Hallo zusammen,
ich habe mal wieder eine Radtour gemacht und möchte euch mitnehmen, wenn ihr mögt. Im Rahmen des Stadtradelns, welches zur Zeit bei uns in Krefeld stattfindet, wollte ich ein paar Kilometer sammeln und bin einfach mal losgefahren.
Wenn ich hier in der Region, gefühlt ohne Ziel, losfahre, lande ich am Ende meist an irgendeinem Flughafen 😉 . Ich kann da nix für, irgendwie zieht es mich da hin. Das war dieses Mal auch so, der Flughafen Düsseldorf wurde das Ziel. Das ich dort dann Zeuge eines ganz besonderen Ereignisses wurde, konnte ich beim Start allerdings noch nicht ahnen.
Los ging es direkt vor der Haustür in Krefeld. Im Rahmen des Stadtjubiläums im letzten Jahr wurden in Krefeld einige spektakuläre Streetarts, Wandbilder und Murals geschaffen. Direkt neben der Mediothek findet sich zum Beispiel dieses tolle Werk von Jabi Corte. Mehr Standorte findet ihr HIER, es lohnt sich echt, die mal abzufahren.

Überhaupt wird Krefeld kontinuierlich attraktiver, finde ich. Viele Bauprojekte kommen voran und auch in Sachen Kultur tut sich einiges. Im Rahmen des Stärkungspaketes für die Innenstadt, gibt es dort, neben vielen anderen Aktionen, auch Blumenkübel an den Laternen. Gefällt mir wirklich sehr.

Immer wieder lese ich, in Krefeld sei es unmöglich mit dem Rad zu fahren. Nun ja, ich beweise ja seit Jahren das Gegenteil und auch bei dieser Tour hat es wieder gut geklappt. Für mich ging es in Richtung Fischeln und dann weiter nach Strümp.

Es ist mein „klassischer“ Weg, wenn ich zum Flughafen fahre, durch Strümp hindurch und dann weiter in Richtung Rhein.

Direkt hinter der Rheinbrücke liegt dann der Lantz’scher Park. Zum einen ein wirklich schöner Park, zum anderen aber auch immer wieder eine Open-Air-Kunstausstellung. Ich fahre dort ja recht häufig durch, es gibt immer wieder andere Kunstwerke zu sehen. Ob der weiße Tiger jetzt Kunst ist, oder von einer Party übriggeblieben ist? Keine Ahnung 😉 .


Am Flughafen angekommen habe ich mich mit einigen Fotografen vor Ort unterhalten, ein Highlight kündigte sich an. Vor einiger Zeit hat die Condor ihre Boeing 767 in den Ruhestand verabschiedet. Die Airline baut ihre Langstreckenflotte um und setzt in Zukunft auf den modernen Airbus A330neo. Die Boeing 767 war lange Zeit das Rückgrat der Langstreckenfliegerei bei Condor und viele Emotionen hängen an dem Muster.

Ihren letzten Flug mit Passagieren führte eine Boeing 767 im Auftrag der Condor vor einigen Wochen durch. Damals ging es von Havanna nach Frankfurt. Der HR hat dazu einen schönen Beitrag gedreht, schaut mal hier:
Danach stand die Maschine einige Zeit in Düsseldorf, letzte Arbeiten wurden noch erledigt und jetzt sollte sie ihren letzten Flug in Condor-Farben in die USA antreten. Dort wird sie zu einem Frachter umgebaut und fliegt wohl bald für UPS. Diesen letzten Start wollten natürlich einige Flugzeugfans vor Ort erleben und fotografieren. Erst hieß es, es sollte um 10 Uhr losgehen, dann irgendwann war 15 Uhr als Gerücht in der Luft. Bis dahin habe ich mich nett unterhalten und ein bisschen den normalen Verkehr in Düsseldorf mitgenommen.

Nochmal zu Condor. Vor einiger Zeit hat die Airline ihr Design geändert. Streifen sind aktuell DAS Ding. Die bunten Flugzeuge sollen Lust auf Urlaub machen und meiner Meinung nach klappt das ganz gut. Auf den Flughäfen der Welt fallen die „Ringelsocken“ auf jeden Fall auf.

Manchen Leute haben eine noch bessere Fotoposition als ich 😉

Der tägliche Airbus A380 machte sich auf den Weg nach Dubai und dann sollte es langsam losgehen.

„Es wird einen Low Pass geben!“ hieß es auf einmal. Das bedeutet, das Flugzeug würde im Tiefflug über den Platz fliegen. Das wäre natürlich ein tolles Bild, aber ob es stimmt? Auf jeden Fall blinkten dann die Lampen auf dem Rumpfrücken und die 767 wurde aus ihrer Parkposition gedrückt. Eskortiert von „Follow Me“ Fahrzeugen ging es dann zur Startbahn.


Pünktlich zum Start fing es an zu regnen. „Der Himmel weint.“ sagte jemand neben mir. Der Start verlief normal und damit endet ein Stück Luftfahrtgeschichte.

Aber wie war das jetzt mit dem tiefen Überflug zur Verabschiedung? Alle warteten gespannt, ob das Flugzeug nochmal zurück kommen würde. Auf den gängigen Apps wurde die Flughöhe im Auge behalten und der Kurs. Und dann wurde klar – die Crew kehrt zurück.

Das sah schon spannend aus. Der Anflug war tiefer als er es bei einer normalen Landung ist, dazu das eingezogene Fahrwerk, schon eindrucksvoll. Zum Abschluss wurde nochmal mit den Tragflächen gewackelt, der typische Fliegergruß, und dann ging es auf die letzte Reise über den großen Teich.



Pünktlich nach dem Überflug hörte dann auch der Regen wieder auf 😉 und ich habe mich auf den Heimweg gemacht. Mein Weg führte mich nach Kaiserswerth und zur dortigen Fähre. Mit der „Michaela 2“ ging es dann wieder über den Rhein.



Bei schönstem Sonnenschein fiel der Blick während der „Mini-Kreuzfahrt“ zurück auf Kaiserswerth, bevor ich dann weiter in Richtung Krefeld geradelt bin.

Am Deich entlang fahrend bot der Himmel zwischendurch tolle Wolkenformationen. Ich bin aber tatsächlich trockenen Rades nach Hause gekommen.


An der Burg Linn vorbei, untrügliches Zeichen der Heimat, habe ich die letzten Kilometer geradelt und war dann nach knappen 55 Kilometern wieder zu Hause.


Schön war es. Wie immer hoffe ich, es hat euch gefallen. Bis zum nächsten Mal,
Euer Martin