Von Bonn nach Bergisch Gladbach – eine Talsperre, Natur und die Erfüllung eines Traums

Hallo zusammen,

ich bin noch ganz beseelt von meinem Erlebnis. Ich habe mir am letzten Wochenende einen Kindheitstraum erfüllt. Worum es geht, wie es war und überhaupt, dazu später mehr ;). Erstmal frage ich Euch, ob ihr wieder mal Lust habt, mich auf einer Radtour zu begleiten? Unbeauftragt und unbezahlt ging es am letzten Wochenende von Bonn nach Bergisch Gladbach.

Wie so oft in der letzten Zeit habe ich einen der ersten Züge von Krefeld aus genommen um meine Tour zu starten. Erneut saß ich nahezu allein in dem Wagen und konnte die, noch, angenehmen Temperaturen genießen.

In Bonn angekommen fällt beim ersten Blick auf den Hauptbahnhof auf, dass hier Regenbogenflaggen gehisst sind. Finde ich klasse, macht direkt den richtigen Eindruck.

Ich war vor kurzem ja schon mal in Bonn, vielleicht erinnert ihr Euch, da ging es, auch, um die Kirschblüte, dieses Mal ging es aber in einer anderen Richtung vom Bahnhof aus los. Wunderbare Fassaden kann man in Bonn entdecken, richtig tolle Häuser.

An der Bundeskunsthalle vorbei führte mich mein Weg dann in Richtung japanischer Garten und Post Tower.

Der japanische Garten hat mir sehr gefallen, trotz der Hektik drumherum, die Straße auf dem Bild hier oben führt recht nah dran vorbei, ist es in dem Garten ruhig und man kann durchatmen.

Durch den Freizeitpark Rheinaue ging es runter an den Rhein. Dort führ ein sehr schöne Radweg direkt am Ufer entlang.

An der Villa Hammerschmidt und am Stadtgarten vorbei ging es in Richtung Friedrich-Ebert Brücke weiter. Der Weg direkt am Rhein ist wirklich herrlich zu fahren und es war auch noch nicht allzuviel los.

Über die, 1967 freigegebene, Friedrich-Ebert Brücke ging es dann über den Rhein und dann weiter in Richtung Südosten auf dem Rheindeich.

Direkt neben dem Deich liegt ein kleiner jüdischer Friedhof. Zwischen Bäumen stehen hier die Mazewa, der älteste stammt aus dem Jahr 1623. Auch die Tradition einen Stein auf das Grab zu legen, wenn man Angehörige besucht kann man auf diesem Friedhof sehr gut sehen. Ein ruhiger, friedlicher Ort. Ein starker Kontrast zur Autobahn auf der Brücke ganz in der Nähe.

Durch Beul ging es dann weiter zur wunderschönen Doppelkirche St. Maria und Clemens, auf dieser Seite hier findet ihr einige Infos zur Kirche. HIER.

Von dort aus ging es dann zum Flugplatz Bonn Hangelar. Dort stand dieser Rettungsheli vom ADAC, witzig fand ich den Vogel, der auf einem der Rotorblätter saß. Man könnte meinen er würde etwas gönnerhaft herabschauen, wenn er sieht, wieviel Aufwand wir Menschen fürs fliegen betreiben müssen 😉

Ich war dieses Mal allerdings aus einem ganz konkreten Grund am Flugplatz. Ich hatte einen Rundflug gebucht. In einem Zeppelin. Das ist seit Jahren ein Traum von mir, einmal mit einem Zeppelin fliegen. Wir Ruhrpottkinder hier kennen alle irgendwie den „Zeppelin“ aus Essen. Er ist dort stationiert und macht Rundflüge. Das Gefährt ist aber eigentlich gar kein Zeppelin, sondern ein sogenannter Blimp, ein Prallluftschiff. Die Hüllenform entsteht durch den Druck. Ein echter Zeppelin hat ein Innengerüst. Das ist jetzt alles irgendwie auch ein stückweit „Klugscheißer-Wissen“ ;), aber es erklärt, vielleicht, warum mir der Flug mit dem „Original“ so wichtig war. Es gibt aktuell weltweit 5 Zeppeline, 3 in den USA und zwei in Deutschland. Alle wurden in Friedrichshafen am Bodensee gebaut. Der Ort, an dem auch schon die Zeppeline der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts gebaut wurden. Einer der beiden deutschen Zeppeline war am letzten Wochenende in Bonn zu Gast und ich habe die Chance genutzt und einen Flug unternommen.

Es ist wohl eine „Once in a lifetime“-Erfahrung, es war aber wirklich wunderschön. Es ist ein so ganz anderes fliegen als in einem Hubschrauber oder Flächenflugzeug. Knappe 300 Meter hoch und mit etwa 70 km/h flogen wir dahin. Ich werde in naher Zukunft dazu sicher auch noch einen extra Blogbeitrag machen, heute nur ein paar Bilder von unterwegs.

