Flugzeug, Fahrrad, Flugforensik – ein langes Wochenende in Berlin

Hallo zusammen,

ich hatte es ja unlängst versprochen, ich wollte wieder öfter in die Tasten hauen und bloggen. So richtig hat sich meine Frequenz noch nicht erhöht, aber heute gibt es mal wieder Nachschub. Ich war für ein langes Wochenende in Berlin um die Liveaufzeichnung eines Podcastes zu besuchen. In diesen Tagen gab es einiges zu sehen, Schwerpunkt war definitiv das Thema „Fliegerei“, aber, und darüber freue ich mich sehr, ich habe es auch aufs Rad geschafft. Also, dieser Beitrag hier ist, anders als die meisten anderen, nicht NUR eine Radtourbeschreibung, sondern auch ein bisschen „Flugzeug drumherum“. Ich hoffe, ihr bleibt trotzdem dabei, der Beitrag ist, und da bleibe ich mir dann treu, weder beauftragt, noch bezahlt.

Der Beitrag ist außerdem ziemlich umfangreich, wenn ihr nicht alles lesen wollt, oder mal schnell wohin springen möchtet, ich hab euch ein klickbares Inhaltsverzeichnis dazu gepackt, schaut mal hier:

 

Flugforensik live

Vor einiger Zeit wurde mir von einem Kollegen der Podcast „Flugforensik“ empfohlen. Wer hier schon länger mitliest, weiß ja, die Luftfahrt und die Fliegerei interessieren mich sehr. Beim Podcast „Flugforensik“ widmen sich Journalist Benjamin Denes und Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth in jeder Folge einem Absturz oder einem schweren Zwischenfall in der Luftfahrt. Dabei kommen neben den beiden Hosts auch immer wieder Augen- und Zeitzeugen,sowie Expertinnen und Experten zu Wort. Das Ganze ist immer informativ, immer spannend, immer empathisch – aber nie reißerisch oder senstaionslüstern. Wenn ihr mal reinhören mögt, hier geht es zur Webseite flugforensik.de.

Langer Rede kurzer Sinn, am 25. Mai, einem Samstagabend, sollte es im Tempodrom in Berlin die erste „Live-Ausgabe“ einer Flugforensik-Folge geben. Also habe ich mir ein Ticket besorgt und dank toller Kolleginnen und Kollegen, die meine Dienste am Freitag übernommen haben, konnte ich am 24. Mai früh in Richtung Osten aufbrechen.

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Ich bin über die Autobahn A2 gefahren und habe mir an der ehemaligen innerdeutschen Grenze mal etwas Zeit für die dortige Gedenkstätte genommen.

Die Grenzübergangsstelle Marienborn war von 1945 bis 1990 die größte und wichtigste Grenze zwischen der BRD und der DDR. Auf dem Gelände stehen noch die originalen Gebäude und es gibt viele Erklärtafeln und eine größere Ausstellung.

Die Atmosphäre würde ich am ehesten mit „bedrückend“ beschreiben. Die Einblicke in ein perfides System sind sowohl faszinierend, als auch erschreckend. Mir wurde an diesem Ort mal wieder sehr deutlich, was es für ein Geschenk ist, dass wir hier in Deutschland schon so lange im Frieden und in einem demokraischen System leben.

Wir sollten uns sehr dafür einsetzen, dass das auch so bleibt. Wenn ihr mal in Richtung Berlin fahrt, legt in Marienborn ruhig mal einen Stopp ein, es macht was mit euch. Der Vorteil ist, direkt daneben ist eine Raststätte, da gelingt der Sprung aus den Fängen der Vergangenheit ins Jetzt sehr einfach.

Militärhistorisches Museum Flugplatz Berlin-Gatow

Apropos Vergangenheit. Trotz des Besuches der Gedenkstätte und etlichen kleineren und größeren Staus war ich recht zeitig in Berlin. Mit etwas Zeit im Gepäck bin ich dann noch zum Flugplatz in Gatow gefahren. Der Flugbetrieb dort wurde Mitte der 1990er eingestellt und heute beherbergt er einen Teil des Militärhistorischen Museums. Naheliegenderweise den Teil, in dem es um die Luftfahrt und die Luftkriegsführung geht.

Ein Besuch dort lohnt immer, es gibt sowohl auf dem Außengelände, als auch in der großen Halle immer etwas zu entdecken. Beim letzten Mal als ich dort war, gab es auch noch eine tolle Sonderausstellung im Towergebäude, dieses Mal leider nicht, eine neue wurde gerade vorbereitet.

