Frankfurt – die Tour zum Frankfurter Flughafen

Hallo zusammen,

der zweite Tag meines Frankfurt-Mini-Urlaubs steht an. Wenn ihr mögt, nehme ich euch wieder mit auf Tour. Wie immer, unbezahlt und unbeauftragt, aber voller Elan 😉 .

Mit dem Frankfurter Flughafen verbindet mich eine lange Geschichte. Seit ich ein kleiner Junge war, vielleicht so mit 5, 6 Jahren interessiere ich mich für die Fliegerei. Mich fasziniert es, zu sehen wie sich 500 Tonnen Stahl in die Luft erheben, ich verstehe das Prinzip von Auftrieb und Drücken, von Schub und Anstellwinkeln…und doch, es ist und bleibt ein faszinierender Anblick, der mich bis heute packt, jedes Mal aufs Neue. Zweimal im Jahr ging es mit meinem Vater auf „Männertour“ nach Frankfurt. Früh Morgens wurde das Auto gepackt, Knabberzeugs, die ein oder andere Friko und Getränke eingeladen und dann ging es los. Durchs Siebengebirge, an Limburg vorbei und schließlich ins Parkhaus am Flughafen und ab auf die Besucherterrasse. Auf Augenhöhe mit Boeing 747, Tristar, DC-10 oder, gegenüber gab es noch die Rhein-Main-Airbase der Amerikaner, Galaxy oder Starlifter Transportflugzeugen. Es war jedes Mal ein toller Tag.

Und heute? Mein Vater ist, viel zu früh, verstorben, die Besucherterrasse ist geschlossen, Tristar, DC-10 und die Rhein-Main-Airbase gibt es nicht mehr…und trotzdem, dieser Flughafen fasziniert mich immer noch. Und so war klar, bei meiner heutigen Tour, schaue ich mir mal wieder, wie früher, ein paar Flieger an.

Start war, genau wie bei der Tour am Vortag (HIER) mein Hotel in Schwanheim. Erneut ging es wieder durch den Wald, rund um den Flughafen gibt es eine ganze Menge davon. Lange, meist gerade, Schneisen führen zwischen den Bäumen hindurch, wunderbar zu fahren.

Dieses Mal führte mich die Tour nach Kelsterbach und dort ans Mainufer. Direkt ins Auge fällt dort die wunderschöne Herz-Jesu Kirche.

Ich bin ein gutes Stück am Main entlang gefahren, bevor es dann in Richtung Flughafen ging. Erneut bin ich an der Start- und Landebahn 07L / 25R angekommen. Dieses Mal bin ich aber nicht drunter durch, sondern außen herum gefahren. Das führte dazu, dass ein Airbus A330 mich überflog, immer wieder ein tolles Gefühl so nah dran zu sein.

Ein, zwei Worte zu diesen komischen Nummern und Buchstaben der Start- und Landebahnen. Wenn man sich eine Kompassrose vorstellt, dann ist oben Norden, also die Zahl 0. Im Osten ist 90, im Süden 180 und im Westen 270. Das sind die Gradzahlen. Die Zahlen auf einer Landebahn geben dann die Lage an. Wenn also die „07“ in Betrieb ist, dann weht der Wind aus Osten und die Flugzeuge fliegen aus dem Westen in Richtung 07 Grad an. Die selbe Bahn wird zur 25, wenn der Wind aus Westen weht und die Flugzeuge aus Osten in Richtung der 25 Grad anfliegen. Klingt komplizierter als es ist. Schaut euch auf Google Maps mal Frankfurt von oben an, die Zahlen stehen auf den Bahnen, dann wird es schnell klar.
Bleibt noch der Buchstabe dahinter. Frankfurt hat 3 Start- und Landebahnen, die Buchstaben beschreiben die Lage aus Anflugrichtung. L steht für Left, also Links, C für Center, also die mittlere Bahn und R für Right, also die Bahn auf der rechten Seite des Flughafens. Wenn also ein Pilot die Bahn 07L zugewiesen bekommt, fliegt er aus Westen kommend auf die ganz linke Landebahn zu. 😉 Das erklärt auch, warum die Bahn in die eine Richtung 07 L und in die andere 25 R heißt.

Einen weiteren Anflug habe ich mir noch von der Seite aus angesehen, dann ging es weiter. Dieses mal eine Boeing 767 aus Kanada.

An der Bahn entlang bin ich dann weiter in Richtung Flughafen gefahren. Die Wege rund um den Platz sind wirklich gut zu fahren.

Rechts neben dem Weg gibt es eine große Ruhezone, auch wenn das direkt neben einer Start- und Landebahn komisch klingen mag, für Wild und andere Tiere.

„Affenfelsen“ heißt der nächste Halt im Volksmund. Der Flughafen hat, ganz in der Nähe der Startbahn 18, im Volksmund auch Startbahn West genannt, eine reine Start- und keine Landebahn, ein Steinpodest installiert, auf dem man sich mit seiner Kamera gut hinstellen kann um zu fotografieren. Ist es voll und stehen dort viele Menschen die fotografieren, sieht es halt schon mal ein wenig so aus wie auf einem Affenfelsen im Zoo 😉 . Wir nehmen es mit Humor, die Einrichtung ist ne gute Sache. Das Bild hier zeigt einen Airbus A330 der Airline Delta, der Flieger kommt gerade aus den USA und fliegt auf die 07R zu, also, die ganz rechte Bahn. Im Hintergrund sind die Hochhäuser der Frankfurter City zu erkennen.

