, einfach mal einen Moment innezuhalten. Nicht zu lange, sonst wirkt das Allergiemittel nicht mehr 😉

Am Bahnhof der historischen Eisenbahn „Schluff“ vorbei ging es dann nochmal kräftig bergan bis auf den Gipfel des Hülser Berg. Der dortige Johannesturm ist aktuell gesperrt, so das ich mir keine Ausrede einfallen lassen musste, warum ich dort nicht noch eben raufklettere ;). Alles in allem war es eine wirklich schöne Tour. Ich mag es sehr hier an der Grenze zwischen Ruhrpott und Niederrhein zu leben, alles ist so abwechslungsreich und es gibt, auch wenn man hier schon ewig wohnt, immer wieder was zu entdecken.

Natürlich hoffe ich, der kleine Bericht hat Euch ein wenig gefallen, vielleicht sogar zu einer Tour in die Umgebung inspiriert. Wenn ihr Fragen habt, nur keine Scheu. Ich habe auch noch ein kleines Relive Video angehangen, wenn ihr mögt, schaut gern mal rein.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

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