Tönisberg, Wachtendonk, Grefrath – die Mühle, die Kelten und das Schaf

Hi zusammen,

es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Tourbericht. Dieses Mal bin ich in unserer Region geblieben, knappe 60 Kilometer sind es am Ende geworden. Los ging es in Krefeld Mitte, erstes Ziel war das Hülser Bruch, ein wunderbares Naturschutzgebiet im Norden der Stadt. Vorbei am Nordbahnhof, in normalen Zeiten eine Haltestelle für die historische Eisenbahn in Krefeld, welche auch in Richtung Hülser Bruch fährt. Dank Corona hält am Nordbahnhof aktuell aber nur dieser Zug.

Na ja, ich war ja eh mit dem Rad unterwegs. In wenigen Minuten ist man im Wald und zwischen Feldern. Schon die Straße Langendyk mit ihren Bäumen am Rand ist wunderbar zu fahren.

Es ist einfach herrlich zu sehen, dass mittlerweile irgendwie alles blüht und summt und brummt. Zwischen den Feldern gibt es immer mehr Blühstreifen. Und Sonnenblumen sind auch dabei, die gehen, optisch, sowieso immer. Ich finde das wirklich toll an diesen großen Blumen vorbei zu radeln.

Wenn ihr mal in der Gegend seid, achtet auch auf die Seidenraupen. Keine Angst, nicht diese Eichenprozessionspinner-Viecher, sondern die Läufer. Läufer? Jap, überall im Hülser Bruch findet ihr Hinweistafeln auf die Seidenraupen, eine Vereinigung von Laufenden in Krefeld, die auch den SeidenraupenCross ins Leben gerufen haben. Also, wenn ihr da Ambitionen habt, ruhig mal HIER oder HIER klicken 😉

Mein nächstes Ziel sollte Tönisberg sein. Dort gibt es eine, von nur vier, Kastenbockwindmühlen am Niederrhein. Mein Weg führte über Radwege und durch Felder, vorbei an schönen Höfen und es gab kaum Autoverkehr. Ideal zum radeln. Dazu kam ein angenehmes Klima, wenn es auch ein bisschen weniger windig hätte sein dürfen. Aber, irgendwas ist ja immer.

Bevor es bergan zu Mühle ging, habe ich noch einen kurzen Stopp an einer kleinen Marienkapelle gemacht. Sie sieht noch so neu aus, dass ich ein wenig recherchiert habe und die schöne Geschichte der Familie Hoenen gefunden habe. Sie haben die Kapelle errichtet, geweiht wurde sie 2005 und liegt jetzt gegenüber dem Fenster von Erika Hoenen, die sich immer gewünscht hat, auf eine Marienkapelle zu schauen. Wunderbar.

So, jetzt aber rauf zur Mühle. Ein kurzer, knackiger Anstieg und man ist oben. Die Mühle stammt aus dem 17. Jahrhundert, ist aber mehrfach renoviert und neu aufgebaut worden. Aktuell ist sie, neben dem Förderturm der dortigen Zeche, ein Wahrzeichen Tönisbergs. Gleichzeitig auch ein beliebter Rastplatz für Radler, ein Tisch und Bänke stehen dort zur Verfügung.

Vom Mühlenberg ging es dann vorbei am ehemaligen Bergwerk in Richtung Wartsberg auf der anderen Seite der A40. Mit einer Brücke quert man die Autobahn und hat, je nach Wetter, einen Blick bis hinein ins Ruhrgebiet. Jetzt wohne ich schon so lange in der Gegend, aber über diese Brücke bin ich letzte Woche zum ersten Mal geradelt.

Der Weg führte über die Dorfstraße weiter. Und genauso fühlt sich diese Straße auch an, ein langer Weg zwischen schönen Häuschen vorbei, so ganz anders als in der Stadt. Hinter den Häuser erstreckten sich Gärten und dann weite Felder, eben dörflicher Charakter. Umso beeindruckter war ich dann von der Kirche in Stenden, die recht wuchtig daherkommt. Die Pfarrkirche Sankt Thomas stammt von 1900 und sollte sogar noch größer werden.

Obwohl der Ort so klein ist, so eine große Kirche? Auf den Seiten der Pfarrei Dionysius aus Kerken, zu der die Kirche gehört, findet man die Lösung. Man ging von einer Erweiterung der Schachtanlagen in den Nähe und einer Bergarbeitersiedlung aus. Als der Schacht dann geschlossen wurde, blieb die Kirche so wie sie ist.