Die Exponate an der freien Luft leiden tatsächlich ziemlich, da wird bei vielen mal wieder eine frische Lackierung fällig, in der Halle wirken die Flieger so, als könnte man sie in wenigen Minuten starten.

Neben Flugzeugen gibt es auch viele Radargeräte und Luftabwehrraketen und -kanonen zu sehen, etwa das Patriot-System.

Nachdem ich dann meinen Krempel ins Hotel gebracht hatte, bin ich mit dem ÖPNV, dem Deutschlandticket sei Dank, nochmal ins Regierungsviertel gefahren, dort fand drei Tage lang das „Demokratiefest“ statt, viele Veranstaltungen rund um den Geburtstag des Grundgesetzes. Das war ein schöne Ausklang des Tages mit Livemusik und vielen interessanten Menschen und Gesprächen.

Mit dem Fahrrad durch Berlin

Schon bei der Planung der Fahrt hatte ich mir überlegt, wieder ein Fahrrad zu mieten und eine Runde durch die Hauptstadt zu drehen. Beim letzten Mal habe ich das bei „Berlin on Bike“ getan und auch dieses Mal hat dort alles problemlos geklpappt. Die Mädels und Jungs dort bieten auch geführte Touren durch die Stadt an, ich wollte aber auf eigene Faust los. Seit meiner Buchung hat sie die Wettervorhersage etwa 100 mal geändert, am Ende des Tages hatte ich aber wirklich Glück und bin regenfrei durch die Tour gekommen.

Knappe 43 Kilometer war ich unterwegs, los ging es am Sitz von „Berlin on Bike“, der Kulturbrauerei in Berlin Prenzlauer-Berg.

Es ging erstmal in Richtung Brandenburger Tor, ein bisschen Touri-Route gehört ja irgendwie dazu, oder? Anders als sonst, ist die Straße des 17. Juni allerdings aktuell mit Rasen belegt. Gut, Kunstrasen, aber der Blick aufs Brandenburger Tor mit satten Grün davor hat auch seinen Reiz.

Hintergrund ist die nahende Fußball-Europameisterschaft. Der Raum vorm Tor wird die „Fanzone“ fürs PublicViewing. Macht auf jeden Fall was her. Ein ganzes Stück bis rauf zur Siegessäule war abgesperrt, allerdings ohen Rasen. Die Strecke nutzen einige zum joggen, skaten oder radeln.

Für mich ging es dann ein wenig durch den Tiergarten und dann am Henriette Herz Park vorbei zum Potsdamer Platz.

Zu diesem Zeitpunkt zwar schon Meister, aber noch kein Pokalsieger. Die Mannschaft des Fußball-Erstligisten Bayer 04 Leverkusen war im Ritz Carlton am Potstdamer Platz abgestiegen und etliche Fans warteten vor dem Hotel. Am gleichen Abend fand im Olympiastadion das DFB Pokal-Finale zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und eben Bayer Leverkusen statt. Es war den ganzen Tag über schön zu sehen, wie etliche  Menschen in den Trikots der beiden Vereine durch die Stadt pilgerten. Am Ende gewann Bayer mit 1:0 und wurde Pokalsieger. Meister waren sie ja schon.

Der Weg von so etwas profanem wie Fußball hin zum dunkelsten Kapitel unserer Geschichte ist kurz. Nur wenige 100 Meter auf dem Rad weiter in Richtung Norden liegt das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“. 2711 schwarze Betonsteelen und ein Informationszentrum erinnern an den Holocaust. Wenn ihr mal dort gewesen seid, teilt ihr vielleicht mein Gefühl, dass das ein starkes und wirkendes Mahn- und Denkmal ist. Durch die Gänge zu laufen und es einfach „wirken“ zu lassen – mit mir macht das etwas.

Generell radelt man ja in Berlin irgendwie ständig auf Geschichte herum oder daran vorbei. Vom Denkmal aus bin ich dann weiter in Richtung Osten gefahren, die East Side Gallery war mein nächstes Ziel. Auf dem Weg dahin gab es ein bisschen Streetart, eine Ruderregatta und einen ersten Blick auf die Oberbaumbrücke über die Spree zu sehen.

Die „East Side Gallery“ ist das längste noch erhaltene Stück Berliner Mauer. Meine Begeisterung für Streetarts und Graffiti findet auf der über einen Kilometer langen „Leinwand“ eine Menge Sehenswertes.

Wenn ihr mal dort seid, lasst Euch Zeit und lauft die Mauer ab, es sind starke Bilder dabei. Für mich ging es dann über die Oberbaumbrücke über die Spree und wieder in Richtung Westen.

