„Es ist doch nur ein Flugzeug!“
Ein Bekannter hat mit diesem Satz den Nagel eigentlich genau auf den Kopf getroffen. Das, was mich da in der vergangenen Woche zweimal am frühen Morgen an den Düsseldorf Flughafen gezogen hat, ist in der Tat „nur ein Flugzeug“. Oder?
Damit „Hallo zusammen“ beim aktuellen Blogbeitrag rund um den Abschied eines Flugzeuges, welches dann am Ende des Tages doch irgendwie mehr ist, als die Summe seiner Teile. Es geht, unbezahlt und unbeauftragt, um den Airbus A340-600 der Lufthansa.

Eigentlich war das Flugzeug rund um Corona schon mal totgesagt, bis zur 747-8 war der Airbus das längste Flugzeuge der Welt, gute 75 Meter lang. Man war sich sicher, wir kriegen den Jet nicht mehr voll. Und dann kam der Flugverkehr nach der Pandemie wieder so richtig in Schwung und da die -600 eine erste Klasse hatte und verfügbar war, war der Flieger auf einmal wieder da.

Irgendwas hat das Flugzeug. Ob es die Eleganz ist, der Superlativ der Länge? Ob es die legendären Toiletten im Frachtraum sind oder das Gefühl, das Flugzeug hört nicht auf, wenn man durchläuft? Keine Ahnung, aber ein Airbus A340-600 sorgte immer für einen zweiten oder dritten Blick. Wenn er sich langsam von Boden erhob, oder über das Vorfeld gerollt ist, man hat ihm nachgeschaut.

Damit ist jetzt bei der Lufthansa Schluss. Noch vier Flugzeuge sind in der Flotte, bis zum 26. Oktober 2026 standen alle vier in Düsseldorf, nachdem sie in der Woche davor aus Frankfurt überführt worden waren. Bei diesen Flügen von der Heimatbasis zu uns an den Rhein sind auch die Fotos entstanden. Montag und Dienstag war ich vor der Arbeit am Platz und habe jeweils einen der Flieger bei der Ankunft fotografiert.
Die „Hotel Whiskey“, also die D-AIHW, die ich Dienstag Morgen vor der Linse hatte, hatte wenige Stunden zuvor den letzten Passagierflug durchgeführt. Schon ein gutes Stück Geschichte.

Der Flieger ist eben doch mehr als irgendein Flugzeug. Pascal von AeroNewsGermany beschreibt das in seinem Video zum letzten Flug ganz gut, schaut da auf jeden Fall mal rein.
Für uns Düsseldorfer bot sich die Chance, alle vier Flugzeuge nochmal zu sehen. Es wurden und werden Teile, die für die restliche A340 Flotte oder für einen Verkauf noch genutzt werden können, ausgebaut und dann gehen die Flieger nach Spanien auf einen Flugzeugfriedhof und werden eingelagert. Ob sie jemals wieder fliegen werden? Wahrscheinlich nicht. Und so endet nach gut 23 Jahren eine Ära bei der Lufthansa. Vielleicht bewegt es mich auch deshalb ein wenig, weil ich die Entwicklung miterlebt habe, irgendwie ist das der erste Jet, den ich von der Einflottung bis zur Ausflottung live erlebt habe 😉 . Man wird halt auch nicht jünger.

Und so soll es es dann auch mit diesem Blogbeitrag zum A340-600 in Düsseldorf gewesen sein. Wer Glück hat erwischt vielleicht noch einen der verbleibenden drei, bevor sie nach Spanien gehen.
Wie sieht es bei Euch aus, habt ihr Erfahrungen mit der -600, ist sie für Euch auch mehr als „einfach ein Flugzeug“, oder seid ihr bei solchen Dingen emotionslos?
Gebt Acht auf euch und seid nett zu Euren Mitmenschen, bleibt gesund und munter und hier folgt bald der nächste Beitrag. Aktuell bereite ich einen ziemlich großen Beitrag rund um das Thema „Feuerwehr“ vor, also, bleibt mir gewogen und habt eine gute Zeit.
Euer Martin
Zu meinen FRA-Zeiten hat mich die 340-600 beim Spotten eigentlich immer geärgert, weil sie im Vergleich zu anderen Flugzeugen so blöd zu fotografieren war. Heute, als der Pilot beim Start zum finalen Flug in DUS einen Wingwave machte, war da aber dann doch ein sehr großes Bedauern zu spüren. Ein schöner Flieger gehört bald endgültig der Vergangenheit an, schade!
Die A346 ist fü rmich wirklich etwas ganz Besonderes. Als Kind gab sie mir den „Wow“-Effekt und ich habe sie oft live in MUC vom Besucherhügel bestaunt. 3 Mal durfte ich dann selbst mit ihr fliegen und ich habe jeden Flug genossen. Tja, time flies…Was bleibt sind Modelle und hoffentlich Museumsexponat(e).