Auf der 18, also der Startbahn, welche exakt in Richtung Süden zeigt, also auf die 180 Grad und im Westen des Flughafens liegt, deshalb Startbahn West heißt, machte sich ein Airbus der noch recht neuen Eurowings discover auf den Weg in ein sonniges Urlaubsziel.

So, jetzt habe ich euch genug mit dem ganzen Bahnen-Quatsch genervt, die Radtour geht weiter. An einem Pfeiler mit vielen Aufklebern verschiedener Flugzeugfan- und fotografen Communities vorbei ging es, parallel zur Startbahn West weiter.

Genau wie am Vortag sind mir auch hier wieder sehr viele dieser schönen Fingerhut-Pflanzen aufgefallen, das macht ein richtig schönes Bild im Wald. Die kräftigen Farben sind schön anzusehen.

Am Kopf der Startbahn habe ich dann nochmal kurz angehalten, eine Boeing 777 startete gerade ihren Flug nach Hong Kong. Es ist ein besonderes Gefühl, wenn eine solche Maschinen direkt auf dich zu beschleunigt und dann in den Himmel steigt. Ich mag das sehr.

Von der Bahn weg führte mich meine Tour dann nach Walldorf, direkt am Flughafen. Dorthin ging es wieder durch viel Wald und über gute Wege. Es macht wirklich Spaß dort zu radeln.

In Walldorf gab es nicht viel interessantes zu entdecken, etwas Wohnbebauung und Kleinindustrie. Ein echter Hingucker war aber dieser alte Mercedes am Straßenrand. Wirkt aus der Zeit gefallen, strahlt aber definitiv Stil aus.

Ein paar wenige Kilometer weiter wurde es nochmal historisch. Zwischen der Autobahn A5 und dem Flughafen befindet sich das Denkmal für die Luftbrücke zwischen 1948 und 1949 als Russland Westberlin von jeglicher Versorgung abschnitt und die Stadt aus der Luft versorgt wurde. Das Monument, ein baugleiches steht übrigens in Berlin, symbolisiert die drei Korridore über die Fracht geflogen wurde. Logistisch war diese Luftbrücke eine absolute Meisterleistung, die allerdings auch Opfer forderte. An diese Menschen wird mit dem Denkmal erinnert.

Flankiert wird das Denkmal von zwei historischen Flugzeugen, zum eine C-54 Skymaster, zum anderen eine C-47 Dakota. Vor der zweimotoringen Dakota steht auch noch das Schild „Rhein-Main-Airbase“, welches vor dem Eingang der Basis gestanden hat.

Spannende Zusatzinfos zu der C-54 hier oben. Der viermotorige Flieger war als DC4 auch als Passagiermaschine im Einsatz. Mit ihr wurde auch der Film „Flug in Gefahr“ nach einem Roman von Arthur Hailey gedreht. Der Film und das Buch sind auch Grundlage für die geniale Parodie „Airplane“, die in der deutschen Übersetzung „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ heißt. Das aber nur nebenbei 😉 .

Es weht ein Hauch von Geschichte an dieser Stelle. Kurz hinter dem Denkmalbereich quert eine Brücke die Autobahn, davor gibt es einen weiteren Platz für Flugzeugfans und -fotografen. Ich habe mir noch einen Start einer Boeing 747 der Lufthansa angeschaut und bin dann endgültig vom Flughafen weg geradelt. Schön war es mal wieder. Wie gesagt, da hängen eine Menge Erinnerungen dran.

Auf der anderen Seite der Brücke liegt der Ort Zeppelinheim. Der Name war Programm, dort wohnten die Besatzungen der Zeppeline die in Frankfurt eingesetzt wurden. Dort gibt es auch ein kleines, aber sehr feines, Zeppelinmuseum.

Von Zeppelinheim ging es dann weiter in Richtung Frankfurt City. Ihr ahnt es vielleicht schon, erstmal wieder durch eine Menge Wald.

An der Binding Brauerei vorbei ging es dann zurück in Richtung Main und somit auch an die berühmte Skyline der Stadt.

Die Hochhäuser sind dann schon auch beeindruckend.

Ein ICE rollt über eine Mainbrücke auf den Bahnhof zu und ich bin dann am Ufer das kurze Stück zurück in Richtung Schwanheim gefahren.

Und das war es dann auch schon mit der Flughafenrunde. Wie immer hoffe ich, der kleine Einblick hat euch gefallen. Wenn es Fragen gibt, immer her damit. Ich habe auch noch einen Relive-Clip für euch, wenn ihr mögt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

One comment

  1. Hallo Martin,
    das hast du wiedermal sehr gut gemacht.
    Interessant war das auch mit der Benennung der Startbahnen, dass wusste ich auch noch nicht.
    Besonders gut gefallen hat mir das Foto des landeden Flugzeugs mit den quamlmende Reifen, obwohl das ja alles andere als umweltfreundlich ist.
    Es ist schon verrückt, ich erwische mich auch immer wieder dabei alte Autos, dicke Schiffe usw. schön zu finden.
    Wäre ich am Flughafen gewesen, hätte meine Kamera danach auch geraucht und gleichzeitig weis ich, das diese schönen Dinge einen Teil der heutigen Probleme beim Klimawandel mit verursacht haben, es ist einfach paradox.
    Warum du besonders an Flugzeugen hängst, hast du ja sehr verständig am Anfang des Beitrages beschrieben.
    Mir geht es bei den Rheinschiffen ähnlich, es erinnert mich an die wenigen aber schönen Ausflüge an den Rhein mit meinem Vater und Opa.
    Liebe Grüße
    Dagmar

Kommentar verfassen