Tour aufs Land – Von Krefeld nach Kaldenkrichen

Hallo zusammen,

nach etlichen Kilometern durch das wunderbare Ruhrgebiet, sollte es jetzt mal wieder durch die Landschaften in Richtung niederländischer Grenze gehen. Anfang März, an einem Sonntag, bin ich also Vormittags los in Richtung Kaldenkrichen gefahren. Wenn ihr mögt nehme ich euch mit, unbezahlt und unbeauftragt natürlich.

Los ging es in Krefeld in Richtung Westen aus der Stadt hinaus, ganz grob in Richtung Kempen. In Unterweiden habe ich dann den Weihnachtsmann entdeckt. Ja, ich war auch überrascht, aber er saß am Wegesrand…einfach so.

In der Distanz tauchten die Gebäude von Gut Heimendahl auf, ich bin allerdings südlich daran vorbei gefahren und hab mich in Richtung der kleine Kirchen Sankt Peter gewandt.

Die Ursprünge der Kapelle liegen, glaubt man örtlichen Überlieferungen und der Wikipedia, bereits im Jahr 900. Heute ist sie ein echtes Kleinod und ich halte dort eigentlich immer kurz an, mache ein paar Minuten Pause, ein Foto oder lasse das Gebäude einfach auf mich wirken. Ich mag es dort sehr.

Ein kurzer Stückchen weiter habe ich die Vorster Straße überquert, mit ihren vielen Bäumen und dem baulich getrennten Radweg macht sie schon was her, finde ich. Ich bin aber nur quer rüber und weiter in Richtung Grefrath geradelt.

Ob Karls Weg hier wirklich offiziell ist? Eher nicht, charmant ist es trotzdem. So ein eigenen Weg zu haben 😉 .

Obwohl ich viel auf dem Rad unterwegs bin, und auch durchaus oft in der Natur, kann ich meine Begegnungen mit freilaufendem Wild an zwei Händen abzählen. Umso mehr habe ich mich gefreut zwischen Kempen und Grefrath auf ein Exemplar gestoßen zu sein. Ich hatte starken Gegenwind, so dass mich das Reh offenbar nicht gewittert hat. Interessiert geschaut hat es aber schon. Ein toller Moment.

Parallel zur Landstraße habe ich dann die Niers überquert. In Grefrath gibt es auch eine Anlage die irgendwas mit der Entwässerung der Felder zu tun hat, in regelmäßigen Abständen strömt Wasser in die Niers. Ansonsten ist der Fluss hier eher träge unterwegs und wird oft von Menschen in Kanus und Schlauchbooten befahren. An diesem Sonntag Morgen allerdings war ich allein auf weiter Flur.

Dann wurde es bergig. Also, na ja…alpin war es nicht, aber es ging den Schlibecker Berg hinauf. Was soll ich machen, der heißt wirklich so. Es geht leicht bergan, von oben hat man auch tatsächlich einen schönen Blick ins „Tal“, auf den Wasserturm in Lobberich.

Der Turm ist rund um 1900 erbaut worden und ist immer noch ein weithin sichtbares Wahrzeichen von Lobberich.

Seit einiger Zeit setzen sich immer mehr „Frische-Automaten“ durch. Grillfleisch, Gemüse oder Eier, frisch vom Erzeuger werden diese Waren dann direkt in die Automaten gepackt. Kurz vor Lobberich steht ein solcher Automat direkt neben dem „Hühnerhotel“ 😉

Wenig später bin ich auf den Bahnradweg eingebogen. Er führt bis nach Kaldenkirchen und ist herrlich zu radeln. Dabei kommt man auch an den Krickenbecker Seen vorbei.

Durchatmen ist angesagt. Am Wochenende ist es da oft richtig voll, als ich so früh unterwegs war, war ich fast allein.

Kurz vor Kaldenkirchen gibt es eine wirklich schöne Fotostelle für Eisenbahnbilder. Die eingleisige Strecke führt dort, aus den Niederlanden kommend, in Richtung Viersen. Aktuell gibt es wohl Baumaßnahmen auf der Strecke Oberhausen, Emmerich, Amsterdam und deshalb fahren mehr Züge aktuell über Venlo. Unter anderem auch der internationale ICE nach Amsterdam. Dieser kam mir dann auch direkt vor die Linse.