Ich fahre ja sehr gern mit dem Rad und bin natürlich auch immer dafür zu haben, den Radverkehr bequemer und sicherer zu machen. In vielen Städten in Deutschland gibt es Radaktivistinnen und -aktivisten, die auf Mängel hinweisen und sich für die Bedeutung des Fahrrades als Verkehrsmittel einsetzen. Gelegentlich schießen sie dabei über Ziel hinaus und erreichen dann eher das Gegenteil, aber an sich ist es schon wichtig. Aus der Berliner-Bubble lese ich auch öfter mal, dass es unmöglich sei, in Berlin mit dem Rad zu fahren. Zu gefährlich, die Stadt tut nix, baulich alles Mist. Über Krefeld lese ich das auch, bin aber fast täglich mit dem Rad in der Stadt unterwegs und teile diese Sichtweisen in der apokalyptischen Ausprägung so nicht. Es ist unstrittig, dass es an vielen Stellen sicher besser ginge, aber dass das radeln unmöglich ist, ist halt auch einfach populistischer Mist.

Deshalb war ich gespannt, wie es denn in Berlin ist. Schon bei meiner letzten Tour ist mir aufgefallen, dass es eigentlich ganz gut klappt. Das war dieses Mal auch so. Etliche Fahrradstraßen habe ich gesehen, die haben auch alle ganz gut funktioniert. Beeindruckende Fassaden mit viel Grün gibt es in Berlin übrigens auch.

Radwege, die in beide Richtungen befahren werden können und baulich von der Straße getrennt sind habe ich entdeckt.

Oder einzeln geführte Radstrecken, so wie hier parallel zur S-Bahn. Dort war das Radfahren dann wirklich richtig toll.

Und auch an vielbefahrenen Straßen kann das mit der Trennung gut funktionieren.

Also, es gibt auch in Berlin natürlich Ecken, da muss ich als Biker schon wirklich höllisch aufpassen, keine Frage, aber auch hier in der Hauptstadt gilt: Es geht besser, aber Radeln funktioiert.

Wirklich klasse funktioniert das radeln auf dem Tempelhofer Feld. Auch bei dieser Tour konnte ich es mir nicht verkneifen einmal übers Tempelhofer Feld zu radeln. Wann hat man schon mal die Gelegeneheit eine Startbahn eines Flughafens zu befahren. Aus dem Flughafen Tempelhof wurde seit 2008 ein riesiger Park. Ich bin schon so alt, ich bin da noch mit Flugzeugen hingeflogen. Ich mochte den Airport sehr, kurze Wege, alles sehr übersichtlich und man landet gefühlt mitten in der Stadt.

Heute sieht es auf der Bahn dann so aus 😉

Die Gebäude sind noch da und etwas versteckt steht auch noch eine alte Nord 262 der Tempelhof Airlines. Diese kleine Flugline hat damals Berlin mit Paderborn, Hamburg oder Brüssel verbunden. Also ein bisschen Flughafenflair gibt es noch.

Vom Flughafengelände herunter führte mich meine Route dann am Landwehrkanal vorbei wieder in Richtung Nord-Osten. Ich sagte es ja schon mal, in Berlin ist irgendwie überall Geschichte. Da verwundert es dann auch nicht, an alten Wachtürmen vorbei zu fahren. Sowas ruft einem dann doch immer wieder ins Gedächtnis, dass es faszinierend ist, heute einfach hier umherradeln zu können, ohne dass die Gefahr besteht, erschossen zu werden.

Dann gab es noch ein bisschen Kunst und dann war ich, knappe 43 Kilometer später, wieder an der Kulturbrauerei. Ich bedanke mich bei „Berlin on Bike“, wieder hat alles tadellos geklappt und ich habe die Hauptstadt wieder ein bisschen mehr erschlossen.

Nach der Radtour stand dann der nächste Programmpunkt auf dem Plan. Es sollte eine Kuratorenführung im Deutschen Technikmuseum geben.

Kuratorenführung im Deutschen Technikmuseum

Nachdem ich das Fahrrad zurückgegeben hatte, ging es mit dem Auto zum Tempodrom. Dort sollte am Abend die „Flugforensik-live“ Veranstaltung stattfinden. Von dort aus habe ich dann einen kurzen Spaziergang rüber ins Deutsche Technikmuseum gemacht. Die Jungs von Flugforensik hatten, für die Unterstützerinnen und Unterstützer, eine exklusive Führung im dortigen Luftfahrtbereich orgenaisiert.