Hier bin ich vorher noch mit dem Rad gewesen, das im Vordergrund ist erneut die Friedrich-Ebert Brücke über den Rhein.

Blick auf die Querwindbahn 06/24 des Flughafens Köln-Bonn.

Die Lanxess Arena, der Funkturm und, natürlich, der Kölner Dom.

Viel zu kurz waren die 60 Minuten Flug, schon bald ging es wieder zurück. Die Aussicht, auch weil die Fenster in der Gondel geöffnet waren, war einfach traumhaft. Das ganze Team, egal ob beim Buchen am Telefon, am Boden oder in der Luft war klasse. Engagiert, nett und kompetent. Eine wirklich rundum gelungene Sache.

Also, wenn ihr mal die Gelegenheit zu so einem Flug habt, schlagt zu. Man macht sowas nicht jede Woche, für mich hat sich ein Traum erfüllt und ich habe es sehr genossen.

Den einen oder anderen Hubschrauber oder das ein oder andere Flugzeug habe ich dann noch fotografiert, aber dann ging es auch weiter.

Vom Flugplatz aus ging es weiter nach Siegburg. Dazu ging es über die Autobahn, die Sieg und dann in Richtung Abtei Sankt Michael. Bei dem schönen Wetter war ich ganz froh, dass ich nicht im Stau auf der Autobahn stand, sondern entspannt auf dem Sattel mit dem Rad drüber hinweg fahren konnte.

Die Abtei, die heute das katholische soziale Institut beherbergt, liegt auf dem Michaelsberg. Die Aussicht von dort oben ist ganz schön und es gibt schöne Ecke um einen Moment Pause zu machen. Die Fahrt hinauf lohnt also.

Die Wahnbachtalsperre war das nächste Ziel. Der erste Teil des Wegs dahin war wahrlich nicht das planerische Highlight von mir, es ging an einer viel befahrenen Landstraßen entlang. Nun ja, auch das war aber zu schaffen ;).

Und die Ausblicke bei der Zufahrt auf die Talsperre war dann auch sowas wie eine Belohnung für die Anfahrt. Wirklich traumhaft. Obwohl ich eigentlich keine gebraucht habe zu diesem Zeitpunkt, habe ich auf diesen tollen Bänken natürlich eine Pause gemacht.

Tolle Aussicht auf den Stausee.

Über eine schöne geschwungene Straße geht es dann runter zur Staumauer. Der Stausee dient der Trinkwassergewinnung und ist kein Mischsee, darf also nicht zum schwimmen oder für den Wassersport benutzt werden.

Von der Talsperre aus ging es dann quasi einmal um den Stausee herum. Remschoß, Wolperath, Neunkirchen heißen die Orte die ich durchradelt habe. Auch hier durchaus an Landstraßen entlang, allerdings baumbestanden und wirklich schön zu fahren.

In der Nähe von Neunkirchen ging es dann über Serpentinen bergab, danach wieder langezogen bergauf. Schon ganz schön hügelig, aber immer sehr gut zu fahren.

In der Nähe von Pützrath habe ich dann die Agger überquert und weiter auf mein Ziel Bergisch Gladbach zugehalten.

Am Haus Sülz, einem ehemaligen Rittergut, vorbei bin ich dann in den Könisgforst eingefahren. Ein wundervolles großes Waldgebiet zwischen Köln, Rösrath und Bergisch Gladbach.

Wirklich schön dort zu radeln. Nach knappen 73 Kilometern war ich dann in Bergisch Gladbach. Von hier aus sollte mich dann die Bahn wieder nach Hause bringen. Hat auch, wie eigentlich immer, super geklappt. Was ich in der Fußgängerzone von Bergisch Gladbach recht bemerkenswert fand war die Beschilderung. Zum einen darf man mit dem Rad durchfahren, wenn auch langsam, zum anderen wird auf den Schildern die Blindenleitspur erklärt. In vielen Städten wissen die Menschen gar nicht, wofür diese Spur da ist und stellen sie zu, oder parken darauf. Das finde ich hier wirklich gut gemacht.

Und das soll es dann auch schon wieder gewesen sein. Für mich eine sehr schöne, sehr spannende Tour und mit dem Zeppelin-Flug ein echtes Highlight. Ich hoffe, Euch hat der Einblick gefallen. Ich habe noch einen Relive Clip für Euch. Wenn ihr Fragen habt, immer her damit.

Bleibt gesund und munter, genießt die Sonne, cremt Euch ein 😉 und fahrt vorsichtig.

Euer Martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6 comments

  1. Ah, ok, Du warst nur an der Staumauer nah dran. Den Aufstiegspart an der fiesen Landstraße hatten wir auch – da scheint es keine gescheite Alternative zu geben.
    Vielen Dank für die schönen Eindrücke.
    Liebe Grüße
    Edith

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