Hallo zusammen,
kennt ihr das Sprichwort „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“? Mein Samstag passt genau in dieses Sprichwort. Ursprünglich wollte ich an die niederländische Küste, dann nach Rheinhausen und gelandet bin ich am Ende in der Eifel. Aber, unbezahlt und unbeauftragt, der Reihe nach 😉 .
Eigentlich wollte ich in den Niederlanden auf einer Veranstaltung fotografieren, die Wettervorhersage war aber alles andere als gut. Meine Alternative war ein Sonderzug, der via Krefeld Uerdingen nach Koblenz unterwegs sein sollte, gezogen von einer Dampflokomotive. Rheinhausen war meine erste Idee für einen Fotostandort, aber irgendwie passte das mit dem Licht nicht so wirklich. Also habe ich mich in Strümp positioniert und schon mal, ein, zwei Züge und Lokomotiven fotografiert, bevor dann die Dampflokomotive kommen sollte.


Die Dampflokomotive ist eine T18. Die 78 468 wurde 1923 gebaut und war lange in NRW unterwegs, zuletzt in Hamburg. Seit den 1960ern ausgemustert, führt sich, nach viel reingesteckter Arbeit jetzt wieder Sonderfahrten, wie diese, durch. Ihr größter Vorteil damals, macht es für mich als Fotografen heute schwieriger – sie kann rückwärts genauso schnell fahren wie vorwärts. 100 km/h Höchstgeschwindigkeit sind es.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber irgendwie wirken Dampflokomotiven auf Bildern nicht so schnittig und attraktiv, wenn sie „Tender voraus“, also rückwärts fahren. Bei dem tollen Licht, hätte ich mir gewünscht, die Lok hätte den Zug andersherum gezogen 😉 . Nun ja.

Irgendwie doch ein bisschen unbefriedigend, na ja. Um mich herum standen noch ein, zwei andere Eisenbahnfans. Es wurde fotografiert und gefilmt und wir kamen ins Gespräch. Dabei erzählten mir die Jungs von ihrem Plan, jetzt noch nach Brohl zu fahren, da dort eine Dampflokomotive aus der Schweiz zu Gast sei und die Steilstrecke nach Engeln befahren würde. Klang super, also habe ich noch kurz was gegessen und mich ebenfalls auf den Weg in die Eifel gemacht. Das lohnt sich ja eigentlich eh immer, schon rein landschaftlich.


Die Brohltalbahn ist heute eine knapp 18 Kilometer lange Schmalspureisenbahn-Strecke und führt vom Brohl am Rhein bis hinauf in die Eifel in das Örtchen Engeln. Dabei werden etliche Höhenmeter überwunden und immer mal wieder kommt auf dieser Strecke die eigene Dampflok zum Einsatz.

Die Lok 11sm ist Baujahr 1906 und war nach ihrer Ausmusterung lange nicht betriebsfähig. Durch viel Engagement, Spenden und Arbeit ist sie seit 2015 wieder auf den Gleisen ihrer Heimatstrecke unterwegs.

Die Lokomotive ist regelmäßig auf der Strecke zu sehen und ich kann euch eine Mitfahrt nur empfehlen, das Gefühl ist einfach sehr besonders, zumal bei der traumhaften Aussicht während der Fahrt hinauf in die Eifel.



Das Highlight, neben dieser wunderschönen Lok, war aber die Dampflokomotive HG 3/3 Nummer 1068 aus der Schweiz. Baujahr 1926 und lange als Museumslok vor dem Bahnhof von Meiringen ausgestellt, ist sie aktuell wieder auf ihrer ehemaligen Stammstrecke, der Brünigbahn unterwegs. Mittels Tieflader kam sie anlässlich der 125 Jahrfeier der Brohltalbahn vorletztes Wochenende nach Deutschland.

In Brenk, einem Bedarfshalt vor der Haltestelle Engeln, habe ich diese schöne Lokomotive fotografieren können, als sie vom Brohl aus den Berg hinaufkam.

Brenk wird übrigens, neben den touristischen Fahrten, wegen des nahen Steinbruchs auch noch von Güterverkehr auf der Brohltalbahn angefahren.

Ein echtes Highlight war dann das Treffen der beiden Lokomotiven. Beide Besatzungen rangierten die Lokomotiven nebeneinander und am Ende gab es sogar noch ein Gruppenfoto. Dafür und für den Umgang der Fotografinnen und Fotografen untereinander – vielen Dank. Das ist alles nicht so selbstverständlich, wie ich es jetzt erlebt habe. So war es einfach ein toller Moment.










Nach dieser tollen Aktion dampfte die eine Lok ins Tal, während die andere hinauf bis Engeln fuhr. Ein wirklich schöner Nachmittag mit viel Sonne, tollen Lokomotiven und vielen netten Menschen.


Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß mit den Bildern, ich wünsche euch eine gute Zeit und bleibt mir gewogen, gesund und nett zu euren Mitmenschen.
Euer Martin