Das gab mir zum einen die Gelegenheit einige der anderen Gäste kennenzulernen und zum anderen führte uns Heiko Triesch, der Leiter des Bereichs „Luftfahrt“. Besser hätte es nicht laufen können.

Heiko, wir waren alle sehr schnell beim „Du“, ist nicht nur ein Quell des Wissens, er schafft es auch, selbiges spannend und lebendig an die Frau und den Mann zu bringen. Das Museum hat unzählige Exponate in der Ausstellung, Flugzeuge, Motoren, Propeller, Uniformen und vieles mehr.

Man wandert quasi von den Anfägen der Luftfahrt durch die Zeit. Ich glaube, es ging uns allen so, wir hätten Heiko noch stundenlang zuhören können.

Highlights waren sicher die JU-52 und die Chance, da mal ins Cockpit zu schauen und der Blick auf die, noch nicht fertige, Raumfahrt-Etage. Ein Besuch des Museums lohnt auf jeden Fall. Zumal es auch noch jede Menge andere Dinge, abseits der Luftfahrt zu entdecken gibt.

Also, wenn ihr mal in Berlin seid und Zeit habt, schaut euch das Deutsche Technikmuseum an. HIER findet ihr die Webseite 😉 .

Flugforensik – live

Zusammen mit den anderen ging es dann zurück zum Tempodrom. Schon vor dem Einlass wurde gefachsimpelt, gelacht und viel erzählt. Zusammen mit knapp 300 anderen Interessierten ging es dann in den Saal. Thema der Livefolge war der Absturz einer DC-10 der Air New Zeeland am Mount Erebus in der Antarktis.

Die Folgen sind immer so aufgebaut, dass es ein Protokoll des Falles gibt und dann auf Ursachenforschung gegangen wird. Dabei stellen Benjamin Denes und Andreas Spaeth ihre Rechercheergebnisse vor und ordnen sie ein. Zusätzlich kommen Augen- und Zeitzeugen zu Wort und meistens ist auch noch eine Pilotenexpertin oder ein Pilotenexperte mit dabei.

Das war auch bei der Livepremiere so, die wunderbare Anne-Katrin Mellmann sprach live die Protokolle und Claus Cordes war als Pilotenexperte mit auf der Bühne. Meinungsstark und fundiert ordnete er das Geschehen ein und es war faszinierend zu erleben, wie eine Folge auch live funktioniert. Nie populistisch, immer fundiert und mit dem nötigen Respekt, immerhin kamen bei dem Unfall 257 Menschen ums Leben, wurden die Vorgänge aufgearbeitet. Ein paar Bilder von der Veranstaltung findet ihr HIER.

Es gibt ein Youtube Video, in englischer Sprache, welches sich mit dem Unfall befasst, wenn ihr mögt, schaut gern mal rein. Die offizielle Folge von Flugforensik braucht noch ne Weile, da lohnt es sich aber generell immer mal auf die Webseite zu schauen. HIER ENTLANG.

Nach der Veranstaltung ging keiner sofort nach Hause, es wurde vor der Halle noch gequatscht und sich ausgetauscht. Alles in allem war das ein wirklich spannender und interessanter Abend, der auf jeden Fall eine Wiederholung verdient. Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben.

Flugplatz Bienenfarm

Am Sonntag Morgen stand dann die Heimfahrt an. Ich hatte noch einen kurzen Abstecher zum Flugplatz Bienenfarm geplant, eine gute Idee, wie sich später zeigen sollte. Vom ehemaligen Agrarflugplatz Bienenfarm hatte ich immer mal wieder gehört, ich war aber noch nie da. An dem kleinen Platz haben sich mit dem „Quax-Verein“ einige Oldtimer-Flieger angesiedelt und es gibt auch eine ganz ansprechende Gastronomie. Knappe 75 Kilometer war ich vom Hotel in Schönefeld aus unterwegs, aber da die Richtung ja so grob in die Heimat führte, war das schon OK 😉 . Kurz nachdem ich ankam, schob jemand eine wunderschöne Junkers A50 aus der Halle.

Die Kennung kam mir bekannt vor und dann hatte ich auch wieder den Satz „Ich bin hergeflogen, offen, wunderschön.“ von Claus Cordes vom Vorabend im Kopf. Das Flugzeug gehört dem Piloten-Experten vom Vorabend, Claus Cordes. Ich habe dann noch ein paar Worte mit ihm gewechselt und ihn dann in Ruhe seine Flugvorbereitungen machen lassen. Ist nen echt guter Typ.

