Viel Natur, verrückte Käfer und die Fahrt durch das Wasser

Hallo zusammen,

so langsam aber sicher beginne ich mich zu verlieben. In die belgische Provinz Limburg. Dort wurde vor Jahren das Radweg-Knotenpunktsystem erfunden, es gibt über 2000 Kilometer Radwege und die Region nennt sich selbst „Radlerparadies Limburg“. Zwei große Projekte unterstreichen diesen Anspruch. Vor einiger Zeit habe ich schon das „Radeln in den Bäumen“ ausprobiert, jetzt sollte es durch das Wasser gehen. Als Startpunkt hatte ich mir die Stadt Hasselt ausgesucht. Sie ist die Hauptstadt der Provinz und verkehrstechnisch gut angebunden. Ach ja, natürlich ist auch dieser Beitrag nicht beauftragt oder gar bezahlt worden. In Hasselt ging es also dann im japanischen Garten los, allerdings ist dieser zur Zeit eher eine Baustelle, also nicht so richtig hübsch. Das erste Ziel war der Albert-Kanal, welcher Lüttich mit Antwerpen verbindet. Dazu ging es ein Stückchen am Fluss Demer entlang.

Im Innenstadtbereich fand ich dann diese Fahrradstraße und, anders bei uns, halten sich die Autofahrer tatsächlich daran und bedrängen die Radler nicht. Das radeln auf diesem Abschnitt war purer Luxus, aber auch sonst, also den ganz normalen Straßen, hatte ich als Radfahrer das Gefühl gleichberechtigter Partner zu sein. Schön.

Als ich die Tour geplant habe, sagte die Wettervorhersage 25 Grad und Sonne voraus, zu Beginn waren es dann etwa 12 Grad und Nieselregen ;). Aber, mit der Aussicht auf Besserung ging es dann an den Kanal. Am Gefängnis vorbei ging es dann in Richtung Westen auf einen schönen, breiten Weg am Kanal entlang. Der Kanal wurde 1939 fertig und ist eine wichtige Verbindung für die Binnenschifffahrt.

Bei Stokrooie habe ich dann den Kanal überquert, die Brücke ist wohl erst Mitte des Jahres fertig geworden. Es gab an dieser Stelle eine Bogenbrücke, die ist aber im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, dann konnte man den Kanal lange über eine Behelfsbrücke queren und jetzt eben mit dieser neuen Brücke.

Beim Blick auf die Karte habe ich gesehen, dass die Rennstrecke Zolder auch nicht weit weg ist, also habe ich das spontan in meine Tour eingebaut. Ich hatte Glück, es fand gerade ein Lauf des VW Fun Cup statt, eine Rennserie, bei der Gitterrohrrahmenfahrzeuge mit einer VW Käfer Silhouette um die Wette fahren.

Der Eintritt war frei und die Stimmung ziemlich gut. Ich hab mich mit einigen Zuschauerinnen und Zuschauern unterhalten, die Rennen finden in Belgien, Frankreich und den Niederlanden statt, Highlight ist das 25 Stunden Rennen in Spa. Das Rennen hier in Zolder ging über 8 Stunden.

Auf jeden Fall eine nette Überraschung. Nach einiger Zeit konnte ich mich dann aber doch losreißen und mich wieder in den Sattel schwingen. Es ging noch ein bisschen neben der Rennstrecke her und dann in Richtung Zonhoven und dem Gebiet De Wijers, welches auch das „Gebiet der 1001 Teiche“ genannt wird. Vorbei an einem Modell an einer Kreuzung wurde es zunehmend ländlicher.

In Zonhoven steht ein Aussichtsturm, der einen ersten Blick über das Gelände ermöglicht. Alles sehr schön in die Natur und die Teichlandschaft eingefasst. Der Blick ist wirklich schön.

Auf herrlichen Wegen, mal breiter, mal enger, immer mit vielen Bäumen und Blick auf die unzähligen Seen und kleinen Flußläufe ging es dann weiter. Eine wirklich traumhaft schöne Gegend ist das da.

Nach dem radeln durch die tolle Seenlandschaft habe ich eine kurze Pause an der Sint-Lambertuskerk eingelegt, eine schöne Kirche direkt an einer Straßenkreuzug. Immer wieder faszinierend, wie die hektische Welt draußen bleibt, wenn man eine Kirchentür hinter sich zuzieht.

Nach der kurzen Rast ging es dann weiter in Richtung Highlight der Tour, das „Fietsen door het water“, ein Radweg mitten durch einen See. Die Anfahrt dorthin ist schon traumhaft schön, Waldwege, asphaltierte Wege unter Bäumen hindurch und immer mal wieder ein See rechts oder links.

Und dann geht der Weg scharf rechts ab und führt durch den See Vijver Cox hindurch. Man radelt ein Stück bergab und ist dann mit dem Kopf auf Wasserhöhe unterwegs. Ein faszinierendes Erlebnis.

Weiter ging die Tour in Richtung Süden, wieder zurück zum Albert-Kanal. Dort angekommen bin ich noch ein wenig nach Osten zu einer Schleuse gefahren und habe den Kanal dort überquert und war dann wieder auf der „richtigen“ Seite.

Durch ein Wohngebiet ging es dann langsam aber sicher wieder zurück nach Hasselt. Komische Namen für Hotels haben die hier 😉

Um wieder zum Kanal zu kommen, musste ich einen Deich hinauf klettern, fahren ging nicht, witzig finde ich aber, dass man, zumindest oben, ein Schild aufgestellt hat, dass man dann doch besser absteigen sollte, bevor man hinunter fährt. Sicher keine schlechte Idee…

Zurück ging es dann wieder parallel zum Kanal. Alles in allem eine wunderbare Tour, am Anfang ein paar wenige Tropfen Regen, ansonsten war es wirklich richtig toll. Die ganze Region Limburg kann ich nur empfehlen, soviel Natur, soviel spannende Dinge zu entdecken. Ein Besuch dort lohnt wirklich.

Wie immer habe ich noch einen Relive Clip für Euch und hoffe, auch wie immer, Euch hat der Beitrag gefallen, vielleicht ist ja die ein oder andere Idee zur Nachahmung angeraten, ich hatte auf jeden Fall viel Spaß.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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