Während ich auf den nächsten Zug gewartet habe, habe ich mir nochmal den Einmannbunker aus dem Zweiten Weltkrieg angeschaut, der direkt neben dem Bahnübergang steht. Relikte aus einem vergangenen Krieg, wer hätte gedacht, dass wir uns nochmal mit dem Thema Krieg so nah wie er jetzt ist, werden auseinander setzen müssen?

Einen Zug habe ich noch mitgenommen, dieses Mal ein Güterzug, gezogen von einer Vectron Lokomotive. Das gte Stück ist aus dem Jahr 2020 und gehört der Hamburger Firma boxXpress.

Mein eigentliches Ziel für diese Tour war die Sequoia-Farm in Kaldenkirchen. In dieser Anlage findet man wunderbare Pflanzen, Ruhe und, natürlich, etliche Mammutbäume. Ich war schon einige Mal dort, einmal sogar als Betriebsausflug inklusive einer spannenden Führung.

Als ehemaliger Bibliotheksmensch kann ich selbstverständlich perfekt im Netz recherchieren und bereite solche Touren natürlich akribisch vor….deshalb wusste ich natürlich auch, dass die Farm erst ab April wieder geöffnet hat….NICHT 😉 . Selbst Schuld. Egal, ein Blick hinein habe ich geworfen und dann bin ich weiter gefahren, der nächste sonntägliche Besuch findet dann eben kommenden Monat statt.

Nun ja, eine schöne Tour war es ja trotzdem, und sie ging ja noch weiter. Ganz in der Nähe steht dieses Übungshaus einer Feuerwehrkapelle. Ich habe die Mädels und Jungs noch nie spielen gehört und werde mich hüten irgendetwas daraus zu schlussfolgern dass das Probenhaus so weit ab vom Schuss liegt 😉 .

Auf dem Weg zurück habe ich einen kurzen Stopp an der Wassermühle in Leuth eingelegt. Heute ist das ganze ein Tagungshotel. Lange Zeit lag das Areal brach, jetzt sieht es wieder richtig toll aus.

Von Leuth aus führte mich meine Route nun weiter nach Hinsbeck und dort hinauf zur Stammenmühle. Die Mühle hat seit einiger Zeit restaurierte Flügel und ist wunderschön anzusehen. Über die gewundene Straße bin ich hinauf geradelt, wieder kein echter Berg, aber ein schöner Anstieg.

Der Radweg von der Mühle nach Grefrath ist ein Traum. Man fährt bis in die Grefrather Mitte bergab und rollt quasi bis vors Eiscafé 😉 . Ich bin dann noch ein Stück weiter gefahren und habe Pause am Flugplatz gemacht. Viel los war nicht, aber immerhin konnte ich einem Motorsegler beim Start zuschauen.

Von Grefrath nach Kempen führt, ihr ahnt es vielleicht, ein Bahnradweg. Die ehemalige Trasse ist gut zu fahren und ab und an findet man Relikte der ehemaligen Strecke an den Rändern des Radweges.

Auf dem Hinweg habe ich das Gut Heimendahl aus der Ferne gesehen, auf dem Rückweg bin ich direkt dran vorbei gefahren. Das Hoftor ist schon ganz ansehnlich, wer sich zudem für niedliche Tiere begeistern kann, ist dort auch gut aufgehoben.

Apropos Tiere, auf meinem weiteren Weg zurück nach Krefeld bin ich auch am Stimmeshof vorbeigeradelt. Dort ist das Thema „Pferd“ ein ganz großes Ding. Der Hof ist eine Pferdepension und warnt hier eindrucksvoll die Autofahrenden.

Die letzten Kilometer waren dann ein Klacks. Über die Kempener Allee bis in die City hinein.

Das interessant fand ich die „KRuiser“ Rudelbildung. Die Stadtwerke in Krefeld bieten für kleines Geld Elektroroller an. Einmal in einer App registriert kann man diese flotten Flitzer mieten und durch die Stadt düsen. Eigentlich sind sie über die ganze Stadt verteilt. Meine Tour fand aber kurz nach dem Relaunch nach der Winterpause statt. Und so standen einige von den Teilen noch gemütlich im Rudel zusammen.

Das soll es dann auch schon wieder gewesen sein, wie immer hoffe ich, euch haben die Einblicke gefallen. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit, ich hab für Euch noch einen kleinen Relive Clip.

Bleibt gesund und munter, fahrt immer vorsichtig, schaut dass ihr anderen Menschen was Gutes tun könnt und achtet auf Euch, bis zum nächsten Mal…

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

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