Und auch wenn ich sicher nicht jeden Sonntag in die Kirche gehe und meine Messdienerzeit lange zurückliegt, eine Kerze für Menschen zu entzünden, die mir wichtig sind, das mache ich dann schon noch recht häufig, wenn ich auf meinen Touren an einer Kirche halt mache. Schaden kann es auf keinen Fall.

Wachtendonk hieß das nächste Ziel. Als ich noch in Grefrath gewohnt habe, eine regelmäßige Etappe bei Radtouren, heute eher seltener auf der Route. Ich bin auf direktem Weg, an der L140 entlang, gefahren. Das ist sicherlich nicht das ruhigste und schönste Stückchen der Tour, aber der Radweg ist relativ wurzelarm und man kommt gut voran, auch wenn die Autos und LKWs dann schon ab und an nerven.

Wachtendonk ist auch irgendwie immer einen Besuch wert. Das kleine Örtchen hat ein schönes Rathaus, im Stadtkern Gassen und wird von der Niers durchflossen. Hier starten auch viele Kanutouren und das Naherholungsgebiet Wankumer Heide ist ganz in der Nähe. Also, dort mal eine Rast einzulegen lohnt sich.

Nächster Halt. Grefrath. Auf der Anfahrt geht es wieder über Felder und zwischen Bauernhöfen vorbei. Die ein oder andere Kuh wird passiert und auch die A40 erneut gequert, dieses Mal allerdings geht es unter der Autobahn hindurch. Apropos hindurch. Es war gut, dass es ein warmer Tag war, es gab kurz vor Grefrath nämlich extra einen Duschbogen für Radler und Fußgänger. Es war sicher so nicht geplant, aber der Schlauch, der hier in hohem Bogen über die Straße geführt wurde und einen Sprenger speiste, war nicht so ganz dicht und so gab es eine schöne Dusche bei der Durchfahrt 😉 .

Unterwegs konnte man Leckereien für Bienen kaufen und sich das Freilichtmuseum Dorenburg anschauen. Beides habe ich dieses Mal ausgelassen. Auch Grefrath hat einen netten Stadtkern und auch das Gastronomieangebot ist reichhaltig, bietet sich also auch für eine Pause durchaus an.

Eine Touristenattraktion ist sicher auch das Eisstadion mit seinem Außenring. Vielleicht nicht zur aktuellen Jahreszeit, aber im Weinter, und ohne Coronapandemie, ist es dort immer recht voll. Die Verbindung zum Eissport geht denn auch so weit, dass man am Ortsausgang auf eine Plastik eines Eiskunstlaufpaares stößt.

Ein Stückchen über den Bahnradweg, die alte Trasse zwischen Kaldenkirchen und Kempen, eine ÖPNV Verbindung, die heute durchaus fehlt, ging es dann in Richtung Kempen. Viel Grün, Bäume, die ein oder andere Kuh…

…und dann ein keltisches Steinlabyrinth. Erwartet man vielleicht nicht unbedingt am Niederrhein, ist aber zwischen Grefrath und Kempen in einer Wiese ausgelegt. Folgt man dem Labyrinth, soll das gut für Körper und Geist sein. Auf den Steinen des Weges liegen immer mal wieder kleine Gegenstände. Wenn man sich dort ein wenig Zeit lässt, gibt es viel zu entdecken. Ein durchaus spannender Abstecher auf dem Weg zurück nach Krefeld.

An Gut Heimendahl vorbei zu radeln ohne ein Bild vom Hoftor zu machen geht ja fast nicht. Das habe ich natürlich auch bei dieser Tour wieder getan. Es ist einfach ein wirklich fotogenes Gebäude. Neugierig beäugt wurde ich dabei durch das ein oder andere Schaf. Die gutmütigen Tiere standen auf einer Weide und blökten was das Zeug hielt, die Menschen auf den Fahrrädern die dort vorbeifuhren schienen interessant zu sein ;).

Der restliche Weg war dann recht ereignislos und deckte sich mit meinem früheren Arbeitsweg. Damals meist in Eile, konnte ich jetzt gemütlich die alte Kempener Landstrasse unter die Reifen nehmen und in Richtung Krefeld fahren. Ob es dieses Schild in der Straßenverkehrsordnung wirklich gibt? Keine Ahnung, wenn man nicht von den Vierbeinern umgerannt werden will, sollte man aber ein bisschen auf sie acht geben….

Und dann war die schöne Tour durch die Region auch schon wieder zu Ende. Ich habe Euch noch einen Relive Clip angehangen und hoffe, Euch hat es gefallen. Wenn Fragen auftauchen, immer her damit.

Euer Martin

 

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