Und das Flugzeug ist einfach herrlich, oder? Die Flugzeuge sind neu, ausgestattet mit moderner Technik, haben aber den Look & Feel der originalen A50 aus den 1930er Jahren. Herrliche Maschinen.

Wenn ihr euch ein bisschen was von Claus Cordes durchlesen wollt, schaut gern mal auf seiner Webseite vorbei. Die heißt genauso wie sein Flieger. https://d-mqui.de/

Nachdem Cordes abgeflogen war, habe ich mir noch was kaltes zu trinken bestellt und mir die wunderschöne Boeing Stearman angeschaut, die ebenfalls startklar gemacht wurde.

Ein Besuch hier oben lohnt also in jedem Fall, einige Gäste meinten, irgendwas spannendes gibt es immer zu sehen. Da ist was dran.

Ich habe mir dann noch den Flug der Stearman angeschaut, dann ging es weiter auf meiner „Fliegerei-Tour“.

Beim nächsten Halt wurde es dann nostalgisch und wagemutig.

Iljuschin Il-62 im Acker

Es ist der älteste Flugplatz der Welt und das Gelände liegt mitten zwischen Wäldern, Wiesen und Ackern. Der Flugplatz Stölln/Rhinow liegt im brandenburgischen Havelland und die Bezeichung „Ältester Flugplatz der Welt“ rührt daher, dass Flugpionier Otto Lilienthal hier seine legendären Flugversuche machte und, tragischerweise, auch hier bei einem dieser Flüge ums Leben gekommen ist. Besonders und überregional bekannt wurde der Platz für Segelflugzeuge mit seiner 840 Meter langen Graspiste aber durch die Landung eines vierstrahligen Großraumlangstreckenflugzeuges vom Typ Iljuschin Il-62.

Anläßlich des Jubiläums „100 Jahre Menschenflug“ schenkte die DDR-Flugline Intenflug dem Platze eine Il-62, welche ausgemustert worden ist. Mit einem echten Husarenstück landete Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach den Jet auf dem Acker.

Heute steht der Flieger noch dort und wird als Museum und Standesamt genutzt. Das Schätzchen wollte ich mir mal „in Echt“ anschauen und so war der nächste Stopp meiner Tour klar. Stölln.

Es ist schon wirklich ein eindrucksvoller Anblick, wenn man über die Hügelkuppe läuft und plötzlich das hoch aufragende Heck einer Il-62 auf der Wiese sieht. Natürlich habe ich die paar Euro Eintritt bezahlt und mir das Museum angeschaut. Sowas sieht man ja auch nicht alle Tage.

Wenn ihr mal in der Ecke seid, schaut es euch an, es ist beeindruckend. Nach einem kurzen Snack habe ich mich dann auf die weitere Heimreise gemacht. Nach drei Tagen voller Fliegrei und spannenden Eindrücken war ich dann auch zufrieden und mit dem Thema erstmal durch. Fast.

Bockwindmühle Eimersleben und Flughafen Hannover

Auf dem Weg nach Hause habe ich einen kurzen Stopp in Eimersleben gemacht. Flügel gab es da auch zu sehen, geflogen ist aber nix. Eine wunderschön restaurierte Bockwindmühle steht dort an einem Feld. Die Mühle stammt, glaubt man der Wikipedia, aus dem Jahr 1848 und wurde 1985 rekonstruiert. Ist auf jeden Fall richtig schön geworden.

Um dieses lange Fliegerei Wochenende abzuschließen habe ich dann noch einen kurzen Stopp am Flughafen Hannover eingelegt und zwei Helis fotografiert. Zum einen den Rettungshubschrauber „Christoph Niedersachsen“, zum anderen einen MD900 von Air Lloyd.

Der MD900 fällt auf, da er keinen Heckrotor hat, sondern das sogenannte NOTAR nutzt, ein spezielles System, welches mit Schubdüsen und Auslaßöffnungen arbeitet. Die Variante die ich hier erwischt habe, trägt zudem das System CHARM, das Akronym steht für “CH4 Airborne Remote Monitoring“. Mit dem Hubschrauber werden Gaspipelines abgeflogen und auf Dichtigkeit überprüft.

Und das soll es gewesen sein. Ein spannender, abwechslunsgreicher und informativer Trip in die Hauptstadt ging nach drei Tagen und etlichen Autobahnkilometern zu Ende. Ich hoffe, euch habe die Einblicke gefallen, auch wenn es nicht nur ums Radfahren ging. Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, immer her damit.

Bis zum nächsten Mal,
Euer Martin

 

 

 

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